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Vergeigen wir wieder Riesenchancen einer Zukunftstechnologie?

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CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold zu Gentechnik

Die Verwendung von Gentechnik auf den Feldern ist heftig um stritten.
Foto: MEV

Wittenberg (wg). „Absolut über das Ziel hinaus geschossen“, so kommentiert Petzold die Verschärfung des Gentechnikgesetzes und bezieht sich damit vor allem auf die Abstands- und die Haftungsregelung. Aus Sicherheitsgründen soll zwischen Genpflanzen und herkömmlichem Anbau ein Anstand von 150 Metern gelten, zum Öko-Landbau sogar von 300 Metern. „Seehofer hat sich damit auf Maximalwerte festgelegt, deren Notwendigkeit unbewiesen ist: Es gibt bis heute nicht den kleinsten Beleg dafür, dass gentechnisch verändertes Saatgut gefährlich, giftig oder umweltfeindlich ist.“ Petzold stützt sich dabei auf die langjährigen Erfahrungen des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) im sachsen-anhaltischen Gattersleben: Obwohl dort der Abstand zwischen den einzelnen Zuchtbeeten nur 1,5 Meter beträgt, konnte noch nie eine Einkreuzung nachgewiesen werden, und selbst wenn es dazu käme, wäre dies nach Ansicht der Forscher gefahrlos. „Deshalb ist auch die Haftungsregelung überzogen“, so Petzold. Diese besagt: Wer Genpflanzen anbaut, muss bei Verunreinigung anderer Felder unabhängig vom Verschulden haften, wenn kein Verursacher gefunden wird. „Durch diese restriktive Regelung wird kein Bauer bereit sein, neue Mais-, Getreide- oder Rapssorten im Freiland zu testen“, sagt Petzold: „Einerseits haben wir eine auch im weltweiten Maßstab erstklassige Grundlagenforschung, andererseits können gute Ideen nicht getestet und in Produkte umgewandelt werden. So entstehen keine Arbeitsplätze und die guten und für viel Geld bei uns ausgebildeten Wissenschaftler wandern frustriert ins Ausland ab.“ Die traurige Konsequenz: In Deutschland werden nur gentechnisch veränderte Produkte konsumiert, die im Ausland erforscht, entwickelt, angebaut und zur Marktreife gebracht wurden – vorzugsweise mit Unterstützung von abgewanderten deutschen Wissenschaftlern. „Davon besonders betroffen ist Sachsen-Anhalt, das sich immer mehr zu einem Zentrum der Grünen Gentechnik in Europa entwickelt.Hart geht der CDU-Politiker mit Gentechnikgegnern wie Bündnis 90/Die Grünen und Greenpeace ins Gericht, die polemische Stimmung machen würden: „Sie suggerieren, dass wenig Gen gleich gesund und ökologisch bedeutet. Das ist Volksverdummung!“ Der einzige Unterschied zwischen konventioneller Züchtung und gentechnischer Veränderung liege darin, dass man im ersten Fall eher blind kombiniert – ohne Kontrolle auf mögliche Risiken. „Die Gegner verschweigen leider auch, dass gentechnisch veränderte Pflanzen Vorteile aufweisen“, ärgert sich Petzold. Als Beispiel nennt er den BT-Mais, der gegen den Maiszünsler, eine Schmetterlingsart, resistent ist. Als Folge der Fraßschäden tritt in verstärktem Maße Pilzbefall auf, der zu erhöhten Gehalten an krebserzeugenden Giftstoffen führt. Petzold: „Ich halte es für einen Fortschritt, wenn im Mais weniger krebserzeugende Pilzgifte vorhanden sind. Das ergibt gesünderes Tierfutter und damit gesünderes Fleisch.“ Gleichzeitig würde die Umwelt profitieren: Der Anbau von Pflanzen mit erhöhter Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge führe zu einer Verminderung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel. Und auch die Bauern hätten Vorteile: Sie würden Arbeitsaufwand und Kosten sparen und könnten mit erhöhten Erträgen rechnen.

Mehr Gentechnik für weniger Hunger
Die Nahrungsmittel-Reserven sind weltweit auf dem niedrigsten Niveau seit 1985, die Märkte sind leer und die Preise steigen. „Was wir brauchen, sind Pflanzen, die höhere Erträge erzielen, weniger anfällig gegen Krankheiten sind, Hitze und Dürre besser vertragen können sowie weniger Dünger besser verwerten können“, berichtet Petzold. Genau dies könne die Biotechnologie leisten. Gleichzeitig könne sie in Pflanzen für Grundnahrungsmittel hochwertige Inhaltsstoffe einbauen wie zum Beispiel Eisen oder Vitamin A. Stoffe, die denjenigen fehlen, die an oder unter der Grenze zum Existenzminimum leben. „Viele grün gefärbte Gentechnikgegner gehören zu den Gutverdienern“, betont Petzold. „Sie haben nicht das Recht, Innovationen zu blockieren, die den armen Menschen insbesondere in den Ländern der Dritten Welt helfen.“

 

gefunden bei: Wochenspiegel für Wittenberg – Jessen – Gräfenhainichen

Anm. von Genfood:

Soweit so gut, wenn es aber dann doch einkreuzungen geben sollte, wer zahlt dann die Lizenzgebühren für die – eigentlich – ungewolte Nutzung des Saatgutes? In den USA, Kanada und Asien gibt es viele Beispiele dafür, dass Farmer ganze Ernten – und damit deren Existenz – verloren hatte, weil eben eine Monsanto die Lizenzrechte geltend gemacht hatte.

Darüber sollten auch unsere Damen und Herren Abgeordneten nachdenken.

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Written by genfood

28.August.2007 um 15:16

Veröffentlicht in Allgemein, Patente, Rechtsstreit

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