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Bauern wehren sich gegen Gentechnik in der Landwirtschaft

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Lechrain „Wir verzichten auf Gentechnik-Anbau“. Wer künftig durch den Landkreis fährt, wird des Öfteren auf dieses Schild stoßen. Der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) will sich mit der anstehenden Gesetzesnovellierung zum Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft nicht zufriedengeben und Verbraucher und Berufskollegen über die Thematik der Agro-Gentechnik informieren.

Am Montag, 11. Februar, ab 20 Uhr ist der Passauer Landwirt und Futtermittelhersteller Josef Feilmeier Referent in der Lechauhalle in Kaufering.

„Es gibt keine Koexistenz“, sagen die landwirtschaftlichen Praktiger bei einem Pressegespräch. Sie fühlen sich auf drei Ebenen bedroht: zum einen in einem Eindringen von genveränderten Organismen (GVO) in ihre Felder. 150 Meter Distanz zu konventionellem Anbau beziehungsweise 300 zu Bioanbau würden nicht ausreichen. Sie fordern, grundsätzlich Abstand von dieser Technologie zu nehmen. Kritik gibt es auch daran, dass auch als gentechnikfreies Saatgut bezeichnete Ware, geringfügig GVO enthalten darf. Kreuzten diese aus in Wildkräuter, sei die ganze Gegend verseucht. „Das kann man nicht mehr zurückholen“, so die Klage.

„Wir sind dann Leibeigene“

Zweiter Punkt ist für die Bauern die abschreckende Zukunftsvision, von den großen Saatgutkonzernen abhängig zu werden. Denn im Gegensatz zu einem normalen Saatgut, bei dem der Landwirt Nachbau betreibt, das heißt einen Teil der Ernte wieder als Saatgut verwendet, sind gentechnisch veränderte Pflanzen patentiert und der Anbau zieht Lizenzgebühren nach sich. „Wir sind dann die Leibeigenen von Monsanto“, fürchtet Petra Kaindl auf einen der führenden Großkonzerne auf diesem Gebiet anspielend. Wer als konventioneller Milchbauer seine Kühe ohne gentechnisch veränderten Sojaschrot füttern will, tut sich oft schwer, wie Angelika Gall schildert. Trotz Vertrages mit dem Futtermittelhändler, in dem die Gentechnikfreiheit festgeschrieben sei, heiße es dann plötzlich, es gebe Lieferschwierigkeiten. Soja ist eine wichtige Eiweißkomponente, die im Kraftfutter für Milchvieh enthalten ist. Robert Behl hält es durchaus für möglich, dass gentechnikfreie Chargen von den Gentechnik-Konzernen aufgekauft und damit vom Markt genommen werden.

Angelika Gall weist darauf hin, dass sie nicht nur Bäuerin sei, sondern auch Verbraucherin und selbst keine Gentechnik in ihrer Nahrung wünscht. Und Petra Kaindl führt auch ihre christliche Vorstellung von der Schöpfung an. Die Bauern sind sich einig, dass es auch notwendig ist, den Verbraucher aufzuklären, was Zucht ist, welche seit Menschengedenken angewendet wurde bei Pflanze und Tier und was Gentechnik ist. „Zucht ist, gezielt Vater und Mutter zusammenzubringen, um so bestimmte Eigenschaften zu erzielen“, erläutert Hans Aigner vom Imkerverein St. Ottilien. Eine Rose bleibe eine Rose und habe nicht andere Gene in sich. Bei der Gentechnik würden dagegen über die Artgrenzen hinaus Gene in andere Organismen geschleust, sogar tierische Gene in Pflanzen wie beim Mais Mon 018, der Stoffe eines Bakteriums beinhalte.

Weiße Gentechnik im Labor

Unterschieden werde müsse die Agrogentechnik, die auf Freiland stattfinde, von der sogenannten weißen Gentechnik für medizinische Zwecke, die auf Labore beschränkt sei. Der Landsberger Kreisverband will neben dem Vortrag kommende Woche auch weiter aufmerksam machen auf die Thematik und die Schilder gegen einen Beitrag an Kollegen weitergeben. Sie sollen beim Bundesentscheid im Wettpflügen heuer in Westerschondorf die Anfahrtsstraßen säumen.

gefunden bei: Augsburger Allgmeinen

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Written by genfood

7.Februar.2008 um 10:39

Veröffentlicht in Allgemein, Firmenpolitik

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