Monsanto

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Klage für sauberen Acker

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Klagt gegen das Ministerium: Heiko Martin an seinem Zuckermais-Feld. Das grenzt direkt an die Fläche, auf der Monsanto die Genehmigung hat, Genmais anzubauen.

Genmais: Landwirt Heiko Martin aus Lohre zieht gegen Ministerium vor Gericht

Schwalm-Eder. Eines der Felder von Heiko Martin, Landwirt aus Felsberg-Lohre, grenzt in der Gemarkung Niedervorschütz direkt an den Acker, auf dem der US-amerikanische Saatguthersteller Monsanto seinen Genmais anbauen will. Dagegen klagt der 34-Jährige als direkt Betroffener – und zwar nicht gegen Monsanto, sondern gegen das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BVL). Dieses hat die Anbaugenehmigung erteilt.

Hinter sich weiß Martin die Bürgerinitiative gegen Genmais-Anbau, den Bauernverband, Nabu, Grüne und Landrat Frank-Martin Neupärtl.

Zwar müsste Monsanto beim Anbau des genveränderten Maises nach den Plänen des Bundeslandwirtschaftsministers Horst Seehofer künftig einen Mindestabstand von 150 Meter zum nächsten Maisfeld einhalten. Doch das ist dem konventionell arbeitenden Landwirt aus Lohre zu wenig. Auch die 300 Meter zu Flächen von Bio-Bauern reichten nicht aus. Und überhaupt: „Sind meine Kunden weniger wert als die des Bio-Landwirts?“, fragt Martin mit Blick auf die unterschiedlichen Abstände.

Nicht einmal 1000 Meter würden ausreichen, um vor Pollenflug sicher zu sein. Man denke doch nur an den gelben Blütenstaub auf Autos und Fenstern weitab von Rapsfeldern und blühenden Nadelbäumen, argumentiert der junge Landwirt. Außerdem könnten Vögel Körner übertragen. Er wolle keinen verunreinigten Mais. Er wolle auch nicht die zusätzlichen Kosten tragen, um den Zuckermais, den er verstärkt anbauen möchte, auch noch auf gentechnische Veränderungen untersuchen lassen. Auf andere Rückstände lässt er sein Gemüse ohnehin testen, stets mit sauberen Ergebnissen, wie er versichert.

„Ich will mir von Monsanto nicht vorschreiben lassen, auf welchem Feld ich was anbaue“, begründet Landwirt Martin seinen gerichtlichen Feldzug.

Vertreten wird Martin von einem Berliner Anwalt. Dieser hat eine Anfechtungsklage gegen die Freisetzungsgenehmigung am Standort Niedermöllrich beim Verwaltungsgericht Braunschweig eingereicht. Braunschweig sei der Sitz des Ministeriums für Verbraucher schutz und Lebensmittelsicherheit, erklärt Rechtsanwalt Ulrich Werner.

Binnen sechs Wochen müsse die Klage begründet werden, „dann hängt es von der Arbeitsbelastung des Gerichts ab“, meint der Anwalt. Das könne zwei bis drei Jahre dauern.

Die Klage jedenfalls hemme den Anbau durch Monsanto nicht. Das ließe sich nur durch ein Eilverfahren verhindern. Die jetzt eingereichte Klage ziele darauf, dass die Monsanto erteilte Genehmigung nicht rechtskräftig werde.

gefunden bei: HNA Hessisch/Niedersächsische Allgemeine

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Written by genfood

1.August.2007 um 8:39

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