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Demonstranten zertreten Gen-Maisfeld

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Trotz eines großen Polizeiaufgebots ist es Gen-Technikgegnern am Sonntag im Oderbruch gelungen, auf ein Maisfeld vorzudringen und genveränderte Pflanzen zu zerstören. Dabei war es ihnen gerichtlich verboten, die Äcker zu betreten. 52 Teilnehmer wurden vorläufig festgenommen.

Genmais-Gegner knicken auf einem Feld in der brandenburgischen Ortschaft Altreetz Genmaispflanzen. Rund 400 Menschen haben am Sonntag im Oderbruch gegen den Anbau von Genpflanzen protestiert

Foto: DDP

Die Vertreterin der Initiative „Gendreck weg“, Anja Becker, gab die Größe der betroffenen Fläche nahe Altreetz bei Wriezen (Märkisch-Oderland) mit etwa eineinhalb Hektar an. Sie wertete die seit Langem geplante und angekündigte Aktion als Erfolg. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte zuvor eine einstweilige Verfügung gegen die Aktion der Gentechnikgegner erlassen und verboten, die Äcker zu betreten.

Laut Polizei kamen etliche Teilnehmer vorübergehend in Gewahrsam oder wurden festgenommen. Nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten blieben Gewalttätigkeiten aus, niemand wurde verletzt. Rund 570 Polizeibeamte wurden von einem Hubschrauber unterstützt.

Festgenommene Gen-Technikgegner überreichten Anja Becker zufolge Strafanzeigen gegen den US-amerikanischen Saatgutkonzern Monsanto, dessen genveränderte Maissorte im Oderbruch angebaut wird. Die Pflanzen produzierten einen Wirkstoff gegen den Schädling Maiszünsler. Dieser ist ein Schmetterling, dessen Raupen sich in den Stängeln der Pflanze einnisten und diese zerfressen. Kritiker der „grünen Gentechnik“ warnen vor möglichen Schäden für die Umwelt, zum Beispiel für Insekten. Die Auswirkungen in der freien Natur seien noch unklar. „Wir machen Giftpflanzen mit Langzeitfolgen unschädlich“, sagte der Berufsimker und Agraringenieur Michael Grolm vor Beginn des Protests. Der Genmais sei illegal.

Grolm erinnerte daran, dass Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) im April zwar den Genmais verboten habe, dieser aber vorher schon ausgesät war. Jetzt begännen die Pflanzen zu blühen und ihre gefährlichen Pollen zu verbreiten. Das Land Brandenburg ist mit 1347 Hektar bundesweiter Spitzenreiter beim Anbau genveränderter Pflanzen. Das geht aus dem Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hervor. Märkische Landwirte bauen mittlerweile an 31 Orten gentechnisch veränderten Mais für die Biogaserzeugung oder zur Verfütterung an: Das ist so gut wie die Hälfte des bundesweiten Anteils am Genmaisanbau, der etwa 2826 Hektar beträgt. Die Bauern erhoffen sich davon eine bessere wirtschaftliche Grundlage. Doch der Protest verschärft sich. Selbst Umwelt- und Agrarminister Dieter Woidke (SPD) warnt inzwischen vor den unabsehbaren Folgen der „grünen“ Gentechnik.

Am Sonntagmorgen hatte sich in Altreetz im Oderbruch eine Demonstration mit schätzungsweise 300 Teilnehmern in Marsch gesetzt, um gegen den Anbau von genverändertem Mais zu protestieren. Nach einem Gottesdienst wurde eine ursprünglich geplante Kundgebung abgesagt. Als dennoch plötzlich eine Gruppe von 30 bis 40 Menschen aus dem Demonstrationszug in Richtung Maisfeld stürmte, setzten ihnen Polizeibeamte zu Pferd und mit Hunden nach. Dennoch gelang es den Demonstranten, auf das Maisfeld vorzudringen und einen Teil der Pflanzen zu zertrampeln. Nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Wilde wurden 52 Teilnehmer der Aktion vorläufig festgenommen. Scharfe Kritik am Vorgehen der Demonstranten übte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Potsdamer Abgeordnete, Katherina Reiche. „Feldzerstörungen und Erntevernichtungen sind Ökoterror“, schrieb sie in einer Stellungnahme.

dpa/gma
Stand: Montag, 23. Juli 2007, 08:29 Uhr

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Written by genfood

23.Juli.2007 um 9:54

Veröffentlicht in Andere über..., Rechtsstreit

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