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Archive for Januar 2008

Agrar-Chemie-Giganten missbrauchen Deutsches Bienen-Moitoring für Zulassungsverfahren

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Mitte Januar erhielt der DBIB über europäische Kontakte ein Gutachten der französischen Behörde AFSSA (entspricht dem BML) bezüglich des Zulassungsverfahrens für das Mais-Saatgutbeizmittel PONCHO (Wirkstoff: das Neonicotinoid Clothianidin) der Firma Bayer CropScience France.

Bayer beantragte am 12. Oktober 2007 eine Zulassung für Poncho. Wider Erwarten verweigerte die AFSSA im November 2007 die Zulassung. Die Behörde entschied, daß die von Bayer eingereichten Informationen nicht ausreichend waren, um die Unbedenklichkeit für Bienen zu belegen. Bayer CropScience France entschied nun, diese Ablehung durch das Nachreichen weiterer Daten zu überwinden.

Das dem DBIB vorliegende (und auf der Website http://berufsimker.de/?q=node/131 einsehbare) Gutachten der AFSSA vom 20.12.2007 beschreibt nun, welche Unterlagen eingereicht wurden:

Es waren ausschließlich die drei Jahresberichte 2004/2005, 2005/2006 und 2006/2007 aus dem deutschen Bienenmonitoring, die in Deutsch und mit beglaubigten Übersetzungen ins Englische bzw. Französische vorgelegt wurden. Damit steht fest, daß die Berichte nicht einfach „beigelegt“ wurden, sondern mit erheblichem Aufwand als entscheidende Dokumente zur Erlangung der Zulassung eingereicht wurden.

Die AFSSA prüfte die vorgelegten Berichte des Bienenmonitorings und traf am 19.12.2007 erneut eine Entscheidung, die mit dem Gutachten vom 20.12.2007 ausführlich begründet wird.

Zunächst drückte die Behörde Verwunderung über die in den Berichten dargestellte Eintracht der Bieneninstitute Celle, Freiburg, Halle, Hohenheim, Hohen-Neuendorf, Veitshöchheim, dem Deutschen Imkerbund (DIB), dem Deutschen Berufs und Erwerbs Imkerbund (DBIB), BASF und Syngenta aus. Man wunderte sich über die ermittelten Zahlen zu Völkerverlusten, da vor dem Monitoring viel höhere Verluste aus Deutschland gemeldet wurden. Dies stehe in einem seltsamen Kontrast zur Bienenrealität in anderen EU-Mitgliedsländern.

Danach wurden die vorgelegten Zahlen aus den Berichten ausgewertet und bewertet. Die Zahlen seien offensichtlich nicht repräsentativ und die Auswahl der beteiligten Imker nicht für statistische Zwecke geeignet. Die Zahlen seien unpräzise, voller Ungereimtheiten und deren Erhebung nicht für eine Zulassungsprüfung geeignet. Das eingereichte Material sei absolut unzureichend, um eine Zulassung zu rechtfertigen. Die im November 2007 erfolgte Ablehnung der Zulassung bleibt bestehen.

Die Fa. Bayer bemüht sich offensichtlich, wie dem DBIB von verschiedenen Seiten berichtet wurde, die „Sache“ mit Poncho als harmlosen Zwischenfall darzustellen. „Die öffentlich zugänglichen Berichte aus dem Monitoring seien anderen Zulassungsunterlagen beigelegt worden.“ Dem ist eindeutig nicht so, wie das Schreiben der AFSSA belegt.

Zur Pressekonferenz des Deutschen Bienenmonitorings auf der Grünen Woche am 22.01.2008 ist der Vertreter der Fa. Bayer erst gar nicht erschienen. Der Berufsimkerverband hat das Vorgehen von Bayer entschieden abgelehnt. „Es kann nicht angehen, daß dass unsere Imker, deren Bienen möglicherweise durch Agrargifte des Konzerns Bayer leiden, gleichzeitig dazu herangezogen werden, die nächste Generation von Pestiziden, die im Verdacht stehen, bienengefährlich zu sein, zu unterstützen“, so Präsident Manfred Hederer in Berlin.

Die Verwendung der Monitoring-Daten durch die Fa. Bayer erfolgte ohne die erforderliche vorherige Abstimmung im obersten Entscheidungsgremiums des Deutschen Bienen Monitoring, dem Projektrat. Der DBIB hat eine sofortige Sitzung des Projektrates gefordert, um über die Konsequenzen aus diesem Vorgang zu entscheiden.

Auch die Verwendung des Monitorings durch die Fa. Monsanto war ein Thema auf der Pressekonferenz des Deutschen Bienenmonitorings und der Podiumsdiskussion zum Thema „Gesunde Bienen – gesunde Umwelt“ am 22.01.2008.

Die Fa. Monsanto hatte das „Deutsche Bienen-Monitoring“ als Bestandteil ihres eigenen GVO-Monitorings angegeben, um die Wiederzulassung von MON810 zu erreichen. Alle Beteiligten teilten unsere Auffassung, daß das Bienenmonitoring nicht für die von Monsanto angegebenen Zwecke geeignet ist und daher nichts in dem Plan für MON810 zu suchen hat.

Nachdem uns ähnliche Probleme auch aus anderen Bereichen des Plans von Monsanto bekannt sind – z.B. wird auch das Tagfalter-Monitoring-Deutschland von entsprechenden Verbänden für völlig ungeeignet zum Monitoring von GVOs eingestuft – fragt sich der DBIB, wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz diesen Plan akzeptieren konnte. Wenn eine französische Behörde für die Zulassung ungeeignetes Material vorgelegt bekommt, wird es entsprechend bewertet und abgelehnt. Wenn das BMELV mit einer Fassade aus viel Papier konfrontiert wird, bestätigt man dort den Eingang und genehmigt den Vertrieb von MON810 offensichtlich ohne eigene Prüfung.

Schaubienenstand Honighaeuschen, DBIB, Manfred Hederer, info@berufsimker.de

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29.Januar.2008 at 16:35

Freilandlabor Brandenburg

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Das Anbauverbot für Genmais wurde aufgehoben. Jetzt sollen in der Mark 1500 Hektar bebaut werden – so viel wie nirgendwo sonst. Experten warnen.
Von Peter Tiede 29.1.2008 0:00 Uhr

Potsdam – Brandenburg bleibt Deutschlands größtes Freilandlabor für gentechnisch veränderte Pflanzen: Auch in diesem Jahr wird nirgendwo im Land so viel gentechnisch veränderter Mais auf den Äckern angebaut werden wie in der Mark. Das geht aus dem sogenannten Standortregister des Bundes hervor, bei dem bis Ende Januar alle Anbauflächen für gentechnisch veränderte Pflanzen angezeigt werden müssen. Bis gestern waren beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mehr als 1500 Hektar Genmaisanbaufläche für Brandenburg gemeldet – etwa 200 Hektar mehr als im Jahr 2007. Deutlich hinter Brandenburg folgt Sachsen mit einer gemeldeten Anbaufläche von fast 1350 Hektar (Vorjahr: 442 Hektar). Bundesweit wollen Bauern, Forschungseinrichtungen sowie Chemie- und Saatgutkonzerne auf 3725 Hektar Genmais ausbringen.

Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) nannte die seit Jahren anhaltende Entwicklung in Brandenburg beunruhigend. Es schade dem mühsam aufgebauten Image des Landes als naturnahem Tourismusgebiet und als Lieferant von ökologischen Nahrungsmitteln. Auch nach Erfahrungen des Agrarmarketingverbands des Landes Brandenburg „Proagro“ schaden die Genmaisversuche einiger Bauern und Agrargroßbetriebe dem Standort: „Das hat weit mehr Auswirkungen, als viele denken“, sagte Proagro-Geschäftsführer Gerd Lehmann. Besonders auf dem Berliner Markt – dem wichtigsten für Brandenburgs Bauern – seien die Bedenken enorm.

Umwelt- und Agrarminister Woidke übte scharfe Kritik an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU). Dessen Haus habe das im Frühjahr 2007 verhängte Anbauverbot für die einzige in der europäischen Union zugelassene Genmaissorte Mon 810 des US-amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto im Dezember 2007 aufgehoben, ohne dass neue Erkenntnisse vorgelegen hätten.

Im Vorjahr mussten in Brandenburg einzelne Genmaisäcker umgepflügt werden, nachdem das Bundesministerium den Anbau – acht Wochen nach der Aussaat – bundesweit verboten hatte. Begründung damals: Der Genmais stehe nach wissenschaftlichen Gutachten im Verdacht, gesundheits- und umweltschädigend zu sein. Das Bundesamt für Verbraucherschutz hatte es dem Saatgutkonzern damals zur Auflage gemacht, einen sogenannten Monitoringplan vorzulegen. Monsanto sollte damit gewährleisten, dass die Auswirkungen des Genmaisanbaus auf Kleinstlebewesen und die Umwelt genau dokumentiert und überwacht werden. Nach Auffassung des Bundeslandwirtschaftsministeriums sei dies erfolgt – daher die Rücknahme des Anbauverbots im Dezember.

Woidke sieht dies anders: „Es stimmt einfach nicht. Was Monsanto da vorgelegt hat, wird selbst nach Ansicht des Bundesamtes für Naturschutz nicht annähernd den Anforderungen gerecht, und die wissenschaftlichen Studien, wonach der Genmaisanbau gesundheits- und umweltschädigend sei, sind nicht widerlegt – wissenschaftlich sind wir auf genau dem Stand, der im Vorjahr zum Anbauverbot geführt hat.“

Woidke verwies auch darauf, dass das größte europäische Genmaisanbauland Frankreich bei einem Verbot geblieben sei: „Dort sieht man die Gefahr für Gesundheit und Natur weiter als gegeben an.“ Der Monitoringplan Monsantos sei „nichts als weiße Salbe“, die Aufhebung des Anbauverbots unverantwortlich. Aber den Anbau könnten einzelne Bundesländer nicht untersagen – „das kann nur der Bund“, sagte Woidke.

Auch nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist die Aufhebung des Anbauverbotes nicht nachvollziehbar. „Der von Monsanto vorgelegte Monitoringplan ist eine Farce, nicht mehr als eine Link-Sammlung aus dem Internet. Einige der dort aufgeführten Umweltorganisationen, die angeblich Anbau und Auswirkungen dokumentieren sollen, wissen nichts davon“, sagte Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin von Greenpeace-Deutschland. Anders als Deutschland sei in Frankreich im Vorjahr eine Expertenkommission eingesetzt worden, die den weiteren Anbau gestoppt habe.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 29.01.2008)

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29.Januar.2008 at 10:05

Massive Genmais-Anmeldungen in Unterfranken

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In einem dringenden Appell fordert der bayerische ödp-Landesvorsitzende Bernhard Suttner die Staatsregierung zu Maßnahmen gegen die drohende Verwandlung Unterfrankens in eine Gen-Mais-Region auf.

Bei einer Veranstaltung der ödp in Kitzingen am Dienstag und in einem Brief an Miller forderte Suttner den Minister auf, sofort nach Unterfranken zu fahren und das Gespräch mit den Anmeldern des Gen-Mais-Anbaus zu suchen. Noch nie wurden so viele Flächen in Bayern für den Anbau genveränderter Organismen angemeldet wie in diesem Jahr. Vor allem in Unterfranken droht jetzt eine irreversible Umwälzung in der landwirtschaftlichen Kultur schreibt der ödp-Politiker. Dieses Vorhaben werde auch Auswirkungen weit über den Anbau von Futtermitteln hinaus haben: Die weltweit bekannten Ortsnamen wie z.B. Randersacker und Rödelsee werden künftig nicht mehr nur mit erstklassigen Weinen verbunden werden; diese Orte werden künftig auch als Zentren der Genmanipulationen in der Landwirtschaft gelten, die bekanntlich von der Verbraucherschaft ganz zurecht abgelehnt wird. Dieser Image-Schaden für die bayerische Premium-Landwirtschaft muss verhindert werden verlangt Suttner von Miller.

Quelle: ödp-Landesgeschäftsstelle Bayern

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25.Januar.2008 at 12:00

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über..., Zulassungen

Lokalpolitiker sollen die Notbremse ziehen

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Donauwörth/Kaisheim (pm) – l Nach den neuesten Veröffentlichungen der Genmais-Anbauflächen für 2008 durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist auch im Landkreis Donau-Ries eine Fläche von 3750 Quadratmetern für den Anbau von gentechnisch verändertem Mais geplant. In Kaisheim wird dann auf zwei Feldern Genmais Mon 810 ausgesät.

Der Kreisvorsitzende der ökologisch-demokratischen Partei, Johannes Thum, appelliert in einer Pressemitteilung an alle lokalen Politiker, jetzt endlich die Notbremse zu ziehen und der Staatsregierung sowie insbesondere dem Landwirtschaftsminister Horst Seehofer ins Gewissen zu reden. „Nicht nur die Biobauern und Imker, sondern auch viele gentechnik-kritische, konventionell wirtschaftende Landwirte stehen vor der Vernichtung ihrer Existenz.“

Wenn verstärkt genveränderte Organismen ausgebracht würden, könne auch der gutwilligste und sorgfältig arbeitende Landwirt eine Verschmutzung seiner Ernte mit genmanipuliertem Material nicht mehr verhindern, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nach Ansicht der ödp führt die Ausbringung genveränderter Organismen (GVO) „zu unabsehbaren und nicht rückholbaren Folgen“.

info@oedp-Donau-Ries.de

Informationsquelle Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: www.bvl.bund.de

gefunden bei: Augsburger Allgemeine

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25.Januar.2008 at 11:59

Veröffentlicht in Andere über..., Zulassungen

NABU: Überwachungspläne beim Genmais-Anbau sind Mogelpackung

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Tschimpke: Seehofer muss Anbauverbot von Mon 810 verlängern

Berlin, 24.01.2008 – Der NABU hat Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer aufgefordert, den Anbau von Genmais in Deutschland solange auszusetzen, bis der Nachweis erbracht ist, dass kein Sicherheitsrisiko für Mensch und Natur besteht. Deutschland will den Anbau des Genmaises Mon 810 des US-amerikanischen Herstellers Monsanto wieder erlauben, weil das Unternehmen inzwischen entsprechende Beobachtungspläne beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vorgelegt hat.

„Diese Überwachungspläne sind eine Mogelpackung. Monsanto führt darin Programme für die Gentechnikbeobachtung auf, ohne vorher bei Betroffenen und Verantwortlichen nachgefragt zu haben, ob diese Programme sich überhaupt zum sogenannten GVO-Monitoring eignen. Das lässt erhebliche Zweifel daran aufkommen, ob die Seehofer-Behörde die Monsanto-Pläne tatsächlich ausreichend überprüft hat“, kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit dem Saatgut wird dem Landwirt künftig ein Fragebogen mitgeliefert, wo im wesentlichen abgefragt wird, wie gut der Mais auf seinem Acker wächst und was ihn stört – wie zum Beispiel Unkräuter oder Schädlinge. Fragen nach ökologischen Risiken werden hingegen ausgespart. „Entscheidend ist aber, was nicht gefragt und nachgeprüft wird: Welche Auswirkungen hat der Genmais-Anbau auf Tiere, Pflanzen und Böden um den Acker herum?“, betonte Tschimpke.

Während in Frankreich derzeit wegen Zweifel an der Sicherheit des Maises über ein Anbauverbot von Mon 810 nachgedacht wird, soll in Deutschland auch mit dem neuen Gentechnikgesetz alles beim Alten bleiben. Statt betroffenen Landwirten und Imkern mehr Rechtssicherheit zu bieten, erlaubt das neue Gentechnikgesetz die Kontamination von Nachbarfeldern mit Genmais bei sogenannter Absprache „unter vier Augen“. Auch die Entsorgung von Auskreuzungen aus neuen transgenen Organismen in der Biogasanlage, wie zum Beispiel bei Industrieprodukten oder pharmakologisch wirksamen Pflanzen, die nur zur Forschungszwecken ausgesät wurden, ist künftig zulässig. Eine Garantie, dass auf dem Weg dorthin nicht doch ein paar Samen herunterfallen sowie eine gründliche Reinigung des Transporters ist nicht erforderlich. „Bei Risikotechnologien muss allein das Vorsorgeprinzip gelten. Bundesminister Seehofer muss das Anbauverbot für Genmais verlängern, bis alle Zweifel an dessen Sicherheit ausgeräumt sind“, forderte der NABU-Präsident.

Ansprechpartner:

Frau Dr. Steffi Ober
E-Mail: NABU@NABU.de
Telefon: +49 (30) 28498416-12
Fax: +49 (30) 17252541-98
Zuständigkeitsbereich: NABU-Gentechnikexpertin

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25.Januar.2008 at 11:28

Veröffentlicht in Forschung, Patente, Zulassungen

Frankreich verlängert Anbauverbot für Bt-Mais MON810

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Frankreich hat anfangs Januar 2008 erwartungsgemäss das seit Herbst bestehende Anbaumoratorium für die Bt-Maislinie MON810 bis zu einer endgültigen Überprüfung der Zulassung durch die zuständigen europäischen Behörden verlängert.

Die Regierung in Paris stützt sich dabei auf den Artikel 23 der in der EU-Freisetzungsrichtlinie verankerten Schutzklausel, wonach ein Mitgliedstaat die europäische Zulassung eines gentechnisch veränderten Organismus (GVO) ruhen lassen kann, wenn ihm neue wissenschaftliche Erkenntnisse über damit verbundene Umwelt- oder Gesundheitsrisiken vorliegen.

Das war in Frankreich der Fall, nachdem ein Fachausschuss der neuen staatlichen Behörde zur Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen kürzlich „ernsthafte Zweifel“ an der Bt-Maissorte von Monsanto angemeldet hatte.

Keine grundsätzliche Verdammung

Gleichzeitig stellte Regierungschef François Fillon jedoch klar, dass die bestehenden Zweifel am Bt-Mais von Monsanto kein Anlass seien, um das Interesse der Grünen Gentechnik hinsichtlich der Herausforderungen im Ernährungs- und Umweltbereich grundsätzlich zu verdammen. Deshalb wolle man die Ausgaben für die Erforschung der Pflanzenbiotechnologie auf 45 Mio Euro aufstocken.

Ende offen

Auch für Landwirtschaftsminister Michel Barnier „ist das GVO-Dossier noch längst nicht abgeschlossen“. Eine Aktivierung der Schutzklausel für den Bt-Mais MON810 stelle keineswegs die erforderliche Globalbilanz der Grünen Gentechnik in Frage. „Ich stufe mich nicht als GVO-Gegner ein, sondern ich erwarte, dass Frankreich die notwendige Diskussion zu Ende führt“, forderte Barnier vor Journalisten in Paris.

gefunden bei: der Schweizer Bauer

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22.Januar.2008 at 11:56

Veröffentlicht in Allgemein, Patente, Zulassungen

Wieder Genmais-Versuche in Rheinstetten

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Karlsruhe/Rheinstetten – In Rheinstetten sind 2008 wieder Versuche mit Genmais geplant. Das teilen die beiden Karlsruher Landtagsabgeordneten der Grünen, Dr. Gisela Splett und Renate Rastätter, mit. Seit wenigen Tagen würden die Anmeldungen im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit stehen. Auf den Flurstücken 2313/01 und 2313/15 seien demnach auf insgesamt 32.200 Quadratmetern erneut Genmais-Versuche mit der Monsanto-Sorte MON-810-6 vorgesehen.

Nach Angaben der Bürgerinitiative Genmais freies Rheinstetten handelt es sich bei dem einen Flurstück um die Ackerfläche der Landesanstalt für Pflanzenbau, auf der die Landesregierung auch in den vergangenen zwei Jahren ihren „Koexistenzversuch“ durchgeführt hat (ka-news berichtete). Das zweite Flurstück sei eine Ackerfläche, die ebenfalls dem Land gehört. Das Feld befinde sich direkt gegenüber dem Gebäude der Landesanstalt, so die Bürgerinitiative.

Grüne fordern Verbot der Genmais-Sorte MON 810
Dr. Gisela Splett (Foto: pr)

Frankreich hat dem Schreiben der Bürgerinitiative zufolge die EU-Schutzklausel für den Anbau des Gentech-Mais MON 810 in Anspruch genommen. Der Wissenschaftsausschuss der Regierung habe am Mittwochabend Sicherheitsbedenken bezüglich des Anbaus geäußert. Auch in Griechenland, Ungarn, Österreich, Polen und der Schweiz sei der Anbau des MON 810 verboten. In Deutschland sei der Gentech-Mais der Firma Monsanto zwar umstritten, im Dezember habe Landwirtschaftsminister Horst Seehofer ein Vertriebsverbot für Deutschland jedoch aufgehoben. Der Gentech-Mais dürfe dieses Jahr hierzulande also wieder angebaut werden, obwohl es ernsthafte Bedenken gebe. So habe das Naturschutzamt den unzulänglichen Überwachungsplan Monsantos kritisiert, so die Anbaugegner.

Die beiden Karlsruher Grünen-Abgeordneten unterstreichen die Forderung ihrer Landtagsfraktion an Landwirtschaftsminister Hauk, dem Beispiel Frankreichs zu folgen und beim Bund ein Anbauverbot für diese Maissorte zu erwirken. Hierzulande würden die Versuche ungehemmt weitergehen, da das Unternehmen entsprechende Überwachungspläne beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vorgelegt habe.
Renate Rastätter (Foto: pr)

„Diese lächerlichen Pläne sind völlig unzureichend, da die Landwirte, die Gen-Mais anbauen, von Monsanto überwiegend nach ackerbaulichen Aspekten wie dem Wachstum der Pflanzen befragt werden, nicht aber nach Risiken“, sagen Splett und Rastätter. Auswirkungen auf die Umwelt könnten so nicht erfasst werden. Die Grünen würden weiterhin Widerstand gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen leisten und die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Risiken verstärken. Neue Genmaissorten seien (bisher) nicht zugelassen worden. Die Grünen sind gegen den Anbau von Genmais da eine Koexistenz von Gentechnik und gentechnikfreien Zonen selbst bei großen Betrieben eine völlige Utopie seien. (ps)

gefunden bei: KA-News.de

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22.Januar.2008 at 11:26

Veröffentlicht in Allgemein, Forschung

Neue Regeln für die Gen-Bauern

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Der Bundestag will am Freitag das umstrittene Gentechnik-Gesetz ändern. Damit soll die praktische Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft neu geregelt werden. Neun Thesen zur Versachlichung einer hitzigen Debatte

zwei Jahre haben Union und SPD über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen gestritten. Kritikern sind die nun vereinbarten Regeln nicht restriktiv genug. Befürworter kritisieren, sie würden Erforschung und Nutzung der grünen Gentechnik behindern.

Die EU macht strenge Vorgaben für den Umgang mit grüner Gentechnik – vom wissenschaftlichen Freisetzungsversuch bis zur Überwachung des kommerziellen Anbaus. Die schwierige Aufgabe, das Nebeneinander von konventioneller Landwirtschaft und Gen-Anbau zu regeln, überlässt die EU-Kommission den Mitgliedstaaten. Das Problem ist die Frage der Haftung. Agrarminister Horst Seehofer (CSU) belässt die Regelung von seiner Vorgängerin Renate Künast (Grüne), die sich am Nachbarschaftsrecht orientiert. Seehofer stützt sich bei dieser Entscheidung auf die Einschätzung führender Verfassungsrechtler, wonach es unter den gegebenen Umständen keine bessere Lösung gibt.

Danach muss ein Gen-Bauer haften, wenn Gen-Pollen die Felder eines konventionell wirtschaftenden Nachbarn verunreinigen und er seine Ernte nicht mehr zum marktüblichen Preis verkaufen kann. Kann kein Verursacher identifiziert werden, müssen alle infrage kommenden Bauern für den Schaden aufkommen. Um Auskreuzungen zu vermeiden, werden im Gentechnik-Gesetz erstmals Sicherheitsabstände festgeschrieben. Zu konventionellen Feldern müssen Gen-Bauern 150 Meter Abstand halten, zum Ökolandbau muss der Abstand sogar 300 Meter betragen. Ziel ist es, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner rät dennoch: Hände weg vom Gen-Anbau.

Würde sich der Gen-Anbau strikt abschotten lassen, wäre das Gentechnik-Gesetz überflüssig. Wie alle Pflanzenpollen werden auch Gen-Pollen vom Wind verbreitet. So kann es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Auskreuzungen kommen, die zu wirtschaftlichen Einbußen führen können und damit eine Klärung der Haftung notwendig machen. Ein völlig unbeeinflusstes Nebeneinander von Gen-Anbau und konventionellem Landbau ist also auf Dauer nicht möglich, weil sich Pflanzen langsam doch vermischen. Das weiß auch der Gesetzgeber. Daher hat die EU für die Kennzeichnungspflicht von Gen-Produkten eine Toleranz von 0,9 Prozent eingeräumt: Erst wenn ein Gen-Anteil von 0,9 Prozent am Gesamtprodukt überschritten wird, muss gekennzeichnet werden – Lebensmittel ebenso wie Futtermittel. Andernfalls drohen Geldbußen oder sogar Haftstrafen. Dieses Risiko scheuen viele Bauern.

In Deutschland wurde im vergangenen Jahr auf 2700 Hektar Gen-Mais angebaut. Das sind 0,15 Prozent der gesamten Maisanbaufläche. Die Gen-Saat ist deutlich teurer als konventionelles Mais-Saatgut. Der Anbau von Gen-Mais lohnt sich für Bauern nur dort, wo ein starker Befall mit dem Maiszünsler droht, etwa im Oderbruch oder im Rheintalgraben. Der kleine Falter legt seine Eier an der Unterseite der Maisblätter ab. Seine Larven fressen sich durch die ganze Pflanze und können zu erheblichen Qualitätseinbußen und Ernteausfällen führen. Es sei vor allem eine betriebswirtschaftliche Überlegung, Gen-Mais anzubauen, sagt Landwirt Harald Nitschke aus Ramin in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Gen-Mais erzeugt sein eigenes Pestizid, um sich vor dem Maiszünsler zu schützen. Das ist möglich, weil in das Erbgut der Pflanze ein Bakterien-Gen eingeschleust wurde. Dieses Gen steuert die Produktion eines Gifts. Dieses sogenannte Bt-Toxin wird auch im ökologischen Landbau eingesetzt. Ein wärmeres Klima begünstigt die Ausbreitung des Maiszünslers.

Mitte der 90er-Jahre hatte Brüssel erstmals Gen-Mais und Gen-Soja für den Import und den Anbau in der Europäischen Union zugelassen. Im Jahr 1998 begann ein Moratorium, das im Mai 2004 mit der Importgenehmigung für einen gentechnisch veränderten Süßmais aufgehoben wurde. Die USA, Kanada und Argentinien hatten sich bei der Genfer Welthandelsorganisation WTO beschwert, dass die EU ihren Markt für Importe gentechnisch veränderter Produkte quasi abgeschottet hatte. Inzwischen sind Gen-Futtermittel wie Soja, Mais und Zuckerrüben zugelassen.

Der Anbau von Gen-Pflanzen beschränkt sich auf Futtermais in Spanien, Frankreich, Portugal und Tschechien. Die Anbaufläche stieg 2007 auf 110 000 Hektar; das sind 0,1 Prozent der weltweiten Anbauflächen für Gen-Pflanzen. Europa ist also quasi ein weißer Fleck auf der Weltkarte des Gen-Anbaus. BASF hat in Brüssel jetzt den Antrag auf Zulassung der Gen-Kartoffel „Amflora“ gestellt. Die Kartoffel ist für die industrielle Gewinnung von Stärke vorgesehen. Sie wurde gentechnisch so verändert, dass sie leichter zu verarbeiten ist. „Amflora“ ist in Deutschland für den Erprobungsanbau zugelassen. Es dürfen auf 155 Hektar maximal 45 000 Knollen ausgebracht werden.

Den Weltmarkt für gentechnisch verändertes Saatgut dominiert die US-Biotechfirma Monsanto mit rund 90 Prozent. Monsanto entwickelte den Gen-Mais MON 810, den auch andere Firmen für ihre Gen-Sorten nutzen. In Deutschland hat das Bundessortenamt seit 2006 insgesamt fünf MON-810-Sorten für den kommerziellen Anbau zugelassen, drei weitere Sorten stehen jetzt zur Zulassung an.

Weltweit werden bereits auf einer Fläche von mehr als 100 Millionen Hektar Gen-Pflanzen angebaut, vor allem in den USA, Argentinien, Brasilien, Kanada, Indien und China. Angebaut werden gentechnisch veränderte Soja- und Maispflanzen, aber auch Raps und Baumwolle. Auf rund der Hälfte der Fläche wächst Gen-Soja. Sie ist resistent gegen ein bestimmtes Herbizid, was vor allem arbeitstechnische Erleichterungen für den Landwirt bringt und am Ende Kosten sparen kann. Die US-Bauern bauen zu 90 Prozent Gen-Soja an, in Argentinien wächst fast nur noch Gen-Soja. Die Bauern hätten oft keine andere Wahl mehr, sagt Ulrike Brendel von Greenpeace. Ihre Kritik richtet sich gegen die Marktmacht der internationalen Agrokonzerne. Es könne nicht sein, dass einige Unternehmen bestimmen, was die Landwirte anbauen.

In rund 90 Prozent aller Futtermittel für Rinder, Schweine und Geflügel sind heute Gen-Anteile enthalten. Die EU-Länder führen jährlich allein rund 40 Millionen Tonnen Sojarohstoffe ein. Sie stammen vor allem aus Ländern, in denen großflächig Gen-Soja angebaut wird. Nur in Brasilien wird noch in größerem Umfang konventionelle Soja angebaut. Soja ist die wichtigste Energiepflanze weltweit. Auch deutsche Bauern können kaum auf Gen-Futtermittel verzichten. Eine Alternative wäre aus Schlachtabfällen gewonnenes Tiermehl. Doch seit der BSE-Krise darf Tiermehl in der EU nicht mehr verfüttert werden. Es wird stattdessen verbrannt.
Auch Futterzusatzstoffe wie Enzyme und Vitamine werden mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Das Gentechnik-Gesetz legt nun neue Regeln zur Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ für Fleisch, Milch, Eier oder andere tierische Produkte vor. Sie dürfen das Etikett nur tragen, wenn die Tiere kein Gen-Futter erhalten haben. Es dürfen aber Gen-Zusatzstoffe verwendet werden, wenn keine anderen Produkte erhältlich sind. Verbraucherschützer begrüßen die Regelung. FDP-Agrarexpertin Christel Happach-Kasan spricht dagegen von „Verbrauchertäuschung“.

Schokoriegel mit Erdnusskrokant klingt eigentlich ganz schmackhaft. Doch der „Butterfinger“ von Nestlé floppte Ende der 90er-Jahre auf dem deutschen Markt, weil er Zucker aus Gen-Mais enthielt. Die Mehrheit der deutschen Verbraucher lehnt Gentechnik in Nahrungsmitteln ab. Schon der Zusatz „Gen“ erzeugt Unbehagen. Dabei gibt es bislang keine Hinweise auf gesundheitliche Schäden durch den Verzehr gentechnisch veränderter Organismen (GVO) oder Produkte, die mithilfe von GVO hergestellt wurden. Alle Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen müssen in der EU eine strenges Zulassungsverfahren durchlaufen.
Seit dem 18. April 2004 müssen alle Lebensmittel gekennzeichnet werden, die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten oder mithilfe von gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden. So schreibt es Brüssel in einer entsprechenden EU-Verordnung vor.

Wenn etwa Schokolade oder Pudding gentechnisch veränderte Sojalecithin oder Stärke aus Gen-Mais enthalten, muss dies in der Zutatenliste auf der Verpackung vermerkt sein. Die Verbraucher haben damit die Möglichkeit, zwischen Gen-Produkten und Gen-freien Waren zu wählen. Diese Wahlfreiheit erlaubt es dem Bürger, das persönliche Risiko zu bestimmen. Das hilft, Ängste abzubauen.

Ob ein Schwein mit Gen-Soja gefüttert wurde, schmeckt der Verbraucher beim Verzehr des Schnitzels nicht. Ob Sojaöl aus einer Gen-Pflanze gepresst wurde, lässt sich auch mit modernsten Analysemethoden im Endprodukt nicht mehr nachweisen. Auch das Gen-Vitamin ist von einem herkömmlichen Vitamin nicht zu unterscheiden. Wenn sich die Verbraucher im Supermarkt für oder gegen Gentechnik in Lebensmitteln entscheiden, entscheiden sie sich vor allem für oder gegen eine bestimmte Produktionsweise in der Landwirtschaft.

gefunden bei: Die Welt

Written by genfood

22.Januar.2008 at 11:22

Veröffentlicht in Allgemein, Forschung, Patente, Zulassungen

Politik auf Leinwand – „den Horizont erweitern“

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Zum Auftakt der neuen Reihe werden am Montag zwei Dokumentationen über Gentechnik-Entwicklung gezeigt

BELZIG – Mitte der 80er-Jahre hat die Wissenschaft mit der Gentechnologie den Schlüssel gefunden, sich die Erde und vor allem ihre Geschöpfe endgültig untertan zu machen. Plötzlich schien alles möglich. 20 Jahre später haben sich Reporter auf eine Weltreise begeben, um die fortschreitende Manipulation bei Pflanzen, Tieren und Menschen zu dokumentieren. „Leben außer Kontrolle – von Genfood und Designerbabys“ ist das international preisgekrönte Ergebnis – Regie: Bertram Verhaag – ihrer Recherchen betitelt.

Es wird in der nächsten Woche zum Auftakt der neuen Reihe „Der politische Film“ auf die Leinwand gebracht. Sie war von Sharan Gärtner aus Belzig angeregt worden und findet monatlich statt.

Erhatte sich im Sommer des vergangenen Jahres am Protest während des G8-Gipfels in Heiligendamm beteiligt und schließlich mit Uta Hohlfeld aus Lütte das Bürgerforum im Fläming aus der Taufe gehoben, das sich einerseits globalen Problemen wie Frieden und Klimaschutz widmet, aber nicht minder lokal aktiv handeln will. In der zunächst auf sechs Veranstaltungen konzipierten Film-Reihe sehen sie eine gute Möglichkeit, für ihre Ideen zu werben. Mit Sven Andresen, dem Betreiber der Spielstätte, wurde ein Partner gefunden, der sich für das Anliegen aufgeschlossen zeigt, obwohl sich wohl keine Schlangen an den Kassen bilden werden. Interessant ist die getroffene Auswahl dennoch „Zum einen helfen die Streifen, den Horizont zu erweitern“, sagt der Initiator. Dabei denkt er an die Produktion „Der Aufstand der Würde“, die im März gezeigt werden soll. Sie präsentiert Entwicklungen in Chiapas/Mexiko, wo sich die zapatistische Bewegung – freilich aus der Unterdrückung heraus – selbstverwaltete Gesundheits-, Bildungs- und (Land-)Wirtschaftsprojekte geschaffen hat. Dennoch womöglich zumindest teilweise anregend für die hiesige Regional- und Netzwerkentwicklung.

„Zum anderen bieten die Filme eine gute Informations- und Argumentationsgrundlage“, glaubt Sharan Gärtner. Gerade sei schließlich wieder die Gentechnikgesetzgebung in aller Munde. Und noch ist nicht gesagt, dass hier zu Lande nicht wieder der Anbau von veränderte Sorten in Betracht gezogen wird. Die Initaitive für einen Gentechnikfreien Fläming wird jedenfalls vor Ort informieren und will gern darüber diskutieren. Insofern kann der zweite Film des Auftaktabends „Tote Ernte – der Krieg ums Saatgut“, in dem die Geschichte des Monsanto-Konzerns von Kai Krüger und Bertram Verhaage erzählt wird, die Debatte lediglich fördern.

info „Leben außer Kontrolle“ (60 Minuten) und „Tote Ernte“ (45 Minuten) in der Reihe „Der politische Film“

am Montag, 20.15 Uhr, im „Hofgarten“-Kno Belzig. (Von René Gaffron)

gefunden bei: Märkische Allgemeine

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18.Januar.2008 at 11:26

Veröffentlicht in Firmenpolitik, Forschung, Patente, Zulassungen

Das Gruseln vor dem „Genmais“

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Von Nina Bublitz

Maisfelder, auf denen genetisch veränderte Pflanzen wachsen, werden oft von Umweltaktivisten zerstört. Doch derart manipulierte Lebensmittel möchte ohnehin kaum jemand essen. Warum sind diese Pflanzen so gefürchtet? Welche Ängste sind unbegründet, und wo haben die Kritiker recht?

„Ohne Gentechnik“ soll künftig auf tierischen Lebensmitteln stehen, wenn keine gentechnisch veränderten Futtermittel verwendet wurden. Ein Anreiz für die Erzeuger, denn gerade die „grüne Gentechnik“, die Veränderung von Pflanzen, ist hierzulande extrem unbeliebt.

Genmais, allein das Wort klingt schon schaurig. Dabei ist genau genommen jeder Mais Genmais – Gene enthält jede Pflanze. In rauen Mengen. Dieser Fakt ist nicht unbedingt allgemein bekannt, wie die europaweite Umfrage „Eurobarometer“ zeigt: Im Jahr 2005 hielten rund 35 Prozent der Befragten die – falsche – Aussage „Normale Tomaten enthalten keine Gene, während genetisch modifizierte welche haben“ für korrekt. Und etwa jeder vierte hielt die – falsche – Befürchtung für wahr, dass das Essen manipulierter Früchte auch das eigene Erbgut verändern könne. Da ist es nicht verwunderlich, dass 70 bis 80 Prozent der Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen. Und dass Felder, auf denen in Deutschland Bt-Mais, eine von Monsanto erzeugte Sorte, wächst, regelmäßig von Umweltschützern zerstört werden.

Ein mögliches Risiko der veränderten Produkte: Sie könnten Allergien auslösen. Dies wird zwar vor der Zulassung des Lebensmittels überprüft, reicht aber nicht unbedingt aus, um Verbrauchern die Sorge zu nehmen. Denn „in der Wahrnehmung sind niedriger Nutzen und ein hohes Risiko miteinander verknüpft“, erklärt Professor Ortwin Renn, Leiter der Abteilung Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart. Und die Produkte bieten dem Kunden bislang keinen Vorteil, weil sie weder günstiger noch gesünder sind. Renn: „Was nutzt es dem Verbraucher, wenn der Mais weniger Probleme mit einer Schmetterlingsraupe hat?“

Auch Professor Mark Stitt vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie stellt fest, dass die Vorteile der bisher angebauten gentechnisch veränderten Nutzpflanzen nur schwer zu vermitteln seien. Sie hätten zwar auch positive Effekte auf die Umwelt, diese seien jedoch nicht sofort für den Verbraucher ersichtlich. Sind die Pflanzen etwa unempfindlicher gegen Schädlinge, können Bauern Pestizide einsparen, die sonst die Umwelt belasten würden. Stitt plädiert für einen vorsichtigen Umgang mit der Gentechnik: „Neue Methoden in der Landwirtschaft müssen immer genau beobachtet und kontrolliert werden. Durch Dünger und Pestizide etwa hat man in den vergangenen Jahrzehnten zwar die Erträge stark gesteigert – aber einige negative Folgen dieser Anwendungen hätten vermieden werden können, wenn man gleich kritischer gewesen wäre.“ Einen Kritikpunkt der Gentechnik-Gegner, entschärft Biochemiker Stitt – zumindest für Deutschland: die Auskreuzung der veränderten Gene in wild wachsene Pflanzen. „Dieses Risiko ist bei vielen der Nutzpflanzen hierzulande nicht vorhanden, weil es keine ‚wilden Verwandten‘ gibt, mit denen dies geschehen kann. Bei gentechnisch verändertem Mais in Mexiko besteht das Problem theoretisch, in Deutschland aber nicht.“

Möglich ist dagegen, dass umstehende Maisfelder beeinträchtigt werden. Daher wurden Mindestabstände festgelegt: 150 Meter zu konventionell angebautem Mais, 300 Meter zum Feld eines Biobauern.

Auf dem Weg zum Saatgut-Monopol
Ein bedenklicher Aspekt der grünen Gentechnik ist sicher, dass der weltweite Markt mit Saatgut durch sie noch noch mehr in die Hände weniger großer Konzerne gerät. Diese Konzerne können dann zunehmend die Preise diktieren, wenn den Landwirten keine praktikablen Alternativen zur Verfügung stehen. Selbst das unveränderte Saatgut dürfen Bauern nicht einfach vermehren. Das muss der Saatguthersteller erst lizenzieren, es kostet also extra. Zudem sind viele der heute angebauten Linien Hybride, die sich kaum vermehren lassen. Beim gentechnisch veränderten Saatgut ist die Lage jedoch noch verschärft: „Monsanto lizenziert nicht eine Maissorte, sondern das veränderte Gen, das in verschiedene Maissorten eingebracht wird“, erklärt Stitt. Bedenkliche Patente – viele Organisationen, unter anderem Greenpeace, fordern, dass solche Patente auf Leben generell untersagt werden.

Immerhin: „Zu diesem Zeitpunkt läuft ein großer Teil der grünen Gentechnik in öffentlichen Instituten“, sagt Professor Stitt. „Ich hoffe sehr, dass dies so bleibt.“ Er nennt ein klares Ziel für die Landwirtschaft weltweit: Die Mengen an Dünger und Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren – und zwar ohne dass die Erträge sinken. Wir haben nicht den Luxus, weltweit komplett auf Bioanbau umzustellen, auch wenn die ökologische Landwirtschaft sehr schöne Seiten hat, weil zum Beispiel der Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert ist. Doch die Erträge sind im Vergleich zum konventionellen Anbau schlecht. Beim Getreide erreicht man sogar nur die Hälfte des Ertrags.“

Verbesserte Züchtung
Wie soll die Gentechnik überhaupt die Erträge steigern? Stitt: „In der Zukunft werden andere Merkmale von Pflanzen verändert, sodass sie bei Kälte, Dürre oder auf stickstoffarmen Böden besser wachsen. An solchen Pflanzen wird geforscht.“ Doch diese Veränderungen sind deutlich komplizierter als die bisher erfolgten. Beim Bt-Mais etwa wurde ein zusätzliches Gen eingefügt, damit die Pflanze ein weiteres Eiweiß produziert. Ein ganz neuer Mechanismus also, der in keinen der in der Pflanze stattfindenden Kreisläufe eingreift. „Bei der Toleranz gegen Trockenheit ist das etwas ganz anderes – hier existieren schon Mechanismen in der Pflanze, an denen Dutzende, wenn nicht Hunderte Gene beteiligt sind. Deshalb ist eine Manipulation ungleich schwieriger“, erklärt Mark Stitt.

Muss es also Gentechnik sein? Wahrscheinlich – sie kann allerdings auch nur indirekt in der Pflanzenzüchtung eingesetzt werden. Mark Stitt, der sich neben der Gentechik auch der Erforschung der natürlichen Vielfalt und der Frage, wie diese in der konventionellen Pflanzenzüchtung genutzt werden kann, widmet, erklärt: „Die Züchtung verbessert sich durch den biotechnologischen Fortschritt, weil man inzwischen bestimmte genetische Merkmale identifizieren und gezielt züchten kann.“ Die Gentechnik wird quasi als Werkzeug genutzt, um Informationen zu gewinnen und Ergebnisse zu prüfen. „Aber die Pflanzen entstehen natürlich über Kreuzungen, das heißt, sie sind nicht gentechnisch verändert.“

gefunden bei: Stern

Written by genfood

18.Januar.2008 at 11:13

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