Monsanto

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Archive for August 2007

Vetorecht gegen Genmais

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Kommentar: MATTHIAS GABRIEL
Das Urteil des Neuruppiner Landwirtschaftsgerichts war keine Überraschung. Der Kreuzbrucher Bauer darf seinen Genmais hinter dem Haus der Klägerin stehen lassen. Der Pachtvertrag ist gültig und sieht kein Anbauverbot vor. Damit könnte man dieses Verfahren als zivilrechtlichen Streit abtun.

Auch wenn es nicht zum Musterfall wurde, wie von Greenpeace proklamiert, macht das Verfahren deutlich: Nur weil der Genmais-Anbau nicht verboten ist, ist er noch lange nicht überall erwünscht. Dem gesellschaftlichen Streit um die grüne Gentechnik sollte im Gesetz Rechnung getragen werden. Die Greenpeace-Forderung, den Grundeigentümern ein Vetorecht einzuräumen, ist deshalb vernünftig. Diejenigen, die es vor Jahren versäumt haben, den Genmais-Anbau vertraglich zu verbieten, dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden.

Im Kreuzbrucher Fall käme eine derartige Regelung allerdings für die gentechnischkritische Verpächterin zu spät. Der Genmais steht in voller Pracht und wird in wenigen Wochen geerntet. Der Landwirt sagt, dass er jetzt das Gespräch suchen will. So könnte der Kreuzbrucher Streit doch noch außergerichtlich gelöst werden.

gefunden bei: Märkische Allgemeine

Written by genfood

29.August.2007 at 8:39

Veröffentlicht in Allgemein, Rechtsstreit

Kreuzbrucher Pachtstreit: Landwirtschaftsgericht gibt Anbauer Recht

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MATTHIAS GABRIEL

NEURUPPIN/KREUZBRUCH Dass der Kreuzbrucher Genmais in dieser Saison regulär geerntet wird, hat die Verpächterin Andrea Gottemeier nicht mehr verhindern können. Den Antrag auf eine einstweilige Verfügung, den Mais der Sorte Mon 810 umzupflügen, hat das Landwirtschaftsgericht Neuruppin gestern abgewiesen.

„Eine vertragswidrige Nutzung durch den Pächter liegt nicht vor“, fasste Gerichtssprecher Gerhard Pries das Urteil zusammen. Im Pachtvertrag zwischen Andrea Gottemeier und dem Landwirt Dietmar Dessau sei der Anbau gentechnisch veränderter Organismen nicht verboten, so Pries. Und laut Gentechnikgesetz sei der Anbau von Genmais dem konventionellen und ökologischen Landbau gleichgestellt. „Es gibt derzeit auch keine wissenschaftliche Erkenntnisse über die Gefährlichkeit des Bt-Mais’“, so Pries.

Der Gegenbeweis konnte in dem Eilverfahren auch nicht geliefert werden. Die Anhörung eines Sachverständigen oder die Einholung eines Gutachtens könne nur in einem Hauptsacheverfahren stattfinden, erläuterte Gerichtssprecher Pries. Gegen das Urteil kann vor dem Brandenburgischen Oberlandesgericht Berufung eingelegt werden.

Greenpeace prüft weitere rechtliche Schritte

An der diesjährigen Ernte wird das aber nichts mehr ändern. „Für diese Saison ist das Kind in den Brunnen gefallen“, sagte Ulrike Brendel von Greenpeace. „Wir prüfen mögliche weitere Schritte“, so die Gentechnik-Expertin.

Die Hamburger Umweltschutzorganisation hatte die Kreuzbrucher Eigentümerin vor Gericht mit einer Rechtsanwältin unterstützt und das Verfahren als Präzedenzfall bezeichnet. Der Landwirt wiederum hatte sich die Hilfe eines Anwalts geholt, der in solchen Fällen vom Gen-Saatgut-Hersteller Monsanto empfohlen wird.

Das gestern verkündete Urteil ist für die Verfahrensbeteiligten freilich keine Überraschung. Mehrere Vergleichsangebote des Richters waren ausgeschlagen worden (MAZ berichtete). „Nach der mündlichen Verhandlung am 14. August war das Urteil zu erwarten“, so Brendel von Greenpeace. Sie verlangt von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CDU) eine Veränderung des Gentechnikgesetzes dahingehend, dass die Grundstückseigentümer den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen grundsätzlich verbieten können. „Dieser Fall zeigt, dass das Gentechnikgesetz derzeit Eigentümern von Grundstücken keinen Schutz vor Gen-Pflanzen liefert“, sagte Brendel.

Pächter Dessau will das Gespräch suchen

Unterdessen hat Landwirt Dessau, dessen Pachtvertrag mit Andrea Gottemeier noch drei Jahre läuft, Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Für das nächste Jahr versuchen wir eine Lösung zu suchen“, sagte Dessau auf Nachfrage. Er wolle mit Gottemeier das Gespräch suchen.

Der Auslöser für den Rechtsstreit wird ohnehin in Kürze hinter Gottemeiers Haus verschwunden sein. Für September versprach Dessau die Ernte.

gefunden bei: Märkische Allgemeine

Written by genfood

29.August.2007 at 8:36

Veröffentlicht in Firmenpolitik, Patente, Rechtsstreit

Ankündigung im TV: Mittwoch 29.08. in PHOENIX

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13.30 Gift im Angebot
Die Erfolgsstory des US-Multis Monsanto
Film von Manfred Ladwig, SWR/2007

WH um 18.00 Uhr

Written by genfood

28.August.2007 at 15:29

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über...

Vergeigen wir wieder Riesenchancen einer Zukunftstechnologie?

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CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold zu Gentechnik

Die Verwendung von Gentechnik auf den Feldern ist heftig um stritten.
Foto: MEV

Wittenberg (wg). „Absolut über das Ziel hinaus geschossen“, so kommentiert Petzold die Verschärfung des Gentechnikgesetzes und bezieht sich damit vor allem auf die Abstands- und die Haftungsregelung. Aus Sicherheitsgründen soll zwischen Genpflanzen und herkömmlichem Anbau ein Anstand von 150 Metern gelten, zum Öko-Landbau sogar von 300 Metern. „Seehofer hat sich damit auf Maximalwerte festgelegt, deren Notwendigkeit unbewiesen ist: Es gibt bis heute nicht den kleinsten Beleg dafür, dass gentechnisch verändertes Saatgut gefährlich, giftig oder umweltfeindlich ist.“ Petzold stützt sich dabei auf die langjährigen Erfahrungen des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) im sachsen-anhaltischen Gattersleben: Obwohl dort der Abstand zwischen den einzelnen Zuchtbeeten nur 1,5 Meter beträgt, konnte noch nie eine Einkreuzung nachgewiesen werden, und selbst wenn es dazu käme, wäre dies nach Ansicht der Forscher gefahrlos. „Deshalb ist auch die Haftungsregelung überzogen“, so Petzold. Diese besagt: Wer Genpflanzen anbaut, muss bei Verunreinigung anderer Felder unabhängig vom Verschulden haften, wenn kein Verursacher gefunden wird. „Durch diese restriktive Regelung wird kein Bauer bereit sein, neue Mais-, Getreide- oder Rapssorten im Freiland zu testen“, sagt Petzold: „Einerseits haben wir eine auch im weltweiten Maßstab erstklassige Grundlagenforschung, andererseits können gute Ideen nicht getestet und in Produkte umgewandelt werden. So entstehen keine Arbeitsplätze und die guten und für viel Geld bei uns ausgebildeten Wissenschaftler wandern frustriert ins Ausland ab.“ Die traurige Konsequenz: In Deutschland werden nur gentechnisch veränderte Produkte konsumiert, die im Ausland erforscht, entwickelt, angebaut und zur Marktreife gebracht wurden – vorzugsweise mit Unterstützung von abgewanderten deutschen Wissenschaftlern. „Davon besonders betroffen ist Sachsen-Anhalt, das sich immer mehr zu einem Zentrum der Grünen Gentechnik in Europa entwickelt.Hart geht der CDU-Politiker mit Gentechnikgegnern wie Bündnis 90/Die Grünen und Greenpeace ins Gericht, die polemische Stimmung machen würden: „Sie suggerieren, dass wenig Gen gleich gesund und ökologisch bedeutet. Das ist Volksverdummung!“ Der einzige Unterschied zwischen konventioneller Züchtung und gentechnischer Veränderung liege darin, dass man im ersten Fall eher blind kombiniert – ohne Kontrolle auf mögliche Risiken. „Die Gegner verschweigen leider auch, dass gentechnisch veränderte Pflanzen Vorteile aufweisen“, ärgert sich Petzold. Als Beispiel nennt er den BT-Mais, der gegen den Maiszünsler, eine Schmetterlingsart, resistent ist. Als Folge der Fraßschäden tritt in verstärktem Maße Pilzbefall auf, der zu erhöhten Gehalten an krebserzeugenden Giftstoffen führt. Petzold: „Ich halte es für einen Fortschritt, wenn im Mais weniger krebserzeugende Pilzgifte vorhanden sind. Das ergibt gesünderes Tierfutter und damit gesünderes Fleisch.“ Gleichzeitig würde die Umwelt profitieren: Der Anbau von Pflanzen mit erhöhter Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge führe zu einer Verminderung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel. Und auch die Bauern hätten Vorteile: Sie würden Arbeitsaufwand und Kosten sparen und könnten mit erhöhten Erträgen rechnen.

Mehr Gentechnik für weniger Hunger
Die Nahrungsmittel-Reserven sind weltweit auf dem niedrigsten Niveau seit 1985, die Märkte sind leer und die Preise steigen. „Was wir brauchen, sind Pflanzen, die höhere Erträge erzielen, weniger anfällig gegen Krankheiten sind, Hitze und Dürre besser vertragen können sowie weniger Dünger besser verwerten können“, berichtet Petzold. Genau dies könne die Biotechnologie leisten. Gleichzeitig könne sie in Pflanzen für Grundnahrungsmittel hochwertige Inhaltsstoffe einbauen wie zum Beispiel Eisen oder Vitamin A. Stoffe, die denjenigen fehlen, die an oder unter der Grenze zum Existenzminimum leben. „Viele grün gefärbte Gentechnikgegner gehören zu den Gutverdienern“, betont Petzold. „Sie haben nicht das Recht, Innovationen zu blockieren, die den armen Menschen insbesondere in den Ländern der Dritten Welt helfen.“

 

gefunden bei: Wochenspiegel für Wittenberg – Jessen – Gräfenhainichen

Anm. von Genfood:

Soweit so gut, wenn es aber dann doch einkreuzungen geben sollte, wer zahlt dann die Lizenzgebühren für die – eigentlich – ungewolte Nutzung des Saatgutes? In den USA, Kanada und Asien gibt es viele Beispiele dafür, dass Farmer ganze Ernten – und damit deren Existenz – verloren hatte, weil eben eine Monsanto die Lizenzrechte geltend gemacht hatte.

Darüber sollten auch unsere Damen und Herren Abgeordneten nachdenken.

Written by genfood

28.August.2007 at 15:16

Veröffentlicht in Allgemein, Patente, Rechtsstreit

Gute Noten für Aldi und Co.

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Egal, ob Kaffee, Mehl oder Naturjoghurt: Günstige Bio-Lebensmittel aus Discountern sind der Zeitschrift „Öko-Test“ zufolge meistens einwandfrei. Naturkostvertreter kritisieren die Untersuchung allerdings.

Berlin – Die überwiegende Mehrheit der getesteten Ware bei Aldi, Lidl und anderen Discountern sei pestizidfrei und schmecke gut, heißt es in der heute erschienenen September-Ausgabe der Zeitschrift „Öko-Test“. Der Naturkostfachhandel kritisierte dagegen, dass der Test Kriterien wie Nachhaltigkeit und Transparenz außer Acht lasse.

Bio-Lebensmittel auf dem Wochenmarkt: Rund 75 Prozent aller Bio-Möhren werden bereits im Discounter verkauft
AP

Kaffee, Mehl und Brotbackmischungen bestanden den Test ausnahmslos mit der Note „sehr gut“. Das trifft auch für die meisten Teesorten, Butter-Marken, Tiefkühlgemüse, Nudeln und Naturjoghurts zu. Frisches Obst, Gemüse und Fleisch ließ „Öko-Test“ allerdings nicht untersuchen.

Als Sorgenkind erwies sich der Bio-Weichkäse. So schmeckte laut Bericht etwa der Bio-Käse von Netto relativ stark nach Ammoniak, während der von Lidl eine dumpfe und muffige Note zeigte. Für eine Überraschung habe auch die Untersuchung der gesunden Omega-3-Fettsäuren in Milchprodukten gesorgt: Zwei Milchsorten und fünf Weichkäsesorten hätten sehr niedrige Mengen enthalten. Demnach hatte die Milch zudem häufig einen „leicht kartonartigen“ Geschmack.

„Wenn man Bio auf schadstoffarm reduziert, kann man nach dem Test beim Discounter einkaufen“, sagte Geschäftsführer Harald Wurm vom Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel. „Aber mir fehlt der ganzheitliche Ansatz.“ Die Zeitschrift habe nur Inhaltsstoffe untersucht, aber nicht, ob die großen Supermarkt-Ketten verlässliche Partner für die Hersteller sind oder angemessene Preise zahlen. „Außerdem finanzieren wir große Konzerne wie Nestlé Chart zeigen und Monsanto mit, wenn wir bei Lidl einkaufen.“ Die Herkunft der Produkte sei meist unklar. Die Discounter-Ware erfülle nur die Mindestanforderungen. „Sie nutzen alle Schlupflöcher, die die EU-Ökoverordnung zulässt.“

sam/Reuters

 

gefunden bei: Spiegel

Written by genfood

28.August.2007 at 11:07

Veröffentlicht in Allgemein

Grüne Gentechnik – überflüssig und gefährlich

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von Karsten Jennerjahn

Es ist höchste Zeit für eine eigene landwirtschaftliche Position zur Grünen Gentechnik. Einerseits steht die große Mehrheit der Berufskollegen ihr aus gutem Grund skeptisch gegenüber. Nur eine kleine Zahl sogenannter innovativer Landwirte fordert medienwirksam Erleichterungen für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Andererseits befinden wir uns mit unserer Ablehnung in einer Front mit Grünen, Verbraucher- und Umweltschützern – mit Gruppen also, die in der Vergangenheit nicht immer unsere Freunde waren. Deshalb: Wir müssen in der öffentlichen Diskussion unsere eigenen Gründe deutlicher formulieren und artikulieren. Das will ich hier versuchen.

Seit Jahren erzählen uns Vertreter aus Wissenschaft und Industrie, was für großartige Perspektiven die Grüne Gentechnik für die Landwirtschaft bieten würde: Dürretoleranz, besondere Inhaltsstoffe zur Lösung der Ernährungs- und Energieprobleme der Menschheit. Auf dem Markt sind bisher allerdings hauptsächlich herbizidresistente und insektentötende Sorten. Die produktionstechnischen Effekte dieser Sorten lassen sich unter mitteleuropäischen Bedingungen in der Regel kostengünstiger mit ganz normalen ackerbaulichen Methoden erreichen oder mit herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln. Produktionstechnischer Fortschritt durch Grüne Gentechnik ist also zur Zeit weder erkennbar noch absehbar.

Eine Auswertung von 35 Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsstudien aus den USA durch die Universität Kassel belegt eindrucksvoll, dass mit der Anwendung der Gentechnik bei Mais, Raps, Soja und Baumwolle in den vergangenen zehn Jahren keine positiven Auswirkungen auf Ertrag und Gewinn der Landwirtschaftsbetriebe verbunden waren.

Haftungsrecht und Patentrecht: Der Landwirt hat das Nachsehen

Den fehlenden Vorteilen in der Produktion stehen viele offen Fragen gegenüber: So weigern sich die Hersteller nach wie vor, die Produkthaftung zu übernehmen. Die Haftung bleibt beim Anwender hängen, was völlig unüblich ist und nicht gerade für die Unbedenklichkeit der Produkte spricht. Es ist eine Illusion, zu glauben, dass gentechnisch veränderte Pflanzen sich auf bestimmte Anbauflächen begrenzen ließen. Und mit deren Ausbreitung sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert – vor allem zwischen den Landwirtschaftsbetrieben, die die Grüne Gentechnik anwenden, und denen, die konventionell weiter wirtschaften wollen. Diese Auseinandersetzungen sind Teil der Markteinführungsstrategie und durchaus im Sinne der Hersteller: Die Landwirtschaft ist mit sich selbst beschäftigt, die Konzerne bauen in Ruhe ihre Machtposition aus, zum Beispiel indem mittelständische Saatgutfirmen gekauft und in die weltweit agierenden Unternehmen eingegliedert werden.

Leider ist die Haftungsfrage nicht das einzige rechtliche Problem, das die Grüne Gentechnik für die praktische Landwirtschaft bereit hält, auch wenn sich die politische Diskussion derzeit ausschließlich darum dreht. Mindestens ebenso schwerwiegend ist die Tatsache, dass sich die Hersteller durch das Patentrecht eine dauerhafte Verfügungsgewalt über die Produkte sichern, auf jeden Fall deutlich über die einmalige Aussaat hinaus. Das spielt bei Mais noch keine große Rolle, bei Raps umso mehr. In den USA werden Landwirtschaftsbetriebe bereits dann zur Zahlung von Nutzungsgebühren gezwungen, wenn sich gentechnisch veränderte Pflanzen auf deren Flächen nachweisen lassen. Die Gerichte machen keinen Unterschied, ob die Saat bewusst nachgebaut wurde, bei der letzten Ernte ausgefallen oder vom Feldnachbarn rübergeweht ist. Nur wenige Farmer wagen es, sich mit den Konzernen anzulegen. In der Regel wird das Saatgut gleich dort gekauft, wo ohnehin die Gebühren anfallen.

Ein krasser Nachteil kommt vor allem auf diejenigen Landwirtschaftsbetriebe zu, die den Markt für gentechnikfreie Produkte beliefern. Sie bleiben auf erhöhten Aufwendungen für Beprobung sowie getrennte Erfassung und Lagerung sitzen. Die Kosten für den Verlust des gentechnikfreien Status von deutschen Produkten trägt ohnehin die gesamte deutsche Landwirtschaft. Und gentechnikfrei bleiben werden wir mit Sicherheit nicht, dafür sind die Hersteller viel zu aktiv und ihre politische Lobby ist viel zu einflussreich. Leider finden sich im Berufsstand auch immer einige, die sich von kurzfristigen Vorteilen ködern lassen. Das bedeutet allerdings noch lange keinen Automatismus, der von den Befürwortern der Grünen Gentechnik gerne herbeigeredet wird – mit Zulassung der Sorten werde die Anbaufläche rasant wachsen, in zehn Jahren werde es in Deutschland keine konventionelle Landwirtschaft mehr geben. Das ist im Augenblick Wunschdenken der Konzerne.

Schlüsselfrage für die unternehmerische Freiheit unserer Betriebe

Machen wir uns nicht schlechter als wir sind: Wir haben in Deutschland gut ausgebildete Betriebsleiter, gesunde Betriebsstrukturen (im Osten könnten es ein paar mehr Bauern sein) und trotz gelegentlicher Trockenheit haben wir im weltweiten Vergleich günstige natürliche und klimatische Bedingungen. Im Bezug auf die Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaftsbetriebe brauchen wir uns nicht zu verstecken, schon gar nicht vor den Amerikanern. Global verringert sich die Anbaufläche, während gleichzeitig die Weltbevölkerung wächst, auch die kaufkräftige Bevölkerung in den sogenannten Schwellenländern, die sich künftig nicht mehr mit einer Reisschale begnügen wird. Man muss schon ein großer Pessimist sein, um nicht das Licht am Ende des Tunnels auszumachen.

In den kommenden Jahren wird es darum gehen, wer profitiert: die Landwirte, die bis heute durchgehalten und ihre Betriebe entwickelt haben – teilweise unter schwierigen Bedingungen und großen Entbehrungen wie vor allem in der Milchviehhaltung – oder aber die Industrie. Je mehr Landwirtschaftsbetriebe sich durch die Gentechnik in Abhängigkeit von den Konzernen begeben, desto schlechter werden unsere Karten in diesem Spiel. Bei der Abwehr der Grünen Gentechnik handelt es sich um eine Schlüsselfrage der unternehmerischen Freiheit unserer Betriebe, die mindestens ebenso wichtig ist wie die Zurückdrängung der Bürokratie. Wenn wir Herr auf unseren Höfen bleiben, brauchen wir uns vor der Globalisierung nicht zu fürchten, auch wenn wir sie aus Überzeugung weiterhin ablehnen.

Politisch leiten sich aus der Diskussion um die Grüne Gentechnik für mich zwei Forderungen ab: Erstens müssen Lebewesen aus dem Patentrecht herausgenommen werden. In eine Pflanze, die vom Herrgott gebührenfrei mit etwa zehntausend Genen ausgestattet wurde, ein neues Gen einzubauen, ist wie beim Traktor eine Ventilkappe auszuwechseln. Es berechtigt nicht zu Verwertungsansprüchen über die einmalige Leistung hinaus. Zweitens muss die Produkthaftung komplett durch die Hersteller übernommen werden. Alles andere ist Betrug. Auf keinen Fall darf die Haftung auf die Landwirtschaftsbetriebe abgewälzt oder von der Gesellschaft übernommen werden, um eine angebliche Hochtechnologie zu fördern. Für diese politischen Forderungen steht der Bauernbund als Berufsvertretung der privaten Landwirte in den neuen Bundesländern.

Karsten Jennerjahn ist Präsident des Bauernbundes Brandenburg. Der 44jährige Diplom-Landwirt bewirtschaftet einen konventionellen 380-Hektar-Marktfruchtbetrieb in Schrepkow in der Prignitz

 

ein interessanter Artikel aus der letzten Bauernzeitung – Danke an die Familie Rottstock (biohof.rottstock@t-online.de )

Written by genfood

21.August.2007 at 15:25

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über..., Forschung, Patente

Leserbrief aus der MAZ

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Heute habe ich per Email einen Leserbrief aus der MAZ erhalten und wollte Euch diesen natürlich nicht vorenthalten. Besonders freut mich, dass durch eine vermehrte Sensibilisierung der Bevölkerung das Thema auch in der Presse breiter vertreten ist – so erreichen wir immer mehr Menschen und machen sie auf die Gen-Problematik aufmerksam.

Durch den Bio-Bauern Volker Rottstock aus Deutsch Bork und die Berichterstattung in der MAZ bin ich auf die aktuelle Genmaisproblematik hier in Brandenburg aufmerksam gemacht worden. Ich verfolge allerdings die Entwicklung der gesamten Gentechnologie schon lange mit großer Skepsis. Im medizinischen Bereich, wo diese Forschung hinter hermetisch verschlossenen Türen stattfindet, mag sich das Risiko für uns alle noch in gewissen Grenzen gehalten haben. Obwohl…

Der Genetikwissenschaftler Erwin Chargaff, Entdecker der „Chargaff-Regeln“, der wissenschaftlichen Grundlage für die Entdeckung der DNS-Doppelhelix und emeritierter Professor an der Colombia Universität in New York, hat zur Problematik dieser Technologie unter anderem folgende Bemerkung gemacht: „Ich wünschte, dass meine Generation nicht diese Schuld auf sich geladen hätte…“ Und John Fagan, Molekularbiologe, der 20 Jahre lang für das amerikanische National Institute of Health Genforschung betrieben hatte, überwies im Jahre 1994 600.000 US-Dollar an das Institut zurück, zog seinen Antrag auf weitere 1,25 Millionen an Forschungsgeldern zurück und begann danach einen weltweiten Feldzug, um die Öffentlichkeit über die Gefahren der Gentechnik aufzuklären.

Wenn nun solchen Unternehmen wie Monsanto freie Hand gelassen wird, um mit einer derart risikobefrachteten Technologie nach eigenem Gutdünken zu verfahren und die freie Natur überall in der Welt mit ihren fragwürdigen Produkten (den manipulierten Pflanzensamen) und den dazu passenden Herbiziden in Gefahr gebracht werden kann, dann finde ich es höchste Zeit, dagegen aufzustehen. Und ich verneige mich vor diesen „selbst ernannten Feldbefreiern“ und vor den als „Ökotouristen“ verkannten, mutigen und gewissenhaften Mitbürgern, die das für uns alle tun zum Schutz der gesamten Schöpfung!

Wer sich nur einmal ein bisschen Zeit nimmt, um sich über diese Art von Pflanzenanbau und seine tatsächlichen Auswirkungen, unabhängig von den Werbeslogans der produzierenden Unternehmen, zu informieren, der wird verstehen, dass hier die tiefe Besorgnis und die konsequente Ablehnung von Menschen berechtigt ist! Ich möchte an dieser Stelle nur das „rätselhafte“ Verschwinden der meisten Bienenvölker in den USA nennen, dem Land mit den größten Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen! Aber das Verschwinden von Tier- und Pflanzenarten wäre erst die eine Hälfte des „Farmageddon“. Schlimm genug! Doch es können noch ganz andere, vielleicht nie wieder umkehrbare Veränderungen eintreten! Kein Mensch kann voraussagen, was alles möglich ist, wenn gentechnisch veränderte Pflanzen sich mit natürlichen Arten in freier Natur kreuzen. Aufgrund meiner Informationen kann ich die Aussage von Herrn Achim Becker aus ihrem Bericht nur bestätigen, wenn er sagt, dass im Gegensatz zu den Werbeaussagen Monsantos der Pestizideinsatz bei der Gensaat um ein Vielfaches höher ist, als bei herkömmlichem konventionellen Anbau!

Österreich und Ungarn haben diesen Genanbau, dessen Nutzen für die Bevölkerung niemand erklären kann und der uns bis jetzt nur Unmut und Sorgen gebracht hat, und die Angst vor der eh schon ungewissen Zukunft nur verstärkt, ganz einfach strikt untersagt! Warum müssen wir uns damit in Deutschland nun herumquälen?

Gabriele Votava,
Borkwalde
Zu „Selbst ernannter Feldbefreier“ wieder auf freiem Fuß, MAZ vom 25. Juli

Written by genfood

21.August.2007 at 15:17

Veröffentlicht in Andere über..., Forschung

Stopp! Gelbe Schilder gegen Gentechnik

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Erste Aktion der Gentechnik-Gegner: 30 Tafeln an der Kreisstraße DEG 37 aufgestellt – Weitere sollen folgen

Wallerdorf

(tak). »Landwirtschaft braucht keine Gentechnik« heißt es auf den 30 Tafeln, die seit gestern an der Kreisstraße DEG 37 vom Arbinger Kreisel in Richtung Wallerdorf stehen. Damit wollen Karl Haberzettl vom Bund Naturschutz, Josef Brunnbauer vom Verband für ökologischen Landbau Biokreis, Max Hendlmeier, Landwirt aus Nindorf, und Biobauer Helmut Fritsche aus Aholming, der auch Initiator der Arbeitsgemeinschaft »Gentechnikfreie Landwirtschaft« ist, 30 Zeichen gegen den Versuchsfeldanbau von Genmais in Wallerdorf setzen. 30 Schilder als Mahnmale gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft.

Schilderwald gegen Versuchsfeld
Der Schilderwald an der Kreisstraße soll die vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer auf das Versuchsfeld in Wallerdorf hinweisen, auf dem die Pflanzenschutz-Firma Monsanto gentechnisch-veränderten Mais anbaut. »Wir wollen einfach aufmerksam machen. Wer das Saatgut in Händen hat, hat unsere ganzen Lebensmittel in der Hand – und das kann nicht sein«, kritisiert Biobauer Helmut Fritsche.
Mit den Anti-Gentechnik-Schildern ist es noch nicht genug: Es folgen weitere Protestveranstaltungen in Wallerdorf, am Standort des einzigen Genmaisackers in Niederbayern: Am Sonntag, 16. September, findet eine Demonstration mit einer Kundgebung und einem Marsch durch Wallerdorf statt. Für Sonntag, 30. September, ist dann ein gemeinsames »Tafeln« zusammen mit der Bevölkerung von Wallerdorf und Umgebung geplant. An einer riesigen Tafel soll gemeinsam gegessen, vor allem aber diskutiert werden – und eben wieder ein Zeichen gegen gentechnisch-veränderte Lebensmittel gesetzt werden.

Demonstration und gemeinsames Tafeln
All diese Aktionen gegen den Versuchsfeldanbau in Wallerdorf, die vom Biokreis und dem Bund Naturschutz ausgehen, richten sich auch gegen die aktuellen Abstandsregelungen für gentechnisch-veränderten Mais von 150 Metern. Für die Gentechnik-Gegner ist das ein Abstand, der »nicht ausreichend ist, um eine Auskreuzung zuverlässig zu verhindern«. Ein weiterer Protestpunkt sind die Ausnahmeregelungen für die Gentechnikforschung in Labors, Gewächshäusern und eventuell auch im eingezäunten Freiland von Instituten, wenn ein gentechnisch-veränderter Organismus als unbedenklich erklärt wurde.

Gefunden bei: Lokalteil Osterhofen: http://www.pnp.de/osterhofen

Written by genfood

21.August.2007 at 9:25

Veröffentlicht in Forschung, Zulassungen

„Zu klein, um den Herrgott zu spielen“

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Initiative „Zivil-Courage“ veranstaltete Informationstag zu den Gefahren der Gentechnik – Weit über 500 Besucher

Wiesmühl/Alz (mgl). Die Region soll gentechnikfrei bleiben. Um die Menschen für die Gefahren der Gentechnik zu sensibilisieren, hat die Arbeitsgemeinschaft „Zivil-Courage“ eine Informationsveranstaltung organisiert. Weit über 500 Besucher kamen zu drei Vorträgen in die Halle am Umweltgarten in Wiesmühl/Alz.

„Wir wollen den Herrgott spielen, aber dafür sind wir zu klein“, resümierte der Initiator der AG „Zivil-Courage“ Christoph Fischer in seinem Referat über Gefahren der Gentechnik. Unterstützung bekam er mit dem Grazer Pflanzenkundler Thomas Größler von einem Nachbarn aus Österreich, das sich im Gegensatz zu Deutschland bereits zur gentechnikfreien Zone erklärt hat. Dass gentechnikfreie Futtermittel keineswegs teurer seien als die genveränderten, erläuterte Josef Feilmeier, Futtermittelhersteller aus Söchtenau.

„Die Menschen sensibilisieren“, sei das Ziel der Veranstaltung, erklärte Organisator Georg Planthaler im Gespräch mit unserer Zeitung. Mobilisieren ließen sich einige hundert: Allein rund 500 Menschen füllten die Halle während der Vorträge; im Umweltgarten selbst tummelten sich noch einige mehr an den Informationsständen: Von BBV, BDM und Landvolk über Vogelschützer und Tierheilpraktiker bis hin zu Region aktiv reichten die Gruppierungen, die zum Thema informierten. Sogar ein Stand der Globalisierungsgegner von Attac war zu sehen.

Laut Fischer ging es um „ein unbequemes Thema“. Und die Einführung zu seinem Vortrag verriet, dass er dabei auch nichts beschönigen wollte: Mit dem Hinweis auf Klimakatastrophe und Giftgas-Kriegen begann er, um auf die Gefahren der Technik aufmerksam zu machen: „Die Gentechnik ist ein Faktor im Puzzle“, stellte er fest. Nicht selten fiel der Name „Monsanto“, um zu zeigen, wer laut den Gentechnikgegnern die Fäden in der Hand hält – Fischer spielte mehrmals auf den Großkonzern im US-Bundesstaat Minnesota an, der mit genverändertem Saatgut einen Milliardenumsatz mache und nicht nur den Landwirten die Lebensgrundlage nehme.

Eine Gefahr, die laut Fischer alle trifft: Gentechnisch veränderte Gewächse pflanzten sich selbstständig fort; die Veränderungen seien nicht revidierbar, und: „Die Menschen hatten nicht die Möglichkeit, frei über diese Veränderungen zu entscheiden.“ Die konkreten Risiken: Spritzmittelresistente Pflanzen verursachten Krankheiten, wenn sie als Futtermittel eingesetzt werden. Mit schädlingsresistenten Pflanzen wie bt-Mais bauten Landwirte Giftpflanzen an, die auch andere Tierarten wie Schmetterlinge, Bienen oder Würmer schädigten. Die Zucht von „Terminatorsorten“ sei ein Spiel mit der Fruchtbarkeit von Pflanzen, die bislang unser Leben gesichert haben. Niemand wisse, wie diese Veränderungen auf die Umwelt wirkten, wenn Gentechniker menschliche Wachstumsgene in Fische oder Rattengene in Salat einfügten.

„Gefahr im Verzug“ meldete auch Größler: Der menschliche Körper werde mit gentechnisch versetzten Lebensmitteln zusätzlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, weil er mit Stoffen konfrontiert werde, die er nicht gewohnt sei. Er forderte von der Politik „exakte Vorsorgemaßnahmen“ auf EU-Ebene.

Und die Landwirte? Laut Feilmeier müssten sie sich in punkto Finanzen keine Sorgen machen, wenn sie auf Gentechnik verzichten: „Gentechnikfreie Futtermittel sind nicht teurer als genveränderte“, stellte er klar. Zur Schädlingsbekämpfung sagte er: Mit richtiger Fruchtfolge und Maisstroh seien Maiszünsler und Maiswurzelbohrer auch ohne Zusatzkosten auf ganz natürlichem Wege zu bekämpfen. Die Behauptung, dass Gentechnik die Erträge erhöhe, stempelte er als Lüge ab. Gentechnikfreie Futtermittel bringen laut Feilmeier mehr Leistung und gesündere Tiere; auch das spare Kosten, nämlich die für den Tierarzt.

gefunden bei: Chiemgau online

Written by genfood

21.August.2007 at 9:20

Der Mais ist heiß

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Der US-Konzern Monsanto hat gegenüber dem Schweizer Wettbewerber Syngenta die Nase in Sachen Maissaatgut vorn. Holen die Eidgenossen bald auf?

Wer es bis jetzt noch nicht in den Nachrichten gehört oder gesehen hat, wird es schon bald am eigenen Geldbeutel zu spüren bekommen: Lebensmittel werden teurer. So sollen unter anderem die Preise für Milch und Fleisch steigen. Die Begründung für die Erhöhung lautet wie so oft in den letzten Monaten: Die große Nachfrage aus China ist schuld.
Asien treibt den Preis

Die Entwicklung in Asien hat auch noch andere Konsequenzen. Denn Tiere müssen, um mehr Milch und Fleisch zu produzieren, auch mehr fressen. Und das wiederum sorgt für eine erhöhte Nachfrage nach Mais. Und treibt dessen Preis nach oben. Doch Mais ist nicht nur als Nahrungsmittel beliebt. So lässt sich das Getreide auch als Kraftstoff nutzen. Da die aktuelle Diskussion um Treibhauseffekt, globale Erwärmung und alternative Energiequellen auch in den USA Ethanol als Alternative zum immer teurer werdenden Benzin in den Blickpunkt von Öffentlichkeit und Industrie gerückt hat, steht Mais, einem der Hauptlieferanten von Ethanol, ein großer Nachfrageschub bevor. Die Zahl der US-Ethanol-Raffinerien, die Mais als Rohstoff benötigen, soll von aktuell rund 100 auf 185 in den kommenden Jahren steigen. Bereits ein Fünftel der Maisernte wird zur Produktion von Ethanol genutzt.
Gefragte Resistenzen

Die steigende Nachfrage nach Mais macht sich vor allem beim US-Saatgutanbieter Monsanto bemerkbar. Der Marktführer aus dem Bundesstaat Missouri profitiert davon, dass gerade solches Saatgut bei den Maisanbauern beliebt ist, das gentechnisch verändert ist und bereits Resistenzen gegen bestimmte Schädlinge enthält. Deswegen gerät Monsanto zwar immer wieder in die Kritik von Umweltschutzorganisationen und anderen grünen Verbänden. Doch bei den Zahlen für das zweite Quartal (per Ende Mai) konnte Monsanto ein knapp 80-prozentiges Umsatzwachstum verzeichnen. Beim Wettbewerber Syngenta sieht es da etwas anders aus. Im jüngsten Quartal hat das Schweizer Unternehmen nahezu 20 Prozent weniger Soja- und Mais-Saatgut an den Mann gebracht als im Vorjahr. Wenig verwunderlich also, dass Syngenta nun im Hinblick auf den wichtigen US-Markt, dem weltweit größten Markt für Mais, an ähnlichen Produkten wie Monsanto arbeitet: Bei einem Blick auf die Entwicklungspipeline des Unternehmens aus Basel wird deutlich, dass Syngenta bereits in der Anbausaison 2008 mit einem sogenannten Triple-Stack-Saatgut, das die Resistenz gegen gleich drei Schädlinge beinhaltet, aufwarten will. Eine größere Produktpalette könnte dem Aktienkurs von Syngenta guttun. Nach dreieinhalb Jahren ordentlichen Kurszuwachses kommt die Notierung der Schweizer seit Anfang des laufenden Jahres nicht mehr richtig von der Stelle – der Monsanto-Kurs hat in diesem Zeitraum um rund 30 Prozent zugelegt. Dabei gibt es bei Syngenta nicht nur Schatten. So konnte im Gegensatz zum US-Maisgeschäft die Sparte Pflanzenschutz ordentlich punkten: Die Umsätze des Anbieters von Herbiziden, Insektiziden und anderen Wirkstoffen stiegen um sieben, der Betriebsgewinn sogar um 13 Prozent.
Favorit Syngenta

Vom immer größer werdenden Interesse an Mais – sei es als Nahrungsmittel oder als Treibstoff – dürften sowohl Monsanto als auch Syngenta profitieren. Eine starke Präsenz im Heimatmarkt spricht für die Aktie des US-Konzerns Monsanto. Allerdings müssen Anleger für die Marktführerschaft ordentlich berappen: Das KGV auf Basis der Schätzungen für das kommende Jahr beträgt üppige 31. Die Schweizer von Syngenta sind dagegen mit 16 verhältnismäßig günstig bewertet. Angesichts dieser Bewertung, des Nachholpotenzials des Kursverlaufes und der Kursfantasie durch neue Produkte favorisiert DER AKTIONÄR zurzeit Syngenta. Sobald die Notierung der Schweizer nach dem jüngsten Kursrücksetzer einen Boden gebildet hat, sollten Anleger diese Gelegenheit zum Einstieg nutzen.

Kursziel bei Monsanto: 60,00 Euro. Stopp: 36,50 Euro.

Kursziel bei Syngenta: 180,00 Euro. Stopp: 115,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 34/2007.

Written by genfood

20.August.2007 at 11:40

Veröffentlicht in Allgemein, Firmenpolitik