Monsanto

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Archive for Juli 2007

Erfolgreiche »Feldbefreiung«

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Donnergrollen weckte die über 400 Teilnehmer eines Wochenendcamps der Initiative »Gendreck weg« am frühen Sonntag morgen in ihren Zelten in Altreetz im brandenburgischen Oderbruch. Doch trotz sintflutartiger Regenfälle machten sich die freiwilligen Feldbefreier, wie sie sich nennen, auf den Weg, um im Rahmen einer Demonstration möglichst viele genmanipulierte Mais- pflanzen auf umliegenden Feldern zu zerstören. Die Polizei war zwar mit einem großen Aufgebot vertreten, machte aber kaum Anstalten, das gerichtliche Verbot, die Felder zu betreten, durchzusetzen. Bis zu 50 Aktivisten konnten daher diese besondere Art der Maisernte über einen längeren Zeitraum durchführen. Eine Sprecherin der Initiative ging gegenüber junge Welt geht davon aus, daß im Laufe des Tages bis zu zwei Hektar Anbaufläche von genmanipuliertem Mais befreit worden sind.

Die Polizei beschränkte sich hauptsächlich darauf, Teilnehmer der Aktion, die die Felder nach getaner Arbeit verließen, in Gewahrsam zu nehmen. Bis zu 30 Aktivisten sollen nach ersten Schätzungen davon betroffen sein. Die Aktionen waren bei Redaktionsschluß noch nicht beendet.
Unter den festgenommenen Feldbefreiern befindet sich auch der Berufsimker Michael Grolm. Ihm droht jetzt sogar eine Haftstrafe. Auf Betreiben des Anwaltes des Gentechnikkonzernes Monsanto hatten drei Genmaisanbauer der Region um Altreetz eine einstweilige Verfügung gegen Grolm erwirkt, mit der ihm das Betreten der betreffenden Felder untersagt wird. Der Imker hatte aber bereits vor der Aktion erklärt, daß er trotzdem auf die Felder gehen werde. Die Gefährdung durch den Genmais wiege so schwer, »daß ich für die Abwendung dieser Katastrophe sogar ins Gefängnis gehen würde«, so Grolm.

Die Aktivisten hatten sich seit Donnerstag auf ihre Aktion vorbereitet. In Workshops wurden die Gefahren der Gentechnik diskutiert. Es gab Erfahrungsberichte aus Brasilien und El Salvador. Gerade in diesen Ländern hat der forcierte Anbau von Gentech-Monokulturen schon vielen Kleinbauern ökonomisch das Genick gebrochen. Menschen und Natur leiden unter hohem Pestizideinsatz und den giftigen Pflanzen selbst. Rund 350 Menschen lauschten am Samstag abend der Lesung des Autoren und Bauern Mathias Stührwoldt. Anschließend diskutiert sie die Möglichkeiten des Widerstands gegen die Agrogentechnik. Großen Applaus gab es, als bekannt wurde, daß ein Bürger von Neumädewitz, der einem Genmaisanbauer Land verpachtet hatte, die Aufhebung des Vertrags anstrebt.

Die Feldbefreier fordern, daß die Politik endlich handelt. Im April hatte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer den Genmais verboten, allerdings zu einem Zeitpunkt, als der diesjährige Mais gerade ausgesät war. Auf über 2000 Hektar beginnen die Pflanzen jetzt zu blühen. Brandenburgs Landwirtschaftsminister warnte erst Anfang vergangener Woche eindringlich vor den Folgen der giftigen Pollen des sogenannten Bt-Maises.

Die Aktiven wollen sich nicht kriminalisieren lassen. Grolm: »Wir machen heute Giftpflanzen mit Langzeitfolgen unschädlich. Das Strafgesetzbuch schützt Menschen, die etwas zerstören müssen, um einen größeren Schaden abzuwenden«. »Gendreckweg« hatte am Freitag (jW berichtete) Strafanzeige gegen einen örtlichen Genmaisanbauer, den Konzern Monsanto und die Landwirtschaftsminister des Landes Brandenburg und des Bundes gestellt.

jW-Bericht

gefunden bei: Junge Welt

Written by genfood

23.Juli.2007 at 9:46

Zeichen gegen Monsanto

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Schwachstellen im Gesetz / Protestcamp und versuchte Feldbefreiung in Ostbrandenburg

Von Susanne Götze

Am Sonntag ging das mittlerweile dritte gentechnikfreie Wochenende zu Ende. Wie jedes Jahr ließen es sich die Aktivisten der Initiative Gendreck-weg nicht nehmen, symbolisch Genmaisfelder »zu befreien« – trotz eines massiven Polizeiaufgebotes.

»Wer Genmais sät, wird Widerstand ernten« – dieser Wahlspruch thronte über dem Zeltlager der Gentechnikgegner im Brandenburger Dorf Wustrow bei Bad Freienwalde. Friedlich aber entschlossen protestierten die aus ganz Deutschland angereisten Aktivisten vier Tage lang gegen die umstrittene Risikotechnologie. Höhepunkt war der gestrige Aktionstag mit einer Demonstration im ostbrandenburgischen Altreetz. Er begann am Morgen mit einem evangelischen Gottesdienst in der Dorfkirche. Gegen Mittag lösten sich aus dem Zug einige hundert »Feldbefreier« und drangen durch knöcheltiefen Schlamm auf die 70 Hektar großen Äcker vor, um trotz eines Großaufgebots von 570 Polizisten Pflanzen herauszureißen. Eineinhalb Hektar Genmais seien dabei zerstört worden, teilten die Initiatoren mit. Dabei seien »Beweismittel« entnommen worden, um Strafanzeige gegen Monsanto zu stellen. Bei den Aktionen gab es auch zahlreiche Festnahmen.

Im Vorfeld des gentechnikfreien Camps hatte der Saatgutkonzern seinerseits Unterlassungserklärungen an einige Aktivisten der Organisation »Gendreck-weg« geschickt, in denen diese sich verpflichten sollten, bestimmte Felder nicht zu betreten. Wie sich herausstellte, wussten die betreffenden Bauern, in deren Name Monsanto die Briefe schrieb, offenbar gar nichts von dem Vorgehen. »Wir haben letzte Woche mit den Bauern gesprochen, um ihnen zu sagen, dass wir sie nicht persönlich schädigen wollen, sondern gegen die Gentechnik an sich ein Zeichen setzen wollen«, erklärte »Gen- dreck-weg«-Initiatorin Jutta Sundermann. Dabei habe sich herausgestellt, dass sie die rechtlichen Schritte gar nicht veranlasst und von ihnen auch nichts gewusst hatten.

Den Gentechnikkritikern lag viel daran, gerade die »Kollegen« aus der Landwirtschaft mit ihrer Position vertraut zu machen. Am Samstagabend luden sie sämtliche Anwohner zu einem gentechnikfreien Abendessen ein. Auch die Tage zuvor gingen Aktivisten mit Musik und Informationen von Haus zu Haus, um mit ihren »Nachbarn auf Zeit« ins Gespräch zu kommen. »Wir wollen keinem schaden, schon gar nicht Bauern, von denen viele auch Teil unserer Bewegung sind«, betonte Sundermann. Dass am Freitag Unbekannte ein Plakat der Gentechnikgegner zerstörten, sei eine Ausnahme gewesen – im Allgemeinen sei man auch hier vor Ort auf viel Verständnis für die Proteste gestoßen.

Zu dem Camp selbst kamen jedoch weniger Gentechnikgegner als erwartet. Am Samstagabend zählten die Organisatoren knapp 500 Teilnehmer, die Polizei war im Vorfeld von über 1000 ausgegangen. Drei Tage lang hatten sich die Aktivisten auf den »Aktionstag« am Sonntag vorbereitet – mit Feldbefreiungstrainings, Workshops und interner Organisation. Nicht von ungefähr erinnerten die Vorbereitungen an die G8-Proteste in Rostock, nur dass hier nicht ein Zaun, sondern ein Feld gestürmt werden sollte. Das Ambiente des idyllisch gelegenen Basislagers machte hingegen einen ganz und gar nicht radikalen Eindruck: Die blumengeschmückten Tische, bunten lebensgroßen Puppen und frech-ironischen Spruchbänder vermittelten eher einen fast ökologisch-romantischen Eindruck. Doch die Anti-Gentechnik-Bewegung hat ein klares Ziel: ein weltweites Anbauverbot von gentechnisch veränderten Pflanzen. Wie weit jeder einzelne dafür zu gehen bereit ist, ist aber sehr unterschiedlich. Während einige »keine Lust« auf ein anhängiges Verfahren haben, stellen sich andere darauf ein, »für die Sache« festgenommen zu werden.

Fakt ist, dass die Anti-Gentechnik-Bewegung in der letzten Zeit Erfolge verbuchen konnte – nicht nur in Deutschland mit dem temporären Anbauverbot der Monsanto-Maissorte Mon810. So berichtete Antonio Andreoli aus Brasilien von dem Zulassungsstopp der Maissorte LibertyLink von Bayer in seinem Land. Dort kämpften vor allem Landlose, Öko- und Kleinbauern gegen den steigenden Einfluss der Saatgutkonzerne. »Die Grüne Gentechnik zerstört weltweit kleinbäuerliche Strukturen, fördert Großgrundbesitzer und Monopolbildung«, schimpfte der Agrarwissenschaftler. In seinem Land baue man vor allem genetisch verändertes Soja an. Ein Großteil der meist nach Europa exportierten Gen-Soja-Produkte sei stark herbizidbelastet. »Genveränderte Pflanzen sind Giftpflanzen«, zeigte sich Andreoli überzeugt. Deshalb sei es nur legitim, dass weltweit Methoden entwickelt würden, um sich gegen die Verbreitung der Grünen Gentechnik zu wehren.

gefunden bei: Neues Deutschland

Written by genfood

23.Juli.2007 at 9:42

Genmais-Pflanzen im Oderbruch zerstört

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Gentechnik-Gegner sind am Sonntag im Oderbruch auf ein Maisfeld vorgedrungen und haben Maispflanzen zerstört. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden 52 Aktivisten vorläufig festgenommen. Sie müssten mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und gemeinschaftlicher Sachbeschädigung rechnen. Er kündigte an, es würden Einsatzkräfte bis Montag vor Ort bleiben, um weitere Übergriffe zu verhindern.

Die Vertreterin der Initiative „Gendreck weg“, Anja Becker, wertete den Einsatz als Erfolg. Es sei gelungen, Mais auf einer Fläche von etwa eineinhalb Hektar zu zerstören, sagte sie. Nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten blieben Gewalttätigkeiten aus und es wurde niemand verletzt.

Rund 570 Polizeibeamte wurden von einem Hubschrauber aus der Luft unterstützt. Festgenommene Gentechnik-Gegner überreichten Becker zufolge Strafanzeigen gegen das US-amerikanischen Saatgut-Konzern Monsanto, dessen genveränderte Maissorte im Oderbruch angebaut wird. Die Auswirkungen in der freien Natur seien noch unklar.

Während die Organisatoren des „gentechnikfreien Wochenendes“ von mehr als 400 Teilnehmern sprachen, schätzten Augenzeugen die Zahl auf 250 bis 300.

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Aktion der Gentechnik-Gegner erlassen und verboten, die Äcker zu betreten. Das Land Brandenburg ist mit 1347 Hektar bundesweiter Spitzenreiter beim Anbau genveränderter Pflanzen.


Aktivisten trafen sich zum „gentechnikfreien“ Wochenende.

gefunden bei: rbb-online

Written by genfood

23.Juli.2007 at 8:01

Veröffentlicht in Andere über..., Rechtsstreit

Räuber und Gendarm im Mais

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Gentechnikgegner zerstören trotz großem Polizeiaufgebot etliche Pflanzen

Genmais-Gegner ziehen zu dem umstrittenen Feld. Dort reißen einzelne Demonstranten zahlreiche Pflanzen aus. Foto: dpa

Genmais-Gegner ziehen zu dem umstrittenen Feld. Dort reißen einzelne Demonstranten zahlreiche Pflanzen aus. Foto: dpa

ROBERT RUDOLF

ALTREETZ Am Feldrand, nicht weit hinter Altreetz (Märkisch-Oderland), gesteht die Polizei kurz vor zwei Uhr ihre Niederlage ein: Sie muss den Imker Michael Grolm, den Mitbegründer der Initiative „Gendreck weg“, verhaften. Sie hat es nicht verhindern können, dass er mit 30 bis 40 Unterstützern durch dass Maisfeld von Bauer Bernd Hoffmann trampelte, ein paar Kolben pflückte und sich am Ende bereitwillig die Handschellen – es sind in diesem Fall weiße Plastikbänder – anlegen ließ.

„Ja, das sind genau die Bilder, die sie haben wollten“, sagt Polizeisprecher Thomas Wilde. Er knirscht es eher. „Aber was hätten wir tun sollen? Danebenstehen? Zusehen, wie sie eine Straftat begehen?“ 52 vorläufig Festgenommene zählt die Polizei am Abend.

Wilde kann dennoch seinen Ärger über die Panne vom Mittag nur mühsam verbergen. Mit 570 Mann aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, einem Hubschrauber, acht Pferden und etlichen Hunden ist die Polizei schon am Morgen an den drei Äckern von Bauer Hoffmann aufmarschiert. Mit knapp 300 Gentechnikgegnern reist der Imker Grolm an. Offiziell angemeldet hat er eine Demonstration. Erst durch den Ort. Dann an den Feldern entlang, auf denen genveränderter Mais des US-Konzerns Monsanto angebaut sein soll.

Am Ziel der Demo haben allerdings beide Seiten keine Zweifel: Als „freiwillige Feldbefreiung“ kündigen die Veranstalter den Umzug an. Und auf ihrem Weg durch den Ort singen die Demonstranten zur Melodie von „He, ho, spann den Wagen an“, Liedzeilen wie diese: „Wehrt euch, leistet Widerstand, gegen diesen Gendreck hier im Land, kommt mit auf die Äcker, kommt mit auf die Äcker.“

Kurz vor dem Ortsausgang schwillt der Gesang mächtig an. Mais ist in Sicht. Mit rot-weißem Flatterbändchen sichtbar abgesperrt und streng bewacht. Allerdings nur von der Straßenseite aus. Das Stoppelfeld daneben ist frei. Geradezu eine Einladung für die Gentechnikgegner, die sie dann auch dankbar annehmen. Sie sind ohnehin durch den Dauerregen begünstigt. Der märkische Sand hat sich seit der vergangenen Nacht rund um Altreetz in eine riesige Schlammpfütze verwandelt, in der die Polizei mit ihrer schweren Ausrüstung schnell stecken bleibt.

Bald sieht man von Grolm und den Maiszerstörern nur noch gelbe Luftballons, die wie Bojen über das Feld hüpfen. „Gendreck weg“ steht darauf. Das könnte man in dieser Situation auch als Kurznachricht an die Polizei verstehen: „Kursänderung. Geh’n Dreckweg.“ Quer durch den Matsch.

Für Grolm freilich geht es an diesem Tag um mehr als nur ein symbolisches Räuber-und-Gendarm-Spiel im Mais. Per einstweiliger Verfügung hatte ihm das Landgericht Frankfurt (Oder) noch am Freitag das Betreten des Feldes verboten. Sollte er es doch tun, droht eine Geldstrafe bis zu 200 000 Euro. Den Imker beeindruckt das wenig: „Wir werden die Vertreter des Konzerns Monsanto vor Gericht wiedersehen. Wenn ich auf der Anklagebank sitze, ist das falschherum, gemeingefährlich im Wortsinn ist der Gentechnikkonzern“, lässt er nach seiner Verhaftung verbreiten.

Den Tag bilanzieren Gengegner und Polizei unterschiedlich. Während die Demonstranten von eineinhalb Hektar zerstörter Anbaufläche sprechen ermittelt die Staatsgewalt nur Schäden auf 2000 Quadratmetern. Bis Monat will die Polizei nun vor Ort bleiben, um weitere Beschädigungen zu verhindern. Und die Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche teilt mit, für sie seien „Feldzerstörungen und Erntevernichtung Ökoterror“.

 

 

gefunden bei: Märkische Allgemeine

Written by genfood

23.Juli.2007 at 7:21

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GenDreck-Weg hat begonnen

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Gestern kamen einige von uns zum ersten GenDreck Weg Wochenende ihres Lebens. Camporganisation: Super, Essen: Genial, Aktionstraining: Toll, Wetter: tags gut, nachts etwas Regen, Presse ist in Massen angesagt! Am 28.04.07 hat selbst Seehofer gesagt, dass diese Art von Gen Mais zu lange toxische Stoffe „absondert“ und „(…) eine Gefahr für die Umwelt darstellt.“ Kommt her und unterstützt die Aktion!!
Das Camp befindet sich in Neuwustrow (90 Minuten von Berlin mit der Ostdeutschen Eisenbahn ab Lichtenberg nach Wriezen(4,50 Euro), von dort sind Shuttles vorhanden ).
Ein Verbot von Seehofer das Saatgut in Umlauf zu bringen kam erst nach der Aussaat. Die Interessenvertreter von Monsanto konnten erreichen, dass der in diesem Jahr ausgesäte Mais nicht untergepflügt werden muss. DIes hat jedoch unabsehbare Folgen für Flora und Fauna. WIr wollen die Felder befreien.
Dazu finden Aktionstrainings und Rechtshilfe-Workshops statt. Außerdem gibt es Workshops zum Beispiel zum Thema Feldbesetzung. Ihr habt hier die Möglichkeit euch mit Leuten für zukünftige Aktionen zu vernetzen. Es findet am Samstag abend um 19.30 eine Diskussionsveranstaltung statt, bei der deutsche und internationale Experten die Gefahren des Anbaus von genmanipulierten Pflanzen diskutieren. Auch ein gentechnikfreier Gottesdienst findet am Sonntag statt. (siehe Homepage gendreck-weg.de für weitere Infos)
Bringt regensichere Zelte mit (letzte Nacht hat es durchgeregnet) .
Es gibt eine Super-Vokü , vegan und lecker. Um die Kosten für die INfrastruktur des Camps zu decken sind 11 Euro angesetzt. Wenn keine Kohle vorhanden, soll es daran nicht scheitern. Es gibt überall die Möglichkeit sich einzubringen.
Die Aktion zivilen Ungehorsams besteht darin am Sonntag auf das Feld zu gehen, den Mais zu zerstören. Außerdem werden Beweismittel entnommen, um Anzeigen gegen MOnsanto zu erstatten. Cops sind bis jetzt nicht so viele am Start, ansonsten erträgliches Auftreten. Je mehr Leute, um so schneller sind die Felder platt!! Aber es ist auch eine symbolische Aktion, hier zu sein, mitzumachen und die Bevölkerung zu informieren.
Ciao Leute! WIr sehen uns auf den Feldern!

gefunden bei: Indymedia.de

Written by genfood

21.Juli.2007 at 16:36

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»Der Anwalt von Monsanto droht uns mit Geldstrafen«

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Sogenannte freiwillige Feldbefreiung von Genpflanzen im Oderbruch geplant. Konzern verschickt Unterlassungserklärungen. Ein Gespräch mit Hanna Poddig
Interview: Ann Friday

Hanna Poddig ist Aktivistin der Initiative »Gendreck weg!«, www,gendreck-weg.de

Sie beteiligen sich an einem gentechnikfreien Wochenende im Oderbruch. Auf dem Programm steht unter anderem eine freiwillige Feldbefreiung, bei der genmanipulierte Pflanzen aus dem Boden geholt werden sollen. Was ist der Hintergrund?

Wir halten Gentechnik für ein großes Unrecht. Eine Koexistenz mit konventioneller oder Biolandwirtschaft ist nicht möglich. Außerdem wird gentechnisch verändertes Saatgut freigesetzt, ohne daß die Gefahren bekannt sind. Es ist nicht rückholbar. Beim Mais des Saatgutkonzerns Monsanto, der ausgesät worden ist, kommt hinzu, daß er illegal angebaut ist und keine Zulassung hat. Deshalb halten wir es für unsere Pflicht einzugreifen.

Was heißt, er ist illegal angebaut?
Monsanto hat in Frankreich eine Zulassung für eine Sorte beantragt und erhalten. Nun argumentiert der Konzern, daß eine Genehmigung in Frankreich für die ganze EU gelten soll sowie für alle Mais-Untersorten der Reihe »Mon 810«. Wir sind der Meinung, jede einzelne Sorte bräuchte eine eigene Erlaubnis und außerdem noch eine gentechnikrechtliche Zulassung. Diese ist aber mittlerweile abgelaufen und nicht verlängert worden.

Wie reagieren die Anwohner und Bauern auf Feldbefreiungen? Bekommen Sie Unterstützung?
Wir haben vor Ort Infrastruktur, die wir nutzen können. Das Land hat uns eine Fläche für unser Camp zur Verfügung gestellt. Aber in der Bevölkerung ist die Stimmung gemischt. Es gibt einige Leute, die gut finden, was wir machen. Andere sind sehr skeptisch, weil sie meinen, wir seien zugereiste Chaoten. Wir versuchen, das Bild zu ändern und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Wir bieten zum Beispiel Podiumsdiskussionen, Lesungen und Informationsstände an.

Der Düsseldorfer Monsanto-Anwalt Stiebler hat Unterlassungserklärungen an Aktive der Initiative »Gendreck weg!« geschickt. Was hat es damit auf sich?
Mit den Unterlassungserklärungen sollen die Kritiker von ihren Protesten gegen den Genmais Mon 810 abgehalten werden. Wenn wir dennoch ein Genmaisfeld betreten, droht uns der Anwalt mit Geldstrafen. Wir klären zur Zeit, ob ein solches Schreiben überhaupt Rechtsgültigkeit hat. Von den etwa 200 Leuten, die angekündigt haben, aufs Feld zu gehen, haben aber nur wenige gemeldet, ein solches Unterlassungsschreiben erhalten haben. Wir überlegen, ob wir exemplarisch Prozesse führen.

Die erste öffentlich angekündigte freiwillige Feldbefreiung der Initiative »Gendreck weg!« fand 2005 statt. Der damals betroffene Bauer Piprek bei Strausberg in Brandenburg hat nun fünf Minuten vor Ablauf der gerichtlich festgesetzten Frist seinen Genmais umgepflügt. Wie sehen Sie die Perspektiven?
Wir haben in diesem Jahr gute Chancen, etwas zu bewegen, weil sogar das Seehofer-Ministerium gesagt hat, daß von diesem Mais eine akute Gefährdung ausgeht. Forschungsergebnisse legen nahe, daß der Genmais massive Einwirkungen auf die Umwelt hat. Deswegen hat Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer dieses Jahr ein Verbot ausgesprochen. Für 2007 ist es leider nahezu wirkungslos, weil es nach der Aussaat erfolgte. Aber wir haben die Hoffnung, daß wir durch unseren Druck erreichen können, daß es nächstes Jahr ebenfalls ein Verbot gibt. Das beträfe dann auch die Aussaat, was ein sehr großer Erfolg wäre.

Was können Menschen tun, die nicht selbst in den Oderbruch kommen können?
Wir machen gerade eine Aktion mit einer vorgefertigten Strafanzeige gegen Monsanto, gegen Landwirtschaftsminister Seehofer, gegen den zuständigen Landesminister sowie gegen anbauende Landwirte. Der Text für eine solche Anzeige wegen ungenehmigter Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen ist auf unserer Internetseite verfügbar. Mit einem Genmaiskolben aus einem Feld als Beweismittel kann diese Anzeige zur Polizei gebracht werden. Monsanto wird wegen Beihilfe angeklagt und die Landes- und Bundesminister wegen Unterlassung geeigneter Maßnahmen gegen den Anbau des Genmais.

* Gentechnikfreies Wochenende: 19. bis 22. Juli, Neuwustrow (Oderbruch) in der Nähe von Wriezen und Bad Freienwalde. Anreise mit der Bahn bis zum Bahnhof Wriezen, ­gendreck-weg.de

gefunden bei: Junge Welt

Written by genfood

20.Juli.2007 at 10:37

Veröffentlicht in Andere über..., Firmenpolitik

Warum eine Feldbefreiung?

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Gentechnik-Kritiker Michael Grolm sagt Saatgutkonzern den Kampf an / Der Berufsimker und Agraringenieur ist Sprecher der Anti-Gentechnik-Initiative »Gendreck-weg«

ND: Für dieses Wochenende hat die Initiative Gendreck-weg zum dritten Mal eine freiwillige Feldbefreiung angekündigt. Steht in Altreetz im Oderbruch nicht schon die Polizei bereit, um Sie abzufangen?
Grolm: Natürlich steht die Polizei am Feld. Das kann sie auch gerne tun. Dafür nutzen wir ja bestimmte Techniken, um dennoch auf das Feld zu kommen. Bis jetzt haben wir es immer irgendwie geschafft. Das Feld ist an die 100 Hektar groß, deshalb wird es für die Polizei schwer werden, uns fernzuhalten. Außerdem gibt es auch Polizisten, die Genfood nicht auf dem Teller haben wollen. Es geht uns auch nicht darum, dass alles kaputt gemacht wird. Wir wollen zeigen, dass Menschen nicht bereit sind, den Gentechnikkurs von Politik und Konzernen hinzunehmen.

Neben der Feldbefreiung gibt es ab heute ein großes Camp in Neuwustrow bei Wriezen. Was wird dort vier Tage lang passieren?

Wir bieten Workshops zum Thema Gentechnik und Aktionstrainings an. Es werden Filme gezeigt und eine Podiumsdiskussion findet statt. Natürlich gibt es Freitag und Samstag ein abendliches Kulturprogramm. Außerdem erwarten wir Besuch von Bauern aus Frankreich, England, Polen und der Schweiz – Feldbefreiungen gibt es mittlerweile in ganz Europa.

Wie reagieren Anwohner und Verbraucher auf Ihre Aktionen?

Auf Märkten in ganz Deutschland sprechen mich sehr viele Leute an, drücken mir sogar Geld in die Hand oder kaufen bewusst bei mir Honig. Nur selten sagt jemand: Was Sie tun, ist nicht rechtens. Auch vor Ort unterstützen uns viele, sonst wäre so ein großes Camp gar nicht zu organisieren. Viele Leute haben uns sogar angeboten, durch ihre Gärten zu laufen, um auf die Felder zu kommen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Mehrheit der Bevölkerung vor Ort gegen die Gentechnik ist.

Sie haben diese Woche Strafanzeige gegen den Saatgutkonzern Monsanto gestellt – spielen Sie da ein bisschen den Don Quichotte?
Das sehe ich nicht so. Wenn der Bundeslandwirtschaftsminister die Gentech-Maissorte MON810 verbietet, dann sind wir mit unserer Kritik ja nicht alleine. Es wäre nur konsequent, wenn Horst Seehofer sein Verbot in die Praxis umsetzt. Wir haben Beweismittel von einem Feld entnommen und dann bei der Polizei Strafanzeige gestellt – gegen Monsanto und gegen Politiker, die nichts unternommen haben.
Das Ministerium spricht nicht von Verbot, sondern von kurzfristigem Aussetzen des Anbaus. Gibt es einen Monitoring-Plan, eine wissenschaftliche Überwachung, dann ist der Anbau erlaubt.
Der Minister hat sich Studien über MON810 genauer angeschaut, die seit Jahren bekannt sind. Das war auch der Grund für seine leider etwa späte Entscheidung, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Pflanzen schon ausgebracht. Ob das Monitoring wirklich kommt, werden wir sehen. Jedenfalls hat sich das Landgericht Frankfurt (Oder) ebenfalls auf diese Studien berufen und hält den Genmais für gefährlich.

Sie wurden selbst schon mit zahlreichen Verfahren überzogen – trotzdem geben Sie nicht auf.
Wir haben einen sehr großen Unterstützerkreis. 80 Prozent der Bevölkerung wollen die Agro-Gentechnik nicht, und viele sagen: Toll, dass Leute den Mut haben und sich für unsere Interessen einsetzen. Ich glaube nicht, dass man die Welt verändert, indem man klein beigibt. Unsere Aktionen wurden bereits im Bundestag debattiert, und der Anwalt von Monsanto versucht, Aktive einzuschüchtern. Die Feldbefreiungen treffen die Gentechnik-Befürworter empfindlich.

Fragen: Susanne Götze

gefunden bei: Neues Deutschland

Written by genfood

19.Juli.2007 at 15:56

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