Monsanto

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Archive for Dezember 2007

Agrobusiness–Konzentration und Riesengewinne

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30.12.2007 – Auf den rasanten Konzentrationsprozess in der Pflanzenzüchtung weist der neueste Infobrief des Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft hin. Noch vor 25 Jahren habe es weltweit mindestens 7.000 Züchtungsunternehmen gegeben, von denen keines einen Marktanteil von über einem Prozent gehabt habe, schreibt der Saatgutfonds. Heute beherrschten die zehn größten Agrokonzerne 50 Prozent des Saatgutangebotes. Mit Abstand der größte sei dabei Monsanto. 

Allein in den letzten acht Jahren habe das US-amerikanische Unternehmen für mehr als 13 Milliarden Dollar Saatgutfirmen aufgekauft. Erst Ende 2006 sei der elftgrößte Saatguthersteller Delta and Pine Land zum Preis von 1,5 Milliarden Dollar übernommen worden. Für den Bereich der gentechnisch veränderten Pflanzen ist Monsanto schon heute Monopolist: Über 90 Prozent aller gentechnisch veränderten Pflanzen weltweit stammen aus den Laboren von Monsanto.

Der Infobrief weist außerdem auf die riesigen Gewinnsummen des Agrobusiness hin. Der Jahresgewinn 2007 des Konzerns Monsanto betrage z.B. fast eine Milliarde US Dollar. Dies entspräche einer monatlichen Gehaltszahlung von einer Million über einen Zeitraum von 80 Jahren, betont Saatgut-Brief Herausgeber Oliver Willing. Während sich oft Bauern und  Bäuerinnen unter schwierigen Bedingungen gerade so finanziell über Wasser hielten, verdienten andere an der Landwirtschaft ein Vermögen. Diese Absurdität zeige, dass die Saatgutfrage eng mit gesellschaftlichen Fragen zusammenhänge, schreibt Willing weiter.

Nach eigenen Angaben engagiert sich die Zukunftsstiftung Landwirtschaft „in der öffentlichen Diskussion mit dem Ziel, die biologische Landwirtschaft als Leitbild künftiger Agrarpolitik zu etablieren und fortzuentwickeln.Ihr Ziel ist eine lebendige und zukunftsorientierte Entwicklung von Wirtschaft und Kultur, in der Stadt und Land einander befruchten.“

gefunden bei: Themen der Zeit

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31.Dezember.2007 at 12:27

Landwirte lehnen Gentechnik ab

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Bauern unterzeichneten Verpflichtung

Sie wollen keine Gentechnik auf dem Feld: von links die Landwirte Günther Koch (Homberg), Heiko Martin (Lohre), Referent Dr. Peter Hamel, Heinrich Brede (Lohne), Hans-Theo Scheffer (Wabern) sowie Dietmar Groß (Homberg). Foto: nh

Schwalm-Eder. Landwirte aus dem Schwalm-Eder-Kreis haben sich verpflichtet, auf den Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut zu verzichten. Bei einer Diskussionsveranstaltung in Wabern unterschrieben sie eine Selbstverpflichtung.

Gemeinsam mit dem Bündnis „Kein Genmais im Schwalm-Eder-Kreis“ wollen die Landwirte in den kommenden Wochen bei Kollegen dafür werben, ebenfalls auf Gentechnik auf dem Feld zu verzichten.

Bei der Veranstaltung in Wabern hatte Dr. Peter Hamel referiert. Er ist selbst Landwirt und Initiator von „Zivilcourage Vogelsberg“. Dr. Hamel stellte dar, dass er die Gentechnik in der Landwirtschaft für eine Sackgasse halte.

Dorf für Dorf

In seinem Vortrag griff er die Firma Monsanto an, die in Niedermöllrich gentechnisch veränderten Mais anbauen wollte. Die Landwirte müssten nun handeln, und die Region Dorf für Dorf zur gentechnikfreien Zone zu erklären.

Auch gentechnisch veränderte Futtermittel seien ein Problem, erklärte Dr. Hamel, denn sie machten die Tiere häufig krank. Insgesamt sei die Gentechnik zu unsicher, erklärte der Landwirt. (red) Kontakt: Dietmar Groß, Tel. 0 56 81/26 07.

gefunden bei: HNA Fritzlar-Homburg

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18.Dezember.2007 at 9:39

Veröffentlicht in Andere über...

Ansprüche ans eigene Handeln

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Bio-Produkte genverändert

Eine Dokumentation im Fernsehen zeigte jetzt, wie der amerikanische Konzern Monsanto die Farmer in den USA wie Spielbälle in den Ruin treiben kann, indem er selbst in den Produkten der Bio-Bauern trickreich Gen-Sequenzen nachweisen lässt. Riesige Strafzahlungen sind die Folge. Monsanto will daran mitverdienen, was Bauern erarbeiten. Wichtig wäre es daher zu erfahren, bei wem der deutschen Befürworter von Gen-Anbau eine materielle Einflussnahme seitens dieses Konzerns stattfindet. Roswitha Laube, Nordhausen.

Link zum Beitrag

gefunden bei: Thüringer Allgemeine

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18.Dezember.2007 at 9:30

David gegen Goliath

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Ein Präriefarmer kämpft eine Schlacht mit dem Konzerngiganten Monsanto
Joan Delaney, Epoch Times Kanada
Epoch Times Deutschland 14.12.2007 11:36

Percy Schmeiser in seinem Rapsfeld, dessen Pflanzen laut Patentrecht Monsanto gehören. (Foto: Percy Schmeiser)

1998 bekamen Percy und Louise Schmeiser einen Brief, der ihr Leben verändern sollte. In dem Brief des Agrarchemie-Giganten Monsanto wurden die Schmeisers angeklagt, nicht lizenziertes Patentsaatgut zu verwenden, um auf ihrer Farm in Bruno, Saskatchewan, Kanada-Raps anzubauen. Die gentechnisch veränderte Saat wurde von der Nachbarfarm oder vorbeifahrenden Lastwagen auf das Eigentum der Schmeisers „geweht“; sie sagten, sie wollten die GMO-Saat (gentechnisch veränderte Organismen) nicht und hatten auch nie die Absicht, sie zu verwenden.

Aber nach kanadischem Patentrecht enthielt die Saat, die auf der Farm der Schmeisers landete, Gene, die Monsanto für sich beansprucht. Laut Chronologie der Ereignisse auf einer von den Schmeisers erstellten Webseite drohte Monsanto, die Schmeisers wegen „Patentverletzung“ zu verklagen, verlangte 400.000 US-Dollar Schadenersatz, einschließlich 250.000 Dollar Prozesskosten, 105.000 Dollar an geschätztem Gewinn für ihre Ernte von 1998, 13.500 Dollar (15 Dollar pro Hektar) an „Technologienutzungsgebühr“ und 25.000 Dollar Strafzuschlag als Schadenersatz.

Percy Schmeiser sagt jedoch, dass der Konzern anbot, die Anzeige zurückzunehmen, wenn er seine Technologienutzungsgebühr bezahlt und einen Vertrag unterzeichnet, in dem er sich verpflichtet, seine Saat zukünftig immer von Monsanto zu kaufen. Die Schmeisers behaupteten, dies wäre Bestechung. Es lief auf eine klassische David gegen Goliath-Schlacht hinaus, und die Schmeisers brachten den Fall vor den Obersten Gerichtshof, wo entschieden wurde, dass Monsanto tatsächlich der Eigentümer der Gene der Saat wäre, die auf dem Land des Paares landeten.

„Es war die auf meinem Land gewachsene Saat, aber das Gericht urteilte, dass man im Falle einer Kontamination nicht mehr der Eigentümer seiner Saat oder Pflanzen wäre, und es spielt dabei keine Rolle, wie die Gene dorthin kamen. Durch das Patentrecht wird es zum Eigentum von Monsanto“, sagt der 77-jährige Schmeiser. Monsanto behauptet, dass er absichtlich die gentechnisch veränderte Saat verwendet hat. Die Sprecherin von Monsanto Kanada, Trish Jordan, sagt, die Gesellschaft würde nicht das Patentrecht anwenden, wenn die Fallkerb-Fertigsaat zufällig auf irgendeine Farm käme; das Gericht stellte fest, dass die Pflanzen „nicht zufällig auf Schmeisers Farm kamen“, sagt sie.

Die Schmeisers kamen aber zu einem Teilerfolg; das Gericht urteilte, dass das Paar weder Gewinn erzielte noch sonstigen Nutzen aus der Verwendung der GMO-Saat zog und deshalb keine Zahlungen an Monsanto leisten müsste. Schmeiser sagt, er stellte, um ähnliche Probleme zukünftig zu vermeiden, von Raps – den er über fünfzig Jahre lang auf seiner 1.400 Morgen großen Farm angebaut hatte – um auf Weizen, Senf, Hafer und Erbsen. Aber trotzdem fanden sich wieder Fallkerb-Fertigsaatpflanzen von Monsanto auf seinen Feldern. Monsanto stimmte zu, die Pflanzen zu entfernen, wenn die Schmeisers ein Dokument unterschreiben, in dem sie versprechen, den Konzern niemals zu verklagen. Das Dokument enthielt auch eine Nichtbekanntmachungsklausel, wodurch verhindert werden soll, dass die Schmeisers über die Einzelheiten der Vereinbarung sprechen. Die Schmeisers weigerten sich.

„Das ist die totale Kontrolle einer Einzelperson“

„Es geht jetzt um mehr als Saat und Pflanzen“, sagt Schmeiser. „Jetzt wollen sie die Redefreiheit und die freie Meinungsäußerung verbieten. Das ist die totale Kontrolle einer Einzelperson durch einen Konzern und ich sehe keine Möglichkeit, so etwas zu unterschreiben.“ Schmeiser schickte Monsanto stattdessen eine Rechnung über 600 Dollar, die, wie er sagt, die Kosten für die Entsorgung der Pflanzen umfasst. Als Monsanto nicht zahlte, verklagten die Schmeisers den Konzern vor einem Gericht, das kleine Fälle verhandelt. Ein Anhörungsdatum wurde auf den 23. Januar 2008 angesetzt. Schmeiser sagt, dass es einer Schuldanerkennung gleichkommen würde, die zu tausenden von Prozessen von Landwirten in ganz Nordamerika führen könnte, deren Saat kontaminiert worden ist, wenn Monsanto angewiesen wird, die 600 Dollar zu bezahlen.

Der Zorn von Monsanto

Obwohl der Fall der Schmeisers einer der ersten war, in den eine Gesellschaft verwickelt war, die ihre eigenen Patente auf Leben beanspruchen, ist er nicht der erste Landwirt, der den Zorn von Monsanto zu spüren bekam, der größten Gesellschaft der Welt für gentechnisch entwickelte Pflanzen. Laut Greenpeace wurden hunderte oder sogar tausende von Landwirten in der ganzen Welt verklagt, nachdem mit Untersuchungen beauftragte Angestellte von Monsanto ihr patentiertes Getreide auf dem Land von Landwirten fanden, die nicht die Technologienutzungsgebühr bezahlt haben.

Denjenigen, die Monsantos Vereinbarung unterschreiben, ist es nicht erlaubt, ihre Saat zur Wiederverwendung zu schützen; jedes Jahr muss neue Saat gekauft werden.

Eine CFS-Studie stellte fest, dass Monsanto damit anfängt, die Methoden der Landwirte zu kontrollieren, indem es sie die Technologienutzungsvereinbarung über den Kauf von patentierter Saat unterschreiben lässt. Dieser Vertrag „erlaubt es Monsanto, Nachforschungen über Eigentum durchzuführen, führt zu riesigen finanziellen Belastungen für die Landwirte, bindet sie für viele Jahre an die Kontrolle durch Monsanto und definiert die Rechte der Landwirte hinsichtlich Anbau, Ernte und Verkauf von gentechnisch entwickelter Saat.“

„Zum ersten Mal in der Geschichte der Landwirtschaft sind die Landwirte nicht die Eigentümer der von ihnen verwendeten Saat“, sagt der Sprecher von CFS, Charles Margolis. Monsanto habe auf eine aggressive Art Landwirte untersucht, die es verdächtigt, dagegen verstoßen zu haben. Die Studie besagt, dass tausende solcher Untersuchungen häufig zur zweiten Stufe führten: Monsanto übt Druck auf die Landwirte aus, sich für eine geheim zu haltende Summe außergerichtlich zu einigen. Manche, wie auch die Schmeisers, ziehen vor Gericht. Monsanto hat laut CFS-Studie 90 Prozesse gegen 147 Landwirte und 39 kleine Firmen oder landwirtschaftliche Gesellschaften aufgezeichnet. Laut CFS haben die Landwirte durchschnittlich 412.259,54 $ an Monsanto gezahlt, wobei die größte eingeklagte Summe bei 3.052.800,00 $ lag.

„Wir üben unsere Patentrechte nur im Fall absichtlicher und vorsätzlicher Veruntreuung der Technologie aus, wie z.B. im Fall des Diebstahls, was wir als schwerwiegend erachten“, sagt Jordan. Sie fügt hinzu, dass Schmeiser der einzige Landwirt sei, der ein Problem damit hat, das Dokument zu unterschreiben, das die Nichtbekanntmachungsklausel enthält.

In Kanada und den USA gibt es keine neuen Gesetze hinsichtlich gentechnischer Entwicklung und Patente. Der Fall Schmeiser wurde nach Gesetzen beurteilt, die in Kanada 1869 in Kraft traten – lange bevor gentechnisch veränderte Organismen (GMOs) existierten. In seinem Urteil zum Fall Schmeiser rief der Oberste Gerichtshof das kanadische Parlament auf, ein spezielles Gesetz zu verabschieden.

Schmeiser sagt, dass Monsanto im Wesentlichen ein Patent auf Lebensformen besitzt. „Das Gericht urteilte, dass Monsanto Eigentum an jeder höheren Lebensform hat, zu der sich ein Gen entwickelt. Dies hat weitreichende Auswirkungen.“ Es sei jetzt unmöglich, eine GMO-freie Raps- oder Sojabohnen-Pflanze anzubauen, weil jede existierende Saat kontaminiert worden wäre.

Schmeiser, der in Bruno, Saskatchewan, seit 17 Jahren Bürgermeister und seit 12 Jahren Stadtrat ist, wurde aufgrund seiner Schlacht mit Monsanto zum Anwalt für die Rechte der Landwirte der ganzen Welt. Ihm wurden viele Preise einschließlich des Mahatma Gandhi-Preises in Indien verliehen.Die Schmeisers wurden für Dezember nach Schweden eingeladen, wo sie im schwedischen Parlament den Preis für das Recht auf Lebensunterhalt, auch als Alternativer Nobelpreis bekannt, verliehen bekamen.

gefunden bei: Epochtimes

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14.Dezember.2007 at 14:42

Gentech-Mais MON810: Seehofers Chaos geht weiter

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PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 1339
Datum: 6. Dezember 2007

Gentech-Mais MON810: Seehofers Chaos geht weiter

Anlässlich der Aufhebung des Verkaufsverbots von Monsantos Gentech-Mais MON810 durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und
Verbraucherfragen:

Es ist ein Possenspiel: Gestern erklärte Monsanto, dass das Verkaufsverbot für MON810 aufgehoben sei – und nach anfänglicher Verwirrung bestätigt erst heute das BVL diese Meldung. Die Frage sollte hier erlaubt sein, wer in Deutschland eigentlich die zuständige Behörde ist, die dafür sorgen soll, dass Mensch und Umwelt nicht durch gentechnisch veränderte Pflanzen gefährdet werden – Monsanto oder das BVL?

Wir fordern Minister Seehofer auf, angesichts dieses Hickhacks um die Aufhebung des MON810-Verbots mehr Transparenz für die Öffentlichkeit zu schaffen. Mit großen Worten kündigte er im April 2007 an, den Verkauf von MON810 gestoppt zu haben – nachdem Monsanto schon längst das Saatgut verkauft hatte und es im Boden war. Nun hebt Seehofers Behörde passend zu Beginn des Saatgut-Verkaufs für die Anbausaison 2008 das Verbot wieder auf.
Schon im April lagen die Fakten auf der Hand: Minister Seehofer und seiner nachgeordneten Behörde sind laut dem Schreiben an Monsanto neue Erkenntnisse zu Risiken durch den Anbau von MON810 vor – warum sorgen sie nicht dafür, dass MON810 nicht mehr in Deutschland angebaut werden darf? Mit Verbraucher- und Umweltschutzpolitik hat dieses chaotische und halbherzige Vorgehen Seehofers nichts zu tun. Seehofer soll sich wie seine Kollegen in Österreich, Polen,
Griechenland und Ungarn für ein nationales Einfuhrverbot von MON810 auch für Deutschland einsetzen. Und damit endlich seine alten Fehler – seine Zustimmung zur EU-Zulassung von MON810 in den späten 80er Jahren, als er noch Gesundheitsminister war, und seine Zustimmung zur Sortenzulassung von MON810 in seiner jetzigen Funktion als
Landwirtschaftsminister – korrigieren.

(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Pressestelle
11011 Berlin

T: 030 / 227 – 5 72 12
F: 030 / 227 – 5 69 62
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eMail: mailto:presse@gruene-bundestag.de

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10.Dezember.2007 at 10:09

Veröffentlicht in Patente, Zulassungen

Durch Pollenflug zum Widerstand

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In einem Alter, in dem andere in Rente gehen, ist das Ehepaar Schmeiser zu Widerstandskämpfern geworden: Heute wird ihnen gemeinsam mit drei weiteren Preisträgern der Alternative Nobelpreis verliehen.

BERLIN – Mehr als 50 Länder hat Percy Schmeiser in den letzten neun Jahren bereist. Weltweit setzt sich der 76-jährige Farmer gemeinsam mit seiner Frau Louise gegen den US-amerikanischen Gentechnik-Giganten und gegen grüne Gentechnik ein. Immer wieder verbreiten die beiden ihre Botschaft, Gentechnik lasse sich nicht auf einen Acker begrenzen: „Es gibt keine Koexistenz, keinen Sicherheitsabstand. Die Ausbreitung genmanipulierter Organismen lässt sich nicht kontrollieren. Die Wahlfreiheit ist verloren, wenn derlei Organismen eingeführt werden.“

Heute abend erhalten beide für ihr Engagement den Right Livelihood-Award, besser bekannt als Alternativer Nobelpreis. Sie sind die wohl prominentesten Preisträger der diesjährigen Verleihung. Weltweit gelten sie als Schlüsselfiguren im Widerstand gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Umweltorganisationen und Stiftungen berufen sich auf sie und arbeiten mit ihnen zusammen. Kein böses Wort findet sich in den Weiten des Internets über ihr Engagement.

Auf die Barrikaden

Dass die beiden Kanadier zu Symbolfiguren werden, damit hätten die beiden wohl niemals gerechnet. Eher zufällig und in einem Alter, in dem andere in den Ruhestand gehen, gingen sie auf die Barrikaden. Genau in dem Moment nämlich, als ihnen vor beinahe zehn Jahren ein Brief von Monsanto ins Haus flatterte, in dem sie der Konzern aufforderte, 400.000 Dollar Strafe zu zahlen. Angeblich, weil sie Monsanto-Saatgut ohne Lizenz angebaut hatten.

Bis zu diesem Moment waren die beiden Farmer weder ausgesprochene Biobauern noch hatten sie tatsächlich Monsanto-Gut gezüchtet. Um die Gensaat hatten sie keinesfalls gebeten – im Gegenteil: Die von den Nachbarfeldern hinübergewehten Pollen vernichteten ihre eigene jahrzehntelang sorgsam gehegte Züchtung. Bis heute dauert die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den Schmeisers und dem Biotech-Konzern an.

Genmais bald auch in Deutschland

Es ist ein Problem, das auch Deutschland betrifft: Erst gestern hob Landwirtschaftsminister Horst Seehofer das in Deutschland geltende Handelsverbot für Genmais-Saatgut von Monsanto auf. Vom kommenden Jahr an darf der Konzern das umstrittene Saatgut MON 810 in Deutschland vertreiben. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, mit der jetzigen Entscheidung ignoriere Seehofer „die hohe Ablehnung der Bevölkerung“.

Die Jury des Alternativen Nobelpreises macht in der Begründung der Preisverleihung keinen Hehl daraus, dass sie mit der Vergabe den Widerstand gegen die grüne Gentechnik würdigen. Die Schmeisers werden ausgezeichnet, „für ihren Mut bei der Verteidigung der Artenvielfalt und der Rechte der Bauern, und dafür, dass sie die derzeitige ökologisch und moralisch perverse Auslegung des Patenrechts in Frage stellen“, heißt es in der offiziellen Begründung der Jury.

Erstmals wurde der Alternative Nobelpreis 1980 verliehen, nachdem es die offizielle Jury zuvor abgelehnt hatte, einen Preis für Ökologie und Entwicklung zu vergeben. Ausgezeichnet werden sollen Personen und Projekte, die „greifbare Lösungen für drängende globale Probleme aufzeigen.“

Für das Völkerrecht, gegen Krieg

Neben den Schmeisers erhalten auch der sri-lankinische Jurist Christopher Weeramantry, die kenianische Friedensaktivistin Dekha Ibrahim Abdi aus Kenia und die Firma Grameen Shakti aus Bangladesh den Preis. Das Non-Profit-Unternehmen ist ein Ableger der Grameen-Bank, die im letzten Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. 30.000 Dörfer in Bangladesh hat Grameen Shaki in den letzten Jahren mit Solarpanelen versorgt – kostengünstige und klimafreundliche Energie für den ländlichen Raum.

Christopher Weeramantry und Dekha Ibrahim Abdi erhalten den Preis, weil sie – beide auf ihre Art und Weise – dazu beigetragen haben, Kriege und Konflikte zu verhindern. Die Jury würdigte Weeramantrys „lebenslange bahnbrechende Arbeit für die Stärkung und Ausweitung des Völkerrechts“ und seinen Einsatz gegen Nuklearwaffen. Die Kenianerin Abdi erhält den Preis, „weil sie in unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Situationen gezeigt hat, wie religiöse und andere Differenzen sogar nach gewalttätigen Konflikten versöhnt werden können“. Die Preise sind umgerechnet mit etwa 220.000 Euro dotiert.

gefunden bei: Tagesspiegel

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7.Dezember.2007 at 12:47

Saatgut des Genmais MON810 darf wieder vertrieben werden

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PRESSEINFORMATION

Saatgut des Genmais MON810 darf wieder vertrieben werden

Zulassungsinhaber Monsanto legt den vom Bundesamt für Verbraucherschutz
und Lebensmittelsicherheit geforderten Plan zur Beobachtung potenzieller
Umweltwirkungen vor

Saatgut der gentechnisch veränderten Maissorte MON810 darf in
Deutschland wieder zu kommerziellen Zwecken abgegeben werden. Dies
entschied das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
(BVL) heute in Berlin, nachdem die Firma Monsanto als Inhaber der
Inverkehrbringensgenehmigung einen vollständigen Plan zur Beobachtung
der Umweltauswirkungen des Genmais-Anbaus vorgelegt hat.

Die Abgabe gentechnisch veränderten Saatguts an Landwirte
(Inverkehrbringen) ist in Deutschland und den anderen EU-Mitgliedstaaten
einheitlich geregelt und bedarf einer Genehmigung. Für MON810 wurde für
ganz Europa 1998 die Zulassung ausgesprochen. Der EU-Ministerrat
beschloss im Juni 1999, dass der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen
in der EU durch Beobachtungsprogramme zu begleiten ist. In der Folge
wurden Monitoringprogramme für neue Genehmigungen im Oktober 2003
obligatorisch. Gleichzeitig sahen die Änderungen vor, dass bestehende
Genehmigungen ohne Monitoring bis zum 17. Oktober 2006 begrenzt werden.
Im Zusammenspiel mit neueren EU-Regelungen wurde diese Verpflichtung zum
Monitoring für Altgenehmigungen allerdings hinausgeschoben. Das BVL
hatte Monsanto am 9. Mai 2007 dazu verpflichtet, schon ab 2008, also
auch für den Übergangszeitraum bis zu einer Entscheidung über die
beantragte Neuzulassung von MON810, ein der aktuellen EU-Rechtslage
entsprechendes Monitoring durchzuführen. Das Unternehmen kommt dieser
Aufforderung nun nach. Ein von Monsanto beim Verwaltungsgericht
Braunschweig eingereichter Eilantrag sowie eine Klage gegen den Bescheid
des BVL wurden vom Unternehmen zurückgenommen.

Das BVL hat den von Monsanto vorgelegten Monitoringplan online
veröffentlicht unter
http://www.bvl.bund.de/cln_003/DE/08__PresseInfothek/00__doks__downloads/Monitoringplan,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Monitoringplan.pdf
(sollte dieser Link bei Ihnen durch Anklicken nicht funktionieren, bitte
obigen Link „von Hand“ vollständig ins Adressfeld Ihres Internetbrowsers
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HINTERGRUNDINFORMATIONEN
In MON 810 wurde mit gentechnischen Verfahren ein Wirkstoff eingeführt,
der spezifisch gegen bestimmte Schmetterlingsarten wie den Maiszünsler
wirkt, der regional in Deutschland als Maisschädling auftritt.

Das BVL ist zuständig für den Vollzug wichtiger Teile des
Gentechnikgesetzes. Es berät die Bundesregierung sowie die Länder und
ihre Gremien in Fragen der biologischen Sicherheit in der Gentechnik.
Gentechnisch veränderte Organismen müssen zunächst ein
Genehmigungsverfahren beim BVL positiv durchlaufen, ehe sie freigesetzt
werden dürfen. Ferner führt das BVL die Geschäftsstelle der Zentralen
Kommission für die Biologische Sicherheit. Das BVL ist die national
zuständige Behörde für gemeinschaftliche Genehmigungsverfahren der EU
zum Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen und koordiniert
für Deutschland die BIO-TRACK-Datenbank der OECD. Als nationale
Kontaktstelle des Internationalen Übereinkommens über die biologische
Sicherheit organisiert das BVL für Deutschland den Informationsaustausch
über lebende gentechnisch veränderte Organismen im so genannten
Biosafety Clearing House.

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Herausgeber: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit,
Pressestelle

Verantwortlich: Jochen Heimberg, Pressesprecher

Mauerstraße 39-42
10117 Berlin

Telefon: 030 18444-00200
Telefax: 030 18444-00209

E-Mail: mailto:Jochen.Heimberg@bvl.bund.de

Die BVL-Pressestelle im Internet: www.bvl.bund.de/presse

Written by genfood

7.Dezember.2007 at 10:43

Veröffentlicht in Zulassungen