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„Zu klein, um den Herrgott zu spielen“

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Initiative „Zivil-Courage“ veranstaltete Informationstag zu den Gefahren der Gentechnik – Weit über 500 Besucher

Wiesmühl/Alz (mgl). Die Region soll gentechnikfrei bleiben. Um die Menschen für die Gefahren der Gentechnik zu sensibilisieren, hat die Arbeitsgemeinschaft „Zivil-Courage“ eine Informationsveranstaltung organisiert. Weit über 500 Besucher kamen zu drei Vorträgen in die Halle am Umweltgarten in Wiesmühl/Alz.

„Wir wollen den Herrgott spielen, aber dafür sind wir zu klein“, resümierte der Initiator der AG „Zivil-Courage“ Christoph Fischer in seinem Referat über Gefahren der Gentechnik. Unterstützung bekam er mit dem Grazer Pflanzenkundler Thomas Größler von einem Nachbarn aus Österreich, das sich im Gegensatz zu Deutschland bereits zur gentechnikfreien Zone erklärt hat. Dass gentechnikfreie Futtermittel keineswegs teurer seien als die genveränderten, erläuterte Josef Feilmeier, Futtermittelhersteller aus Söchtenau.

„Die Menschen sensibilisieren“, sei das Ziel der Veranstaltung, erklärte Organisator Georg Planthaler im Gespräch mit unserer Zeitung. Mobilisieren ließen sich einige hundert: Allein rund 500 Menschen füllten die Halle während der Vorträge; im Umweltgarten selbst tummelten sich noch einige mehr an den Informationsständen: Von BBV, BDM und Landvolk über Vogelschützer und Tierheilpraktiker bis hin zu Region aktiv reichten die Gruppierungen, die zum Thema informierten. Sogar ein Stand der Globalisierungsgegner von Attac war zu sehen.

Laut Fischer ging es um „ein unbequemes Thema“. Und die Einführung zu seinem Vortrag verriet, dass er dabei auch nichts beschönigen wollte: Mit dem Hinweis auf Klimakatastrophe und Giftgas-Kriegen begann er, um auf die Gefahren der Technik aufmerksam zu machen: „Die Gentechnik ist ein Faktor im Puzzle“, stellte er fest. Nicht selten fiel der Name „Monsanto“, um zu zeigen, wer laut den Gentechnikgegnern die Fäden in der Hand hält – Fischer spielte mehrmals auf den Großkonzern im US-Bundesstaat Minnesota an, der mit genverändertem Saatgut einen Milliardenumsatz mache und nicht nur den Landwirten die Lebensgrundlage nehme.

Eine Gefahr, die laut Fischer alle trifft: Gentechnisch veränderte Gewächse pflanzten sich selbstständig fort; die Veränderungen seien nicht revidierbar, und: „Die Menschen hatten nicht die Möglichkeit, frei über diese Veränderungen zu entscheiden.“ Die konkreten Risiken: Spritzmittelresistente Pflanzen verursachten Krankheiten, wenn sie als Futtermittel eingesetzt werden. Mit schädlingsresistenten Pflanzen wie bt-Mais bauten Landwirte Giftpflanzen an, die auch andere Tierarten wie Schmetterlinge, Bienen oder Würmer schädigten. Die Zucht von „Terminatorsorten“ sei ein Spiel mit der Fruchtbarkeit von Pflanzen, die bislang unser Leben gesichert haben. Niemand wisse, wie diese Veränderungen auf die Umwelt wirkten, wenn Gentechniker menschliche Wachstumsgene in Fische oder Rattengene in Salat einfügten.

„Gefahr im Verzug“ meldete auch Größler: Der menschliche Körper werde mit gentechnisch versetzten Lebensmitteln zusätzlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, weil er mit Stoffen konfrontiert werde, die er nicht gewohnt sei. Er forderte von der Politik „exakte Vorsorgemaßnahmen“ auf EU-Ebene.

Und die Landwirte? Laut Feilmeier müssten sie sich in punkto Finanzen keine Sorgen machen, wenn sie auf Gentechnik verzichten: „Gentechnikfreie Futtermittel sind nicht teurer als genveränderte“, stellte er klar. Zur Schädlingsbekämpfung sagte er: Mit richtiger Fruchtfolge und Maisstroh seien Maiszünsler und Maiswurzelbohrer auch ohne Zusatzkosten auf ganz natürlichem Wege zu bekämpfen. Die Behauptung, dass Gentechnik die Erträge erhöhe, stempelte er als Lüge ab. Gentechnikfreie Futtermittel bringen laut Feilmeier mehr Leistung und gesündere Tiere; auch das spare Kosten, nämlich die für den Tierarzt.

gefunden bei: Chiemgau online

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Written by genfood

21.August.2007 um 9:20

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