Monsanto

dieses Blog ist eine Waffe

Französischer Bauernführer wegen Genmais im Hungerstreik

leave a comment »

Verein Sambucus gibt Broschüre raus / Farmer Percy Schmeiser zu Gast

Foto zum Artikel: Über Risiken der Grünen Gentechnik
Der Kanadier Percy Schmeiser erhielt im Dezember den renommierten Alternativen Nobelpreis zugesprochenFoto: Archiv

Riepe/Soltau . (ari). Percy Schmeiser ist kein Unbekannter in der Samtgemeinde Fintel. Erstmals vor sechs Jahren hielt der Farmer und Kämpfer gegen die Verbreitung der Grünen Gentechnik sich in Helvesiek auf und berichtete über seine Erfahrungen mit genmanipulierten Nutzpflanzen. Diese dürfen in seiner kanadischen Heimat seit 1996 angebaut werden und breiten sich seitdem rasant und unkontrolliert mittels Pollen- und Samenflug aus.

Am kommenden Samstag, 12. Januar, 19.30 Uhr, ist Schmeiser Gast einer Veranstaltung in Soltau (Alte Reithalle, Winsener Straße 34g) unter dem Titel „Vom Acker bis zum Teller – Der Kampf um das Saatgut“. Vorgesehen ist eine Podiumsdiskussion, an der sich neben dem Gast aus Kanada der Hannoveraner Rechtsanwalt Matthias Miersch, der Landwirt und Saatgutvermehrer Klaus Buschmeier aus Hameln sowie die Sprecherin des Bündnisses für gentechnikfreie Landwirtschaft, Annemarie Volling, beteiligen werden.

Bei seinem ersten Besuch sprach der Rapsanbauer mit Vertretern einer Bürgerinitiative, die sich gegen einen drohenden Freilandversuch mit Genmais durch das US-Unternehmen Monsanto in Helvesiek engagierte (die Rundschau berichtete). Zur Aussaat kam es nicht; der Zusammenschluss besorgter Bürger hat sich längst aufgelöst – doch die weltweiten Probleme rund ums heikle Thema Biotechnologie sind nicht kleiner geworden, im Gegenteil: Percy und Louise Schmeiser bekamen im Dezember in Stockholm den Alternativen Nobelpreis verliehen. Die Jury würdigte mit ihrer Entscheidung das unermüdliche Engagement des Ehepaares „für die Verteidigung der Artenvielfalt und der Rechte der Bauern“, heißt es in der offiziellen Begründung.

Die renommierte Auszeichnung ist Grund genug für den Rieper Verein Sambucus, in Kooperation mit dem Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft, der Interessengemeinschaft gegen Nachbaugebühren und –gesetze und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, eine Broschüre herauszubringen, die noch einmal die unglaubliche Geschichte der Schmeisers erzählt und auf die Gefahren für Landwirte und Verbraucher aufmerksam macht, die mit der Etablierung einer Grünen Gentechnik verbunden sind. Das 31-seitige informative Heftchen ist gegen eine Schutzgebühr bei Sambucus erhältlich ( 04267/8243).

Die Geschichte der Schmeisers lässt auch Angela von Beesten nicht mehr los. Die Vorsitzende des Vereins Sambucus und des Ökologischen Ärztebunds setzt sich seit dem Monsanto-Freisetzungsversuch engagiert mit der Biotechnologie auseinander. Die Vahlderin nahm als Delegierte am Gentechnik-Diskurs der Bundesregierung teil und zählt zu den Autoren des 2005 verfassten Buchs „Den Schatz bewahren – Plädoyer für eine gentechnikfreie Landwirtschaft“, das als Grundlage für die jetzt erstellte Broschüre diente. „Der Fall Schmeiser zeigt exemplarisch, warum Grüne Gentechnik gefährlich ist“, sagt die Ärztin.

Der Farmer aus dem westkanadischen Bundesstaat Saskatchewan baut seit über einem halben Jahrhundert Raps an und hat im Laufe der zeit eine Sorte herangezüchtet, die optimal an den Standort passt. Mit dem mächtigen Monsanto-Konzern mit Sitz im amerikanischen St. Louis hatte er nichts zu tun – bis 1998. Da meldete sich der Chemie- und Agrarmulti bei den Schmeisers und präsentierte dem Paar eine Rechnung über 10.000 Dollar. Begründung: Es sei festgestellt worden, dass auf seinen Feldern eine genetisch veränderte Rapssorte wachse, für die Monsanto ein Patent angemeldet habe. Es falle daher eine „Techniknutzungsgebühr“ an. Zusätzlich verlangte der Konzern die Herausgabe des erzielten Erntegewinnes und die Ablieferung des Saatguts.

Es folgte ein langjähriger Rechtsstreit mit hohen Prozesskosten. Die kanadischen Richter gaben dem US-Agrarkonzern durch die Instanzen immer wieder Recht und vertraten die problematische Ansicht, dass es unerheblich sei, wie die patentierte Rapssorte auf die Felder der Schmeisers gelangte. Eine vom Landwirt unbeeinflusste Kontermination durch Pollen- oder Samenflug reiche demnach aus, um ihn zur Zahlung einer Lizenzgebühr zu verpflichten – denn er hätte „wissen können“, dass eine Kontermination stattfand und habe die Saat dennoch weiter verwendet.

In letzter Instanz befreite das Oberste Gericht Kanadas die Schmeisers 2004 von allen Verpflichtungen gegenüber Monsanto, denn sie hätten aus der genveränderten Saat keinen wirtschaftlichen Nutzen gezogen. Auf ihren hohen Gerichtskosten blieb das Farmerehepaar jedoch sitzen. © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG

gefunden bei: Rottenburger Rundschau

 

Weitergehende Informationen zur Deutschland/Össterreichtour von Percy Schmeiser auf der Tourseite

Advertisements

Written by genfood

9.Januar.2008 um 12:42

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: