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EU stellt Gen-Mais in Frage

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Gift trifft auch Nützlinge

VON STEPHAN BÖRNECKE

Die Kritiker der Agro-Gentechnik haben unerwarteten Rückenwind bekommen: Frankreich hat über den Gen-Mais-Anbau ein Moratorium verhängt, und mit Stavros Dimas stemmt sich erstmals sogar ein EU-Umweltkommissar gegen die Zulassung zwei weiterer Gen-Mais-Varianten (Bt- 11 und 1507) der Konzerne Syngenta und Pioneer/Dupont. Ob Dimas, der Umweltgefahren geltend macht, sich durchsetzt, bleibt offen. In der Kommission stößt er auf Widerstand, nicht zuletzt bei Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel und bei Industriekommissar Günter Verheugen.

Zwar hatte die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa keine Bedenken gegen die beiden Mais-Konstrukte erhoben. Doch dass Bt-Mais, darunter auch das einzige bisher zum Anbau in der EU zugelassene Mais-Konstrukt vom Typ Mon 810, eine Gefährdung für die Umwelt darstellen kann, ist bekannt. So hatte ein im August 2005 von der Universität Maryland vorgelegtes Gutachten bestätigt, das der amerikanische Monarchfalter negativ vom Pollen der Bt-Maissorten Bt-11 und Mon 810 (Monsanto) betroffen ist: Die Larven haben ein erhöhtes Sterberisiko, die Falter kommen nach der Verpuppung mit weniger Gewicht auf die Welt und zeigen eine reduzierte Fruchtbarkeit. Im Falle des Konstrukts 1507 (wie bei den anderen Gen-Mais-Varianten produziert die Pflanze das Insektengift Bacillus Thurigensis, Bt) hatte Greenpeace zudem den Vorwurf erhoben, dass dem Efsa-Bericht die nötigen Daten für eine Risikobewertung fehlten.

Auch Seehofer hat Bedenken

Auch das Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte im Frühjahr Mon 810 in die Nähe einer Risikokultur gerückt: So sei „mit jüngeren Untersuchungen deutlich“ geworden, in welchem Ausmaß das Gift der Pflanze nicht nur gegen den Falter Maiszünsler wirkt, sondern auch Insekten schädigt, die gar nicht getroffen werden sollten. Dazu zählen mit Wespen, Ameisen oder Spinnen solche Tiere, die als räuberische Insekten „eine große Rolle bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung spielen“.

Die Erkenntnisse des Bundesamtes mündeten in einem Handelsverbot für Mon 810: Der Anbau, hatte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) bestätigt, „ist nur dann zu verantworten“, wenn das Saatgutunternehmen Monsanto einen Monitoringplan beachte. Diesen Plan hat Monsanto im Zuge der Erneuerung der Zulassung von Mon 810 (die Vertriebsgenehmigung war im Frühjahr abgelaufen) inzwischen bei der EU vorlegt, bestätigt Monsanto-Sprecher Andreas Thierfelder.

Für die Gentechnik-Expertin des BUND, Heike Moldenhauer, ist dennoch klar, dass, kann sich Dimas mit seinen Bedenken gegen Bt-11 und 1507 durchsetzen, auch Mon 810 auf der Strecke bleiben müsste: „Damit hätte sich der Anbau insektenresistenter Gen-Mais-Sorten in der EU erledigt.“

Wie heikel die Gentechnik ist, offenbart die unbeabsichtigte Aussaat von gentechnisch kontaminierten Raps der Deutschen Saatveredelung in diesem Herbst: Der wegen der Verunreinigung illegale Raps (Gen-Raps ist in der EU tabu) war etwa in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen auf 1500 Hektar ausgesät worden.

Gen-Raps illegal gesät

Zwar hatten die Behörden, als sie den Irrtum bemerkten, ein Umpflügen sowie einen Herbizideinsatz gegen mögliche Rapsreste angeordnet. Da Raps sich mit Wildpflanzen kreuzen kann, verlangte der BUND aber aus Natur- und Verbraucherschutzgründen die Benennung der Flächen. Ohne Erfolg. Schleswig-Holstein begründete die Verweigerung mit dem Hinweis auf „Persönlichkeitsschutzrechte“ der Landwirte.

gefunden bei: Frankfurter Rundschau

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Written by genfood

31.Oktober.2007 um 10:05

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