Monsanto

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Während sich Greenpeace und Monsanto im Landwirtschaftsgericht erfolglos streiten, gedeiht der Genmais in Kreuzbruch

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Entscheidung erst kurz vor der Ernte
NADINE FABIAN

NEURUPPIN Sie zanken noch, da ist die Anhörung längst vorbei. Nach zwei Stunden heftiger Wortwechsel im Landwirtschaftsgericht in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) gehen weder der Klägerin noch dem Beklagten die Argumente aus. Für die Justiz handelt es sich um eine pachtrechtliche Frage. Andrea Gottemeier aber zieht für ein grundsätzliches Anliegen zu Felde: Die 38-Jährige aus Kreuzbruch (Oberhavel) will nicht, dass auf ihrem Grund und Boden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden.

Doch genau das ist längst geschehen. Hinter Gottemeiers Haus steht Mon 810 in Saft und Kraft. Landwirt Dietmar Dessau hat den Genmais ausgebracht – auf 18 von insgesamt 41 Hektar Land, die er von Gottemeier gepachtet hat (MAZ berichtete). Das Gericht hatte gestern über den Eilantrag der Grundstückseigentümerin zu befinden, wonach Dessau den Acker umbrechen und es zudem künftig unterlassen soll, Gen-Pflanzen auf Gottemeiers Flächen anzubauen.

Gottemeier war mit einer von Greenpeace bezahlten Anwältin erschienen. Dessau hat Hartwig Stiebler verpflichtet, der für solche Fälle vom Gen-Saatgut-Hersteller Monsanto empfohlen wird. Eine Einigung kam nicht zustande. Dabei hatte Richter Kersten Potthoff sowohl Gottemeier als auch Dessau mehrere Vergleiche angeboten. So schlug er vor, den Genmais bis zur Ernte im September stehen zu lassen und dafür in den letzten zwei Jahren vor Ende des 2010 auslaufenden Vertrags von einem Anbau abzusehen. Ein anderes Angebot sah vor, dass Dessau ganz auf Gen-Pflanzen verzichtet, dafür aber zwei Jahre länger pachten kann. Der Richter empfahl der Klägerin eindringlich, sich noch im Gericht mit dem Landwirt zu einigen. „Es ist sehr fraglich, wie Sie mit dem Antrag zum Erfolg kommen“, sagte Potthoff. Er befürchte, dass viele Prozesse folgen: „Sie müssen Ihre Erfolgschancen realistisch einschätzen.“

Gottemeier muss nachweisen, dass Dessau mit dem Anbau von Genmais vertragswidrig handelt. Doch im Pachtvertrag ist kein Anbauverbot fixiert und das Gesetz zur Regelung der Gentechnik stellt den Anbau zugelassener gentechnisch veränderter Sorten mit dem konventioneller gleich. Zudem, so Potthoff, seien trotz bekannter Risiken keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse verfügbar. Es fehlen also auch konkrete Hinweise darauf, ob Mon 810 die Ertragsfähigkeit des Bodens mindere, womit Dessau gegen eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung verstoße und vertragswidrig handle.

Anders als von Greenpeace behauptet, handle es sich laut Potthoff beim aktuellen Streit nicht um einen Präzedenzfall. Es gehe einzig um Vertragsbeziehungen, nicht um die prinzipielle Frage, ob gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden dürfen. Die Urteilsverkündung ist für den 28. August angesetzt.

gefunden bei: Märkische Allgemeine

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Written by genfood

20.August.2007 um 11:37

Veröffentlicht in Firmenpolitik, Rechtsstreit

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