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Sorgen im Fahner Land vor Genmaisanbau

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Dachwig. (tlz) Der Landkreis Gotha ist Standort von Versuchsflächen für Genmais in Dachwig und Friemar. Eine neue Qualität des Genmaisanbaus wird durch einen ersten Antrag der Agrarprodukte Großfahner e.G. erreicht, die Genmais für Futterzwecke im Frühjahr auf insgesamt 18 Hektar zwischen Gierstädt und Großfahner ansäen lassen will. Darauf weist Tino Sauer vom Nabu-Ortsverband Großfahner hin.

Bei diesem ersten konventionellen Anbau von Monsato „Mon 810“ bestehen nach Auffassung des Nabu erhebliche Risiken für die Flora und Fauna im lokalen und regionalen Bereich. Das betreffende Feldstück befindet sich außerdem im EU-Vogelschutzgebiet Nr. 16 „Ackerhügelland westlich Erfurt“, so dass dort eine besondere Sorgfaltspflicht von den genehmigenden Behörden einzufordern ist. Eine FFH-Verträglichkeitsprüfung kann nach den aktuellen fachlichen Erkenntnissen nur mit einer Nichtgenehmigung enden, denn zu viele Fragen sind hierbei nicht bewertbar, gibt Sauer zu bedenken.

Der Naturschutzbund lehnt den Anbau von genveränderten Pflanzen in Schutzgebieten grundsätzlich ab. Während die EU-Zulassung des Genmais „Mon 810“ in Ungarn, Griechenland, Österreich und Frankreich trotzdem ein Verbot bewirkte, hat Deutschland 2007 den Weg frei gemacht. Auch in der jüngst vom Bundestag verabschiedeten Novelle zum Gentechnikgesetz wurden aus der Sicht des Naturschutzes keine akzeptablen Kompromisse zu Risikominimierung, Haftung und Schutz der natürlichen Umwelt erreicht. Die agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Die Linke, Johanna Scheringer-Wrigth, sieht erhebliche Probleme bei der Nutzung von Genmais. Seit dem Jahr 2000 sei durch verschiedene Studien nachgewiesen, dass „Mon 810“ viele Insekten, insbesondere Schmetterlinge, durch seine Toxine schädige. Der Maisanbau werde auch in Thüringen beständig zu Lasten anderer Futterpflanzen überdurchschnittlich ausgebaut. Das reduziere die Anzahl der Fruchtfolgeglieder, was wiederum die Ausbreitung maisspezifischer Schädlinge fördere. Dieser für die Umwelt schädliche Trend hin zu immer weniger Kulturarten im großflächigen Anbau sollte daher ständig kritisch hinterfragt werden, fordern die Naturschützer aus dem Fahner Land.

Bisher seien von den Antragstellern keine Anstrengungen unternommen worden, die Bevölkerung der umliegenden Orte zu diesem Vorhaben öffentlichkeitswirksam und umfassend zu informieren. Dies schließe die beteiligten Behörden ein.

Sauer verweist darauf, dass das Obstanbaugebiet von „Fahner Obst“ zu großen Teilen im EU-Vogelschutzgebiet liegt. Vielfältige Anstrengungen hin zu einer ökologischen Wirtschaftsweise seien begonnen worden, da wirke der vorgesehene Genmaisanbau hinsichtlich Konsumverhalten kontraproduktiv.

Die Sicherheit der menschlichen Nahrungskette und der Schutz der natürlichen Umwelt sollten in Gierstädt und Großfahner nicht Profitinteressen von Einzelnen geopfert werden, fordert Sauer. „Mehr Feldfutter für glücklichere Kühe macht zwar mehr Aufwand, ist jedoch erheblich umweltkompatibler.“ Die Landespolitik müsse das unterstützen. Sonst wäre der Wahlkreis von Landwirtschaftsminister Volker Sklenar der erste mit dem Prädikat „Genmais-Zone“.

gefunden bei: Gothaer Tagespost

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Written by genfood

4.Februar.2008 um 9:52

Veröffentlicht in Allgemein, Zulassungen

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