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In Brandenburg wird weniger angebaut/Strenge Abstandsregeln im neuen Gentechnikgesetz

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POTSDAM – Brandenburg ist deutscher Meister. Zum vierten Mal in Folge. Die Disziplin allerdings, in der es den Titel errungen hat, ist umstritten: Brandenburg ist größtes deutsches Anbaugebiet für genetisch veränderten Mais. 1992 Hektar haben märkische Bauern beim Bundesamt für Verbraucherschutz derzeit für den Anbau der von dem US-Konzern Monsanto entwickelten Maissorte Mon-810 angemeldet – 45 Prozent der gesamtdeutschen Fläche.

Jedes Genmais-Feld stelle „eine Gefahr für die gentechnikfreie Landwirtschaft“ dar, kritisiert Thomas Janoschka, Sprecher des Aktionsbündnisses für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Ökobauern seien gefährdet, weil sich der Mais durch Pollenflug unkontrolliert ausbreiten könnte. Und Naturschützer fürchteten, dass der Genmais, der gegen das schädliche Insekt Maiszünsler resistent ist, auch anderen, nützlichen Insekten den Garaus macht.

Allerdings scheint der Höhepunkt des Genmais-Booms schon wieder überschritten zu sein. Denn der Anbau in Brandenburg ist rückläufig. Im vergangenen Jahr waren in der Spitze noch 2085 Hektar Mon-810 angemeldet worden, diesmal nur 2026. Ein Drittel der Fläche wird erfahrungsgemäß bis zur Aussaat wieder abgemeldet. Und während 2006 noch 22 Betriebe Mais von Monsanto einsetzten, sind es diesmal nur 18. „Monsanto gelingt es trotz massiver Werbung nicht, weitere Betriebe zu überzeugen“, freut sich Janoschka.

Lange sah es so aus, als könnte die Mark in diesem Jahr gentechnikfrei bleiben. Das Bundesamt für Verbraucherschutz hatte ursprünglich einen Verkaufsstopp für Mon-810 verhängt, weil Monsanto keinen Plan vorgelegt hatte, um Auswirkungen des Genmaises auf die Umwelt zu erfassen. Doch Monsanto reichte den Plan nach.

Zufrieden ist der Konzern trotzdem nicht. Das Vertriebsverbot habe für Verunsicherung gesorgt und das neue Gentechnikgesetz sei auch erst auf den letzten Drücker fertig geworden, sagt Monsanto-Sprecher Andreas Thierfelder. Das Gesetz von Bundesagrarminister Horst Seehofer (CDU) sieht vor, dass Gen-Bauern zu konventionellen Feldern einen Abstand von 150, zu ökologisch bewirtschafteten von 300 Metern einhalten müssen. „Je größer die Abstände werden, desto stärker wird sich der Anbau in Regionen mit großen Flächen konzentrieren“, sagt Thierfelder. Das sind vor allem die neuen Bundesländer.

Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) ist erklärter Gentechnik-Gegner. Im Ministerium gibt man sich aber keinen Illusionen hin. „Wir können keine Auflagen erteilen, um anbauwilligen Betrieben das Leben schwer zu machen“, sagt Sprecher Jens-Uwe Schade. Die Sorte sei europaweit zugelassen. „Das Land hat lediglich die Koexistenz zu sichern.“

Das neue Gentechnikgesetz werde schon bald wieder geändert werden müssen, prophezeit Schade. „Es gibt zwar Abstandsregeln zu Öko-Flächen, aber keine zu Naturschutzflächen.“ Dabei sei gerade das in der Mark ein großes Problem. Im letzten Jahr musste ein Landwirt aus Strausberg (Märkisch-Oderland) eine Fläche mit Genmais abmähen, weil sie in einem Naturschutzgebiet lag.

Derweil ist die Bauernschaft unter sich zerstritten. Im Positionspapier des Landesbauernverbandes (LBV) heißt es, mit Gentechnik lasse sich „wissenschaftlich-technischer Fortschritt“ erschließen. Solange Bauern aber für alle Schäden haften müssten, die zum Beispiel durch Pollenflug entstehen, könnten die Chancen nicht genutzt werden. Diese Position sei innerhalb des Verbandes, in dem auch Bio-Bauern Mitglied sind, „hart erarbeitet“ worden, weist LBV-Präsident Udo Folgart Kritik der Öko-Fraktion zurück. Im übrigen gehe bei 1,3 Millionen Hektar Agrarfläche in Brandenburg von „2000 Hektar Genmais, an der richtigen Stelle platziert, keine Gefahr aus“, so Folgart. (Von Martin Usbeck)

Die Zulassung der ersten Genkartoffel ist kaum zu verhindern
Der von der Firma Monsanto entwickelte Mais Mon-810 enthält ein auf gentechnischem Wege eingeschleustes Bakterium, das den in Ost- und Süddeutschland verbreiteten Maiszünsler, eine Schmetterlingsart, die schwere Schäden im Mais anrichten kann, tötet.

Die Auswirkungen von Mon-810 auf die Umwelt sind bisher relativ wenig erforscht. Die bislang größte Feldstudie aus den USA fällt zwiespältig aus. Einerseits wird darin festgestellt, dass Genmais Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat: Rund um ein Genmaisfeld kommen weniger Organismen vor als in einem Feld, das ökologisch bewirtschaftet wird.

Gegenüber konventionellen Maisfeldern, auf denen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, schneidet Genmais jedoch besser ab.

Mon-810 ist derzeit die einzige Genmaissorte, die in Deutschland kommerziell angebaut wird. Monsanto rechnet allerdings spätestens für die nächste Pflanzsaison mit der Zulassung einer weiteren Sorte, die gegen Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) resistent ist.

Auch der kommerzielle Anbau einer genveränderten Stärkekartoffel für den Einsatz in der Industrie ist nach Experteneinschätzung kaum noch zu verhindern. Die Zulassung dafür steht kurz bevor. Der Hersteller BASF hat außerdem die Zulassung dieser Kartoffel als Futtermittel beantragt.

Der BASF-Konzern erprobt außerdem an zwei Standorten in Brandenburg den Anbau einer Kartoffel, die gegen die Pilzkrankheit Kraut- und Knollenfäule resistent ist. us

gefunden bei: Märkische Allgemeine

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Written by genfood

3.März.2008 um 15:34

Veröffentlicht in Allgemein, Zulassungen

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