Monsanto

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Archive for April 2008

Sehr gute TV-Filme zur Agro-Gentechnik in der kommenden Woche

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In der kommenden Woche werden gleich vier sehr gute TV-Dokumentationen zur Agro-Gentechnik im Fernsehen gezeigt:

1. Mais im Bundeshuus
2. Monsanto, mit Gift und Genen (neue, sehr gute Hintergrund-Dokumentation)
3. Leben außer Kontrolle – von Genfood und Designerbabies ("Klassiker")
4. Feldversuch Hawaii – Genpflanzen im Freilandtest
(Näheres siehe Text-Anhang der E-Mail)

Ich kann Dir alle vier sehr empfehlen, und hoffe, Du kannst sie sehen und aufnehmen (lassen).

Des weiteren habe ich noch einige weitere TV-Dokumentationen im Text-Anhng beschrieben, die ebenfalls für Dich interessant sein könnten (über Monarchfalter, Bio-Lebensmittel und Palmölplantagen)
Liebe Grüße
Matthias

Montag, 14. April 2008:

HESSEN, 14.15 – 15.00 Uhr (45 Minuten):
"HIGHWAY DER SCHMETTERLINGE – DIE REISE DER MONARCHFALTER"
Reportage über die Reise der Monarchfalter zwischen Nord- und Mittelamerika, die durch Klimaänderung und den Anbau von gentechnisch verändertem Mais in bedroht werden

–> Programminformation (http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/programm.jsp?t=0, bitte klicken auf Wochentag und Sendung):
Die "Seelen der Verstorbenen" sind wieder zurück – pünktlich zu Allerheiligen, dem Dia de los Muertos, wie jedes Jahr. Orangefarbene Schmetterlingsschwärme tanzen um die Indianer, die zum Friedhof pilgern.
Viele Millionen Monarchfalter sind nach Mexiko gekommen, um hier zu überwintern. Sie haben eine lange, gefährliche Reise hinter sich: 4 000 Kilometer – auf einem "Highway der Winde". In Amerika hat sich die Schar kleiner Schmetterlinge acht Wochen zuvor auf die Reise gemacht von den großen Seen Nordamerikas über Wüsten und Berge bis ins mexikanische Hochland. Im Auto begleitet der amerikanische Schmetterlingsforscher Robert Michael Pyle die Falter auf ihrem Weg nach Süden. Doch sind die "Seelen der Verstorbenen" wirklich unsterblich? Die Reise wird jedes Jahr gefährlicher für die zarten Schmetterlinge. Sie sind zu empfindlich für vieles, was der Mensch ihnen zumutet, und könnten zum Symbol werden: für die Gefahr durch globale Umweltprobleme wie Genmanipulation und Klimaveränderung.

SÜDWEST, 22.30 – 23.15 Uhr (45 Minuten):
"BETRIFFT: ALLES BIO? – DAS GESCHÄFT MIT ÖKO-LEBENSMITTELN "
Reportage (von Hanspeter Michel) über Ökologischen Landbau und die Vermarktung von Öko-Lebensmitteln
–> Näheres siehe http://www.swr.de/betrifft/index.html
–> Wiederholung am Mittwoch, 16. April, von 13.45 – 14.30 Uhr auf SÜDWEST

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Donnerstag, 17. April 2008:

ARTE, 9.55 – 11.20 Uhr (85 Minuten):
"MAIS IM BUNDESHUUS – GENTECHNIK IN DER SCHWEIZ"
Dokumentation (Schweiz, von Jean-Stéphane Bron) über den Prozess, wie im Schweizer Parlament des Gentechnikgesetz entstanden ist, Hintergrund-Dokumentation über Lobby-Arbeit und den Gesetzgebungspzozess

–> Programminformation (http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=843730,day=6,week=16,year=2008.html):
Im Zimmer 87 des schweizerischen Bundeshauses trifft sich eine parlamentarische Kommission, die ein Gesetz zur Gentechnik erarbeiten soll. Hinter verschlossenen Türen wird das so genannte "Gen-Lex" beraten, während draußen geduldig ein Filmteam wartet. Regisseur Jean-Stéphane Bron wirft mit "Mais im Bundeshuus" einen neugierigen Blick hinter die Kulissen der Gesetzgebung einer modernen Demokratie – die der Schweiz. Spannend und witzig zeigt der Film die Machtspiele, aber auch die Grenzen des Politsystems. Eine Parabel auf die Macht – nicht nur in der Politik.

Jean-Stéphane Bron und sein Filmteam warten darauf, dass sich die verschlossenen Türen der parlamentarischen Kommission zur Erarbeitung eines Gesetzes über Gentechnologie öffnen. Natürlich sind die Verhandlungen geheim. Dennoch geben die Hauptakteure in den Verhandlungspausen bereitwillig Auskunft über den Stand der Dinge und ihre Strategie. Es gilt, Verbündete zu gewinnen und Kompromisse zu schließen. Wirtschaftsvertreter und Anhänger dieser revolutionären Technik treffen auf heftigen Widerstand der Gentechnikkritiker, die befürchten, dass alles außer Kontrolle gerät.

Bron beobachtet vor allem fünf Politiker aus den an der Regierung beteiligten Parteien: Auf der Seite der Gegner der Gentechnologie stehen die Biobäuerin Maya Graf von den Grünen, Liliane Chappuis von der Sozialdemokratischen Partei und – für alle Beteiligten etwas unheimlich und überraschend – der Bauer Sepp Kunz von der rechts-konservativen Schweizerischen Volkspartei . Ihr größter Rivale ist Johannes Randegger, ein eng mit der Pharmaindustrie verbundener Mann der liberal-konservativen Freisinnig-Demokratischen Partei . Unentschlossen ist dagegen noch Jacques Neirynck von der konservativen Christlichdemokratischen Volkspartei ; um seine Zustimmung wird auf beiden Seiten mit harten Bandagen gekämpft. Die Kamera beobachtet, wie diskutiert, abgewägt und "geklüngelt" wird, wie Ergebnisse per Handy weitergeleitet, Schultern geklopft und per Augenzwinkern Allianzen geschlossen werden. Der "Politthriller" bleibt, auch aufgrund seines brisanten Themas, bis zum Ende spannend – und zeigt ein Stück echte Demokratie.

–> Wiederholung in der Nacht von Dienstag, 22. April, auf Mittwoch, von 3.00 – 4.25 Uhr auf ARTE

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Samstag, 19. April 2008:

ARTE, 9.45 – 11.45 Uhr (120 Minuten):
"MONSANTO, MIT GIFT UND GENEN"
Dokumentation (Frankreich, 2007, von Marie-Monique Robin) über den US-Konzern Monsanto, den weltweit größten Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut, seine Verflechtungen mit U.S.-Politikern, und wie er es schaffen konnte, transgenes Saatgut trotz vieler Bedenken und ungeklärter Langzeitwirkungen auf den Markt zu bringen (sehr gut recherchiert, wurde bereits vor einigen Wochen gezeigt, eine der erfolgreichsten Dokumentationen des Senders ARTE)

–> Programminformation (http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=883525,day=1,week=17,year=2008.html):
Der Dokumentarfilm erkundet das Reich des US-amerikanischen Konzerns "Monsanto Chemical Works", dem weltweiten Marktführer für Biotechnologie. Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt "Monsanto" auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde, stellte es doch das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid "Agent Orange" her. Heute sind 90 Prozent der angebauten gentechnisch veränderten Organismen "Monsanto"-Patente. Diesen Umstand halten viele für bedenklich.

Das 1901 in St. Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen "Monsanto Chemical Works" war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde. In der Vergangenheit machte "Monsanto" mehrfach von sich reden. Das Unternehmen produzierte das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid Agent Orange, das heute als chemischer Kampfstoff klassifiziert ist. Zur Produktpalette gehört ferner der umstrittene Süßstoff Aspartam, das Wachstumshormon rBST zur Steigerung der Milchleistung von Rindern sowie die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB, die in Deutschland unter dem Namen Clophen bekannt ist und seit Beginn der 80er Jahre als hochgiftig eingestuft wird.

Heute ist "Monsanto" weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie. 90 Prozent der heute derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen, unter anderem Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind "Monsanto"-Patente. Und über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren. Überall auf der Welt gibt es mittlerweile transgene Organismen von "Monsanto". Aber noch nie hat ein agro-industrielles Patent so sehr die Gemüter erhitzt. Der Dokumentarfilm fragt nach den Gründen für die Aufregung und erklärt, worum es bei gentechnisch veränderten Organismen überhaupt geht. Am Ende steht die Frage, ob "Monsanto"-Produkte Fluch oder Segen für die Menschheit sind.

–> ZUSATZINFORMATION:
Der Dokumentarfilm stützt sich auf bisher unveröffentlichte Dokumente und auf Stellungnahmen von Wissenschaftlern, Vertretern von Bürgerinitiativen, Geschädigten, Rechtsanwälten, Politikern sowie Vertretern der staatlichen Food and Drug Administration.
Die mit dem angesehenen Journalistenpreis "Albert Londres" ausgezeichnete Regisseurin Marie-Monique Robin hat drei Jahre in Nord- und Südamerika sowie in Europa und Asien recherchiert. Sie hat mit Bauern in Indien, Mexiko und Paraguay gesprochen, um die Geschichte des heute vielleicht mächtigsten Samenherstellers der Welt zu rekonstruieren. Dabei zeichnete sich hinter dem von den Werbekampagnen bedienten Image des sauberen und umweltfreundlichen Konzerns eine gnadenlos nach Marktführerschaft strebende Unternehmenspolitik ab.

PHOENIX, 16.45 – 17.15 Uhr (30 Minuten):
"DIE BIOSPRITFALLE"
Film (2007, von Inge Altemeier) über die Zerstörung des Regenwald in Indonesien wegen Palmölplantagen
–> Näheres siehe http://www.phoenix.de/die_biospritfalle/2008/04/19/0/178887.1.htm
–> Wiederholung in der Nacht von Sonntag, 20. April, auf Montag, von 3.10 – 3.40 Uhr auf PHOENIX

PHOENIX, 23.15 – 0.50 Uhr (95 Minuten, Nacht auf Sonntag):
"LEBEN AUSSER KONTROLLE – VON GENFOOD UND DESIGNER-BABIES"
Dokumentation (2004, von Bertram Verhaag und Gabriele Kröber) über Gefahren und Risiken von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen und Tieren und ethische Probleme der Gentechnik in der Medizin (mit einem Interview mit Vandana Shiva, sehr gute Dokumentation)

–> Programminformation (http://www.phoenix.de/leben_ausser_kontrolle/2008/04/19/0/55866.1.htm):
Der Einfluss der Gentechnologie auf unser Leben nimmt zu – und oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst.
Dr. Vandana Shiva sammelt, vermehrt und verteilt chemiefreies Saatgut auf ihrer Farm NAVDANYA. (Quelle: PHOENIX/ SWR/ denkmal-film.com)Der Film zeigt anhand verschiedener Beispiele, wie genmanipulierte Lebensmittel bereits Einzug in unseren Alltag gehalten haben, ohne dass wir Genaueres über die Auswirkungen oder Risiken wissen. Ein gigantischer Menschenversuch ohne Kontrollgruppe.

Kanada: Hier werden seit Jahren großflächig genmanipulierter Raps und Soja angepflanzt. Percy Schmeiser gehört zu denjenigen kanadischen Farmern, die herkömmlichen Raps anbauten – bis ein starker Sturm während der Erntezeit genmanipulierten Raps auf Schmeisers Felder wehte. Raps, der von der US-Firma Monsanto patentiert wurde. Seitdem prozessiert Monsanto gegen Schmeiser wegen des widerrechtlichen Anbaus des von ihr patentierten Saatguts.

In Indien stehen viele kleine Bauern vor dem Ruin, weil ihnen die 2002 erstmals zugelassene gentechnisch veränderte Baumwolle von Monsanto eine katastrophale Ernte beschert hatte. Als einzigen Ausweg aus der Schuldenfalle sehen Tausende von Bauern nur noch den Selbstmord. Die promovierte Physikerin, Autorin und Kämpferin für die Umwelt, Vandana Shiva, engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für die indischen Kleinbauern und die Erhaltung der biologischen Artenvielfalt. Sie sammelt traditionelles Saatgut und gibt es an die Bauern weiter. Vandana Shiva ist strikt gegen jede Patentierung von Nahrungsmitteln. Mit privatem Geld hat sie vor etwa 15 Jahren die Versuchsfarm "Navdanya" gegründet.

Die kanadische Firma "Aqua Bounty" steht kurz vor der Marktzulassung ihrer sterilen, genmanipulierten Riesenlachse.
Kann der Verzehr von "Gen-Food" chronische Krankheiten und die Schwächung des Immunsystems hervorrufen? Das vermuten zumindest einige Wissenschaftler. Nur wenige Spezialisten erforschen unabhängig von der Finanzierung durch private Unternehmen die Auswirkungen transgener Tiere und Pflanzen auf die Umwelt und Gesundheit. Das bedeutet, dass wir alle Versuchskaninchen der Gentechnologen sind.

ZDF DOKU KANAL, 23.30 – 0.15 Uhr (45 Minuten, Nacht auf Sonntag, digital zu empfangen):
"FELDVERSUCH HAWAII – GENPFLANZEN IM FREILANDTEST"
Dokumentation über den Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen auf Hawaii

–> Programminformation (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,4341526_idDispatch:7601319,00.html):
Hawaii: Die zu den USA gehörende Inselgruppe im Pazifik wurde in den vergangenen Jahren zum weltweit größten Experimentierfeld für gentechnisch veränderte Pflanzen.
Mächtige Agrarkonzerne und Biotechkonzerne haben hier geheime Versuchsfelder angelegt, um ihre Experimente mit neuen Pflanzen für den Weltmarkt voranzutreiben. In der Inselbevölkerung regt sich jedoch zunehmend Widerstand gegen die Produktion transgener Nahrungsmittel.

–> Wiederholungen im ZDF DOKU KANAL am Montag, 21. April, von 15.00 – 15.45 Uhr,
am Dienstag, 22. April, von 4.30 – 5.15 Uhr,
am Mittwoch, 23. April, von 17.15 – 18.00 Uhr,
am Donnerstag, 24. April, von 12.15 – 13.00 Uhr,
in der Nacht von Donnerstag, 24. April, auf Freitag, von 2.00 – 2.45 Uhr, und
am Freitag, 25. April, von 22.00 – 22.45 Uhr

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(Angaben ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit,
nach der Zeitschrift "TV Today" und den Internet-Seiten der Sender)

per Email

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Written by genfood

15.April.2008 at 15:35

Monsanto – mit Gift und Genen in MV !!!

with one comment

Ich wüsste gern, wer dafür verantwortlich zeichnet, dass wir hier mit diesem Gen-Gift, welches eindeutig belegbar in weitem Umkreis andere Felder kontaminiert, "bedacht" werden. Nur für den Fall, dass Schadenersatzansprüche wie bei Percy Schmeiser beantragt werden.
Es ist nicht zu fassen: Eine Firma, die Terminator-Saatgut produziert, weil sie es darauf abgesehen hat, die Nahrung der Menschen zu kontrollieren, hat wieder ein dummes Land gefunden, in welchem sie ihre vergiftete Saat ausbreiten darf!
Ich hoffe, die Verantwortlichen werden dafür zur Rechenschaft gezogen!
Monsanto – mit Gift und Genen, Film zu sehen bei united-mutations.
Lynn Aman aus Rostock

gefunden bei: Ostsee Zeitung.de

Written by genfood

12.April.2008 at 17:32

Der Streit um die grüne Gentechnik geht weiter

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Brigitte Zarzer 08.04.2008

Percy Schmeiser freut sich, Rumänien erwägt ein Verbot von GV-Mais und deutsche Forscher ärgern sich über die Dreistigkeit von Monsanto

Der aufgrund eines jahrelangen Rechtsstreits mit dem Agro-Gentech-Konzern Monsanto weltweit bekannte kanadische Farmer Percy Schmeiser erhält eine kleine Summe Schadenersatz. Für den scharfen Monsanto-Kritiker hat der Konzern damit die Verantwortung für gentechnische Verunreinigungen eingeräumt. Indes wächst in Europa die Skepsis weiter. Nachdem Frankreich vor kurzem den Monsanto-Mais MON 810 verboten hat, denkt nun auch der rumänische Agrarminister laut über ähnliche Schritte nach. In Deutschland hingegen könnte der umstrittene GV-Mais bereits in den nächsten Wochen wieder ausgesät werden. Und das obwohl es selbst von behördlicher Seite große Bedenken über die Umweltverträglichkeit gibt.

Es war ein jahrelanger Kampf nach dem Muster David gegen Goliath, den der kanadische Farmer Percy Schmeiser gegen den Gentech-Riesen Monsanto ausfocht. Das Unternehmen hatte ihm unerlaubten Anbau von Gentech-Raps vorgeworfen. Schmeiser hingegen betonte immer wieder, dass seine Felder verunreinigt worden wären. Schließlich entschied das kanadische Gericht in der Patentfrage zugunsten von Monsanto. Schmeiser musste aber keinen Schadenersatz zahlen, da er keinerlei Vorteile aus der Ernte gezogen hätte (vgl. Percy Schmeiser verliert gegen Monsanto (1)).

Im Jahr 2005 schließlich fand Schmeiser erneut Monsanto-Rapspflanzen auf seinen Feldern und ließ diese entfernen. Was dann folgte, schildert die Website (2) des kanadischen Farmers wie folgt:

–„Da in einem ersten außergerichtlichen Einigungsversuch Monsanto nicht bereit war, die Rechnung über 660$ zu zahlen verklagte Schmeiser die Firma vor Gericht. Monsanto hätte nur unter der Auflage den Schaden bezahlt, dass Schmeiser eine Schweigevereinbarung über die Sache unterzeichnet hätte, die ihm oder seiner Frau für den Rest ihres Lebens das Recht entzogen hätte, jemals über den Fall öffentlich zu sprechen oder Monsanto wegen Kontamination ihrer Ernte in Zukunft vor Gericht zu belangen. Schmeiser lehnte ab. Die von Monsanto erhobenen Bedingungen seien sittenwidrig.“–

Am 19. März dieses Jahres kam es einer Presseaussendung zufolge dann plötzlich doch zu einer außergerichtlichen Einigung und einem Verzicht auf die Schweigeverpflichtung. Für den kanadischen Farmer hat der Konzern damit die „Verantwortung für die Kontamination auf seinen Feldern eingeräumt.“ Monsanto selbst spielt die Causa in der Öffentlichkeit herunter. Man hätte mit etlichen anderen Farmern ähnliche Vereinbarungen getroffen, der Gang Schmeisers zum Gericht hätte lediglich unnötige Kosten für ihn verursacht, wird der Konzern in Marketwire (3) zitiert. Auf die mit den Vergleichen angeblich immer verbundene Verschwiegenheitsklausel, die Schmeiser ein Dorn im Auge war, wird in dieser Meldung nicht näher eingegangen.

Interessant ist aber, dass Monsanto in dieser Darstellung einräumt, dass es offensichtlich immer wieder Verunreinigungen anderer Felder gibt. Der Konzern spricht von sechzehn Fällen im Jahre 2007, in denen Roundup-Ready-Raps in Kanada auf anderen Feldern auftauchte und wo der Konzern die Entsorgungskosten übernommen hätte. Der Gentech-Raps ist in Kanada inzwischen zu einem lästigen Unkraut geworden, das oft dort auftaucht, wo es keiner wollte und Landwirten, die völlig andere Kultursorten anbauen, Probleme in der Bewirtschaftung der eigenen Felder bereitet.

Frankreich hui, Deutschland pfui?

Während Schmeiser durch die Lande tourt und gegen Monsanto und Agro-Gentechnik wettert, wird der Widerstand auch auf politischer Ebene stärker. Zumindest auf nationalstaatlicher Ebene in Europa. Frankreich verhängte heuer ein Moratorium über Monsantos MON 810-Mais. Die Regierung Sarkozy folgte damit den Bedenken eines Wissenschaftsausschusses (4), der sich kritisch zu möglichen Folgen für die Umwelt äußerte. In Österreich und Ungarn ist diese Maislinie bereits seit längerem verboten. In Rumänien stellte Minister Attila Korodi jüngst ähnliche Überlegungen an. Bei einem Empfang von Greenpeace und des rumänischen Bio-Farmerverbands stellte er ebenfalls ein Verbot in Aussicht. Interessant ist das vor allem deshalb, weil Rumänien aufgrund des großflächigen Gentech-Soja-Anbaus vielen Kritikern als „Einfallstor“ der Agrogentechnik in den Westen galt (vgl. Geht die Gen-Saat im Osten auf? (5)).

Die Bedenken gegen MON 810 sind vielfältig. So wären die Risiken wie z.B. schädliche Wirkungen auf Schmetterlinge nicht ausgeräumt, sagen kritische Experten. Außerdem gibt es Berichte zu Schwankungen des Toxin-Gehalts. Nach Darstellung von Antje Lorch und Christoph Then, die dem Vorstand bzw. dem Beirat des Gen-ethischen Netzwerks Berlin (6) angehören, führen nicht nur schwankende Temperaturen und unterschiedliche Düngergaben, sondern zum Beispiel auch der Einsatz von Spritzmitteln zu Schwankungen des Gehaltes von Insektengift in dem gentechnisch veränderten Mais: „Die Bekanntheit des Gehaltes an Insektiziden ist aber für eine Abschätzung der Risiken, die mit dem Anbau des so genannten MON 810-Mais verbunden sein können, unabdingbar“, betonen die Gentech-Kritiker Lorch und Then, die eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen zum Toxin-Gehalt genauer unter die Lupe genommen haben. „Wie soll ohne das Wissen um den genauen Gehalt des Insektizids in dem gentechnisch veränderten Mais eingeschätzt werden, welches Risiko zum Beispiel für Bienen und Schmetterlinge entsteht? Besonders auffällig ist jedenfalls“, konstatiert Then, „dass viele der gemessenen Werte nicht mit denen aus den Antragsunterlagen der Firma Monsanto übereinstimmen.“

In Deutschland hingegen könnte MON 810 bereits in den nächsten Wochen wieder ausgesät werden. Dabei ist der Kurs von Agrarminister Horst Seehofer nicht wirklich durchschaubar. Vergangenes Jahr wurde der Verkauf von MON 810-Saatgut aufgrund befürchteter Umweltauswirkungen verboten, allerdings zu einem Zeitpunkt als die Landwirte das Saatgut bereits geordert hatten (vgl. Umpflügen statt Gen-Mais ernten? (7)). Monsanto sollte damals einen Monitoringplan vorlegen. Der Konzern tat dies und der Verkauf wurde wieder zugelassen. Allerdings hält sogar das Bundesamt für Naturschutz das Monsanto-Monitoring für kaum geeignet, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu beurteilen.

Für Empörung sorgte der Monitoring-Plan auch bei einigen Wissenschaftlern. Der Konzern hatte etwa erwähnt, dass man das „Tagfalter-Monitoring“, welches am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig koordiniert wird, in den Monsanto-Monitoring-Plan einbeziehen würde. Die Wissenschaftler hatten davon allerdings keine Ahnung. Es hätte keinerlei Kontakt zwischen den Projektbetreibern und dem Konzern gegeben, betonen PD Dr. Josef Settele, Dr. Reinart Feldmann und Elisabeth Kühn vom Tagfalter-Monitoring (8) in einer Pressemitteilung. Darin halten die Wissenschaftler außerdem fest:

–„Wir möchten verhindern, dass Daten, die von ehrenamtlichen Naturfreunden gesammelt werden, um u.a. zum Erhalt der Natur beizutragen, zweckentfremdet werden – bis hin zu einem Freibrief für den Anbau von genverändertem Mais in Deutschland. Wir machen den Vorgang mit dieser Stellungnahme sowie weiteren Presseaktionen publik und behalten uns auch rechtliche Schritte gegen die Vereinnahmung und Zweckentfremdung unseres gemeinsamen Projektes vor!“–

Der Streit um die Agro-Gentechnik geht also weiter. Der Monsanto-Mais MON 810 wird derzeit einer Neubewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterzogen. Ob die Bedenken von zahlreichen Wissenschaftlern dort Gehör finden, wird sich weisen.

gefunden bei: Heise Zeitschriften Verlag

Written by genfood

8.April.2008 at 9:22

Warnung: Monsanto-Gentech-Mais zeigt starke Schwankungen im Giftgehalt

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Wien, 07.04.2008: Der Gehalt an Insektiziden im Gentech-Mais des US-Konzerns Monsanto schwankt erheblich, womit sich die Grundlage für die Risikobewertung durch die Firma Monsanto als falsch erweist. Dies ist das überraschende und besorgniserregende Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Gen-ethischen Netzwerk e.V. (GeN).

Die Untersuchung zeigt auf, dass nicht nur schwankende Temperaturen und unterschiedliche Düngergaben, sondern zum Beispiel auch der Einsatz von Spritzmitteln zu Schwankungen des Gehaltes von Insektengift in dem Gentech-Mais geführt haben. Die Bekanntheit des Gehaltes an Insektiziden ist aber für eine Abschätzung der Risiken, die mit dem Anbau des so genannten MON810-Mais verbunden sein können, unabdingbar.

„Dieses Ergebnis zeigt, dass für die Risikobewertung vorgelegte Unterlagen von Monsanto falsch sind und die Bewertung der zuständigen europäischen Behörde auf unzulänglichen Daten basiert. Ohne zu wissen, wie viele Pestizide zur Bekämpfung von Insekten. Insektizide …

Bei den I. unterscheidet man vier Gruppen von Wirkstoffen: Chlorierte zyklische Kohlenwasserstoffe (wie DDT, HCB, Endrin) Organische Phosphorsäureester (wie Chlorpyrifos, Parathion), Carbaminsäureester (wie Carbofuran, Methiocarb)und Dithiocarbamate (wie Maneb, Ziram).

im Gentech-Mais …

Der Mais ist eine einhäusige, getrenntgeschlechtlich (monözisch) Pflanze, die bis zu 2,5 Meter hohe Stängel hat, die in einen männlichen Blütenstand enden. Die weiblichen Blütenstände entspringen der mittleren Stängelhälfte. Die Fremdbestäubung erfolgt durch den Wind.

vorhanden sind, ist es nicht möglich, seine Wirkung auf beispielsweise Bienen und Schmetterlinge abzuschätzen. Dieser Umstand macht die Zulassung fahrlässig“, kommentiert Jens Karg, Gentechniksprecher der Umweltschutzorganisation Global 2000 ist eine unabhängige österreichische Umweltschutzorganisation mit Sitz in Wien, welche Umweltthemen auf internationaler Ebene zur Sprache bringt. Das Ziel von Global 2000 ist es gewaltfrei und unter Ausschöpfung aller demokratischer Mittel, nicht nur die Symptome (End of Pipe- Lösungen) zu behandeln, sondern auch Ursachenbekämpfung zu praktizieren.GLOBAL 2000.

Besonders auffällig sei laut Untersuchung, dass viele der gemessenen Werte nicht mit denen aus den Antragsunterlagen der Firma Monsanto übereinstimmen. Der Monsanto-Mais wird derzeit einer Neubewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterzogen. Bis Mitte des Monats bleibt den EU-Mitgliedstaaten Zeit, die zahlreichen Bedenken gegen den Monsanto-Mais der Behörde zu übermitteln. „Das vorliegende Datenmaterial spricht eindeutig gegen eine Zulassung. Nicht ohne Grund gibt es in fünf Ländern der EU ein Anbauverbot für diese Risikopflanze. Minister Pröll muss nun aus dieser Allianz auch endlich Ergebnisse erzielen und die Wiederzulassung verhindern“, so Karg.

Das Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) wurde 1986 von kritischen Wissenschaftlerinnen, JournalisteInnen, TierärztInnen, MedizinerInnen, PolitikerInnen und anderen an der Gentechnik interessierten Menschen gegründet. Es vermittelt Informationen und Kontakte zum Thema Gentechnologie. …

Sammelbegriff für auf molekularbiologischen Erkenntnissen fußende Techniken zur Isolation, Synthese und Charakterisierung von genetischem Material und Mechanismen, die das Erbgut von Organismen betreffen.

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000…

Global 2000 ist eine unabhängige österreichische Umweltschutzorganisation mit Sitz in Wien, welche Umweltthemen auf internationaler Ebene zur Sprache bringt. Das Ziel von Global 2000 ist es gewaltfrei und unter Ausschöpfung aller demokratischer Mittel, nicht nur die Symptome (End of Pipe- Lösungen) zu behandeln, sondern auch Ursachenbekämpfung zu praktizieren.

ist Mitglied im Gen-ethischen Netzwerk e.V..

gefunden bei: Umweltjournal

Written by genfood

7.April.2008 at 9:40

Monsanto verzichtet auf Genversuche

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Homberg. Ursprünglich hatte der Agrarriese Monsanto Versuche mit Genmais in dem zu Wabern gehörenden Niedermöllrich (Nordhessen) geplant. Nun wird Monsanto im zweiten Jahr hintereinander auf solche Versuche verzichten.


Der Agrarriese Monsanto verzichtet auf seine umstrittenen Versuche mit Genmais im nordhessischen Niedermöllrich. (Archivfoto)

Ein Sprecher des Schwalm-Eder-Kreises sagte am Donnerstag: „Wir haben gestern ein Schreiben bekommen, in dem das Unternehmen sein letztjähriges Moratorium auch auf dieses Jahr ausdehnt.“
Nach Ansicht von Waberns Bürgermeister, Günter Jung (SPD), zeige dies, „dass Monsanto Angst vor uns hat“.
Ein Monsanto-Sprecher teilte mit: „Wir haben an anderen Standorten ausreichende Informationen für dieses Projekt gesammelt. Damit hat sich diese Frage erledigt.“
Die Pläne Monsantos, einen durch Genmanipulation schädlingsresistenten Mais auszusäen, stießen in der Vergangenheit auf großen Widerstand.

gefunden bei: Oberhessische Presse

Written by genfood

4.April.2008 at 11:51

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über..., Forschung

Video – Monsanto mit Gift und Genen

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gefunden bei: YouTube

Written by genfood

3.April.2008 at 13:24

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über..., Forschung