Monsanto

dieses Blog ist eine Waffe

Archive for November 2007

europaticker Gen-Mais kann nicht kontrolliert werden

leave a comment »

Greenpeace: Keine verlässlichen Analysemethoden für Giftgehalt in Gen-Pflanzen

Greenpeace veröffentlicht heute in Berlin neue Forschungsergebnisse, nach denen es keine verlässliche Messmethode für den Giftgehalt im Gen-Mais gibt. Der in Deutschland angebaute genmanipulierte Mais Mon810 des Agrarkonzernes Monsanto produziert ein Insektizid, mit dem die Pflanze Schädlinge abtötet.

Da es bisher kein standardisiertes Analyseverfahren für den Giftgehalt der Gen-Pflanzen gibt, werden verschiedene Methoden verglichen. Die Firma EcoStrat GmbH in Zürich hat im Auftrag von Greenpeace Gen-Mais-Proben von deutschen Dckern untersucht. Das Ergebnis: Je nach Analysemethode schwanken die Messergebnisse für die Menge des Insektizides in den selben Pflanzenteilen um bis zu hundert Prozent. Angesichts der vorliegenden Ergebnisse fordert Greenpeace einen Anbaustopp.

„Wir waren sehr überrascht, als wir die Ergebnisse sahen“, sagt Matthias Meier von EcoStrat. „Es ist derzeit nicht möglich, verlässlich zu überprüfen, wieviel Toxin der Mon810-Mais wirklich produziert. Auch zehn Jahre nach der Zulassung der Pflanzen gibt es noch immer keine einheitlichen und überprüfbaren Teststandards.“

EcoStrat verglich den Gehalt des Insektizides Bacillus thuringiensis (Bt) in den Gen-Mais-Proben mit zwei so genannten ELISA-Verfahren (enzyme-linked immunosorbent assay). Der Nachweis erfolgt mit Hilfe von Antikörpern, die sich an das Bt-Protein im Gen-Mais binden. Eines der beiden ELISA-Verfahren wird in ähnlicher Form auch von Monsanto verwendet. Mit dem Messprotokoll von Monsanto hat EcoStrat in der Regel die geringeren Bt-Werte in den Pflanzen-Proben gefunden. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hatte den Konzern im April 2007 aufgefordert, einen umfassenden Überwachungsplan zu den Umweltrisiken von Mon810 vorzulegen. Legt Monsanto diesen Plan nicht vor, will Seehofer den Anbau im kommenden Jahr verbieten.

Gegen diese Auflage hat Monsanto inzwischen geklagt.

„Verlässliche Testverfahren sind eine wesentliche Voraussetzung für die Risikobewertung und den Anbau von Gen-Pflanzen“, sagt Gentechnik-Experte Christoph Then von Greenpeace. „Da diese Grundlage fehlt, muss Horst Seehofer den Anbau des Gen-Maises verbieten.“

Gentechnikkonzerne bekommen derzeit ungewohnten Gegenwind. Horst Seehofer hat sich erst gestern in Brüssel für einen EU-Zulassungsstopp gentechnisch veränderter Agrarprodukte ausgesprochen. Auch EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hat vorgeschlagen, die Zulassung von zwei neuen Gen-Maissorten abzulehnen – zum ersten Mal gegen die Empfehlung der umstrittenen Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die französische Regierung einen Anbaustopp für den Gen-Mais Mon810 im kommenden Jahr durchsetzen will.

Auch Österreich, Polen, Ungarn und Griechenland haben den Anbau des Gen-Maises bereits untersagt.

gefunden bei: Umweltruf.de

Advertisements

Written by genfood

30.November.2007 at 10:45

Fehlende Messdaten für Gen-Mais

leave a comment »

Die ökologischen Folgen des Anbaus von insektenresistenten Gentech-Mais sind immer noch unklar. Eine standardisierten Messmethode gibt es immer noch nicht. VON WOLFGANG LÖHR

Wieviel Gift ist im Mais? Greenpeace fordert ein verlässliches Testverfahren. Foto: ap

Zehn Jahre nach der ersten Genehmigung für den kommerziellen Anbau von Gentech-Pflanzen in der EU gibt es hinsichtlich der Risikobewertung zunehmend offene Fragen. So existiert für den seit 1998 zugelassenen, ein Insektengift produzierenden Genmais MON810 „immer noch kein verlässliches und standardisiertes Messverfahren, um den Giftgehalt in den Pflanzen zu bestimmen“, sagte der Gentech-Experte von Greenpeace Christoph Then. Greenpeace hatte diese Woche in Berlin eigene Untersuchungsergebnisse vorgestellt. Der kommerzielle Anbau von MON810 müsse sofort gestoppt werden, forderte Then, denn ohne verlässliche Testverfahren sei auch keine Risikobewertung möglich.

Der vom US-Biotechnologiekonzern Monsanto entwickelte MON810 enthält ein Gen aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis, das ein für Insektenlarven giftiges Protein produziert. Es gibt eine ganze Reihe dieser Bt-Toxine, die je nach Insektenart unterschiedlich wirken. Das im MON810 enthaltene Bt-Toxin Cry1Ab soll die Pflanzen spezifisch vor den Raupen des Schmetterlings Maiszünsler schützen. Verschiedene Studien in den letzten Jahren zeigten jedoch, dass das Bt-Toxin nicht nur den Zielorganismus Maiszünsler schädigt, sondern auch nützliche Insekten und Bodenorganismen beeinträchtigen könne. Für die Zulassungsbehörden reichten diese Studien jedoch nicht aus, um die MON810-Genehmigung in Frage zu stellen.

Greenpeace veranlasste daher eigene Studien. „Wir haben mit dem Projekt vor zwei Jahren angefangen“, erklärte der Greenpeace-Experte Then. „Eigentlich wollten wir die Rückstände des Insektengifts im Boden messen, mussten aber schnell feststellen, dass es keine standardisierten Messprotokolle dafür gibt.“

Stattdessen ließ Greenpeace dann die Giftkonzentrationen in verschiedenen Pflanzenteilen von MON810 untersuchen -unter anderem Blätter, Wurzeln und Körner. Die Proben stammten von verschiedenen Gentech-Feldern in Deutschland. Aber auch hier gab es Probleme mit den Messmethoden.

Die beauftragte Züricher Firma EcoStrat wandte zwei verschiedene Messmethoden an. Zum einen verwendeten sie einen kommerziell verfügbaren Testkitt. Als zweite Methode nutzte EcoStrat das auch von Monsanto genutzte Verfahren, zumindest so weit Daten darüber verfügbar waren. Das Ergebnis: „Je nach Analysemethode schwankten die Messergebnisse für die Menge des Insektizids in denselben Pflanzenteilen um bis zu hundert Prozent“, so Greenpeace.

„Wir waren sehr überrascht, als wir die Ergebnisse sahen“, sagte Matthias Meier, der bei EcoStrat die Messungen durchführte. Mit dem Messprotokoll von Monsanto hatte EcoStrat „in der Regel“ geringere Bt-Werte gemessen. Bei den Ursachen ist Meier nur auf Vermutungen angewiesen. Denn einige notwendige Angaben über das von Monsanto genutzte Messprotokoll fehlen. Bekannt ist, dass die Messmethoden sehr sensibel auf Störfaktoren reagieren. Da muss dann selbst die exakte Zusammensetzung der Messlösungen bekannt sein, um die Ergebnisse reproduzieren zu können.

Bedenklich ist, dass auch den mit der Zulassung befassten Institutionen nicht die von Monsanto verwendeten Messprotokolle in allen Einzelheiten bekannt sind. Dort habe man sich einfach bei der Risikoabschätzung auf die von Monsanto eingereichten Unterlagen verlassen, so die Kritik der Umweltorganisation. Eigene Messungen, mit denen die Daten von Monsanto überprüft wurden, konnten jedenfalls mit dem von Monsanto vorgelegten Messprotokollen nicht durchgeführt werden.

„Es ist derzeit nicht möglich, verlässlich zu überprüfen, wie viel Toxin der MON810-Mais wirklich produziert“, so die Schlussfolgerung des EcoStrat-Mitarbeiters Matthias Meier. Damit fehle auch eine wesentliche Voraussetzung für die Risikobewertung, so Christoph Then. Von Seehofer fordert er den Anbau sofort zu verbieten.

In Deutschland wurde der Monsanto-Mais in diesem Jahr auf rund 2.500 Hektar angebaut. Im Frühjahr, kurz nach der Aussaat hatte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) zwar ein Vertriebsverbot für das MON810-Saatgut angeordnet. Wegen ungeklärter Umweltrisiken und weil Monsanto nicht, wie in den EU-Richtlinien verlangt wird, eine Anbau begleitende Untersuchung über gesundheitliche und ökologische Folgen durchführt.

Inzwischen hat Monsanto einen entsprechenden Monitoring-Plan eingereicht. Auch an einer Standardisierung der Messmethode wird derzeit beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gearbeitet. Der Monitoring-Plan wird derzeit überprüft. Ob er ausreicht, damit Seehofer den Vertriebsstopp für den Gentech-Mais wieder aufheben lässt, ist noch unklar.

gefunden bei: TAZ

SEEHOFERS TROJANER

Für eine Überraschung sorgte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) Anfang der Woche in Brüssel. Er forderte einen vorübergehenden Zulassungsstopp für neue Gentech-Pflanzen. Das Zulassungsverfahren in der EU sei „hoch unbefriedigend“ und „politisch bedenklich“, so Seehofer. Die Vorbehalte der Bevölkerung gegen Genprodukte würden in Brüssel nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Seehofer vor dem EU-Agrarrat. Für die Agrarexpertin der Grünen, Ulrike Höfken, ist Seehofers Vorstoß jedoch ein „vergiftetes Geschenk“. Denn Seehofers Ansinnen sind nicht strengere Regeln, sondern ist ganz im Gegenteil eine Beschleunigung der Verfahren. Er möchte, dass allein die EU-Kommission auf Grundlage der Risikoabschätzung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA entscheidet. Und diese beiden Institutionen haben in der Vergangenheit so gut wie immer zugunsten der Gentech-Industrie entschieden. WLF

Written by genfood

30.November.2007 at 10:40

Gentech-Zulassungsverfahren als Heimspiel der Industrie

leave a comment »

Experte kritisiert Vorgehen der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA

Wien (pte/29.11.2007/06:05) – „Die Vorgänge bei Gentechnik-Zulassungen bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ähneln einer unfairen Sportveranstaltung, bei der massive Rechtsverletzungen und wissenschaftlich nicht begründbare Willkür zur Norm geworden sind“. Zu diesem Schluss kommt der Gentechnik-Experte Werner Müller von Global2000 http://www.global2000.at und Eco-Risk http://www.eco-risk.at in einem pressetext-Interview.

„Fehlerhafte Risikobewertungen gibt es in der Wissenschaft immer wieder. Die drei heute verbotenen Substanzen DDT, Methylbromid und das Pestizid Vinclozolin sind sehr gute Beispiele dafür“, erklärt Müller. „Allerdings unterscheiden sich die Folgen einer falschen Risikoeinschätzung dieser Substanzen ganz grundlegend von jener der Ausbringung gentechnisch veränderten Pflanzen“, so Müller. Da gentechnisch veränderte Pflanzen bzw. ihre synthetischen Gene aus der Umwelt nicht mehr zurückholbar sind und somit jede Fehleinschätzung unwiderruflich und unumkehrbar die Umwelt und folgende Generationen belastet, sei die Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen mit dem Vorsorgeprinzip und dem Menschenverstand unvereinbar, folgert Müller.

Die Missstände in Bezug zu einem sportlichen Ereignis sieht Müller etwa in der fehlenden Abschätzung von Langzeitrisiken (730-Tage-Test). „Hier gibt es bereits das erste eins zu null für die Industrie“, so Müller. Das zweite ergebe sich aus der fehlenden Abschätzung von Effekten auf zukünftige Generationen. „Ganz eklatant ist auch die fehlende Abschätzung von kumulativen toxischen Wirkungen“, kritisiert der Experte. Zudem würden auch die gesetzlichen Anforderungen an eine Fall-zu-Fall-Analyse nicht umgesetzt. Die Unsicherheiten müssten nach EU-Recht in der Risikoabschätzung ausdrücklich analysiert werden.

„Alle signifikanten Effekte werden zugunsten der Biotechfirmen verharmlost und in vielen Fällen übernimmt EFSA die Schlussfolgerungen der Herstellerfirmen eins zu eins“, kritisiert der Experte. Mehrjährige Studien an Regenwürmern, Asseln, Schmetterlingen und anderen Tieren gebe es bis jetzt nicht im Rahmen des Zulassungsverfahrens. Zudem fehlen auch so genannte Tritrophischen Studien – das sind Untersuchungen der Effekte über die Nahrungskette. „Was für kritische EU-Staaten wie etwa Österreich oder Italien besonders problematisch ist, nämlich wissenschaftliche Einwendungen – wird von der EFSA mit dem Argument es gebe keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, als unbegründet abgelehnt.“

Der EFSA wird auch vorgeworfen, für die Industrie Werbung zu machen und den Konsumenten die Mitsprache-Möglichkeit zu nehmen. „Die Befürworter der gentechnisch veränderten Organismen gehen auch immer noch von der längst widerlegten Annahme aus, dass 98 Prozent des Genoms ‚Müll‘ wären“, bringt Müller vor. Das sei eine veraltete Annahme, die auf Basis der neuen Erkenntnisse der Grundlagenforschung wie des FANTOM- oder des ENCODE-Projekts unhaltbar geworden sei. „Diese Projekte haben die Bedeutung der RNA-Moleküle bei der Steuerung menschlichen Lebens zu Tage gebracht. Unverständlich ist, dass EFSA auf diese Erkenntnisse bisher nicht reagiert hat und die Risiken der synthe-RNA Moleküle aus gentechnisch veränderten Pflanzen vollkommen in der Risikoabschätzung transgener Pflanzen ignoriert“, erklärt Müller. Heftig kritisiert werde seitens verschiedener Umweltorganisationen auch, dass gentechnik-kritische Wissenschaftler von den Universitäten mit radikalen Mitteln ausgegrenzt werden.

gefunden bei: Pressetext.at

Written by genfood

30.November.2007 at 10:32

Veröffentlicht in EU-Behörden, Zulassungen

Wo bleibt das 100-Dollar-Fass?

leave a comment »

Die Börsenkolumne aus New York von Lars Halter

An der Nymex schwitzen die Händler. Der Ölpreis ist volatil wie selten zuvor, er steigt und fällt fast täglich um mehrere Dollar – und das auf kritischem Level. Die 100-Dollar-Marke ist seit Wochen zum Greifen nahe, vor wenigen Tagen fehlten nur noch 71 Cent, doch drüber kommt man nicht.

Nicht dass die Händler in den Pits von teurem Öl profitieren würden. Im Gegenteil: Jeder einzelne, der da auf dem Parkett der New Yorker Rohstoffbörse schreit und kauft und verkauft, ist ja auch ein Verbraucher, der unter steigenden Benzin- und Heizölpreisen leidet. Jeder einzelne zahlt seinen Benzin-Zuschlag auf Airline-Tickets und Paketpost, jeder einzelne spürt den allgemeinen Inflationsdruck, der in keinem Sektor so stark ist wie bei den Rohstoffen.

Dass die Händler den Ölpreis dennoch dreistellig sehen wollen liegt nur daran, dass dann endlich die Anspannung weg wäre. „Lasst uns jetzt die 100 Dollar sehen, dann haben wir es hinter uns“, klagt ein Trader, dem die ewig gleichen Schlagzeilen auf den Wecker gehen. „Öl bald 100 Dollar?“, droht es immerhin täglich aus irgendeinem Wirtschaftsmagazin – klar, Öl wird bald bei 100 Dollar notieren, jedes Kind weiß das.

Die Frage ist: Wer hat etwas vom hohen Ölpreis, und wer leidet darunter? Und die Antwort liegt nicht auf der Hand, im Gegenteil: In der Rohstoff-Branche selbst gibt es Gewinner und Verlierer, in anderen Sektoren verhält es sich noch komplizierter.

In der Öl-Branche gibt es gerade unter den amerikanischen Konzernen unerwartet viele Verlierer. Denn Branchengrößen wie ExxonMobil und Chevron verkaufen an ihren Tankstellen viel mehr Benzin als sie aus ihrem selbst geförderten Öl gewinnen können. Die Raffinerien müssen also massiv nachkaufen – zum regulären Marktpreis. Umso härter trifft das Raffineriebetreiber wie Valero und Sunoco, die so gut wie keine eigene Förderung haben, und deren Aktien in den letzten Wochen rund 15 Prozent abgegeben haben.

Andere Verlierer finden sich in der Automobil- und Flugzeugindustrie – in der sich aber wiederum Chancen für Gewinner auftun. Denn während Fluggesellschaften und Autofahrer mit hohen Spritkosten zu kämpfen haben, steigt die Nachfrage nach effektiveren Motoren und Turbinen. Das wiederum kommt einigen Zulieferern zugute, die einen Wachstumsmarkt bearbeiten können, der lange vernachlässigt war.

Ähnliches macht Monsanto als Spezialist für alternative Energien. Das Unternehmen, einer der größten Hersteller von Bio-Diesel, gehört zu den Lieblins-Aktien der Wall Street in diesem Jahr und hat seinen Wert seit Januar um rund 80 Prozent steigen sehen.

Dass alternative Energien immer wichtiger werden, ist weithin bekannt – allerdings auch, dass sie Öl nie ersetzen werden, solange noch ein Tröpfchen des schwarzen Goldes aus der Erde gepresst werden kann. Insofern steigt mit dem hohen Ölpreis die Nachfrage nach Förderbedarf. Der Ölfeld-Spezialist Schlumberger und die Plattform-Betreiber Weatherford und Transocean profitieren direkt vom steigenden Ölpreis und sehen damit ihre eigenen Aktien und die ihrer Ausstatter steigen.

Und ein Sektor profitiert ohnehin, wenn Rohstoffe knapp und teuer werden: das Militär. Da die meisten Ölfelder mittlerweile in der Hand der jeweiligen Staaten sind, fließt verstärkt Geld in deren Kassen, wo es zu einem großen Teil in Rüstung – und damit letztendlich die Sicherheit der Öl- und Einnahmequelle – investiert wird. Aktien von Lockheed-Martin und Raytheon haben allein im letzten Vierteljahr vor dem Hintergrund eines steil steigenden Ölpreises um jeweils rund 20 Prozent zugelegt.

Wer klug investiert, kann also vom steigenden Ölpreis direkt profitieren – letzten Endes schaden teure Rohstoffe aber mehr als sie nutzen. Insofern wünschen sich die Trader an der Nymex wirklich keinen langfristig dreistelligen Ölpreis. Nur sehen möchte man ihn einmal. Ganz kurz.

gefunden bei: N-TV Börse Inside

Written by genfood

28.November.2007 at 10:15

Veröffentlicht in Allgemein

Greenpeace: Gen-Mais kann nicht kontrolliert werden

leave a comment »

Presseerklärung vom 27. November 2007

Gen-Mais kann nicht kontrolliert werden
Greenpeace: Keine verlaesslichen Analysemethoden fuer Giftgehalt in
Gen-Pflanzen

Berlin, 27.11.2007 – Greenpeace veroeffentlicht heute in Berlin neue
Forschungsergebnisse, nach denen es keine verlaessliche Messmethode fuer
den Giftgehalt im Gen-Mais gibt. Der in Deutschland angebaute
genmanipulierte Mais Mon810 des Agrarkonzernes Monsanto produziert ein
Insektizid, mit dem die Pflanze Schaedlinge abtoetet. Da es bisher kein
standardisiertes Analyseverfahren fuer den Giftgehalt der Gen-Pflanzen
gibt, werden verschiedene Methoden verglichen. Die Firma EcoStrat GmbH in
Zuerich hat im Auftrag von Greenpeace Gen-Mais-Proben von deutschen Dckern
untersucht. Das Ergebnis: Je nach Analysemethode schwanken die
Messergebnisse fuer die Menge des Insektizides in den selben Pflanzenteilen
um bis zu hundert Prozent. Angesichts der vorliegenden Ergebnisse fordert
Greenpeace einen Anbaustopp.

„Wir waren sehr ueberrascht, als wir die Ergebnisse sahen“, sagt Matthias
Meier von EcoStrat. „Es ist derzeit nicht moeglich, verlaesslich zu
ueberpruefen, wieviel Toxin der Mon810-Mais wirklich produziert. Auch zehn
Jahre nach der Zulassung der Pflanzen gibt es noch immer keine
einheitlichen und ueberpruefbaren Teststandards.“

EcoStrat verglich den Gehalt des Insektizides Bacillus thuringiensis (Bt)
in den Gen-Mais-Proben mit zwei so genannten ELISA-Verfahren (enzyme-linked
immunosorbent assay). Der Nachweis erfolgt mit Hilfe von Antikoerpern, die
sich an das Bt-Protein im Gen-Mais binden. Eines der beiden ELISA-Verfahren
wird in aehnlicher Form auch von Monsanto verwendet. Mit dem Messprotokoll
von Monsanto hat EcoStrat in der Regel die geringeren Bt-Werte in den
Pflanzen-Proben gefunden. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU)
hatte den Konzern im April 2007 aufgefordert, einen umfassenden
Ueberwachungsplan zu den Umweltrisiken von Mon810 vorzulegen. Legt Monsanto
diesen Plan nicht vor, will Seehofer den Anbau im kommenden Jahr verbieten.
Gegen diese Auflage hat Monsanto inzwischen geklagt.

„Verlaessliche Testverfahren sind eine wesentliche Voraussetzung fuer die
Risikobewertung und den Anbau von Gen-Pflanzen“, sagt Gentechnik-Experte
Christoph Then von Greenpeace. „Da diese Grundlage fehlt, muss Horst
Seehofer den Anbau des Gen-Maises verbieten.“

Gentechnikkonzerne bekommen derzeit ungewohnten Gegenwind. Horst Seehofer
hat sich erst gestern in Bruessel fuer einen EU-Zulassungsstopp
gentechnisch veraenderter Agrarprodukte ausgesprochen. Auch
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hat vorgeschlagen, die Zulassung von zwei
neuen Gen-Maissorten abzulehnen – zum ersten Mal gegen die Empfehlung der
umstrittenen Europaeischen Behoerde fuer Lebensmittelsicherheit (EFSA). Vor
wenigen Wochen wurde bekannt, dass die franzoesische Regierung einen
Anbaustopp fuer den Gen-Mais Mon810 im kommenden Jahr durchsetzen will.
Auch Oesterreich, Polen, Ungarn und Griechenland haben den Anbau des
Gen-Maises bereits untersagt.

Written by genfood

27.November.2007 at 14:37

Veröffentlicht in Andere über..., Forschung

»Warum leiden Bauern, die Nahrung anbauen, Hunger?«

with one comment

Biotechnologie ist keine »Wunderwaffe« gegen Unterernährung, sondern dient dem Profit der Konzerne. Ein Gespräch mit Vandana Shiva
Interview: Hubert Ostendorf

Vandana Shiva ist Quantenphysikerin, Umweltschützerin, Feministin und Bürgerrechtlerin. Kürzlich bekam die Inderin den »Blue-Planet-Award 2007« der Berliner Stiftung »ethecon« verliehen. Zuvor wurde sie bereits mit dem Alternativen Nobelpreis und dem »Global 500-Award« der Vereinten Nationen ausgezeichnet

Das Problem des Hungers ist weltweit ungelöst. Wo sehen Sie die Ursachen?
Der Hunger kommt in den Ländern des Südens ausgerechnet in bäuerlichen Gegenden vermehrt vor, also dort, wo Menschen Nahrungsmittel anbauen. Das ist doch absurd. Wie kann es sein, daß Bauern, die Nahrung anbauen, Hunger leiden? Sie geraten in eine Lage, die es ihnen nicht ermöglicht, ihre eigenen Nahrungsmittel für sich und ihre Familien zu behalten. Die Ursachen liegen in der Abhängigkeit von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden, die die Agroindustrie ihnen für teueres Geld verkauft. Dies führt nicht nur zu Hunger, sondern auch zur Zerstörung der Natur. Tausende von Bauern bringen sich selbst um, weil die Schuldenlast sie erdrückt. Ich weiß auch von einigen, die ihre Frau oder Kinder verkauft haben, andere haben eine Niere verkauft.

Manche sagen, die Gentechnik könne den Hunger bekämpfen.
Das ist falsch. Auf dem offiziellen Welternährungsgipfel der Vereinten Nationen in Rom 2002 wurde die Biotechnologie sogar als Wunderwaffe gegen den Hunger propagiert. In Wahrheit dient sie aber nur dem Geschäft von Konzernen wie Monsanto und Nestlé.

Warum wird die Gentechnik dann nicht geächtet?
Die US-Regierung und auch andere ignorieren frühere Vereinbarungen zur Bekämpfung des Hungers. Ein Grund sind personelle Verflechtungen: Viele Regierungsmitglieder waren zuvor bei Konzernen beschäftigt. Das ist eine Gefahr für die Demokratie.

Welche Argumente sprechen gegen die Biotechnologie?
Sie bietet überhaupt keinen Ansatzpunkt im Kampf gegen den Hunger in der Welt. Es wird etwa behauptet, dadurch käme es zu höheren Erträgen in der Landwirtschaft. Das ist aber schlicht falsch. Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen verbessern nirgendwo auf der Erde die Ernten der Bauern und bringen die Kleinbauern in eine wirtschaftliche Abhängigkeit von den Konzernen. Eine Greenpeace-Studie über die Landwirtschaft in Argentinien beweist sogar, daß sich die Ernteerträge durch Gentechnik verringern. Gleichzeitig steigt der Verbrauch an gefährlichen Pestiziden und teuren Düngemitteln.

Also alles nur eine Frage des Profites?
Ja, leider. Die armen Länder sind ein riesiger Absatzmarkt für die Produkte der Agroindustrie. Die Konzerne pressen unseren Bauern Lizenzgebühren ab, Geld für patentierte Samen, Dünger und Pestizide. Zugleich bestimmen die Weltbank und der Internationale Währungsfonds die Bedingungen für den Außenhandel. Die indische Bevölkerung etwa bezahlt für das eigene Getreide doppelt so viel wie die nördlichen Importeure. Also verhungern meine Landsleute, weil ihnen die Nahrungsmittel verwehrt werden, die sie selbst produzieren.

Was muß geschehen?
Die Regierungen des Nordens sollten dafür sorgen, daß die Konzerne sich aus der Nahrungsmittelproduktion heraushalten. Außerdem müssen wir verhindern, daß diese Unternehmen gentechnische Pflanzen anbauen. Sie tun dies oft ohne rechtliche Regelungen und schaffen damit Tatsachen. Wir brauchen ein neues System der Nachhaltigkeit. Schlüsselfragen müssen sein: Wie nutzt man den Boden am besten, was ist am gesündesten, was ist gerecht, wie nutzen wir die Artenvielfalt am besten?

Ein besonderes Problem ist die Privatisierung.
Ja. Nehmen Sie zum Beispiel das Wasser. Wo die Versorgung damit von großen Konzernen privatisiert wurde, ist es um das Zehnfache teurer geworden. Und diese horrenden Summen lassen sich mit den von der Weltbank diktierten Dumpingpreisen für Lebensmittel nicht wieder einfahren. Hinzu kommt, daß das ganze ungerechte System auch noch mit öffentlichen Mitteln subventioniert wird. Wir müssen unbedingt dafür kämpfen, daß dieses öffentliche Geld – also unser Geld – in die ökologische Landwirtschaft der Kleinbauern fließt. Außerdem hoffe ich, daß die europäische Bevölkerung sich gegen die Einfuhr gentechnisch belasteter Nahrungsmittel zur Wehr setzen wird.

gefunden bei: Junge Welt

Written by genfood

27.November.2007 at 9:17

Veröffentlicht in Andere über..., Patente

Heute bitte keine Milch

leave a comment »

Welche unheimlichen Hintergründe der Boykott von genmanipulierter Milch an einer Schule in Krefeld hat und warum Gentechnik rassistisch sein kann. VON MARIE-LISA NOLTENIUS

Was ist wirklich in der Schulmilch – und ist Gentechnik im Spiel? Foto: ap

Eine Grundschule in Krefeld. Täglich verkauft die Hausmeisterin belegte Brötchen und Schulmilch an die SchülerInnen. Doch plötzlich stoppt der Verkauf von Kakao- oder Vanille-Milch. Denn die Firma Campina kann nicht garantieren, dass ihre Kühe nur natürlichen Mais als Futter bekommen. „Ich habe durch Greenpeace davon erfahren, dass unser Schulmilch-Lieferant auch Milch von Landwirten kauft, die genmanipulierten Mais verfüttern“, sagt Ulrike Huhndorf der Rheinischen Post. „Ich war entsetzt.“ Sie gibt die Information an die Eltern weiter. Seitdem sagen die Schüler: Heute keine Milch!

Das ist einer der Fälle, die wenigstens ein bisschen Licht in die Genindustrie bringen. Die Folgen von Gentechnik gehen heute viel weiter, als sich viele vorstellen können. Gentechnik kann sogar rassistische oder diskriminierende Folgen haben.

Percy Schmeiser kann ein Lied davon singen. Unbekannte durchsuchten eines Tages die Felder des kanadischen Bauern. Es waren keine Erntehelfer, Bauern oder Pestizidspritzer, sondern Gen-Detektive. Sie durchkämmten die Äcker, um nach genmanipuliertem Raps zu suchen. Und sie fanden ihn auch. Wenige Monate später flatterte bei Schmeiser eine Rechnung von 1 Million Dollar ins Haus. „Wir haben unser Land und unser Haus mit Hypotheken belastet, um die Anwälte bezahlen zu können“, sagte Percy Schmeiser.

Wieso sollte Schmeiser bezahlen? Und wofür?

Die Gen-Fahnder hatten in Schmeisers Feld Spuren von genmanipuliertem Raps gefunden. Das veränderte Saatgut war von Nachbarfeldern auf seine Felder geweht – natürlich ohne dass Schmeiser es wollte oder hätte verhindern können. Dann geschah das Ungeheuerliche. Der Konzern, der die Patente des gentechnisch behandelten Saatgutes besitzt, zog vor Gericht. Er wollte 1 Million Dollar Lizenzkosten von Schmeiser – weil der angeblich den Mais des Konzerns genutzt hatte.

Das Ziel der Gentechkonzerne ist es, alleinige Macht über bestimmte Pflanzen zu erlangen. Sie streben die Urheberrechte an einzelnen Genen und Züchtungsmethoden an. „Dieser Saatgutkonzern will die komplette Landwirtschaft kontrollieren, vom Acker bis zum Lebensmittel“, sagt Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace. „Saatgutpatente sind der Schlüssel dazu“. Für die Bauern scheint das Versprechen von steigenden Ernteerträgen durch genmanipuliertes Saatgut attraktiv sein – es bringt aber auch Abhängigkeiten mit sich. In Indien etwa verschuldeten sich Bauern, um das vielversprechende Saatgut zu kaufen. Doch der Ernteerfolg stellte sich nicht immer ein. Die meisten Bauern konnten noch nicht mal die Unkosten wieder hereinholen. Hochverschuldet wählten mehr als 1.000 Bauern den Selbstmord als Ausweg oder verkauften eigene Organe, um ihre Familien zu ernähren. Es gibt inzwischen sogar steriles Saatgut, dass unfruchtbare Ernte produziert. Man nennt das „Terminator Technologie“, die bereits patentiert ist. Würde sie tatsächlich auf den Märkten eingeführt, dann wären die Bauern gezwungen, sich ihr Saatgut jährlich neu nachzukaufen.

Im Grunde strebt die Gentechnik offenbar Perfektion an. Entgegen der Artenvielfalt soll ein Patentrezept möglichst weltweit den Weg auf unsere Felder und in unser Essen finden. Das bedeutet, die ertragreichste, äußerlich schönste und haltbarste Frucht soll den menschlichen Bedarf allein abdecken. Nur eine Sorte soll sich durchsetzen, während die anderen verkümmern. Das ist auf seine Art auch Rassismus – gegen den man sich wehren muss.

Percy Schmeiser, der Bauer aus Kanada, machte es, indem er seinerseits den Konzern verklagte – für die Verunreinigung seiner Ernte. Vor dem obersten Gericht in Kanada wurde Percy Schmeiser schließlich von der Zahlung der Lizenzkosten freigesprochen. Allerdings musste er seine 400.000 Dollar Aufwendungen für jahrelange Prozesses selbst tragen.

Und letzten Endes gab auch das höchste kanadische Gericht den Patentansprüchen des Konzerns recht – denn auf welche Art Gene in eine höhere Lebensform kommen, sei egal. Und Monsanto hat das Eigentumsrecht daran. Das hat gravierende Folgen, denn in Kanada ist es mittlerweile nicht mehr möglich, konventionellen oder biologischen Raps anzubauen, ohne dass Spuren von Gentechnik enthalten sind. Immerhin, Percy Schmeiser hat für seinen Kampf jüngst den alternativen Nobelpreis gewonnen.

Auch die kleine Schule und die lokale Zeitung in Krefeld haben gekämpft. Sie veranstalteten eine Online-Abstimmung, ob Schüler Milch trinken sollen, die mittelbar mit Gentechnik erzeugt wurde. Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich Schulen mit dem Thema Gentechnik in eigenen Projekten befassen – damit sie wissen, was in der Milch ist.

Marie-Lisa Noltenius (20) hat bei der Q-Rage, der bundesweiten Zeitung von Schule-ohne-Rassismus, mitgearbeitet. Sie legt am Fritz-Hensler-Berufskolleg in Dortmund ihr Fachabitur ab.

gefunden bei: TAZ

Written by genfood

22.November.2007 at 14:02

Veröffentlicht in Firmenpolitik, Patente, Rechtsstreit