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Achim Ecker aus Belzig gehört zu den Gen-Technik-Gegnern, die am Wochenende von der Polizei vorübergehend festgenommen wurden

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Selbst ernannter „Feldbefreier“ wieder auf freiem Fuß

FRED HASSELMANN

BELZIG Für Achim Ecker steht fest: Gentechnik ist kriminell, Feldbefreiungen, wie er sie gemeinsam mit sechs weiteren Belziger Bürgern am vergangenen Wochenende bei Altreetz (Märkisch-Oderland) unterstützt hat, deshalb notwendig und legitim. Und so lief er mit weiteren Verbündeten querbeet durch das Maisfeld von Landwirt Bernd Hoffmann, trampelte auf dessen genmanipulierten Pflanzen herum und sammelte „Beweisstücke“ – sprich Maiskolben.

Zusammen mit der bereits zuvor ausgearbeiteten Strafanzeige – unter anderem gegen den Geschäftsführer der Agrarprodukte Altreetz e. G. sowie den Geschäftsführer der Firma Monsanto Agrar Deutschland GmbH in Düsseldorf – übergab der 48-jährige Belziger die Beweise der Polizei. Er wirft den Beschuldigten die „ungenehmigte Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen, Boden- und Luftverunreinigung“ beziehungsweise Beihilfe vor. Dass er schließlich mit Jürgen Pflaum aus Lübnitz und weiteren 64 Gentechnik-Gegnern von der Polizei wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch vorübergehend festgenommen worden war und nun ebenfalls mit einer Anzeige rechnen muss, juckte den gelernten Sozialarbeiter nicht. „Wir wollten ja, dass sie uns kriegen“, erklärte er gegenüber der MAZ. Auf diese Weise habe er nicht nur seinen zivilen Ungehorsam zum Ausdruck bringen, sondern der Staatsmacht auch die Anzeige übergeben können. Nach einigen Stunden war er ebenso wieder frei wie Imker Michael Grolm, den Mitbegründer der Initiative „Gendreck weg“. Dem, so hieß es gestern, droht nun sogar eine Geldstrafe in Höhe von 250 000 Euro oder gar Haft bis zu sechs Monaten. Nach Angaben des betroffenen Landwirtes seien etwa 3000 Quadratmeter Mais beschädigt worden. Für die Verfechter gentechnikfreier Felder, wie sie unter anderem im Fläming offensiv propagiert werden, kein wirklicher Verlust. Sie sind vehement gegen die Verbreitung des „Gendrecks“.

„Viele Verpächter von landwirtschaftlichen Flächen wissen gar nichts davon, was mit ihrem Eigentum passiert“, sagt Ecker. Die von der Firma Monsanto hervorgehobenen Vorteile seien inzwischen von renommierten Wissenschaftlern widerlegt worden, so der Belziger. Zum Beispiel die Behauptung, dass Genmais viel resistenter gegen Schädlinge sei und dadurch der Pestizideinsatz wesentlich reduziert werde. „Das Gegenteil ist der Fall. Zum Teil muss fünfmal mehr Gift eingesetzt werden als sonst. Die Rückstände sind nicht nur in der Pflanze nachweisbar, sondern auch im Boden“, sagt der Landschafts- und Gartenbaufachmann. Für ihn sei es kein Zufall, dass aus Chemiefirmen plötzlich Saatgutunternehmen geworden sind.

Angst vor einem möglichen Prozess hat Achim Ecker nicht. Die Rechtshilfegruppe der „Gendreck weg“-Initiative hat das Motto ausgegeben „Jeder Prozess ist ein Teil der Aktion“. Er bietet den Gentechnik-Gegnern die Möglichkeit, die Motive darzustellen. Nicht zuletzt, so Ecker, fühle er sich auf der richtigen Seite, denn das Bundeslandwirtschaftsministerium habe die Gefährdung durch den Mais bestätigt. Deshalb sei es nur rechtens, weiter gegen Genmais zu kämpfen. Gewaltfrei, versteht sich.

gefunden bei: Märkische Allgemeine

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Written by genfood

25.Juli.2007 um 14:22

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