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EU beschließt Sofortschritte gegen hohe Getreidepreise

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Brüssel (AFP) — Die Europäische Union hat sich auf Sofortmaßnahmen gegen die hohen Getreidepreise verständigt. Die EU-Agrarminister billigten am Mittwoch in Brüssel einstimmig einen Vorschlag der EU-Kommission, die verpflichtende Flächenstilllegung kurzfristig auszusetzen. Damit können Europas Landwirte ab diesem Herbst wieder alle Äcker bestellen. Derzeit liegen rund zehn Prozent der EU-Ackerfläche brach, das entspricht rund drei Millionen Hektar. Bei den ebenfalls gestiegenen Milchpreisen sieht die Bundesregierung dagegen noch keinen Handlungsbedarf.

Der deutsche Agrar-Staatssekretär Gert Lindemann äußerte sich zuversichtlich, dass mit einem höheren Getreideangebot der weltweite Preisanstieg gedämpft werden könne. Auch EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel begrüßte den Beschluss des Ministerrats. Hierdurch werde sich die durch „historisch hohe Preise“ gekennzeichnete Lage am Markt entspannen. Die dänische Kommissarin rechnet nun im kommenden Jahr mit einer um mindestens zehn Millionen Tonnen höheren Getreideernte. Die seit 15 Jahren geltende Pflicht zur Flächenstilllegung diente bisher dazu, den EU-Getreideberg abzubauen.

Der portugiesische Landwirtschaftsminister und EU-Ratsvorsitzende Jaime Silva stellte zur Debatte, „strategische Reserven“ für Getreide ähnlich wie für Öl einzurichten. Dies könne bei der Reform der EU-Agrarpolitik ab 2013 eine Rolle spielen, sagte Silva. Auch Fischer Boel hatte zuvor solche Notlager ins Gespräch gebracht.

Bei den ebenfalls gestiegenen Preisen für Milch und Milchprodukte wie Joghurt oder Sahne sieht Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) nach Angaben von Staatssekretär Lindemann vorerst keinen Anlass zum Handeln. „Wir sehen nach 30 Jahren eines schlechten Milchpreises erstmals eine gewisse Erholung“, sagte Lindemann. Die Bundesregierung sei daher gegen einen Vorschlag Polens, die EU-Milchquoten kurzfristig anzuheben. Sollte die „Hochpreisphase“ anhalten, könne die EU aber im kommenden Jahr eingreifen. Möglich nannte Lindemann eine Senkung der Strafabgaben für Bauern, die die Quoten überschreiten.

Die Agrarminister stimmten zudem für einen beschleunigten Abbau des EU-Zuckerberges. Die Produktion soll bis 2010 um sechs Millionen Tonnen sinken, bisher sind aber nur 2,2 Millionen Tonnen erreicht. Nun sollen die finanziellen Anreize für die Zuckerproduzenten zum Ausstieg verstärkt werden.

Nicht die nötige Mehrheit fand im Rat ein Antrag zur Import-Zulassung von drei Genmais-Sorten der US-Firmen Monsanto und Pioneer. Damit fällt die Entscheidung der EU-Kommission zu, die ihre Zustimmung bereits in Aussicht gestellt hat. Deutschland stimmte für die Zulassung. Da es sich um Futtermittelmaissorten handele, bestehe keine Gefahr, dass die Gen-Organismen in die Nahrungsmittelkette gelangten, sagte Lindemann. Thema bei dem Treffen war auch die umstrittene Weinmarktreform. Deutschland lehnt die Brüsseler Pläne zu einem Verbot der Zuckeranreichung entschieden ab.

gefunden bei: AFP

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Written by genfood

26.September.2007 um 16:22

Veröffentlicht in EU-Behörden, Zulassungen

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