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Archive for September 2007

EU-Büro für Gentechnik in Sevilla

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Ein geplantes temporäres Gentechnik-Anbauverbot in Frankreich und das Fehlen von EU-Gentechnikregeln setzt die Kommission unter Zugzwang

Wien/Brüssel – Statt einheitlicher EU-Richtlinien für das Nebeneinander von konventionellen und gentechnisch veränderten (GVO-)Pflanzen sollen nun Leitlinien erarbeitet werden, die den Mitgliedstaaten als Grundlage für eine kommende GVO-Gesetzgebung dienen. Dies erklärte ein Sprecher von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel am Wochenende.

Erarbeitet werden diese Erfahrungswerte für verschiedenste landwirtschaftliche Produkte von einem „Koexistenz-Büro“, das zum Jahreswechsel die Arbeit aufnimmt und beim Institut für Zukunftsstudien in Sevilla angesiedelt wird, sagte der Sprecher.

Neues ab 2008

Die ersten Ergebnisse sollen 2008 vorliegen und in Kriterien für den sicheren Anbau münden. So sollen etwa Mindestabstände für verschiedene Pflanzen definiert werden. Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist laut EU-Experten, dass die Untersuchungen die Unmöglichkeit des sicheren Anbaus bestimmter genmanipulierter Pflanzenarten ergeben. Derzeit ist de facto nur eine einzige Maissorte (Mon810) in Europa zum kommerziellen Anbau zugelassen, für die in Österreich ein Importverbot gilt. Allerdings sind weitere gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zur Zulassung für den Anbau in der Pipeline, und zwar bei Mais, Raps und Kartoffeln.

Die Kommission hatte 2003 beschlossen – und dies mittlerweile mehrmals bekräftigt -, keine EU-Richtlinie für Koexistenz zu erarbeiten, weil die Situation der Landwirtschaft in den Mitgliedstaaten zu unterschiedlich ist. „Wir bleiben dabei, weil es für Finnland nicht die gleichen Regeln geben kann wie in Griechenland“, sagte der Sprecher.

15 Mitgliedstaaten – darunter auch Österreich, wo die Bundesländer zuständig sind – haben laut dem Kommissionssprecher mittlerweile Koexistenzgesetze in Brüssel eingereicht.

In Oberösterreich, wo ein Urteil des europäischen Gerichtshofs das allgemeine Gentechnik-Verbotsgesetz für das Bundesland kürzlich endgültig als nicht EU-konform kippte, wird nun auf Verbote gesetzt, die sich auf einzelne Kulturarten beziehen, sagte Grünen-Agrarsprecher Wolfgang Pirklhuber, der auch Bauer in Oberösterreich ist, dem Standard. „In Oberösterreich wird an einigen Studien zu Raps und Mais gearbeitet, was das Vermehrungsverhalten, Auskreuzungspotenzial und Risiko der Vermischung mit GVO betrifft“, so Pirklhuber. „Ich gehe davon aus, dass auf Basis der Erkenntnise spezifische Verbote ausgesprochen werden können.“

GVO-Register

Der oberösterreichische Agrarlandesrat Josef Stockinger (VP) betont die Wichtigkeit regionaler Vorsorgemodelle nach dem EuGH-Urteil. Sollten etwa Bauern mit GVO-Saatgut arbeiten wollen, würde das Bundesland ein öffentliches Register installieren, mit dem in das Was und Wo Einsicht genommen werden könnte. „Die Bayern haben so etwas bereits.“

In Frankreich hat die Diskussion über Genmais eine unerwartete Wende genommen: Die Regierung prüft einen vorläufigen Anbaustopp. Alle seien sich darüber einig, dass die gentechnisch veränderten Pflanzen sich unkontrolliert auf den Feldern verbreiten könnten, sagte Umweltminister Jean-Louis Borloo der französischen Tageszeitung Le Mond3. „Folglich werden wir kein Risiko eingehen.“ Der französische Bauernverband reagierte empört.

(ruz, APA, AFP, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.9.2007)

Written by genfood

23.September.2007 at 21:30

Veröffentlicht in EU-Behörden, Zulassungen

Wissenschaftler beklagen die Zerstörung von Gen-Anbauprojekten

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Frankfurt/Main – Rund 400 Wissenschaftler setzen sich in einem offenen Brief für den Anbau genetisch veränderter Pflanzen ein.

In dem vom „Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik“ in Frankfurt organisierten und am Freitag bekanntgewordenen Brief appellieren die Unterzeichner an die Mitglieder des Bundestages, sich dafür einzusetzen, „dass die Potenziale der Grünen Gentechnik verantwortungsvoll nutzbar gemacht werden können“.

Die Unterzeichner beklagen „die steigende Zahl systematischer Zerstörungen von Projekten mit gentechnisch veränderten Pflanzen“. Diese würden keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen, sondern weitgehend ignoriert. Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass die umfangreichen Auflagen für den Anbau von zugelassenem genveränderten Mais „den kriminellen Zerstörern Rückenwind verleiht“ und sie „in ihren Taten moralisch noch legitimier“.

Die große Koalition hatte sich im Juli auf schärfere Regeln zum Anbau von genmanipulierten Pflanzen verständigt. Unter anderem soll der Abstand zwischen Feldern mit genveränderten Pflanzen und Öko- Anbau größer sein als bei konventionellem Anbau. Bundesweit wird genveränderter Mais derzeit auf rund 2700 Hektar angebaut. Der „Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik“ will „die Meinungsbildung zum Thema Grüne Gentechnik“ mitgestalten „und eine offene Diskussion über deren Potenzial aber auch zu deren möglichen Risiken führen“. Vorsitzender ist Prof. Klaus-Dieter Jany, der Leiter des Molekularbiologischen Zentrums der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe. (dpa)

gefunden bei: Agrar Heute

Written by genfood

22.September.2007 at 10:33

Veröffentlicht in Allgemein

Genmais von Syngenta nimmt weitere Hürde in Brasilien

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Sao Paulo (Reuters) – Die genetisch modifizierte Maissorte BT11 des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta hat in Brasilien eine weitere Hürde genommen.

Die für die Beurteilung der Biosicherheit zuständige Behörde CTNBio gab am Donnerstag ihre Zustimmung für die Marktfreigabe. Die endgültige Zulassung liegt nun beim National Biosafety Council, das sich aus Vertretern des Landwirtschafts-, Gesundheits- und Umweltministeriums sowie anderen Interessensgruppen zusammensetzt.

Das gegen Insekten resistente BT11 ist bereits in verschiedenen Ländern wie etwa den USA, Argentinien oder Uruguay auf dem Markt.

In Brasilien wäre BT11 neben YieldGard MON-810 von Monsanto und Liberty Link von Bayer die dritte genmodifizierte Maissorte. Auch für die beiden anderen Sorten steht die endgültige Freigabe noch aus.

In Brasilien wehren sich Umwelt- und Verbrauchergruppen seit Jahren gegen die Legalisierung von genmodifizierten Kulturpflanzen. Im Jahr 2005 machet die Regierung den Weg dafür mit einem neuen Biosicherheitsgesetz frei. Zuvor hatte im Süden des Landes bereits jahrelang der Schwarzmarkt mit genmodifiziertem Sojabohnen floriert. Seit einigen Jahren sind nun genveränderte Sojabohnensorten legal.

gefunden bei: Reuters

Written by genfood

21.September.2007 at 13:07

Veröffentlicht in Allgemein, Zulassungen

Herkömmliche Resistenzzüchtung effektiver als Gentechnik

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Die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) warnt vor übertriebenen Hoffnungen in gentechnisch veränderte Obstsorten zur Bekämpfung von Feuerbrand.

Die Vereinigung begrüsse, dass die Forschung zugunsten der Prävention intensiviert werde. Grössere Hoffnungen setze sie jedoch in die bereits laufenden Resistenz-Züchtungsprogramme. Dies schreibt die VKMB in einer Medienmitteilung vom 19. September.

Die Marktreife für neue Obstsorten benötige mehr als zehn Jahre. Folglich sei die Feuerbrandbekämpfung über das Anbaumoratorium für Gentech-Pflanzen und eine allfällige Verlängerung hinaus noch auf herkömmliche Prävention durch Baumpflege und Herausschneiden von Krankheitsherden angewiesen. Die Kleinbauern-Vereinigung plädiert dafür, die begrenzte Anwendung von Antibiotika erst zu bewilligen, falls ein warmer nächster Winter die weitere Ausbreitung der Krankheit begünstigt.

lid

gefunden bei: bauernzeitung.ch

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20.September.2007 at 8:36

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Genpatente sind die Kanonenkugeln von heute

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Saatgutunternehmen und Pharmaindustrie eignen sich Erbinformationen der Tier- und Pflanzenwelt aus »Entwicklungsländern« an
Von der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie

DNA-Strukturen sollen Gewinne sichern und den Unternehmenswert steigern
Foto: AP

Mais dient in Deutschland in erster Linie als Futtermittel. Ganz anders in Mexiko, dort ist Mais ein Grundnahrungsmittel mit einer unüberschaubaren Vielzahl von Sorten und hat – vor allem für die indigene Bevölkerung – eine hohe kulturelle Bedeutung. Daß sich mit Mais auf dem internationalen Agrarmarkt aber auch viel Geld verdienen läßt, hat beispielsweise DuPont erkannt, einer der weltweit größten Saatgutkonzerne mit Sitz in Wilmington (USA). DuPont erhielt im Jahr 2000 vom Europäischen Patentamt (EPA) ein Schutzrecht auf Maispflanzen, deren Körner einen besonders hohen Ölgehalt aufweisen. Die patentierten Pflanzen waren von DuPont durch Kreuzungen gezüchtet worden. Allerdings gibt es Maissorten mit einem derart hohen Ölgehalt schon seit langem, gezüchtet über Jahrtausende und Jahrhunderte von der Landbevölkerung. DuPont hätte seine Eigentumsrechte auch an diesen traditionellen Maissorten geltend machen können. Beim Patentamt wurde jedoch mit Erfolg Einspruch gegen das Schutzrecht eingelegt: Die Beschwerdekammer dieser Behörde erklärte es für ungültig.

2003 erteilte das Patentamt dem mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut handelnden US-Konzern Monsanto ein Patent auf eine Weizensorte mit besonderer Backqualität, die ursprünglich in Indien gezüchtet wurde. Monsanto war es gelungen, Genabschnitte der Pflanze zu beschreiben, die für besondere Backeigenschaften verantwortlich sein sollen. Diese Entdeckung der natürlichen Genkombination ließ sich Monsanto als Erfindung patentieren. Das Patent umfaßt ein faktisches Monopol auf die Pflanzen selbst, Kreuzungen daraus und das aus ihnen gewonnene Mehl sowie alle Backprodukte. Es wurde für 13 europäische Staaten gleichzeitig erteilt und darüber hinaus auch in Japan, Australien und Kanada angemeldet; in den USA bestand es bereits seit 1999. Der Konzern kann in diesen Ländern jeglichen Handel mit entsprechendem Saatgut kontrollieren – andere Züchter und Landwirte dürfen mit dem patentierten Saatgut nicht mehr arbeiten.

Ähnliche Beispiele gibt es viele. Immer wieder werden Patente auf Pflanzenmerkmale erteilt, weil ein Konzern beansprucht, eine Erfindung gemacht zu haben. Eine ähnliche Entwicklung ist mittlerweile auch im Bereich der Nutztiere im Gange. So hat Monsanto ein Patent auf ein Schweinegen beantragt, das sich auch in Rassen findet, die nicht von Monsanto gezüchtet worden sind und schon seit langem existieren.

Kolonialismus des 21. Jahrhunderts

Ein weltweiter Wettlauf der großen Konzerne um die genetischen Ressourcen ist im Gange. Wurde im 18. und 19. Jahrhundert in Europa das Land eingehegt und privatisiert, so steht derzeit die Privatisierung der Pflanzenvielfalt – jedenfalls soweit sie kommerziell verwehrtbar ist – auf der Tagesordnung.
Dabei haben über 90 Prozent der Patentinhaber ihren Sitz in den Industriestaaten. Die Patente befinden sich weitgehend in der Hand weniger dort ansässiger transnationaler Konzerne. Die größte biologische Vielfalt befindet sich allerdings in den nichtindustrialisierten Ländern. Die Wissenschaftstheoretikerin und Trägerin des alternativen Nobelpreises Vandana Shiva bringt die Kritik an der Patentierung von Lebewesen auf den Punkt: »Die Gentechnik und die Patentierung von Leben stellen jede Form des Kolonialismus, die wir bislang kannten, in den Schatten. Es werden heutzutage Räume kolonialisiert, von denen man früher nie zu träumen wagte. Lebensgrundlagen, Zellen, Tiere, Pflanzen. Alles aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten. Die Genpatente sind die Kanonenkugeln von heute.«
Biopiraterie bezeichnet die Aneignung von Pflanzen, Tieren oder Genen durch geistige Eigentumsrechte. Patente, Sortenschutzrechte und Markenrecht erlauben ihrem Inhaber, eine bestimmte Idee, Erfindung, Pflanzen oder einen Namen in einem Land ausschließlich zu nutzen. Andere Nutzungsinteressenten können allenfalls Lizenzen beim Rechteinhaber beantragen, für die sie dann Gebühren bezahlen müssen. Geistige Eigentumsrechte verleihen dem Inhaber also eine Art Monopol zur Kommerzialisierung bestimmter Ideen und daraus hergestellter Produkte.
Häufig ist bei der Patentanmeldung der konkrete kommerzielle Nutzen eines bestimmten Stoffs oder Genabschnitts noch nicht klar. Der Run auf die Patentierung von Genen mit ungewisser Ausbeute erinnert an das Abstecken von Claims in Zeiten eines Goldrausches. Wissen, DNA-Strukturen und biologische Prozesse werden zur privaten strategischen Zukunftsressource, die den Patentinhabern zukünftig Gewinne sichern und heute schon den Unternehmenswert steigern soll.
Neben den wichtigen Agrarpflanzen geht es den Biopiraten vor allem um die Verwertung traditioneller Heilpflanzen. Pharma- und Biotechkonzerne suchen nach pflanzlichen Ausgangsstoffen und dem dazugehörigen traditionellen Wissen, um »neue« gewinnbringende Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel zu entwickeln. Ein bekanntes Beispiel für patentierte Heilpflanzen ist die Ayahuasca-Liane aus dem Amazonasgebiet. Sie gilt vielen indigenen Gemeinschaften als heilig und wird u. a. als halluzinogene Arzneipflanze genutzt. 1986 ließ sich der US-amerikanische Pharmaunternehmer Loren Miller das Patent US5751P darauf erteilen. Nach einer großen internationalen Kampagne war das Patent 1999 zunächst außer Kraft gesetzt, doch 2001 wieder für gültig erklärt worden. In Indien ist es der Neembaum mit seinen heilenden und desinfizierenden Wirkungen, der mittlerweile mit über 1000 Patenten auf seine Einzelbestandteile belegt ist. Aus dem südlichen Afrika stammt der Hoodia-Kaktus, dessen Extrakt als natürlicher Appetithemmer patentiert wurde. Gelbwurzel, schwarzer Pfeffer, Basmatireis, Quinoa und Ingwer sind nur wenige weitere Beispiele in einer langen, zum Teil kaum bekannten Liste von Pflanzen, auf die Patente erteilt wurden.
Die Konzentrationsprozesse bei Pharma-, Agrochemie- und Saatgutkonzernen verlaufen atemberaubend schnell. Gab es vor 30 Jahren noch Tausende kleiner Saatgutfirmen, so kontrollierten 2003 die zehn größten Saatgutfirmen ein Drittel, die zehn größten Pharmakonzerne 53 Prozent und die zehn größten Agrochemieunternehmen sogar über 80 Prozent des jeweiligen Weltmarktes. Manche transnationalen Konzerne sind in den Bereichen Pharma, Saatgut und Agrochemie gleichermaßen aktiv, was die Machtkonzentration zusätzlich verschärft. Pharmacia/Monsanto, Syngenta, Aventis (Bayer), Dupont (Pioneer) und Dow etwa gehörten 2003 in allen drei Sparten zu den zehn größten Konzernen.
Durch zielstrebige Firmenaufkäufe in den letzten Jahren hat beispielsweise Monsanto seine Vormachtstellung im Saatgut- und Agrochemiebereich weiter ausgebaut. Das Unternehmen ist einer der führenden Herbizidhersteller, marktführend für Gemüsesaatgut, hält große Anteile des Saatgutmarktes für Mais und Baumwolle und ist außerdem der weltgrößte Anbieter von genetisch verändertem Saatgut. Diese Markt- und Machtkonzentration ermöglicht politische Einflußnahme auf allen Ebenen.

Im Paragraphendschungel

Widerstand gegen die Macht der Biotechnikkonzerne (Washington; 7.2.2007)
Foto: AP

Patente und andere geistige Eigentumsrechte werden auf nationaler Ebene rechtlich geregelt. Sie gelten zunächst nur in dem Land, in dem sie erteilt worden sind. So hat beispielsweise ein Patent des »US Patent and Trademark Office« in Europa keine Gültigkeit.
Patentgesetze schreiben vor, daß nur geschützt werden kann, was neu ist, einen erfinderischen Schritt enthält, gewerblich anwendbar und ausreichend beschrieben ist. Als neu gilt in manchen Patentgesetzen alles, was noch nicht schriftlich festgehalten ist. Anerkannt wird damit nur das Wissen, das im westlichen wissenschaftlichen System verschriftlicht wurde. Mündliches traditionelles Wissen und Kulturüberlieferungen, etwa die Rezepte der Jahrtausende alten ayurvedischen Medizin aus Indien, sind damit – solange sie nicht aufgeschrieben werden – zur Ausbeutung freigegeben.

Die nationalstaatliche Souveränität zur Ausgestaltung des Patentrechtes wurde mit der Errichtung der Welthandelsorganisation WTO Anfang 1995 eingeschränkt. Jedes WTO-Mitglied muß den Vertrag über »handelsbezogene Aspekte geistiger Eigentumsrechte« (TRIPS, Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) unterzeichnen und verpflichtet sich damit auf bestimmte Mindestnormen seines Patentrechtes und anderer Schutzrechte für immaterielle Güter. Damit gelang es nach jahrelanger harter Lobbyarbeit vor allem der Pharma-, Biotech- und Softwarekonzerne, das Patentrecht in den Industrieländern zu erweitern und in den Entwicklungsländern überhaupt neu einzuführen.
Durchsetzung und Verschärfung geistiger Eigentumsrechte sind fester Bestandteil der Agenda der G-8-Staaten. So verhandelt die EU derzeit mit Staaten aus Afrika, aus der Karibik und dem pazifischen Raum über »Economic Partnership Agreements« (EPA, Wirtschaftspartnerschaftsabkommen). Diese sollen bis Ende des Jahres unterzeichnet werden und Klauseln über verschärfte geistige Eigentumsrechte enthalten.

Neben dem Patentrecht ermöglichen auch Sortenschutzrechte die private Aneignung von Pflanzen. Dieses geistige Eigentumsrecht besteht seit gut einem halben Jahrhundert und unterschied sich anfangs deutlich vom Patentrecht. Die herkömmliche Praxis der Landwirte, einen Teil ihrer Ernte im folgenden Jahr als Saatgut wieder auszubringen, der sogenannte Nachbau, war im Sortenschutzrecht verbrieft, genauso wie die Selbstverständlichkeit, Saatgut zu tauschen und zu züchten.

Doch auch dieses Sortenschutzrecht wurde über die Gründung internationaler Organisationen verschärft. Nachdem in den 60er Jahren Deutschland, die Niederlande und Großbritannien die »International Union for the Protection of New Varieties of Plants« (UPOV, Internationale Union zum Schutz neuer Pflanzensorten) für die Vereinheitlichung und Verstärkung der Rechte an Pflanzenzüchtungen gegründet hatten, traten im Laufe der 70er und 80er Jahre weitere EU-Länder und andere Industriestaaten bei. Nach 1991 wurde die UPOV auch auf Osteuropa und auf »Entwicklungsländer« ausgedehnt. Besonders jedoch die Revision des UPOV-Vertrags von 1991– und nur dieser Version können Neumitglieder beitreten – näherte das Sortenschutz- dem Patentrecht an und degradierte alte bäuerliche Rechte auf Nachbau und Weiterzüchtung zu (noch) geduldeten Ausnahmeerscheinungen. Eine weitere Verschärfung droht in den nächsten Jahren mit der völligen Annullierung der alten Rechte als »UPOV 2011« durchgesetzt zu werden.

Von dieser Situation im internationalen Sortenschutzrecht profitieren weltweit agierende Saatgutkonzerne, die immer größere Mengen an Saatgut verkaufen. Der Anbau von sortenschutzrechtlich abgesichertem und patentiertem Saatgut hat sich vor allem in der industrialisierten Landwirtschaft durchgesetzt. Global betrachtet verwenden allerdings noch zwischen 70 und 80 Prozent der Landwirte traditionelle, lokale, freie Sorten. Das erklärt das große Interesse der Agrarkonzerne, zur Zeit vor allem in Afrika, an der »Entwicklung« der Landwirtschaft, einer »zweiten grünen Revolution«. Gelingt es dort, unter dem Vorwand der Modernisierung einer rückständige Agrarwirtschaft, Landwirte zum Kauf von Hybrid- und Gentechsorten zu verpflichten, gewinnen die Saatgut- und Agrarkonzerne einen großen Markt hinzu. Die Landwirte verlieren damit die Kontrolle über ihr Produktionsmittel Saatgut und einen Teil ihrer Autonomie.

Aus Schutz wird Verwertung

Ein weiteres internationales Abkommen, das für biologische Vielfalt, ihre Verwertung und Kommodifizierung eine zentrale Rolle spielt, ist die 1993 in Kraft getretene »Konvention über biologische Vielfalt« (CBD, Convention on Biological Diversity). Mit ihr verknüpften ursprünglich viele Naturschutzorganisationen, viele Regierungen sogenannter Entwicklungsländer und indigene Gemeinschaften große Erwartungen. Erstere erhofften sich den Schutz der Biodiversität, und die Regierungen sahen einer zusätzlichen Einnahmequelle durch diese »neue« Ressource entgegen. Die indigenen Gemeinschaften erwarteten die Anerkennung ihrer Rechte an der biologischen Vielfalt und dem damit verbundenen traditionellen Wissen. Sie spielen in dieser Diskussion eine spezielle Rolle, da die größte biologische Vielfalt sich häufig in jenen Regionen befindet, in denen Menschengruppen seit Jahrtausenden nach ihren traditionellen Mustern leben, die Pflanzenvielfalt gefördert und enormes Wissen über sie gesammelt haben.

Ursprünglich stand der Gedanke, Biodiversität insgesamt zu schützen – der Arten, der Ökosysteme und der genetischen Vielfalt –, im Mittelpunkt. Allerdings wurde von Anfang an der Schutzgedanke mit der Nutzung verbunden: Nur wenn Vielfalt ökonomisch verwertbar werde, seien Menschen auch bereit, sie zu bewahren. Ignoriert wird dabei, daß lokale und indigene Gemeinschaften schon immer die zu schützende Vielfalt genutzt haben, wenn auch nicht im kapitalistischen Sinne. Gerade durch ihre nichtkapitalistische Lebensweise haben sie in ihren Regionen die hohe biologische Vielfalt entwickelt und erhalten.

Eine der Hauptstreitfragen zur Konvention dreht sich um das »Access and Benefit Sharing« (ABS), um den Zugriff auf und den Vorteilsausgleich für die Nutzung von genetischen Ressourcen. Forschungsinstitutionen und Konzerne, in der Regel aus den industrialisierten Ländern, sind am Zugang zu genetischen Ressourcen interessiert, während das jeweilige Land, in dem sich das biologische Material befindet, Ausgleichszahlungen für die Nutzung einfordert. Indigene Beobachter der CBD-Verhandlungen sind in ihrer Position zu ABS-Regelungen gespalten. Einig sind sie sich in der Ablehnung von Patenten auf Leben, die in der Konvention nicht behandelt werden. Für einige indigene Vertreter bedeutet daher die Zustimmung zu ABS-Verhandlungen und zu ABS eine Legitimierung von Patenten auf Leben. Wenn man einmal Ausgleichszahlungen für die Fortgabe von biologischem Material und Wissen akzeptiert habe, könne man nicht mehr kritisieren, was damit passiert, argumentieren sie. In ihrer Ablehnung von ABS finden sie sich jedoch an der Seite von Vertretern aus Forschung und Wirtschaft, die aus Gewinninteresse gegen eine verbindliche Einführung von ABS-Regeln sind. Deshalb wollen sich wiederum andere indigene Vertreter auf Verhandlungen einlassen und für eine Beteiligung an den Profiten kämpfen, um wenigstens ein paar Krümel vom Kuchen abzubekommen.

Obwohl die Konvention ursprünglich ökologische und soziale Aspekte in bezug auf den Schutz von Biodiversität aufgegriffen hatte, stehen zunehmend und fast ausschließlich der Zugang und die Handhabung von genetischen Ressourcen im Vordergrund. Die deutsche Regierung ist Anfang Mai 2008 Gastgeberin der COP 9 in Bonn. Die »Conference of the Parties« ist eine Zusammenkunft jener Interessengruppen, deren Beschlüsse die Bestimmungen der »Konvention über biologische Vielfalt« konkretisieren. Die Regierung will sich in umweltpolitischen Fragen profilieren, nennt die Konferenz einfach Naturschutzkonferenz und verschleiert damit die im Zentrum stehenden politischen Machtfragen um die Nutzung biologischer Ressourcen. Sie blendet die Rolle indigener und lokaler Gemeinschaften aus, läßt die Verletzung ihrer Rechte und ihre Ausbeutung unsichtbar werden.

Die großen Naturschutzorganisationen freuen sich und fordern mehr Naturschutzgebiete, häufig ohne zu erwähnen, daß diese Gebiete bewohnt sind. Den Forschungsinstitutionen und Konzernen kommt die Einführung von Naturschutzgebieten gerade recht, dienen sie ihnen doch als große Freiluftlabore zur Erforschung von biologischer Vielfalt.

Für die betroffene Bevölkerung bedeutet die Einrichtung von Naturschutzgebieten letztlich die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage. Oft dürfen die Menschen ihre ursprünglichen Territorien nicht mehr betreten, nicht mehr darin jagen oder Pflanzen sammeln. Nicht selten werden sie im Namen des Naturschutzes umgesiedelt oder vertrieben.

Dabei ist die wichtige Rolle von indigenen Gemeinschaften und kleinbäuerlichen Strukturen für die biologische Vielfalt längst klar. Subsistenzwirtschaft und kleinteilige ökologische Landwirtschaft erhalten und fördern die Vielfalt landwirtschaftlicher Sorten. Industrialisierte Landwirtschaft mit Monokulturanbau und großflächigem Pestizideinsatz zerstört sie dagegen. Es ist keine neue Erkenntnis, daß das herrschende kapitalistische Entwicklungsmodell, das auf Industrialisierung und ungebremsten Verbrauch von natürlichen Ressourcen mit Wachstumssteigerung und Globalisierung setzt, verantwortlich für den Verlust von biologischer Vielfalt ist. Die stattfindende Homogenisierung der Kulturen beschleunigt diese Zerstörung noch, denn letztlich ist biologische Vielfalt nur bei gelebter kultureller Vielfalt möglich.

Proteste gegen Biopiraterie

Weltweit regt sich Widerstand gegen die immer weitgehendere Monopolisierung der Kontrolle über biologisches Material. Ein Beispiel für erfolgreichen Protest ist die Cupuaçu-Frucht aus Brasilien. Ein japanisches Unternehmen hatte sich den Namen als Marke schützen lassen, so daß brasilianische Konfitüreproduzenten ihr Cupuaçu-Gelee nicht unter diesem Namen in Europa vertreiben durften. Durch gemeinsamen Protest in Deutschland und Brasilien gelang es, die Registrierung von »Cupuaçu« als Markennamen aufzuheben. Ein Patentantrag der gleichen Firma auf eine in Brasilien längst bekannte Verarbeitungsmethode der Fruchtkerne konnte verhindert werden.

Auch die Regierungen von Entwicklungsländern sind teilweise aktiv geworden: Die indische Staatsführung hat beispielsweise eine öffentlich zugängliche Datenbank mit traditionellen Ayurveda-Rezepten angelegt. Mit ihr soll verhindert werden, daß mündlich überlieferte Rezepte von Pharmakonzernen patentiert werden können.

In vielen Ländern arbeiten Menschen an der Erhaltung von Vielfalt von Nutzpflanzen und -tieren. Örtliche Saatguterhaltungsinitiativen erhalten und vermehren lokale Sorten (und Rassen), tauschen freies Saatgut untereinander und bemühen sich um das Wiedererlernen und Weiterentwickeln von traditionellen Anbau-, Züchtungs- und Verarbeitungsmethoden. Sie behaupten so ihre Unabhängigkeit und Kontrolle über ihre Produktionsmittel und widersetzen sich zudem den Monopolisierungsbestrebungen der profitorientierten Konzerne.

BUKO – Bundeskonferenz Internationalismus – ist ein unabhängiger Dachverband von Dritte-Welt-Gruppen, entwicklungspolitischen Organisationen, internationalistischen Initiativen, Solidaritätsgruppen, Läden und Zeitschriftenprojekten. Ihre »Kampagne gegen Biopiraterie« verbreitet seit fünf Jahren Informationen über Gentechnik etc. Mehr Informationen unter biopiraterie.de

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19.September.2007 at 8:39

Die Saat geht auf

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Von Carsten Knop und Michael Psotta

Bei der Zucht von Braugerste

18. September 2007
Milchprodukte sind in Deutschland erheblich teurer geworden, die neuen Butterpreise haben inzwischen jeden erstaunt. Die Franzosen beklagen unterdessen steigende Baguette-Preise, denn auch der Preis für Weizen klettert auf immer neue Rekordhöhen. Für die Weltbevölkerung ist der Grund für diese Entwicklungen eine große Herausforderung. Für die Agrarchemie handelt es sich um einen geschäftlicher Glücksfall: Landwirtschaftliche Produkte werden immer knapper. Und nach allen Erkenntnissen gilt dies nicht für eine kurze Zeitspanne. Die Entwicklung wird die Menschheit Jahrzehnte begleiten. In den kommenden 25 Jahren dürfte die Weltbevölkerung um ein Fünftel auf mehr als 8 Milliarden Menschen zunehmen. Diese Bevölkerung will ernährt und bekleidet werden.

Da auch vieles dafür spricht, dass ein immer größer werdender Anteil der Menschen allmählich zu Wohlstand gelangt, wird der Kalorienbedarf pro Kopf vermutlich ebenfalls stark zunehmen. So gehen Fachleute davon aus, dass die Nachfrage aus aller Welt nach Nahrungsmitteln und Naturfasern in den kommenden 25 Jahren sogar um 35 Prozent wachsen wird. Besonders kräftig dürfte die Nachfrage nach Fleisch steigen, was dazu führt, dass auch immer mehr Futtermittel erzeugt werden müssen. Studien der Weltbank zeigen, dass insbesondere in Ländern mit einem Pro-Kopf-Einkommen zwischen 2000 und 5000 Dollar im Jahr deutlich stärker proteinreiche Nahrung nachgefragt wird. China und Indien liegen derzeit in dieser Spanne.

Die Börse hat es längst gemerkt

Um die Verwendung der Nutzpflanzen ist unterdessen ein neuer Wettbewerb jenseits der Nahrungsmittelindustrie entbrannt. So wurde 2006 schon ein Fünftel der amerikanischen Maisernte in Biotreibstoff verwandelt. Das entspricht einer Zunahme um 300 Prozent seit 2000; der Trend ist noch längst nicht gebrochen. Die Dimensionen klingen bedrohlich. Angesichts begrenzter landwirtschaftlicher Anbauflächen werfen sie die Frage auf, ob die Bauern dieser Erde überhaupt in der Lage sein werden, die gewaltige Nachfrage zu bedienen.

Vermutlich wären sie es nicht, wenn sie nicht mit der Hilfe von Hochtechnologie in die Lage versetzt würden, die Produktivität deutlich zu erhöhen. Das ist eine große Chance für Anbieter wie zum Beispiel Monsanto, Bayer Crop Science oder auch den Schweizer Syngenta-Konzern, der im Pflanzenschutz Weltmarktführer ist und zudem zu den großen Saatgutproduzenten hinter dem auf diesem Gebiet führenden Monsanto-Konzern aus den Vereinigten Staaten gehört. Die Börse hat das längst gemerkt. So ist der Aktienkurs von Monsanto in den vergangenen drei Jahren um 250 Prozent gestiegen. Die Papiere von Syngenta haben sich in dieser Zeitspanne in ihrem Wert verdoppelt.

Quantität ist gefragt

Schon heute stellt Syngenta fest, dass sich der gesellschaftliche Ruf der Agrochemie vor dem Hintergrund der zu meisternden Herausforderungen erheblich verbessert hat. „Allmählich wächst auch in Europa die Einsicht, dass die Landwirtschaft nicht allein auf die Steigerung der Qualität setzen darf, sondern die Erhöhung der Menge ins Auge fassen muss“, sagt Geschäftsleitungsmitglied Robert Berendes, der bei Syngenta für Geschäftsentwicklung und Strategie zuständig ist. Selbst die Akzeptanz des Ökolandbaus gerät aus seiner Sicht ins Wanken: Energetisch schneide er eindeutig schlechter ab als die herkömmliche Nahrungsmittelproduktion. „Und ob die Qualität der Öko-Lebensmittel höher ist, kann man bei nüchterner Betrachtung durchaus bezweifeln“, sagt Berendes.

Aus seiner Sicht befindet sich die europäische Landwirtschaftspolitik in einem grundlegenden Wandel. Jahrzehntelang sei es in Brüssel wegen der hohen Überschüsse in der Produktion darum gegangen, möglichst viele Anbauflächen stillzulegen – mit der für Syngenta unangenehmen Folge, dass die Zahl der möglichen Kunden in Europa zurückging. Ein international tätiger Konzern sollte zwar in der Lage sein, Ausgleich in anderen Regionen zu suchen. Nach Berendes‘ Worten bleibt sein Unternehmen an den europäischen Rahmenbedingungen aber gleichwohl höchst interessiert. Denn noch immer bilden Deutschland und Frankreich zwei der wichtigsten vier Märkte für Syngenta. Aus diesem Grund verfolgt man die aktuelle Renaissance der europäischen Landwirtschaft und der mengenorientierten Agrarpolitik mit einer gewissen Befriedigung, wenngleich Berendes nicht verschweigt, dass er etwa bei Genehmigungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen noch großen Nachholbedarf in Europa und speziell in Deutschland sieht.

Ganzjährige Nutzung der Ackerflächen

So konzentriert sich Syngenta in Deutschland auf technologische Neuerungen jenseits der grünen Gentechnik. Als Beispiel nennt Theo Jachmann, der das Konzerngeschäft in Deutschland und Österreich leitet, die Züchtung von Zuckerrüben, die auch im Winter gedeihen und somit eine ganzjährige Nutzung der Ackerflächen ermöglichen. Ohne Hilfe von Gentechnik habe der Konzern auch erstmals Hybridraps gezüchtet, also eine Rapssorte, die sich nicht fortpflanzen kann und nach Angaben von Syngenta erheblich ertragreichere Ernten ermöglicht.

Bei der Erzeugung von Saatgut liegt Syngenta zwar noch deutlich hinter Monsanto zurück. Aus der Sicht des Schweizer Konzerns, der 2000 aus dem Zusammenschluss des Agrochemiegeschäfts der Pharmakonzerne Novartis und Astra-Zeneca hervorgegangen ist, bietet allerdings kein anderer Anbieter eine derart breite Palette von Hochtechnologie für die Landwirtschaft. So verspreche speziell die Kombination von Saatgutzüchtung und Pflanzenschutz ungeahnte Produktivitätssteigerungen, erläutert Berendes. So sei es beispielsweise in Brasilien gelungen, durch neue Sojabohnenzüchtungen in Verbindung mit dem Schutz der Pflanzen vor Schädlingen die Ausbringung um 15 Prozent zu erhöhen.

gefunden bei: FAZ

Written by genfood

18.September.2007 at 12:29

Veröffentlicht in Allgemein

Monsanto forscht an neuem Gensoja in Brasilien

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Der US-Agrochemiekonzern Monsanto will in Brasilien an einem Gen-Soja forschen, der gegen einen in Südamerika verbreiteten Schädling resistent sein soll. Für die Entwicklung investiert der Konzern binnen fünf Jahren rund 28 Mio. Dollar.

Die Soja-Sorte soll vor allem der Raupe Anticarsia gemmatalis widerstehen können, wie der Chef von Monsanto Brasilien, Alfonso Alba, am 5. September 2007 mitteilte. Die Raupen verursachten demnach in Brasilien jährlich Schäden in Höhe von 300 Millionen Dollar.

Auch in Paraguay könne die neue gentechnisch veränderte Sojasorte laut Alba zum Einsatz kommen. In Argentinien und in Uruguay hingegen nicht, da der Konzern dort kein entsprechendes Abkommen unterzeichnet habe.

Monsanto verkauft in Brasilien bereits Gen-Soja. Inzwischen werden bereits auf mehr als der Hälfte der Soja-Anbauflächen gentechnisch veränderte Varianten gezüchtet.

gefunden bei: Schweizbauer.ch

Written by genfood

14.September.2007 at 11:25

Veröffentlicht in Forschung, Zulassungen