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Kampf dem Gentechnik-Giganten

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Kanadischer Landwirt erhält stehende Ovationen für Warnungen vor Agrar-Konzern

Der Kultursaal platzte aus allen Nähten. Percy Schmeiser machte am Samstagnachmittag auf seiner Deutschland-Tour Halt in Schrozberg. Der Träger des alternativen Nobelpreises gilt mittlerweile als Galionsfigur des Widerstandes gegen die grüne Gentechnik.

SABINE HOCHMUTH

Mit stehenden Ovationen bedankten sich die rund 200 Besucher in Schrozberg bei Percy Schmeiser. FOTO: HOCHMUTH
SCHROZBERG „Authentisch“, „glaubhaft und echt“ kommentierten einige der rund 200 sichtlich beeindruckten Zuhörer nach der über zweistündigen Veranstaltung im Schrozberger Schloss. Kurz zuvor hatten sie dem 77-jährigen mehrfachen Opa und Uropa aus Kanada ein Geburtstagsständchen gesungen und ihm mit stehenden Ovationen ihren Respekt gezollt. Das Unbehagen im Zusammenhang mit gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) auf Feldern und Tellern überwindet ideologische Gräben. Und so fanden sich hier, wie auch bei den Mitorganisatoren, dem „Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe“ und der „Molkerei Schrozberg“, Demeter-, Bio- und konventionell wirtschaftende Landwirte einträchtig neben vielen informationshungrigen Verbrauchern.

50 Jahre lang verdienten sich Percy und Luise Schmeiser ihren Lebensunterhalt mit dem Rapsanbau. Und wie Millionen Bauern weltweit züchteten sie ihr eigenes, der kanadischen Provinz Saskatchewan angepasstes Saatgut. Bis ihnen 1998 ein Brief des Agrar-Chemie-Konzerns Monsanto ins Haus flatterte. Der global agierende Saatguthersteller, der mittlerweile 90 Prozent dieses Marktes beherrscht, beschuldigte sie darin, lizensiertes Patent-Saatgut zu verwenden. Staunend erfuhr die Farmerfamilie, dass ihnen deshalb ihre Ernte nicht gehöre und sie Schadensersatz zahlen müssten.

Die genmanipulierte Saat aber hatten Percy und Louise gar nicht gewollt, der Wind oder Bienen hatte sie ihnen aufs Feld getragen. Zwar musste das Ehepaar nach dem Entscheid des obersten kanadischen Gerichtshofes keine der Geldforderungen von Monsanto begleichen, die eigenen Gerichtskosten mit rund einer Viertel Million Euro aber schon. Und dann waren da die Einschüchterungs- und Bestechungsversuche, die Detektive und Drohanrufe, wie der alternative Nobelpreisträger anschaulich erzählte. Nachdem immer wieder Monsanto-Raps auf seinem Grund und Boden keimte und sich der Biotech-Konzern weigerte, diesen zu entfernen, verklagte er den Multi. Die Sache wird am 23. Januar verhandelt.

Es ärgert den stolzen, verantwortungsbewussten Bauern, dass jemand versucht, ihm seine Grundrechte zu nehmen. Denn nach zehn Jahren David gegen Goliath geht es dem Ehepaar Schmeiser nicht mehr nur um durch die grüne Gentechnik verursachte mögliche Gesundheitsschäden, unabsehbare ökologische Risiken, schwindende Biodiversivität, sterile Samen oder um die bäuerliche Entscheidungsfreiheit und die Zerstörung der dörflichen Gemeinschaft. Nun kämpfen sie gegen Monsantos Ziel, das Patent auf alle aus dem veränderten Gen entstandenen Lebensformen durchzudrücken.

„Es ist meine Aufgabe, die Menschen in der Welt zu informieren, was passiert, wenn bei ihnen Gentechnik eingeführt wird“, übersetzte Walter Haefeker, der die gesamte Tour begleitet, Percys Worte. Und dass diese ihm dankbar sind für seine Aufklärungsarbeit, zeigten auch die 800 Euro, die als spontane Spende in Schrozberg zusammenkamen.

Mehr dazu in der morgigen Ausgabe.

Info: http://www.percy-schmeiser-on-tour.org .

gefunden bei: Südwest Aktiv

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Written by genfood

7.Januar.2008 um 15:38

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über..., Rechtsstreit

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