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Gentech kontra Maiszünsler

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Erstmals wollen Bauern Genmais kommerziell anbauen – bei Schmölln auf drei Hektar

Von OTZ-Redakteur Volkhard Paczulla In Schmölln traf sich gestern eine noch junge Bürgerinitiative zum Info-Abend. Ihr Gegner soll demnächst Nachbar der Schmöllner werden, er trägt den harmlosen Namen MON 810.

Die Chiffre bezeichnet eine Saatgut-Linie, die der US-amerikanische Konzern Monsanto mit viel Aufwand als die ideale Lösung eines wachsenden Problems anpreist. Verursacher des Problems ist ein kleiner Falter, der Maiszünsler. Aber „mit MON 810 gehen wir Gefahren ein, die den Zünsler bei weitem übertreffen könnten“, warnt Johanna Scheringer-Wright.

Die im Eichsfeld wohnende Agrarwissenschaftlerin ist Mitglied der PDS/Linke-Landtagsfraktion und gestern Abend extra nach Schmölln gefahren. Um den Leuten auch dort klarzumachen, sagt sie, worum es geht. Dass sie möglichst klar ausdrücken sollen: Wir wollen hier keinen Genmais. In Großfahner, Landkreis Gotha, hat das schließlich auch geklappt.

Hier wollte die Agrargenossenschaft Großfahner gut 18 Hektar mit MON 810 bewirtschaften, die größte angemeldete Fläche in Thüringen. Bis ihr Chef Robert Scheringer auf Bürgerproteste reagierte und am 18. März die Anmeldung zurücknahm. Der Genossenschaftsvorsitzende heißt nicht zufällig wie die Landtagsabgeordnete, er ist ihr Cousin und in der gleichen Partei. „Wir hören eben auf das, was die Leute bewegt“, sagt Scheringer-Wright erleichtert. Schließlich seien auch Landwirte Mitglieder eines Dorfes, eines Kreises. Und sie hätten einen Ruf zu verlieren.

Monsanto hat seinem Mais mit moderner Gentechnik eine Fähigkeit eingeschleust, die Mais sonst nicht hat: Abwehrstoffe gegen Fraßschädlinge bilden. Schneeglöckchen können das allein, Bohnen auch. Der Riesenknöterich holt sich Schwermetalle aus dem Boden, um sie als chemische Keule gegen Insekten einzusetzen. Der Genmais produziert nun ein Insektengift selbst, das seit gut hundert Jahren vom Bacillus thuringiensis bekannt ist. Er heißt so, weil er erstmalig in kranken Mehlmotten aus Thüringen isoliert wurde.

Doch sein Gift, so die Befürchtung, zerreißt nicht nur den gefräßigen Larven des Maiszünslers den Darm. Was passiert mit Regenwürmern und anderen Bodentieren? Besonders die Imker sind alarmiert, seit eine Jenaer Studie befürchten lässt, dass geschwächte Bienen vom Pollen des Genmaises den Rest bekommen. Außerdem fliegen die Pollen viel weiter, als bisher angenommen. „Ich bin erschüttert“, sagt die Dr. agr. mit bayerischen Wurzeln, „dass die Landesregierung nicht über normale agronomische Möglichkeiten der Bekämpfung des Zünslers redet“.

Maisstoppeln gleich zerhäckseln und tief unterpflügen, das helfe auch.

gefunden bei: Ostthüringer Zeitung

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Written by genfood

21.April.2008 um 11:01

Veröffentlicht in Allgemein, Patente, Zulassungen

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