Monsanto

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Archive for August 2007

Stopp! Gelbe Schilder gegen Gentechnik

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Erste Aktion der Gentechnik-Gegner: 30 Tafeln an der Kreisstraße DEG 37 aufgestellt – Weitere sollen folgen

Wallerdorf

(tak). »Landwirtschaft braucht keine Gentechnik« heißt es auf den 30 Tafeln, die seit gestern an der Kreisstraße DEG 37 vom Arbinger Kreisel in Richtung Wallerdorf stehen. Damit wollen Karl Haberzettl vom Bund Naturschutz, Josef Brunnbauer vom Verband für ökologischen Landbau Biokreis, Max Hendlmeier, Landwirt aus Nindorf, und Biobauer Helmut Fritsche aus Aholming, der auch Initiator der Arbeitsgemeinschaft »Gentechnikfreie Landwirtschaft« ist, 30 Zeichen gegen den Versuchsfeldanbau von Genmais in Wallerdorf setzen. 30 Schilder als Mahnmale gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft.

Schilderwald gegen Versuchsfeld
Der Schilderwald an der Kreisstraße soll die vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer auf das Versuchsfeld in Wallerdorf hinweisen, auf dem die Pflanzenschutz-Firma Monsanto gentechnisch-veränderten Mais anbaut. »Wir wollen einfach aufmerksam machen. Wer das Saatgut in Händen hat, hat unsere ganzen Lebensmittel in der Hand – und das kann nicht sein«, kritisiert Biobauer Helmut Fritsche.
Mit den Anti-Gentechnik-Schildern ist es noch nicht genug: Es folgen weitere Protestveranstaltungen in Wallerdorf, am Standort des einzigen Genmaisackers in Niederbayern: Am Sonntag, 16. September, findet eine Demonstration mit einer Kundgebung und einem Marsch durch Wallerdorf statt. Für Sonntag, 30. September, ist dann ein gemeinsames »Tafeln« zusammen mit der Bevölkerung von Wallerdorf und Umgebung geplant. An einer riesigen Tafel soll gemeinsam gegessen, vor allem aber diskutiert werden – und eben wieder ein Zeichen gegen gentechnisch-veränderte Lebensmittel gesetzt werden.

Demonstration und gemeinsames Tafeln
All diese Aktionen gegen den Versuchsfeldanbau in Wallerdorf, die vom Biokreis und dem Bund Naturschutz ausgehen, richten sich auch gegen die aktuellen Abstandsregelungen für gentechnisch-veränderten Mais von 150 Metern. Für die Gentechnik-Gegner ist das ein Abstand, der »nicht ausreichend ist, um eine Auskreuzung zuverlässig zu verhindern«. Ein weiterer Protestpunkt sind die Ausnahmeregelungen für die Gentechnikforschung in Labors, Gewächshäusern und eventuell auch im eingezäunten Freiland von Instituten, wenn ein gentechnisch-veränderter Organismus als unbedenklich erklärt wurde.

Gefunden bei: Lokalteil Osterhofen: http://www.pnp.de/osterhofen

Written by genfood

21.August.2007 at 9:25

Veröffentlicht in Forschung, Zulassungen

„Zu klein, um den Herrgott zu spielen“

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Initiative „Zivil-Courage“ veranstaltete Informationstag zu den Gefahren der Gentechnik – Weit über 500 Besucher

Wiesmühl/Alz (mgl). Die Region soll gentechnikfrei bleiben. Um die Menschen für die Gefahren der Gentechnik zu sensibilisieren, hat die Arbeitsgemeinschaft „Zivil-Courage“ eine Informationsveranstaltung organisiert. Weit über 500 Besucher kamen zu drei Vorträgen in die Halle am Umweltgarten in Wiesmühl/Alz.

„Wir wollen den Herrgott spielen, aber dafür sind wir zu klein“, resümierte der Initiator der AG „Zivil-Courage“ Christoph Fischer in seinem Referat über Gefahren der Gentechnik. Unterstützung bekam er mit dem Grazer Pflanzenkundler Thomas Größler von einem Nachbarn aus Österreich, das sich im Gegensatz zu Deutschland bereits zur gentechnikfreien Zone erklärt hat. Dass gentechnikfreie Futtermittel keineswegs teurer seien als die genveränderten, erläuterte Josef Feilmeier, Futtermittelhersteller aus Söchtenau.

„Die Menschen sensibilisieren“, sei das Ziel der Veranstaltung, erklärte Organisator Georg Planthaler im Gespräch mit unserer Zeitung. Mobilisieren ließen sich einige hundert: Allein rund 500 Menschen füllten die Halle während der Vorträge; im Umweltgarten selbst tummelten sich noch einige mehr an den Informationsständen: Von BBV, BDM und Landvolk über Vogelschützer und Tierheilpraktiker bis hin zu Region aktiv reichten die Gruppierungen, die zum Thema informierten. Sogar ein Stand der Globalisierungsgegner von Attac war zu sehen.

Laut Fischer ging es um „ein unbequemes Thema“. Und die Einführung zu seinem Vortrag verriet, dass er dabei auch nichts beschönigen wollte: Mit dem Hinweis auf Klimakatastrophe und Giftgas-Kriegen begann er, um auf die Gefahren der Technik aufmerksam zu machen: „Die Gentechnik ist ein Faktor im Puzzle“, stellte er fest. Nicht selten fiel der Name „Monsanto“, um zu zeigen, wer laut den Gentechnikgegnern die Fäden in der Hand hält – Fischer spielte mehrmals auf den Großkonzern im US-Bundesstaat Minnesota an, der mit genverändertem Saatgut einen Milliardenumsatz mache und nicht nur den Landwirten die Lebensgrundlage nehme.

Eine Gefahr, die laut Fischer alle trifft: Gentechnisch veränderte Gewächse pflanzten sich selbstständig fort; die Veränderungen seien nicht revidierbar, und: „Die Menschen hatten nicht die Möglichkeit, frei über diese Veränderungen zu entscheiden.“ Die konkreten Risiken: Spritzmittelresistente Pflanzen verursachten Krankheiten, wenn sie als Futtermittel eingesetzt werden. Mit schädlingsresistenten Pflanzen wie bt-Mais bauten Landwirte Giftpflanzen an, die auch andere Tierarten wie Schmetterlinge, Bienen oder Würmer schädigten. Die Zucht von „Terminatorsorten“ sei ein Spiel mit der Fruchtbarkeit von Pflanzen, die bislang unser Leben gesichert haben. Niemand wisse, wie diese Veränderungen auf die Umwelt wirkten, wenn Gentechniker menschliche Wachstumsgene in Fische oder Rattengene in Salat einfügten.

„Gefahr im Verzug“ meldete auch Größler: Der menschliche Körper werde mit gentechnisch versetzten Lebensmitteln zusätzlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, weil er mit Stoffen konfrontiert werde, die er nicht gewohnt sei. Er forderte von der Politik „exakte Vorsorgemaßnahmen“ auf EU-Ebene.

Und die Landwirte? Laut Feilmeier müssten sie sich in punkto Finanzen keine Sorgen machen, wenn sie auf Gentechnik verzichten: „Gentechnikfreie Futtermittel sind nicht teurer als genveränderte“, stellte er klar. Zur Schädlingsbekämpfung sagte er: Mit richtiger Fruchtfolge und Maisstroh seien Maiszünsler und Maiswurzelbohrer auch ohne Zusatzkosten auf ganz natürlichem Wege zu bekämpfen. Die Behauptung, dass Gentechnik die Erträge erhöhe, stempelte er als Lüge ab. Gentechnikfreie Futtermittel bringen laut Feilmeier mehr Leistung und gesündere Tiere; auch das spare Kosten, nämlich die für den Tierarzt.

gefunden bei: Chiemgau online

Written by genfood

21.August.2007 at 9:20

Der Mais ist heiß

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Der US-Konzern Monsanto hat gegenüber dem Schweizer Wettbewerber Syngenta die Nase in Sachen Maissaatgut vorn. Holen die Eidgenossen bald auf?

Wer es bis jetzt noch nicht in den Nachrichten gehört oder gesehen hat, wird es schon bald am eigenen Geldbeutel zu spüren bekommen: Lebensmittel werden teurer. So sollen unter anderem die Preise für Milch und Fleisch steigen. Die Begründung für die Erhöhung lautet wie so oft in den letzten Monaten: Die große Nachfrage aus China ist schuld.
Asien treibt den Preis

Die Entwicklung in Asien hat auch noch andere Konsequenzen. Denn Tiere müssen, um mehr Milch und Fleisch zu produzieren, auch mehr fressen. Und das wiederum sorgt für eine erhöhte Nachfrage nach Mais. Und treibt dessen Preis nach oben. Doch Mais ist nicht nur als Nahrungsmittel beliebt. So lässt sich das Getreide auch als Kraftstoff nutzen. Da die aktuelle Diskussion um Treibhauseffekt, globale Erwärmung und alternative Energiequellen auch in den USA Ethanol als Alternative zum immer teurer werdenden Benzin in den Blickpunkt von Öffentlichkeit und Industrie gerückt hat, steht Mais, einem der Hauptlieferanten von Ethanol, ein großer Nachfrageschub bevor. Die Zahl der US-Ethanol-Raffinerien, die Mais als Rohstoff benötigen, soll von aktuell rund 100 auf 185 in den kommenden Jahren steigen. Bereits ein Fünftel der Maisernte wird zur Produktion von Ethanol genutzt.
Gefragte Resistenzen

Die steigende Nachfrage nach Mais macht sich vor allem beim US-Saatgutanbieter Monsanto bemerkbar. Der Marktführer aus dem Bundesstaat Missouri profitiert davon, dass gerade solches Saatgut bei den Maisanbauern beliebt ist, das gentechnisch verändert ist und bereits Resistenzen gegen bestimmte Schädlinge enthält. Deswegen gerät Monsanto zwar immer wieder in die Kritik von Umweltschutzorganisationen und anderen grünen Verbänden. Doch bei den Zahlen für das zweite Quartal (per Ende Mai) konnte Monsanto ein knapp 80-prozentiges Umsatzwachstum verzeichnen. Beim Wettbewerber Syngenta sieht es da etwas anders aus. Im jüngsten Quartal hat das Schweizer Unternehmen nahezu 20 Prozent weniger Soja- und Mais-Saatgut an den Mann gebracht als im Vorjahr. Wenig verwunderlich also, dass Syngenta nun im Hinblick auf den wichtigen US-Markt, dem weltweit größten Markt für Mais, an ähnlichen Produkten wie Monsanto arbeitet: Bei einem Blick auf die Entwicklungspipeline des Unternehmens aus Basel wird deutlich, dass Syngenta bereits in der Anbausaison 2008 mit einem sogenannten Triple-Stack-Saatgut, das die Resistenz gegen gleich drei Schädlinge beinhaltet, aufwarten will. Eine größere Produktpalette könnte dem Aktienkurs von Syngenta guttun. Nach dreieinhalb Jahren ordentlichen Kurszuwachses kommt die Notierung der Schweizer seit Anfang des laufenden Jahres nicht mehr richtig von der Stelle – der Monsanto-Kurs hat in diesem Zeitraum um rund 30 Prozent zugelegt. Dabei gibt es bei Syngenta nicht nur Schatten. So konnte im Gegensatz zum US-Maisgeschäft die Sparte Pflanzenschutz ordentlich punkten: Die Umsätze des Anbieters von Herbiziden, Insektiziden und anderen Wirkstoffen stiegen um sieben, der Betriebsgewinn sogar um 13 Prozent.
Favorit Syngenta

Vom immer größer werdenden Interesse an Mais – sei es als Nahrungsmittel oder als Treibstoff – dürften sowohl Monsanto als auch Syngenta profitieren. Eine starke Präsenz im Heimatmarkt spricht für die Aktie des US-Konzerns Monsanto. Allerdings müssen Anleger für die Marktführerschaft ordentlich berappen: Das KGV auf Basis der Schätzungen für das kommende Jahr beträgt üppige 31. Die Schweizer von Syngenta sind dagegen mit 16 verhältnismäßig günstig bewertet. Angesichts dieser Bewertung, des Nachholpotenzials des Kursverlaufes und der Kursfantasie durch neue Produkte favorisiert DER AKTIONÄR zurzeit Syngenta. Sobald die Notierung der Schweizer nach dem jüngsten Kursrücksetzer einen Boden gebildet hat, sollten Anleger diese Gelegenheit zum Einstieg nutzen.

Kursziel bei Monsanto: 60,00 Euro. Stopp: 36,50 Euro.

Kursziel bei Syngenta: 180,00 Euro. Stopp: 115,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 34/2007.

Written by genfood

20.August.2007 at 11:40

Veröffentlicht in Allgemein, Firmenpolitik

Während sich Greenpeace und Monsanto im Landwirtschaftsgericht erfolglos streiten, gedeiht der Genmais in Kreuzbruch

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Entscheidung erst kurz vor der Ernte
NADINE FABIAN

NEURUPPIN Sie zanken noch, da ist die Anhörung längst vorbei. Nach zwei Stunden heftiger Wortwechsel im Landwirtschaftsgericht in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) gehen weder der Klägerin noch dem Beklagten die Argumente aus. Für die Justiz handelt es sich um eine pachtrechtliche Frage. Andrea Gottemeier aber zieht für ein grundsätzliches Anliegen zu Felde: Die 38-Jährige aus Kreuzbruch (Oberhavel) will nicht, dass auf ihrem Grund und Boden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden.

Doch genau das ist längst geschehen. Hinter Gottemeiers Haus steht Mon 810 in Saft und Kraft. Landwirt Dietmar Dessau hat den Genmais ausgebracht – auf 18 von insgesamt 41 Hektar Land, die er von Gottemeier gepachtet hat (MAZ berichtete). Das Gericht hatte gestern über den Eilantrag der Grundstückseigentümerin zu befinden, wonach Dessau den Acker umbrechen und es zudem künftig unterlassen soll, Gen-Pflanzen auf Gottemeiers Flächen anzubauen.

Gottemeier war mit einer von Greenpeace bezahlten Anwältin erschienen. Dessau hat Hartwig Stiebler verpflichtet, der für solche Fälle vom Gen-Saatgut-Hersteller Monsanto empfohlen wird. Eine Einigung kam nicht zustande. Dabei hatte Richter Kersten Potthoff sowohl Gottemeier als auch Dessau mehrere Vergleiche angeboten. So schlug er vor, den Genmais bis zur Ernte im September stehen zu lassen und dafür in den letzten zwei Jahren vor Ende des 2010 auslaufenden Vertrags von einem Anbau abzusehen. Ein anderes Angebot sah vor, dass Dessau ganz auf Gen-Pflanzen verzichtet, dafür aber zwei Jahre länger pachten kann. Der Richter empfahl der Klägerin eindringlich, sich noch im Gericht mit dem Landwirt zu einigen. „Es ist sehr fraglich, wie Sie mit dem Antrag zum Erfolg kommen“, sagte Potthoff. Er befürchte, dass viele Prozesse folgen: „Sie müssen Ihre Erfolgschancen realistisch einschätzen.“

Gottemeier muss nachweisen, dass Dessau mit dem Anbau von Genmais vertragswidrig handelt. Doch im Pachtvertrag ist kein Anbauverbot fixiert und das Gesetz zur Regelung der Gentechnik stellt den Anbau zugelassener gentechnisch veränderter Sorten mit dem konventioneller gleich. Zudem, so Potthoff, seien trotz bekannter Risiken keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse verfügbar. Es fehlen also auch konkrete Hinweise darauf, ob Mon 810 die Ertragsfähigkeit des Bodens mindere, womit Dessau gegen eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung verstoße und vertragswidrig handle.

Anders als von Greenpeace behauptet, handle es sich laut Potthoff beim aktuellen Streit nicht um einen Präzedenzfall. Es gehe einzig um Vertragsbeziehungen, nicht um die prinzipielle Frage, ob gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden dürfen. Die Urteilsverkündung ist für den 28. August angesetzt.

gefunden bei: Märkische Allgemeine

Written by genfood

20.August.2007 at 11:37

Veröffentlicht in Firmenpolitik, Rechtsstreit

Maiskolben als Beweismittel zugelassen

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Die Genmais-Gegner in Brandenburg sind zufrieden. Im Prozess um den Anbau der gentechnisch manipulierten Pflanzen werden Maiskolben vor Gericht akzeptiert.

BERLIN – Das Amtsgericht Freienwalde hat im Streit um den Anbau von Genmais im Oderbruch Maiskolben als Beweisstücke anerkannt. Laut einer Mitteilung des Gerichts kämen die Maiskolben als doppelte Beweisstücke in Frage, teilte die Initiative „Gendreck weg“ am Dienstag in Berlin mit. Derzeit gibt es einerseits ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung gegen Gentechnik-Gegner, die bei einer sogenannten Feldbefreiung im Juli in Altreetz gentechnisch veränderten Mais einsammelten. Andererseits wird gegen den Landwirt wegen Beihilfe zur ungenehmigten Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen, Bodenverunreinigung und Luftverunreinigung ermittelt.

Die Kolben und Blätter der Maispflanzen aus dem Genmaisfeld bei Altreetz sollten bei mehreren Gerichtsverfahren eine Rolle spielen, erklärte Berufsimker und Feldbefreier Michael Grolm. Es sei gut, dass der Mais als Beweis anerkannt werde. Der Gentechnikkonzern Monsanto und der Genmais-Anbauer dürften nicht einfach so davon kommen. Sie wüssten, welche Gefahr ihre Pflanzen für die Umgebung darstellten.

Die Polizei hatte im Anschluss an die Feldbefreiungsaktion am 22. Juli 66 Personen vorübergehend festgenommen. Die Feldbefreier waren mit einem Plastikbeutel in der Hand auf die Beamten zugegangen und hatten Anzeigen gegen den Konzern Monsanto, den Landwirt und die Landwirtschaftsminister Brandenburgs und des Bundes erstattet. (mit ddp)

gefunden bei: Tagesspiegel

Written by genfood

20.August.2007 at 11:33

Veröffentlicht in Forschung, Rechtsstreit

Monsanto und die Terminator-Technologie. Die gekaufte Republik: Ein Nachtrag

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Versprühung von “Agent Orange” während des Vietman-Krieges. Geliefert von: Monsanto. Foto: Wikipedia

Die Erfinder der Terminator-Technologie sitzen im “Monsanto-Konzern”, dem wohl größten US-Chemiekonzern, der seine Produktlinien immer mehr auf alle Bereiche der Gentechnologien ausweitet. Dabei zählen Wachstum und Globalisierung zu den vorrangigen Unternehmenszielen.
Der Aufstieg des Konzerns ist verknüpft mit einer Liste von Skandalen unter anderem um die Stoffe PCB, Dioxin und dem Herbizid
Round-up, wie aus einem Greenpeace-Bericht “Chemiekonzern “Vertrauen und Offenheit” erkenntlich wird:

PCB

Dass PCB hochgiftig ist und Leberschäden verursacht, war, diesem Bericht zufolge, der Konzernleitung Monsantos bereits seit 1937 bekannt. Eine erneute Warnung vor PCB, die unter anderem als Hydraulik- und Kühlungsflüssigkeiten dienten, sei 1947 an den Konzern gegangen, der seit 1956 auch wusste, dass PCB mit Dioxinen verseucht waren. Seit 1971 war auch innerhalb des Konzerns anerkannt, dass PCB zu Missbildungen führte. Dass PCB nach außen hin dennoch weiterhin als ungefährlich dargestellt wurde, sei mit Angst vor Imageverlust zu erklären. Laborergebnisse seien geschönt worden, und tatsächlich wurde das von Monsanto beauftragte Labor (Industrial Bio-Test Labs) kurz darauf in etliche Fälschungsskandale verwickelt.

Ähnliches gilt Greenpeace zufolge für das ebenfalls hochgiftige Dioxin, das von dem Leiter der medizinischen Abteilung selbst als „potentes Karzinogen“ bezeichnet worden war: Obwohl die Gefahren seit 1949 bekannt und mehrere hundert Arbeiter nach einer Explosion auf dem Produktionsgelände verseucht waren, sei nichts geschehen, um die Gefahr publik zu machen oder das Produkt vom Markt zu nehmen. Im Gegenteil: Monsanto habe bis in die 70er Jahre hinein seine Schädlichkeit geleugnet und behauptete mit Studien belegen zu können, dass es keine Häufung von Krebsfällen oder Fruchtbarkeitsstörungen gäbe. Die wirklichen Daten kamen erst 1985 ans Licht: Die Blasenkrebsrate war in Wahrheit 800 Prozent höher als normal, die von Monsanto präsentierten Ergebnisse gefälscht.

Die Verseuchung durch Dioxin, das unter anderem in dem Entlaubungsmittel „Agent Orange“, das im Vietnamkrieg eingesetzt wurde, enthalten ist, beschränkte sich, so Greenpeace, nicht auf diese Gebiete: Von 1970 bis 1977 seien von der Firma täglich 14-18 Kilo Dioxin in den Mississippi geleitet worden, und auch das als harmlos verkaufte Haushaltsreiniger Lysol, das explizit zur Reinigung von Babyspielzeug empfohlen worden sei, sei mit dioxinhaltigem Santophen durchsetzt. Firmen, die sich nach den Inhaltsstoffen der Mittel erkundigt hatten, wurden in dem Zusammenhang von Monsanto schlicht belogen.
Auch zum Totalherbizid „Round-up“ habe es Falschaussagen gegeben – das entsprechende Labor (das bereits im Falle PCB in Kritik geraten war) habe Labordaten „routinemäßig gefälscht“. Die Verantwortlichen wurden zu hohen Strafen verurteilt – und heute heiße es bei der Firma, dass eine Atmosphäre von „Vertrauen, Aufrichtigkeit und Offenheit“ wesentlich sei.

Posilac

Dagegen spräche der Fall „Posilac“. Posilac ist ein gentechnisch produziertes Rinderwachstumshormon, das 1993 zugelassen wurde. Die Krankheitsfälle bei den damit behandelten Tieren häuften sich bald, es klagten 1300 Bauern; die Untersuchungsergebnisse des Mittels wurden unterdrückt und Posilac wurde weiter zugelassen. Erst später stellte sich heraus, dass die Entzündungsrate von Eutern bei den Tieren, denen man das Hormon verabreicht hatte, um 450 Prozent höher lag als beim Durchschnitt. Die mit den Bakterien durchsetzte Milch sei weiterhin auf im Handel erhältlich gewesen.

Zusätzlich zu diesen Vorfällen war im Jahre 1994 bekannt geworden, dass die Richtlinien zur Wahrung von Ethik und zur Vermeidung von Interessenskonflikten insgesamt elfmal im Zusammenhang mit den Untersuchungen verletzt worden waren: Ein Begutachter der US-Zulassungsbehörde habe jahrelang für Monsanto gearbeitet.

Auch gentechnisch veränderte Sojabohnen sind Grund für Beschuldigungen gegen Monsanto: Es besteht der Verdacht, dass auch hier Untersuchunggsergebnisse vom Konzern zurückgehalten worden sind – unter Umständen fänden sich darin Rückstände des Herbizids „Round-up“.

Auch hierzulande kam es bereits zu Einschreitungen des Konzerns gegen Kritiker; so schritt er gegen das Motto einer Demonstration „Monsanto, ein Konzern der Gifte, Gene, Gaunereien“ ein und erwirkte über das Landgericht Düsseldorf ein Verbot des Wortes „Gaunerei“ in dem Zusammenhang.

Agent Orange

Monsanto zählt mit Sicherheit zu den größten “Externalitätsmaschinen”. Ich will auf das bisher größte Leid, das Monsanto aus Gewinnsucht auf unserer Welt verursacht hat, hinweisen.
In Vietnam leben oder besser vegetieren tausende von missgestalteten Kinder in Armut und weitestgehend ohne die notwendige medizinische und psychologische Betreuung vor sich hin. Kinder, die nur das Pech hatten, dass ihre Eltern dem Monsanto “Agent Orange Regen” ausgesetzt waren, oder die das Gift über die Nahrung und das Wasser aufgenommen hatten. Schaut auf diese armen Würmer, denen niemand hilft, die keinen “fucking cent” Entschädigung bekommen haben. Schaut auf die zehntausende von großen Weckgläsern, die sie in Vietnam aufbewahren. In denen unbeschreiblich entstelltes, ungeborenes menschlichen Leben vorgeführt wird. Mit all dem will weder der Weltfeind Nr. 1 noch die damals kriegsführende Nation und ihre Häuptlinge irgendetwas zu tun haben. Niemand schämt sich, und niemand ist zuständig. Die Gewinne sind verteilt und die damals als notwendig angesehenen politischen und militärischen Maßnahmen sind in den Geheimarchiven vergraben.

Terminator-Technologie

Terminator-Technologie: Monsanto produziert Samen, die so beschaffen sind, dass sie nur eine einzige Ernte hervorbringen; Samen, die sich mittels einem Selbstmord Gens selbst zerstören.
Diese Samen wurden entwickelt, damit die Bauern kein keimfähiges Saatgut mehr gewinnen können. Dieser Samen wurde entwickelt, damit die Bauern Jahr für Jahr ihr Saatgut bei Monsanto kaufen müssen.
Monsanto Kurznachrichten vom 04.04.07: Der Saatzuchtkonzern Monsanto zählt heute zu den Gewinnern an der Wall Street. Der Agrar-Zulieferer hat heute einen optimistischen Ausblick abgegeben. Die von dem Konzern entwickelten Getreidesamen werden von dem langfristigen Bioenergie-Boom profitieren, hieß es.

gefunden bei: Readers Edition

Written by genfood

13.August.2007 at 10:50

Über die Qualität des Wetters entscheidet die Perspektive

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Genmais – Hat der Agrarkonzern Monsanto das Interesse an Leingarten verloren? Es spricht einiges dafür. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist das Unternehmen noch immer einige Unterlagen schuldig – für einen Antrag, der bereits Anfang 2006 gestellt wurde. Wenn der Standort große Bedeutung für den international operierenden Konzern hätte, wären diese inzwischen wohl vollständig. Die Firma selbst formuliert deutlich zurückhaltender. Früher hieß es, dass an Leingarten auf jeden Fall festgehalten werde. Heute heißt es: Wenn nach Auswertung vorliegender Daten noch Testbedarf besteht, für den Leingarten geeignet ist, komme der Standort in Betracht. Aber nur nach Abwägung der gesellschaftlichen Akzeptanz. Diese neuen Töne werden die Genmais-Gegner gerne hören.

Tourismus Stadt- und Landkreis Heilbronn setzen auf das touristische Pferd und geben ihm die Sporen. Seine Name: Tourismusgemeinschaft Heilbronner Land. Die ersten Hürden wurden schon übersprungen, die ersten Messen besucht, der Internet-Auftritt nimmt langsam Gestalt an. Einen unerwarteten Wassergraben hat das Land in den Parcours eingebaut, indem es die Förderung der Naturparke stark gekürzt hat. Und diese gehören zu den wichtigen Attraktionen des Landkreises. Um so wertvoller ist die Entscheidung der Gemeinde Zaberfeld. Sie nimmt Mehrkosten in Kauf und baut an der Ehmetsklinge ein Zentrum für den Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Von Frühjahr 2009 an soll es Ausflügler und Touristen in die Region locken und über Flora und Fauna des Parks informieren. Dank kommunaler Hilfe: Wassergraben übersprungen.

Soziales Herz Die Stiftung Lichtenstern leistet wichtige soziale Arbeit für die Region. Immer wieder lassen sich die Verantwortlichen Neues einfallen, ruhen sich nicht auf dem hohen Standard im Stammsitz selbst aus. Ein Beispiel dafür ist die neue Außenwohngruppe für Senioren in Obersulm-Willsbach. Ein anderes das Senioren- und Pflegeheim, ebenfalls in Willsbach. Wer diese Einrichtungen besucht, merkt rasch, dass die Stiftung konsequent die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Egal, ob behindert oder nicht.

Perspektivwechsel Das Wetter ist schlecht. Schlecht ist an diesem Satz vor allem die Formulierung. Denn auf die Perspektive kommt es an. Viele Schüler oder zuhause urlaubende Eltern beklagen sich über wechselhaftes Wetter und kühle Temperaturen. Aus ihrer Sicht völlig zurecht. Auch die Freibadbetreiber schauen verärgert den dunklen Wolken nach. Ebenfalls zurecht. Doch es gibt auch viele Vorteile. Wer will schon schwitzen wie im Hitzesomer 2003, als mancherorts sogar das Trinkwasser knapp wurde? Freude macht das Wetter auch den Besitzern frisch angelegter Gärten. Sie sparen viel Arbeit und Geld. Im Wald haben Borkenkäfer keine Chance. Denn Feuchtigkeit ist gut für die Widerstandskraft der Bäume und schlecht für die Gesundheit der Schädlinge. Also: Das Wetter ist gut. Zumindest für irgendjemanden.

gefunden bei: Stimme.de

Written by genfood

13.August.2007 at 10:47

Veröffentlicht in Firmenpolitik, Forschung, Zulassungen