Monsanto

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Ökofilmtour

NEURUPPIN – Man stelle sich einmal Folgendes vor: Eine Mutter bringt Zwillinge zur Welt und bekommt drei Tage nach der Geburt Post vom weltweiten Marktführer für Biotechnologie. Er verlangt horrende Lizenzgebühren. Der Grund: Teile der DNA der Zwillinge stimmen mit Genen überein, die der Konzern als Patent angemeldet hat. Science Fiction? Was die Menschen betrifft: Ja. Der US-Konzern „Monsanto Chemical Works“ hat aber genau das mit Schweinen vor. Er will Abschnitte ihres Erbgutes weltweit als Patent anmelden.

„Arme Sau – Das Geschäft mit dem Erbgut“ (2006) blickt hinter die Kulissen von Monsanto. Der Dokumentarfilm von Christian Jentzsch eröffnete am Sonntagabend das Neuruppiner Gastspiel des Festivals des kritischen Umwelt- und Naturfilms. Auf dem Programm des Filmabends im Museumshof stand auch die Dokumentation „Gift im Angebot“ (2007) des Mainzer Fernsehjournalisten Manfred Ladwig, der eigens nach Neuruppin gekommen war. Leider kamen gerade mal zehn Interessierte.

Ladwig ist ein profunder Kenner der Biotechnologie-Szene – sowohl der amerikanischen als auch der europäischen. In „Gift im Angebot“ hat er sich auf Monsanto konzentriert. Allein das ein abendfüllendes Thema – Ladwig blieb eine halbe Stunde. Dennoch erlebt der Zuschauer eine erschreckende Entdeckungstour ins Reich des mächtigsten Agrochemiekonzerns. Jenes Konzerns, der im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte. Als Hersteller des hochgiftigen Herbizids „Agent Orange“.

Seit 1999 kaufte Monsanto für mehr als 13 Milliarden Dollar überall auf der Welt Saatgutfirmen. Soja, Raps, Mais und Baumwolle – 90 Prozent der heute angebauten gentechnisch veränderten Organismen sind Monsanto-Patente. Über kurz oder lang wird der Konzern die gesamte Nahrungsmittelkette kontrollieren – und das weltweit.

Den Teufel an die Wand malen wollte Manfred Ladwig in der anschließenden Diskussion aber nicht. Denn die Verbraucher könnten sich wehren: „Indem wir den Blick für den großen Zusammenhang schärfen – und nicht als sinnentleerter Konsumknochen herhalten.“

Alle Termine der Ökofilmtour gibt’s unter www.oekofilmtour.de

Der Fernsehsender Arte zeigt heute Abend ab 21 Uhr die Dokumentation „Monsanto – mit Gift und Genen“.(Von Juliane Felsch)

gefunden bei: Märkische Allgmeine

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Written by genfood

12.März.2008 um 13:00

Veröffentlicht in Allgemein, Firmenpolitik, Forschung, Patente

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