Monsanto

dieses Blog ist eine Waffe

Archive for Februar 2008

NABU-Studie belegt: Kein Schutz von Schutzgebieten vor Gentechnik

leave a comment »

Der Anbau von gentechnisch verändertem Mais könnte auch die Artenvielfalt in Schutzgebieten gefährden, wenn kein ausreichender Sicherheitsabstand von den Anbauflächen zu ökologisch sensiblen Gebieten besteht. Das geht aus einer NABU-Studie im Auftrag des Landesumweltamtes Brandenburg hervor. Um die Eignung von Methoden zum Pollen-Monitoring zu untersuchen, hatte das Land Brandenburg im Sommer 2007 im und am Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch (Märkisch-Oderland) technische und „biologische“ (Bienenvölker) Pollensammler eingesetzt.

Die Ergebnisse zeigen: Pollen gelangten in großer Zahl selbst bei einer Entfernung von 100 Metern in das geschützte Gebiet. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Gen-Feldern, um Gefährdungen durch genmanipulierte Pflanzen in Schutzgebieten vorzubeugen. Ferner müsse der Anbau der Gentech-Maissorten mit Mon 810 so lange ausgesetzt werden, bis Risiken für Mensch und Natur ausgeschlossen werden können.

„Es ist ein Skandal, dass das von der Bundesregierung verabschiedete Gentechnikgesetz den Schutz ökologisch sensibler Gebiete vollständig ausspart. Hier muss unverzüglich nachgebessert werden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Während Frankreich und einige andere europäische Länder den Anbau von Mon 810 verbieten, ist er in Deutschland zugelassen. Der Abstand von Gen-Äckern soll nach dem Willen der Bundesregierung lediglich 150 Meter zu konventionellen Anbauflächen, beziehungsweise 300 Meter zu Öko-Äckern betragen. Eine Brandenburger Initiative, 800 Meter Abstand zu Schutzgebieten vorzusehen, fand in den Ausschüssen des Bundesrates keine Mehrheit. Der NABU-Präsident begrüßte Überlegungen des Landes Brandenburg, Rahmenbedingungen für Abstandsregelungen zu wertvollen Schutzgebieten zu entwickeln.

„Das Land Brandenburg hat eine besondere Verantwortung nicht nur für ein konfliktfreies Nebeneinander der Landwirtschaftsbetriebe untereinander, sondern auch für die Bewahrung seine Naturschutzgebiete. Ich hoffe daher auf eine einvernehmliche Empfehlung von Naturschützern und Bauernverbänden, die konkrete Mindestabstände zu benachbarten Schutzgebieten vorsieht. Dies schafft die notwendige Rechtssicherheit für den Nutzer der Gentechnik und verringert das mögliche Risiko für gefährdete Arten“, sagte der Beauftragte für Koexistenz im Brandenburger Umweltministerium, Peter Rudolph.

Im Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch kommen zwei seltene Schmetterlingsarten vor: der Große Feuerfalter und der Skabiosen-Scheckenfalter. Von Mitte Juli bis Anfang August 2007 wurde mit Hilfe von technischen und *biologischen“ Pollensammlern (Bienen) der Eintrag von Maispollen ins Schutzgebiet ausgewertet. Die Flugeigenschaften von Mon 810-Pollen unterscheiden sich nicht von konventionellen Maispollen. Es wurde ein überraschend erhöhter Eintrag genmanipulierter Pollen an den Sammelstellen gefunden. Auch die Bienen erwiesen sich als fleißige Sammlerinnen dieser Pollen: In den Bienenkästen fanden sich Einträge in vergleichbarer Größenordnung wie in den technischen Sammlern. Eine Erklärung hierfür ist der intensive großflächige Anbau von Mon 810, für den es bisher kaum vergleichbare Erfahrungen gibt, in der Umgebung des Schutzgebietes. Für 2008 sind dort bislang 519 Hektar Mon 810-Mais für den Anbau angemeldet.

Mon 810 enthält ein Gift, das für die Raupen des im Pflanzenbau gefürchteten Maiszünslers, einer Schmetterlingsart, tödlich ist. Aussagekräftige Untersuchungen, ob dieses Gift auch andere, sogenannte „Nicht-Ziel Organismen“ wie insbesondere Schmetterlinge gefährden, fehlen.

Insgesamt sind in Brandenburg derzeit 2026 Hektar für den Anbau von Mon 810-Mais angemeldet, soviel wie in keinem anderen Bundesland; deutschlandweit sind es über 4350 Hektar.

gefunden bei: Umweltruf

Written by genfood

29.Februar.2008 at 15:16

Veröffentlicht in Allgemein

Französisches Anbauverbot von Genmais in Kraft

leave a comment »

Die französische Regierung hat am Samstag ihr angekündigtes Anbauverbot für Genmais in die Tat umgesetzt. In einer entsprechenden Anordnung untersagte Landwirtschaftsminister Michel Barnier den Anbau der einzigen in Frankreich zugelassenen Genmais-Sorte MON810.

Paris reagierte damit auf die Empfehlung eines Regierungsausschusses, der im Januar «schwerwiegende Bedenken» gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais angemeldet hatte. Laut dem Landwirtschaftsministerium soll das Verbot gegen die Maissorte des US-Herstellers Monsanto so lange gelten, bis die EU- Behörden ihre Anbau-Erlaubnis für MON810 überprüft haben.

Paris beruft sich bei seiner Massnahme auf eine EU-Schutzklausel zum Gen-Mais. Diese erlaubt ein zeitweises Verbot des Anbaus und des Kaufs von gentechnisch veränderten Organismen in einem Mitgliedsstaat.

Die Regierungen müssen das Verbot jedoch mit einem Gesundheits- oder Umweltrisiko begründen können. Derzeit berufen sich sechs EU-Staaten auf die Schutzklausel.

Französische Mais-Bauern wollen gegen das Verbot vor Gericht ziehen. Sollten sie Recht bekommen, wäre laut dem Chef ihres Interessenverbands, Luc Esprit, immer noch Zeit zur Aussaat.

Französische Landwirte hatten zuletzt auf rund 0,75 Prozent ihrer Felder den Genmais MON810 des US-Konzerns – rund 22’000 Hektar – angebaut. Dieses Jahr sollte die Anbaufläche auf 100.000 Hektar ansteigen. Ein Verbot würde den Bauern nach Schätzungen von Esprit Verluste in Höhe von rund zehn Millionen Euro bringen.

gefunden bei: Schweizer Bauer

Written by genfood

29.Februar.2008 at 15:07

Percy Schmeiser in Austria

with 2 comments

25.2.2008
Eine Ansichtssache von Dr. Gernot Neuwirth

Percy Schmeiser on tour in Oberösterreich. Gar nicht elitär ging es bei dieser Veranstaltung zu: 800 Zuhörer, meist aus dem Landwirtschaftsbereich, füllten die Kürnberg-Halle in Leonding (OÖ), um Percy Schmeiser zu hören. Ihm hat Monsanto, wie großen Teilen der kanadischen Bauernschaft, die traditionelle Lebensgrundlage zerstört, aber seinem Leben damit auch neuen Sinn gegeben: Mit seiner Frau Loise kämpft der 77 Jahre alte Rapsbauer und Samenzüchter seither gegen die Übernahme der Welt durch die Gentechnikkonzerne. Letztes Jahr erhielten die beiden den Alternativ-Nobelpreis.

Vorerst ein paar Worte zu Monsanto, einem amerikanischen Konzern, der nicht nur von linken Gesellschaftskritikern als die “Verkörperung des Bösen” in der Wirtschaft angesehen wird. Der bekannteste Skandal ergab sich, als die Firma durch gefälschte Gutachten „nachwies“, dass die schweren Gesundheitsschäden, die ihre ArbeiterInnen nach einer Explosion in einem Monsanto-Werk davongetragen hatten, nicht von den freigesetzten Dioxinen stammen konnten. Den Mythos von der Harmlosigkeit der Dioxine – die auch als Nebenprodukte im berüchtigten Agent Orange im Vietnamkrieg eine todbringende Rolle spielten – hielten die Fälscher mehrere Jahrzehnte lang aufrecht, bis sie erst in den 80er-Jahren vor Gericht zum Widerruf gezwungen wurden.

In den Neunzigerjahren kaufte Monsanto einen Großteil der existierenden Saatgutfirmen auf, entwickelte eine Reihe von genetisch manipulierten Raps-, Mais-, Soja-, und Baumwollsamen und beauftragte eine teure Consulting-Firma, einen Plan auszuarbeiten, wie innerhalb von 5 Jahren 95% der weltweiten Samenproduktion durch Gentechnik-Produkte verdrängt und die Bauern zur Aufgabe ihres eigenen Saatgutes gezwungen werden könnten.

In der Praxis ging es dann doch etwas langsamer: Widerstand in Teilen Europas, Afrikas und Asiens verzögert die Verwirklichung bis heute, und manipulierter Weizen wurde überhaupt weltweit abgelehnt. Auch Monsantos zweiter Anschlag auf unsere Lebensgrundlagen, auf das, was die Ökonomen früher „freie Güter“ nannten, schlug fehl: Der Konzern bemühte sich vergeblich um Konzessionen für die Trinkwasserversorgung in Indien und Mexiko. Irgendwie erinnerte das Ganze an einen zweitklassigen Hollywood-Film, nämlich „Total Recall“. Darin beherrscht ein Konzern die Atemluftaufbereitung einer Kolonie am Mars und kann daher die dortigen Arbeiter wie Sklaven halten. Sie werden schließlich gerettet – von einem Österreicher (Arnold Sch.).

In Kanada und in den USA gelang jedenfalls die Überschwemmung der Landwirtschaft zumindest mit Genraps und -soja mit Hilfe willfähriger Politiker, die Haftungs- und Kennzeichnungsregeln verhinderten und perverse Patentgesetze beschlossen. Und so kam es, dass die Bauern, deren Felder nachweislich durch Pollenflug von Nachbarn mit Monsanto-Pflanzen verseucht wurden, statt Schadenersatz eine Klage ins Haus bekamen. Denn nunmehr verletzten sie ja – außer sie rissen jede Pflanze einzeln aus – Monsantos Patente. Wenn sie überleben und nicht vernichtet werden wollten, mussten sie nachgeben – nur mehr Monsanto-Samen und das dazugehörige (Monsanto-)Unkrautvertilgungsmittel kaufen sowie vertraglich zustimmen, kein eigenes Saatgut mehr zu verwenden und sich nicht öffentlich über Monsantos Terror zu beschweren. Ein System von hauptberuflichen Monsanto-Spitzeln („Gen-Polizei“ sagten die Bauern) wurde ergänzt durch Gratis-Telefonnummern, auf denen die Bauern ihre Nachbarn denunzieren konnten, wenn sie auf deren Feldern Monsanto-Pflanzen vermuteten. Zur Belohnung bekamen sie eine Lederweste.

Heute haben Monsantos genmodifizierte Sorten die kanadische Landwirtschaft derart durchsetzt, berichtet Schmeiser, dass man weder Raps noch Soja mehr biologisch anbauen kann. Die Erträge sind gefallen, und entgegen den Versprechungen braucht man mehr Chemikalien als früher. Aber auch dafür hat Monsanto die Lösung: Ein neues Supergift. Es ist weitgehend identisch mit dem alten Agent Orange – womit sich der Kreis schließt.

Percy und Loise Schmeiser waren die einzigen, der sich gegen die Höllenfahrt der kanadischen Landwirtschaft zur Wehr setzten. Sie wussten, dass das gemütliche Leben damit zu Ende war. Telefonterror, Observierung durch Unbekannte, die bis an die Hoftür vordrangen, und ein jahrelanger Millionenprozess richteten sie gesundheitlich und finanziell fast zugrunde. Aber sie möchten die ihnen verbleibende Zeit noch voll nutzen, um andere Länder zu warnen. Kanada ist zwar jetzt voll wach, Umweltverbände und Kirchen sind jetzt derart dahinter, dass auch der käuflichste Politiker seit Jahren kein neue Anbaugenehmigung mehr zu erteilen wagt. Aber bei Raps und Soja nützt das nichts mehr. Da das ganze Land mit Gensorten kontaminiert ist, ist es zu spät.

2004 bekräftigte der Oberste Gerichtshof Kanadas in einem seltsamen Urteil Monsantos Patentrechte, obwohl der Konzern selbst zugab, dass die Samen durch Windverwehungen auf Schmeisers Felder gekommen waren. Zwei Millionen Dollar Gerichtskosten musste Monsanto allerdings selbst zahlen – die Schmeisers kostete der Spass „nur“ $ 400.000,- für ihre eigenen Rechtsanwälte. Ihre Samenzucht mussten sie aufgeben. Da Monsanto ihre Felder noch ein zweitesmal verseucht hat, haben Schmeisers nun eine Gegenklage eingereicht. Die Verhandlung, für Jänner 2008 angesetzt, wurde vertagt.

Die Zuhörer im Saal in Leonding sind gebannt, es gibt stehenden Applaus, die Atmosphäre ist geladen. Die meisten Landwirte dürften schon lange verstehen, dass die Gentechnik statt Ertragssteigerungen Einbußen und Abhängigkeit bringen kann. Sie sind empört über Monsanto, aber auch über die EU und die österreichischen Politiker. Die haben immerhin für offiziell „gentechnikfreie“ Produkte eine gentechnische Kontamination von 0,9% statt bisher 0,1% bewilligt. Und ihre Pläne zur oberösterreichischen Gentechnikfreiheit angeblich so zögerlich vorgebracht, dass die EU sie leicht abschmettern konnte – während sich Polen, Griechenland und italienische Regionen um die EU-Vorschriften gar nicht kümmern und bestimmte Gentechnikverbote einfach beschließen. Auch die Grünen bekommen ihr Fett ab, der grüne Pirklhuber wird niedergeredet und hat keine Chance, sich zu rechtfertigen. Einzelne Attacken gehen auch an die Adresse der Ko-Veranstalter – an die „Bio-Austria“ wegen der 0,9% und an die „Faire Milch“ wegen einer auf die Leinwand projizierten Reklamekuh, die offensichtlich enthornt und somit gequält wurde. Aber alle sind sich einig in der Ablehnung der Gentechnik.

Möglicherweise ist hier insgesamt etwas Neues im Kommen, ein Aufbruch wie bei Zwentendorf, diesmal eher von der bäuerlichen Bevölkerung getragen als von den Städtern.

gefunden bei: Ökonews

Written by genfood

25.Februar.2008 at 11:38

Pattsituation um GVO-Zulassungen

leave a comment »

Europas Agrarminister können sich bei der umstrittenen Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht einigen

Brüssel – Die europäischen Agrarminister konnten sich über die Zulassung weiterer gentechnisch veränderten Pflanzen wie erwartet nicht einigen. Bei der Abstimmung im Agrarministerrat in Brüssel kam es am Montagnachmittag zu keiner qualifizierten Mehrheit für oder gegen die Zulassung von vier Mais-Sorten und einer Genkartoffel. Österreich, vertreten durch Landwirtschaftsminister Josef Pröll (ÖVP), stimmte wie gewohnt dagegen.

Deutschland, das sein Stimmverhalten bis zuletzt offen gelassen hatte, erteilte den Erdäpfeln eine Absage – bei der Zulassung der Genmaissorgen enthielt sich der deutsche Minister. Die Angelegenheit wandert nun wieder zur EU-Kommission, die aber wegen eines internen Streits über den Umgang mit Gen-Produkten seit Monaten keine Zulassungsentscheidungen gefällt hat.

Bei den neuen Zulassungen, die nicht für den Anbau gelten, handelt es sich um drei Hybrid-Maissorten des US-Konzerns Monsanto, GA21 des Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta sowie die Abfälle einer besonders stärkehaltigen Kartoffel. Für diese Genkartoffel „Amflora“ hat BASF auch eine Zulassung zum Anbau beantragt, die aber ebenfalls noch bei der EU-Kommission liegt. (APA)

gefunden bei: der Standard

Written by genfood

19.Februar.2008 at 14:05

Veröffentlicht in EU-Behörden, Zulassungen

Gentechnik kontra Artenvielfalt

leave a comment »

NABU-Studie: Ausreichender Sicherheitsabstand zu Schutzgebieten erforderlich
Von Wolfgang Ewert
Ökologisch sensible Gebiete vertragen sich mit Gentechnik-Pflanzen in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht gut. Das jedenfalls legt eine vom Landesumweltamt Brandenburg in Auftrag gegebene Studie nahe, die am vergangenen Freitag im Rahmen eines Workshops zum Monitoring von Gen-Mais MON 810 in Berlin vorgestellt wurde.

Der Termin war sicher Zufall, der Dissens nicht: Parallel zu dem Workshop passierte die Novelle des Gentechnikgesetzes den Bundesrat. Bereits im März soll es in Kraft treten. Darin sind für den Gentech-Maisanbau erstmals Sicherheitsabstände zu Nachbarfeldern festgelegt. Nur, wie weit fliegt der Pollen tatsächlich?

Um die Eignung von Methoden zum Pollen-Monitoring zu untersuchen, kamen im Sommer des vergangenen Jahres im und am Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch (Märkisch-Oderland) Pollensammler zum Einsatz. Mit technischen Systemen sollte ermittelt werden, ob der Wind Maispollen eventuell bis in die Kernzone des Schutzgebiets trägt. Und mit Honigbienen wollte man herauszufinden, in welchem Ausmaß die Maisfelder von Insekten aus dem Schutzgebiet heraus aufgesucht werden. Damit wollte man wissenschaftlich begründete Sicherheitsabstände für den Gentech-Maisanbau, vor allem zum Schutz seltener Schmetterlingsarten, ermitteln.

Die Ergebnisse zeigen einen erheblichen Eintrag von Maispollen – in hohem Maße auch vom genmanipulierten Mais MON 810 – über eine Entfernung von 120 Metern bis weit hinein ins Schutzgebiet. Die Skepsis der Feldbesetzer war offenbar begründet.

Die großflächig angebaute Gentech-Maissorte MON 810 enthält ein Bakteriengift, das die Raupe des Maiszünslers, einer Schmetterlingsart, tötet. Die Wirkung auf andere Nicht-Ziel-Arten, vor allem Schmetterlinge, ist nicht bekannt. Trotz dieser Unwägbarkeiten wird MON 810 deutschlandweit auf über 4350 Hektar angebaut, fast die Hälfte davon in Brandenburg. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU für Naturschutzgebiete einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Gen-Feldern, um Gefährdungen durch genmanipulierte Pflanzen dort vorzubeugen.

Mit dem Gentechnikgesetz ist die Rechtslage allerdings eine andere. Vorgeschrieben sind nur 150-Meter-Abstände von Gen-Äckern zu konventionellen Flächen und 300 Meter zu Öko-Feldern. Abstandsregelungen zu Schutzgebieten bestehen nicht, es sei denn, es gelingt der eindeutige Nachweis, dass eine erhebliche Gefährdung bestimmter Arten gegeben ist. Eine Brandenburger Initiative, 800 Meter Abstand zu Schutzgebieten vorzusehen, fand in den Ausschüssen des Bundesrates keine Mehrheit. »Es ist ein Skandal, dass das Gentechnikgesetz den Schutz ökologisch sensibler Gebiete vollständig ausspart«, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke, der in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der NATURA-2000-Gebiete für die Artenvielfalt verweist. Er hofft jetzt auf das Land Brandenburg, das Rahmenbedingungen für Abstandsregelungen zu wertvollen Schutzgebieten entwickeln will – auf freiwilliger Basis.

gefunden bei: Neues Deutschland

Written by genfood

18.Februar.2008 at 12:29

Veröffentlicht in Allgemein, Zulassungen

Genmais-Gegner setzen ein Zeichen

leave a comment »

Rauischholzhausen. Die Genmais-Gegner aus dem Landkreis demonstrierten gestern Stärke und den festen Willen, sich gegen den geplanten Versuch der Universität Gießen zu wehren.

420 Menschen zogen gestern aus Protest rund um die Rauischholzhäuser Versuchsfelder. (Foto: Uwe Brock)

von Carina Becker
und Nadine Weigel

420 Menschen aus der Region zogen gestern am frühen Nachmittag um die Rauischholzhäuser Versuchsfelder und demonstrierten gemeinsam gegen den geplanten Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen.

Die Universität Gießen will im dem Dorf im Ebsdorfergrund ab April Mais der in Frankreich verbotenen Sorte MON 810 aussäen.

Gegen den Versuch hat sich inzwischen ein breites Bündnis formiert. Eine Bürgerinitiative für eine „Gentechnikfreie Region Marburg-Biedenkopf“ ist entstanden, und Andreas Schulz (SPD) als Bürgermeister der Gemeinde Ebsdorfergrund macht ebenso gegen das Vorhaben der Uni Gießen mobil wie sein Marburger Amtskollege Dr. Franz Kahle (Grüne).

Die Anhänger der Bürgerinitiative schenkten gestern während der Demonstration Tee aus und verteilten Äpfel. Zu den Helfen gehörte Carmen Gaus-Staubitz, die einen Bioland-Betrieb in Wittelsberg unterhält. Von der großen Teilnehmerzahl war sie überwältigt: „Das ist enorm, dass sich so viele an dem Protest beteiligen“, freute sie sich.

Während die Genmais-Gegner im Landkreis keine Gelegenheit versäumen, für ihr Anliegen zu werben, hielt die Uni Gießen sich bislang völlig bedeckt. Am Dienstagabend soll sich das ändern. Der zuständige Professor Wolfgang Friedt will dann in der Mehrzweckhalle Rauischholzhausen aus Sicht seines Instituts über den geplanten Versucht informieren.

Mehr in der Printausgabe der OP von Montag.

gefunden bei: Oberhessische Presse hier ist auch ein Video zu shen

Written by genfood

18.Februar.2008 at 12:07

Veröffentlicht in Forschung, Zulassungen

Bauern wehren sich gegen Gentechnik in der Landwirtschaft

leave a comment »

Lechrain „Wir verzichten auf Gentechnik-Anbau“. Wer künftig durch den Landkreis fährt, wird des Öfteren auf dieses Schild stoßen. Der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) will sich mit der anstehenden Gesetzesnovellierung zum Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft nicht zufriedengeben und Verbraucher und Berufskollegen über die Thematik der Agro-Gentechnik informieren.

Am Montag, 11. Februar, ab 20 Uhr ist der Passauer Landwirt und Futtermittelhersteller Josef Feilmeier Referent in der Lechauhalle in Kaufering.

„Es gibt keine Koexistenz“, sagen die landwirtschaftlichen Praktiger bei einem Pressegespräch. Sie fühlen sich auf drei Ebenen bedroht: zum einen in einem Eindringen von genveränderten Organismen (GVO) in ihre Felder. 150 Meter Distanz zu konventionellem Anbau beziehungsweise 300 zu Bioanbau würden nicht ausreichen. Sie fordern, grundsätzlich Abstand von dieser Technologie zu nehmen. Kritik gibt es auch daran, dass auch als gentechnikfreies Saatgut bezeichnete Ware, geringfügig GVO enthalten darf. Kreuzten diese aus in Wildkräuter, sei die ganze Gegend verseucht. „Das kann man nicht mehr zurückholen“, so die Klage.

„Wir sind dann Leibeigene“

Zweiter Punkt ist für die Bauern die abschreckende Zukunftsvision, von den großen Saatgutkonzernen abhängig zu werden. Denn im Gegensatz zu einem normalen Saatgut, bei dem der Landwirt Nachbau betreibt, das heißt einen Teil der Ernte wieder als Saatgut verwendet, sind gentechnisch veränderte Pflanzen patentiert und der Anbau zieht Lizenzgebühren nach sich. „Wir sind dann die Leibeigenen von Monsanto“, fürchtet Petra Kaindl auf einen der führenden Großkonzerne auf diesem Gebiet anspielend. Wer als konventioneller Milchbauer seine Kühe ohne gentechnisch veränderten Sojaschrot füttern will, tut sich oft schwer, wie Angelika Gall schildert. Trotz Vertrages mit dem Futtermittelhändler, in dem die Gentechnikfreiheit festgeschrieben sei, heiße es dann plötzlich, es gebe Lieferschwierigkeiten. Soja ist eine wichtige Eiweißkomponente, die im Kraftfutter für Milchvieh enthalten ist. Robert Behl hält es durchaus für möglich, dass gentechnikfreie Chargen von den Gentechnik-Konzernen aufgekauft und damit vom Markt genommen werden.

Angelika Gall weist darauf hin, dass sie nicht nur Bäuerin sei, sondern auch Verbraucherin und selbst keine Gentechnik in ihrer Nahrung wünscht. Und Petra Kaindl führt auch ihre christliche Vorstellung von der Schöpfung an. Die Bauern sind sich einig, dass es auch notwendig ist, den Verbraucher aufzuklären, was Zucht ist, welche seit Menschengedenken angewendet wurde bei Pflanze und Tier und was Gentechnik ist. „Zucht ist, gezielt Vater und Mutter zusammenzubringen, um so bestimmte Eigenschaften zu erzielen“, erläutert Hans Aigner vom Imkerverein St. Ottilien. Eine Rose bleibe eine Rose und habe nicht andere Gene in sich. Bei der Gentechnik würden dagegen über die Artgrenzen hinaus Gene in andere Organismen geschleust, sogar tierische Gene in Pflanzen wie beim Mais Mon 018, der Stoffe eines Bakteriums beinhalte.

Weiße Gentechnik im Labor

Unterschieden werde müsse die Agrogentechnik, die auf Freiland stattfinde, von der sogenannten weißen Gentechnik für medizinische Zwecke, die auf Labore beschränkt sei. Der Landsberger Kreisverband will neben dem Vortrag kommende Woche auch weiter aufmerksam machen auf die Thematik und die Schilder gegen einen Beitrag an Kollegen weitergeben. Sie sollen beim Bundesentscheid im Wettpflügen heuer in Westerschondorf die Anfahrtsstraßen säumen.

gefunden bei: Augsburger Allgmeinen

Written by genfood

7.Februar.2008 at 10:39

Veröffentlicht in Allgemein, Firmenpolitik