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Warum eine Feldbefreiung?

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Gentechnik-Kritiker Michael Grolm sagt Saatgutkonzern den Kampf an / Der Berufsimker und Agraringenieur ist Sprecher der Anti-Gentechnik-Initiative »Gendreck-weg«

ND: Für dieses Wochenende hat die Initiative Gendreck-weg zum dritten Mal eine freiwillige Feldbefreiung angekündigt. Steht in Altreetz im Oderbruch nicht schon die Polizei bereit, um Sie abzufangen?
Grolm: Natürlich steht die Polizei am Feld. Das kann sie auch gerne tun. Dafür nutzen wir ja bestimmte Techniken, um dennoch auf das Feld zu kommen. Bis jetzt haben wir es immer irgendwie geschafft. Das Feld ist an die 100 Hektar groß, deshalb wird es für die Polizei schwer werden, uns fernzuhalten. Außerdem gibt es auch Polizisten, die Genfood nicht auf dem Teller haben wollen. Es geht uns auch nicht darum, dass alles kaputt gemacht wird. Wir wollen zeigen, dass Menschen nicht bereit sind, den Gentechnikkurs von Politik und Konzernen hinzunehmen.

Neben der Feldbefreiung gibt es ab heute ein großes Camp in Neuwustrow bei Wriezen. Was wird dort vier Tage lang passieren?

Wir bieten Workshops zum Thema Gentechnik und Aktionstrainings an. Es werden Filme gezeigt und eine Podiumsdiskussion findet statt. Natürlich gibt es Freitag und Samstag ein abendliches Kulturprogramm. Außerdem erwarten wir Besuch von Bauern aus Frankreich, England, Polen und der Schweiz – Feldbefreiungen gibt es mittlerweile in ganz Europa.

Wie reagieren Anwohner und Verbraucher auf Ihre Aktionen?

Auf Märkten in ganz Deutschland sprechen mich sehr viele Leute an, drücken mir sogar Geld in die Hand oder kaufen bewusst bei mir Honig. Nur selten sagt jemand: Was Sie tun, ist nicht rechtens. Auch vor Ort unterstützen uns viele, sonst wäre so ein großes Camp gar nicht zu organisieren. Viele Leute haben uns sogar angeboten, durch ihre Gärten zu laufen, um auf die Felder zu kommen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Mehrheit der Bevölkerung vor Ort gegen die Gentechnik ist.

Sie haben diese Woche Strafanzeige gegen den Saatgutkonzern Monsanto gestellt – spielen Sie da ein bisschen den Don Quichotte?
Das sehe ich nicht so. Wenn der Bundeslandwirtschaftsminister die Gentech-Maissorte MON810 verbietet, dann sind wir mit unserer Kritik ja nicht alleine. Es wäre nur konsequent, wenn Horst Seehofer sein Verbot in die Praxis umsetzt. Wir haben Beweismittel von einem Feld entnommen und dann bei der Polizei Strafanzeige gestellt – gegen Monsanto und gegen Politiker, die nichts unternommen haben.
Das Ministerium spricht nicht von Verbot, sondern von kurzfristigem Aussetzen des Anbaus. Gibt es einen Monitoring-Plan, eine wissenschaftliche Überwachung, dann ist der Anbau erlaubt.
Der Minister hat sich Studien über MON810 genauer angeschaut, die seit Jahren bekannt sind. Das war auch der Grund für seine leider etwa späte Entscheidung, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Pflanzen schon ausgebracht. Ob das Monitoring wirklich kommt, werden wir sehen. Jedenfalls hat sich das Landgericht Frankfurt (Oder) ebenfalls auf diese Studien berufen und hält den Genmais für gefährlich.

Sie wurden selbst schon mit zahlreichen Verfahren überzogen – trotzdem geben Sie nicht auf.
Wir haben einen sehr großen Unterstützerkreis. 80 Prozent der Bevölkerung wollen die Agro-Gentechnik nicht, und viele sagen: Toll, dass Leute den Mut haben und sich für unsere Interessen einsetzen. Ich glaube nicht, dass man die Welt verändert, indem man klein beigibt. Unsere Aktionen wurden bereits im Bundestag debattiert, und der Anwalt von Monsanto versucht, Aktive einzuschüchtern. Die Feldbefreiungen treffen die Gentechnik-Befürworter empfindlich.

Fragen: Susanne Götze

gefunden bei: Neues Deutschland

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Written by genfood

19.Juli.2007 um 15:56

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über...

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