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Der Mais hilft sich selbst

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VON STEPHAN BÖRNECKE

68A68164-BBAE-48C5-B7CA-584E60103366.jpg Maiswurzelbohrer treiben ihr Unwesen (dpa)

Einem deutschen Zuchtunternehmen ist es gelungen, ohne den Einsatz von Gentechnik eine Maissorte zu entwickeln, die gegen den gefürchteten Maiswurzelbohrer resistent ist. Der aus den USA eingewanderte Käfer war in diesem Jahr erstmals auch in Deutschland gesichtet worden. Gerade für Landwirte, die auf Gentechnik verzichten wollen, ist die Züchtung der in Rastatt beheimateten Firma Südwestsaat interessant.

Die neue Sorte mit dem Namen Sunrise soll im kommenden Jahr in Ungarn angebaut und für die Sortenzulassung geprüft werden. Dem deutschen Markt könnte sie 2012 zur Verfügung stehen.

Die internationalen Saatkonzerne setzen dagegen weiterhin auf die gentechnische Veränderung ihrer Pflanzen, die dann während des Wachstumsprozesses ein eigenes Insektizid gegen den Käfer produzieren. Bei einer dieser Spielarten von Gen-Mais handelt es sich um den in den USA zum Anbau, in Europa jedoch nur als Futter zugelassenen Mais Mon 863 des US-Konzerns Monsanto, des Weltmarktführers für Gentech-Pflanzen.

Maiswurzelbohrer
Die Sorte, die gegen den Schädling resistent ist, wurde von Züchtern des Unternehmens Südwestsaat in Rastatt aus einer Kreuzung entwickelt.

Die Firma gehört zur Saaten-Union, einem Zusammenschluss von sieben namhaften Pflanzenzuchtbetrieben.

Die Saaten-Union hat 400 Beschäftigte und verfügt über 160 im Sortenkatalog eingetragene Sorten.

Das Konsortium betreibt 25 deutsche und ausländische Zuchtstationen. 13 Prozent des Umsatzes (127 Millionen Euro) fließen in die Forschung.
Im Frühjahr hatte eine französische Forschergruppe Monsanto-eigene Studien ein zweites Mal analysiert. Das Ergebnis: Mit Mon 863 gefütterte Ratten hätten Schädigungen von Leber und Nieren aufgewiesen. Der Konzern hatte auf Unbedenklichkeitsbescheinigungen der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit verwiesen.

Bisher versuchen betroffene Landwirte, sich durch Fruchtfolgewechsel, Insektizide oder Saatkornbeize gegen den Maiswurzelbohrer zu schützen. Eine konventionell gezüchtete, resistente Maissorte wie die von Südwestsaat wäre demgegenüber „die eleganteste Möglichkeit zur Bekämpfung“, sagt der Göttinger Agrarwissenschaftler Joachim Moeser.

Der Maiswurzelbohrer kam 1992 aus den USA in das damalige Jugoslawien und verbreitete sich dann rasch nach Österreich, Rumänien und Ungarn, wo Käferlarven in manchen Regionen schon mal 90 Prozent der Ernte vernichteten. Er steht inzwischen 150 Kilometer vor der bayerischen Grenze. Durch Verschleppungen via Flugzeug oder Lastwagen waren in diesem Herbst erstmals auch in Bayern und Baden-Württemberg einzelne Käfer in vorsorglich aufgestellte Lockstofffallen gelangt – als Vorboten einer natürlichen Verbreitungsfront, die pro Jahr 20 bis 30 Kilometer weiter nach Westen wandert.

In den USA ist der Käfer der am meisten gefürchtete Schädling. 20 Prozent aller im gesamten Ackerbau eingesetzten Insektizide werden gegen gegen ihn eingesetzt – das sind 5400 Tonnen. In den USA verursacht er Schäden in einer Größenordnung, die ihm einen neuen Namen gaben: Der „Billion-Dollar-Bug“ – der Eine-Milliarde-Dollar-Käfer.

gefunden bei: Frankfurter Rundschau

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Written by genfood

5.Oktober.2007 um 19:43

Veröffentlicht in Allgemein, Forschung, Patente

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