Monsanto

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Archive for Mai 2008

Imker Bablok muss mit seinen Bienen weichen

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Von Manuela Mayr

Augsburg/Kaisheim. Der Imker Karl-Heinz Bablok muss auch in diesem Sommer rechtzeitig vor der Maisblüte mit seinen Bienen "auf die Flucht" gehen. Sein Bienenhaus steht in rund 1500 Meter Entfernung von einem Versuchsfeld des Freistaats auf dem Neuhof bei Kaisheim (Kreis Donau-Ries).

Imker Bablok kämpft für einen genfreien Honig.

Dort wird die gentechnisch veränderte Maissorte Mon 810 angebaut, die nur als Futtermittel, nicht aber als Lebensmittel zugelassen ist. Pollen von diesem Mais, den die Bienen in ihren Stock schleppen, darf deshalb selbst in geringsten Mengen nicht in den Honig gelangen. Sonst darf der Honig nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Augsburg nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden.

Die Bestätigung, dass für Honig "null Prozent Toleranz" gelte, was die Verunreinigung mit Bestandteilen von Mon 810 betrifft, war ein juristisches Ziel des Bündnisses zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik gewesen. Die praktischen Auswirkungen hat der Kläger Karl-Heinz Bablok zu tragen: "Ich bin der Dumme" sagt er. Er kann zwar den Schaden für den unverkäuflichen Honig gegenüber dem Anbauer geltend machen, urteilte die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts unter Vorsitz von Evelyn Leder. Den Nachweis über die Verunreinigung muss allerdings er führen. Und es sei auch Sache der Imker, dort wo es möglich ist, die Bienen während der Maisblüte in Sicherheit zu bringen. Ein Flug-Radius von drei Kilometern, in dem die Bienen laut Experten 90 Prozent des Nektars und des Pollens sammeln, wird dabei zugrunde gelegt. Im Fall von Karl-Heinz Bablok sieht das Gericht den Aufwand als zumutbar an, die schweren Bienenkästen während der Maisblüte nach Leitheim zu versetzen. Auch dafür könne Schadenersatz verlangt werden.

Klageweg durch alle Instanzen

Das Imker-Bündnis, das bereits 70 000 Euro in den Prozess investiert hat, will in Berufung gehen und den Klageweg notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof gehen. In Augsburg führte aufseiten des beklagten Freistaats der Anwalt der drei beigeladenen Firmen Monsanto Company, Monsanto Technology und Monsanto Agrar Deutschland das Wort. Er gebe zum Prozess keine Statements ab, sagte er.

gefunden bei: Ausgburger Allgemeinen

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Written by genfood

31.Mai.2008 at 9:57

Video: „Monsanto, mit Gift und Genen“

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leider hatten wir die Ankündigung nicht mehr früh genug online bekommen, so dass viele unserer Leser die Dokumentation nicht sehen konnten – wir haben gesucht, und sind fündig geworden.

hier die Doku:

und eine Gesprächsrunde die ARTE im Anschluss an die erste Ausstrahlung vom 17.05.2008:

beides sehr sehenswert.

Written by genfood

30.Mai.2008 at 21:19

Wahrheiten über die »Grüne Gentechnik«

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Monsanto – ein Film belegt die Verflechtung von Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden
Von Alfred Jantz

Die Agrarlobby und auch Politiker wie Bundesminister Horst Seehofer (CSU) behaupten, mit der »Grünen Gentechnik« werde die Futter- und Lebensmittelerzeugung weltweit leistungsfähiger, preiswerter und sicherer. Der sehenswerte Film von Marie-Monique Robin »Monsanto, mit Gift und Genen«, der heute um 23.15 Uhr im WDR ausgestrahlt wird, belegt: Dies ist unwahr – die Gesundheit der Verbraucher bleibt auf der Strecke.

Der Film, für den Frau Robin mit dem bedeutenden Journalistenpreis »Albert Londres« ausgezeichnet wurde, entstand auf der Basis dreijähriger, weltweiter Recherchen, freigegebener Gerichtsakten und auch unter Verwendung offizieller Internet-Seiten von Monsanto. Der Wahrheitsgehalt ist daher nachprüfbar, was angesichts der globalen Macht des Konzerns wohl auch notwendig war.

Besonders interessant ist der permanente »Drehtür-Effekt« zwischen Gentechnik-Experten und der US-Zulassungsbehörde »Food and Drug Administration« (FDA) – Konzernexperten wechseln mit praktisch fertigen Texten zur Behörde und auch wieder zurück. Der FDA-Verantwortliche James Maryanski sagt im Film, die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) sei aus rein politischen Gründen erfolgt. Toxikologische Langzeitstudien, wie vor der Zulassung von Pestiziden üblich, fehlen.

Monsanto hält heute 90 Prozent aller Gentechnikpatente. Der Agromulti schickt eine eigene Gentech-Polizei weltweit in landwirtschaftliche Betriebe, um Patentverstöße festzustellen.

Die »Grüne Gentechnik« überspringt bewusst Artenschranken, z.B. zwischen Pflanzen und Bakterien, was bei der klassischen Züchtung nicht erfolgt. Ungewollte Effekte wie z. B. die Bildung giftiger Proteine, Auslösung von Al-lergien, Antibiotika-Resistenzen oder sogar Fehlsteuerungen beim primären Prozess von Zellteilungen im menschlichen Körper werden immer wieder beobachtet. Letzteres kann nach Jahrzehnten sogar Krebs auslösen.

Nach einem Gutachten des »Fish and Wildlife Service« in den USA haben 44 Prozent der befragten Wissenschaftler ausgesagt, sie seien angehalten worden, Daten zum Artenschutz zurückzuhalten. Dies räumt mit dem Mythos einer unabhängigen Wissenschaft auf. Und auch die Europäische Behörde EFSA ließ bei der Genehmigung nur positive Meinungen zur Gentechnik gelten. So wurde vor zehn Jahren der ungarisch-britische Wissenschaftler Arpad Pusztai nach Veröffentlichung seiner Forschungen an Ratten, die genmanipulierte Kartoffeln gefressen hatten, nach 30-jähriger erfolgreicher wissenschaftlicher Arbeit im schottischen Rowett-Research-Institute plötzlich gefeuert und mit Verleumdungskampagnen überzogen. Ähnlich erging es der russischen Forscherin Irina Ermakova 2005 nach Veröffentlichung ihrer Studie über die Fütterung weiblicher Ratten in der Trage- und Stillzeit mit Roundup-Ready-Soja, die eine erhöhte Sterblichkeit der Jungtiere ergab.

Auch der Fruchtbarkeitsverlust von Milchkühen nach längerer Fütterung mit Gen-Mais in den USA ist inzwischen dokumentiert und war nach längerer Fütterung mit natürlichen Mais reversibel.

Der WTO-Vertrag erleichtert es insbesondere den USA, gegen andere Staaten erfolgreich zu klagen, falls der »freie Warenverkehr« mit GVO-Produkten eingeschränkt wird. Im Gegensatz dazu gibt es bis heute keinen gültigen Vertrag zu internationalen Haftungsfragen.

Der hochaktuelle Film von Marie-Monique Robin ist ein Muss für Verbraucher, die wissen wollen, welch gefährliches Spiel mit ihrem Leben und der Artenvielfalt getrieben wird. Die Fakten sind hilfreich für die Öffentlichkeitsarbeit von Parteien und Nichtregierungsorganisationen.

Unser Autor ist Diplom-Lebensmittelchemiker und aktiv beim Umweltverband BUND in Mecklenburg-Vorpommern.

Written by genfood

29.Mai.2008 at 12:39

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über..., Firmenpolitik

Die reine Lehre?

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Wie das Unkräutermorden einfach und schnell funktioniert, verriet Ute Woltron vor kurzem an dieser Stelle

Vor zwei Wochen haben wir an dieser Stelle über ein Unkrautvernichtungsmittel berichtet, das – auch unter seinen Kritikern – als jenes gilt, das von allen diesen Mitteln noch das geringste Übel darstellt. Wir haben nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass es tunlichst nur in sparsamster Form zur Anwendung kommen sollte, weil es ohnehin seit den 70er-Jahren auf Milliarden von Quadratkilometern weltweit von der Landwirtschaft verspritzt wird.

Zu all diesen Aussagen stehen wir nach wie vor. Was wir nicht geschrieben haben – und hiermit ganz bewusst nachholen – ist der Umstand, dass dieses Mittel vom weitenteils übel beleumundeten US-amerikanischen Chemie- und Agrarkonzern Monsanto produziert wird, also einem Multi, der auf allen Bösewichterlisten der Umweltorganisationen ganz weit oben steht.

Das hat ein paar der kritischeren Leser einigermaßen aufgeregt. Wahrscheinlich zu Recht. Weshalb wir diesen wichtigen aufklärerischen Geistern diesen Platz hier widmen, um die Tatsache nachzuberichten.

Marktdurchdringungsmethoden

Monsanto ist tatsächlich, wie wir an anderer Stelle im Standard übrigens wiederholt geschrieben haben, mit Vorsicht zu genießen, da seine weltweiten Marktdurchdringungsmethoden in Sachen Saatgut, Pestizide und andere Gifte aller Art keineswegs durchsichtig sind.

So weit der Nachtrag zum Round-up-Grünzeug der Vorwoche. Jeder soll selbst entscheiden, ob er oder sie nun dieses von einer unsympathischen Firma stammende Produkt kauft, einsetzt oder nicht. Nichtsdestotrotz haben wir hier einen interessanten Punkt der Debatte erreicht, und zwar jenen der reinen Lehre gegen den der Verhältnismäßigkeit. Denn auch wenn wir ohne Unkrauttod unser Auslangen finden, was vergleichsweise einfach ist: Wie handelt jeder Einzelne, jede Einzelne von uns in dieser irren Welt?

Essen wir im Winter Erdbeeren, wissend, dass sie quer über den Kontinent transportiert wurden? Kaufen wir in Giftbädern gewaschene Bananen anderer, ebenfalls ausnehmend übler Megakonzerne? Wer hat die T-Shirts genäht, die nicht erst seit gestern so praktisch billig zu haben sind und von denen die meisten von uns sowieso viel zu viele unnötigerweise besitzen? Rauchen wir die chemisch behandelten Tabakprodukte einschlägiger Großkonzerne?

Bewusster Mittelweg

Und weiter: Müssen wir tatsächlich sieben Tage pro Woche Fleisch und Wurst essen und damit einen der widerlichsten und erwiesenermaßen umweltschädigendsten Agrarzweige dauersubventionieren? Kommen wir um südafrikanische Apfelimporte nicht umhin, während hierzulande im Herbst die Äpfel am Feldesrand verfaulen? Wen schädigen wir aber, wenn wir sie nicht kaufen? Südafrikanische Kleinbauern oder börsennotierte Großkonzerne?

Apropos: Ist es in Ordnung, diese schönen Rosen zu kaufen, die neuerdings auch im Supermarkt angeboten werden? Die kommen zum Großteil aus Chile, wo sie quasi großindustriell produziert werden. Mit extrem viel Gifteinsatz übrigens, was man nicht nur den Händen der Rosenarbeiterinnen ansieht. Was geschieht mit diesen Frauen aber, wenn wir brave Umweltschützer entrüstet den Boykott ausrufen und diese Industrie zum Kippen bringen? Eilen wir dann nach Chile und bauen ein neues Business auf, damit Kinder satt werden? Tun wir das wirklich?

Oder bleibt uns letztlich gar nichts anderes übrig, als einen bewussten Mittelweg in allen Lebenslagen zu versuchen, weil das Eis überall dünn und glatt ist? Nochmals: Besagtes Unkrautmittel gilt auch unter den eingefleischten Gegnern seines Produzenten als das noch geringste Unkrautvernichtungsübel. Und ja, man kann auch locker ohne es gärtnern. Aber der Faktor Verhältnismäßigkeit sollte in derlei Debatten nicht aus dem Blickwinkel geraten, und die Terminologie besser nicht in Radikalgefilde abgleiten.

(Ute Woltron/Der Standard/rondo/23/05/2008)

Written by genfood

24.Mai.2008 at 18:22

Gentech-Riese Monsanto unter Beschuss

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"Unternehmen scheint gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren"

Brüssel lässt Genmais-Importe zu (Foto: pixelio.de, Andre)

St. Louis (pte/17.05.2008/06:10) – Monsanto, der weltgrößte Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut, dominiert den Markt wie kein anderes Unternehmen. So steuert der Konzern rund 90 Prozent des weltweit vermarkteten Gentech-Saatguts bei. Allein im zweiten Quartal erzielte der Gentech-Riese Nettorekordeinkünfte von 1,12 Mrd. Dollar. Diese Quasi-Monopolstellung wird jedoch nicht nur von Gentechnik-Gegnern aufs Schärfste kritisiert. "Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt ‚Monsanto‘ auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde", schreibt etwa arte online. Neben den Produkten selbst ist auch die Art und Weise, wie Monsanto seine Vormachtstellung erreichen konnte, heftig umstritten. "Das Unternehmen ist dazu in der Lage, amerikanische und europäische Regulierungsinstanzen zu manipulieren, Journalisten und Forscher zu entlassen und missliebige Untersuchungen abzubrechen", warnt die französische Journalistin Marie-Monique Robin in einem arte-Interview. Robin hat drei Jahre aufgewendet, um die ihrer Meinung nach fragwürdigen Machenschaften des Mega-Konzerns zu durchleuchten.

Für Negativschlagzeilen hat Monsanto bereits mit mehreren Produkten gesorgt. Bekannt wurde das 1901 gegründete ehemalige Chemieunternehmen mit dem heute als chemischer Kampfstoff klassifizierten Herbizid "Agent Orange", das im Vietnamkrieg zum Einsatz kam. Das Monsanto-Wachstumshormon rBST, das die Milchleistung bei Rindern steigert, soll Medien zufolge die Wahrscheinlichkeit von Euterentzündungen erhöhen und gesundheitliche Schäden beim Menschen durch Rückstände in der Kuhmilch verursachen. Die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB (Clophen) aus dem Monsanto-Sortiment wird hierzulande seit den 1980er Jahren als hochgiftig eingestuft. Dabei liegt das Kerngeschäft des Konzerns Unternehmensangaben zufolge in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von gentechnisch verändertem Saatgut der Kulturpflanzen Mais, Sojabohne und Raps. "Ein großes Problem etwa ist die Verbreitung der Gentech-Baumwolle seitens des Saatgutkonzerns", meint Christian Felber, Globalisierungsexperte bei der NGO Attac, im Gespräch mit pressetext. Ebenso, so die Kritik, würden die Wasser- und Aquakultur-Geschäfte des Unternehmens das Ziel verfolgen, die für das Überleben wichtigen Ressourcen zu monopolisieren und in einen Markt zu verwandeln. "Über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren", folgert arte.

Dabei argumentiert Monsanto, gentechnisch verändertes Saatgut könne den Welthunger bekämpfen und führe zu höheren Erträgen. Wie eine Studie der Universität von Kansas aufzeigt, bringt Gentech-Soja im Vergleich zu konventionellem Saatgut jedoch um zehn Prozent weniger Ertrag. Schädlingsresistente Pflanzen werden von anderen, bisher unbekannten Krankheiten befallen, berichtet die taz. Darüber hinaus kontaminiere das genetisch veränderte Saatgut Boden und Umwelt, wodurch natürliches Saatgut unbrauchbar würde. So wurde der Monsanto-Gentech-Raps GT73 von der Europäischen Umweltbehörde als Hochrisikopflanze bezüglich des unkontrollierten Vordringens in die Natur eingestuft (pressetext berichtete). Monsanto kommt dem Kontaminierungsproblem entgegen, indem sich jene Bauern, die Monsanto-Produkte verwenden, vertraglich dazu verpflichten, kein Saatgut aus der Vorjahresernte für die erneute Bewirtschaftung der Felder heranzuziehen. Stattdessen sind sie dazu angehalten, die im Schnitt vier mal teurere Saat wieder zu kaufen. Wird auf den Feldern Saatgut aus dem Vorjahr entdeckt, überzieht der Konzern die Bauern mit Patentrechtsklagen. Um regional die Marktoberhand zu behalten, kauft Monsanto andere Saatgutfirmen kurzerhand auf.

"Die Verbindungen zwischen den staatlichen Stellen, die gentechnisch veränderte Pflanzen zulassen, und der Industrie sind enger als bisher bekannt", schreibt der Tagesspiegel. Noch im Frühjahr 2007 hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit den Verkauf der Monsanto-Maissaat MON810 untersagt. Grund dafür war ein fehlender Monitoring-Plan, der über die Umweltauswirkungen durch den Gen-Mais Auskunft gab. Obwohl das Bundesamt für Naturschutz die Begleituntersuchungen als unzureichend befand, wurde das Vertriebsverbot für MON810 im Dezember des Vorjahres wieder aufgehoben. "Die enge Verflechtung zwischen Agroindustrie und Behörden macht die staatliche Risikobewertung unglaubwürdig und erschüttert das Vertrauen in die Demokratie", meint die grüne Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken. Wie Anfang Mai von der EU-Kommission beschlossen, müssen nun auch jene Länder, die ein Importverbot über Gentech-Maissorten verhängt haben, MON810 zur Einfuhr zulassen, um keine wissenschaftlich unbegründeten Handelsschranken aufzubauen. Ansonsten würden rechtliche Konsequenzen folgen.

Das Konzernlobbying seitens Monsantos reicht Medienangaben zufolge bis hin zum politischen Postenschacher. In den USA sollen Mitarbeiter von Bundesbehörden in Monsanto-Reihen und zurück gewechselt haben. Mitglieder der britischen Labour Party sollen massiv in die Gen-Industrie investiert haben. In Mexiko gebe es mit "Ley Monsanto" sogar ein eigenes Gesetz, das den Interessen des Konzerns entgegen komme. "Ich bin ziemlich schockiert darüber, welch ungeheuren Einfluss ein multinationales Unternehmen auf demokratische Staaten und darüber hinaus auf die ganze Welt ausüben kann", so die Journalistin Marie-Monique Robin. Die weltweite massenhafte Verbreitung von genetisch veränderten Organismen (GVO) sei aufgrund von Manipulation und Intrigen möglich gemacht worden.

"Die GVO kamen auf den Markt, ohne dass sie irgendeinem ernstzunehmenden wissenschaftlichen Test unterzogen worden wären. Die Zulassung geschah aus rein politischen Gründen. Das hat der Sprecher der Food and Drug Administration, James Maryanski, vor laufender Kamera auch zugegeben", erklärt Robin. Monsanto wolle die Macht über das Saatgut weltweit übernehmen. Als Verbraucher verfüge man mit "kaufen oder nicht kaufen" über die einzige Waffe gegen die Marktbeherrschung von GVO. Der weltweite Kampf gegen den Hunger wird der Kansas-Studie zufolge von genetisch veränderten Pflanzen nicht erleichtert. Stattdessen führt erfolgreiches Lobbying zu weiteren tiefgreifenden Problemen. "Neben der Biotechnologie ist Monsanto auch ein Musterbeispiel für die gegenwärtige Entwicklung des Kapitalismus", schließt Robin. (Ende)

gefeunden bei: pressetext.deutschland

Written by genfood

17.Mai.2008 at 14:40

„Umwelt vor Schaden bewahren“

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Hamburg (DK) Mit einem Eilantrag beim Braunschweiger Verwaltungsgericht wollen die Umweltorganisation Greenpeace und zahlreiche Imker den Anbau des Genmais MON810 in Deutschland stoppen. Das Saatgut des US-Großkonzerns Monsanto ist umstritten, mehrere europäische Länder haben den Anbau verboten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte den Handel im Frühjahr 2007 verboten, im Dezember jedoch wieder zugelassen, nachdem der Agrarkonzern einen Umweltbeobachtungsplan vorgelegt hatte. Dieser wurde jedoch vom Bund Naturschutz und anderen Umweltorganisationen als nicht fundiert genug kritisiert. Greenpeace wirft Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) nun vor, mit der erneuten Zulassung "den Weg für den Genmais in Deutschland geebnet" zu haben. Für Barbara Kamradt von Greenpeace ein "unverantwortliches Handeln". Mit der Gentechnik-Expertin hat unsere Redakteurin Katrin Fehr gesprochen.

Gibt es denn schon Reaktionen auf Ihren Eilantrag vom 2. Mai
Kamradt: Bisher noch nicht. Das Gericht prüft den Antrag.

Was sind die konkreten Kritikpunkte gegenüber Seehofer und dem BVL
Kamradt: Dass ihnen der völlig unzureichende Beobachtungsplan von Monsanto ausgereicht hat, um den Handel mit MON810 wieder zuzulassen. Im Frühjahr befürchtete die Behörde noch, dass der Anbau von MON810 eine Gefahr für die Umwelt darstelle. Ein von uns in Auftrag gegebenes wissenschaftliches Gutachten belegt, dass der Plan von Monsanto auf belanglosen Angaben und falschen Daten basiert. Er enthält keine Beweise dafür, dass MON810 unschädlich ist und keine Gefahr für die Umwelt darstellt. Entweder haben die Mitarbeiter von Horst Seehofer all diese Unzulänglichkeiten nicht bemerkt, oder sie haben sie wissentlich ignoriert. Nun müssen die Gerichte tätig werden, um die Umwelt vor Schaden zu bewahren.

Das BVL und Horst Seehofer haben dem Monitoring von Monsanto Glauben geschenkt. Was hat Ihre Studie darüber konkret ergeben
Kamradt: Monsanto gibt 32 angebliche Feldstudien an. Bei zwölf Angaben handelt es sich allerdings nicht um Feldstudien, und fünf weitere untersuchen Gen-Baumwolle. Sechs Studien untersuchen Ökosysteme, Tierarten und landwirtschaftliche Räume außerhalb Europas. Die Erkenntnisse lassen sich kaum auf die heimischen Ökosysteme übertragen. Außerdem werden mögliche Schäden bei anderen Tierarten wie Vögeln, Schmetterlingen, Wasserlebewesen oder auch Bienen nicht berücksichtigt. Monsanto schließt daraus, dass es keine Gefahr gibt, und es deshalb auch keine gezielte Überwachung geben muss. Stattdessen gibt es einen sehr allgemeinen Fragebogen für Landwirte, der keine Auskünfte zu möglichen Auswirkungen des Genmais auf die Umwelt geben kann, ergänzt durch die Auswertung von Daten bestimmter Umweltüberwachungsprogramme, auch Netzwerke genannt, die jedoch nicht auf die Beobachtung der Auswirkung von Genpflanzen ausgerichtet sind. Einige der Träger dieser Programme haben sich klar von diesem Plan distanziert.

Kann es sich Monsanto leisten, Ergebnisse von angeblichen Feldstudien abzuliefern
Kamradt: Bei der derzeitigen Prüfungspraxis kann sich Monsanto das offensichtlich politisch leisten. Deshalb gehen wir nun gerichtlich gegen den Anbau vor. MON810 steht in der EU auch zur Wiederzulassung an. Dann wird sich zeigen, ob die Behörden weiterhin so lax mit der Sicherheit der Umwelt umgehen. Auf der Grundlage neuerer Erkenntnisse darf dieser Genmais nicht wieder zugelassen werden. Erst vor zwei Tagen hat die EU Komission zwei ähnlichen Genmais-Pflanzen die Zulassung verweigert und sie zur erneuten Prüfung an die Europäische Sicherheitsbehörde EFSA zurückgewiesen. Die Prüfungsstandards sind allerdings bislang völlig unzureichend.

Welche Gefahren befürchten Sie durch den Anbau von MON810
Kamradt: Dieser Mais produziert sein eigenes Insektengift, das sogenannte BT-Gift, das auf einen Maisschädling, den Maiszünsler, tödlich wirken soll. Das BT-Gift wird in allen Pflanzenteilen und auch Pollen produziert und permanent an die Umwelt abgegeben – über den Pollen auch über weite Strecken. Er birgt daher Gefahren für die Umwelt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sich der Genmais negativ auf Tiere wie Bienen, Schmetterlinge, Spinnen, Schlupfwespen und Florfliegen sowie auf Bodenorganismen wie Regenwürmer auswirken kann.

Was werden Sie tun, wenn dem Eilantrag nicht stattgegeben wird?
Kamradt: Wir werden überlegen, ob wir ins Hauptsacheverfahren gehen. Wir werden weiter gegen den Anbau vorgehen. Wir haben stichhaltige Argumente. Tatsache ist doch, dass es viele offene Fragen gibt. Und je länger man hinschaut, um so mehr Fragen tun sich auf.

Donaukurier

Written by genfood

10.Mai.2008 at 14:29

Schöne neue Monsanto-Welt

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Von wegen biologisch abbaubar: Monsantos Unkrautvernichter ‚Roundup‘

Drei Jahre recherchierte die Journalistin Marie-Monique Robin nach Skandalen des Chemie-Multis Monsanto. In "Le monde selon Monsanto" erzählt sie davon.
Sondervorstellung im Pariser Filmkunst-Kino: Auf dem Programm, ‚Le monde selon Monsanto‘ – die Welt, wie sie Monsanto sieht. Der zweistündige Dokumentarfilm dreht sich unter anderem um die Erfolgsstory von ‚Roundup‘. Vor 30 Jahren führte Monsanto dieses Unkrautvernichtungsmittel ein, heute ist es das weltweit meistverkaufte Herbizid. Filmemacherin Marie-Monique Robin ist überzeugt: das Mittel schaffte seinen Weg an die Spitze der Verbraucherhitlisten nur, weil der Konzern Hobbygärnter und Landwirte täuschte.

Ein Test mit dem Unkraut-Killer: er wirkt, hat aber krebserregende Inhaltsstoffe.
Auf der Packung wurde behauptet, das Produkt sei biologisch abbaubar und vollkommen umweltverträglich. "Das ist aber eine glatte Lüge", sagt die Filmemacherin. Erst im vergangen Jahr hätte ein französisches Gericht Monsanto wegen betrügerischer Werbung verurteilt. Und dass sei nicht das erste Mal: auch in den Vereinigten Staaten gab es schon Verurteilungen. Für die Verbraucher noch viel schlimmer sei aber, dass ‚Roundup‘ nicht nur ein Umwelt-Killer sei, sondern krebserregend wirke, zitiert Robin eine wissenschaftliche Studie. Das Herbizid wird eines Tages verboten, da ist sie sich sicher.

Das Saatgut wird auf den Unkrautkiller abgestimmt

Um den Erfolg seines Herbizids dauerhaft zu machen, hat das amerikanische Unternehmen in den 90er Jahren seine so genannten "Roundup-ready"-Produkte entwickelt. Ein raffiniertes Konzept, denn das Saatgut aus dem eigenen Konzern wird mittels Gentechnik im Labor resistent gemacht gegen das Unkrautvernichtungsmittel. Wer Monsanto-Produkte also im Duo kauft, dem werden deutlich bessere Ergebnisse prognostiziert. Die Abhängigkeit in die man sich begibt, wird nicht thematisiert. "Es heißt immer, gentechnisch veränderte Pflanzen sind der Schlüssel gegen den Hunger in der Welt", sagt Robin. Vielleicht sei das eines Tages mal so. Was heute aber auf den Feldern wächst, stamme zu 90 Prozent aus den Gen-Labors von Monsanto und da seien auch Herbizide mit enthalten.

Wird es in Zukunft nur noch gentechnisch veränderte Nutzpflanzen geben?
Ihren Siegeszug rund um die Welt begannen Monsantos Genpflanzen in den Vereinigten Staaten, der Heimat des Unternehmens. Auch dort recherchierte die französische Journalistin und deckte auf, dass die amerikanische Zulassungsbehörde, die weltweite Referenzadresse schlechthin, Gentech-Saatgut auch aus politischen Gründen zuließ. Wissenschaftliche Studien seien da schon einmal verschwunden. Und keineswegs wurden diese Biotech-Produkte von unabhängigen Experten auf ihre eventuelle Schädlichkeit getestet. "Ein Skandal", meint Francois Malléa, der östlich von Paris einen Bauernhof mit 200 Hektar Land bewirtschaft. Als Weizenbauer ist er bislang noch nicht mit gentechnisch veränderten Saatgut in Berührung gekommen. Doch direkt nach Ende des Monsanto-Films ist auch er in Rage und will gegen die Biotechnologie vorgehen. In Frankreich gebe es bisher eigentlich nur Gen-Mais, sagt er. Doch durch das derzeit diskutierte Gentechnik-Gesetz könnten bald auch andere Kulturen zugelassen werden, so dass Landwirte in Zukunft gar keine Wahl mehr hätten. Konventionelles Saatgut könnte Mangelware werden, weil Monsanto in großem Umfang Saatgut-Lieferanten aufkauft. Und wenn dann die unabhängigen Händler fehlen und Monsanto nur noch Gentech-Saatgut anbietet, dann seien letztlich alle Landwirte davon betroffen.

Mit heimischer Rückendeckung zum globalen Saatgut-Giganten

Fast allabendlich zeigt Filmemacherin Marie-Monique Robin irgendwo im Land ihren Film, immer ist der Saal bis auf den allerletzten Platz besetzt. Häufig gehen die Diskussionen bis spät in die Nacht, auch die Tagesaktualität hilf. In den kommenden Tagen soll das neue Gentechnikgesetz in Frankreich verabschiedet werden. Die Gentechnik-Lobbyisten formieren sich bereits. Der Gasteber an diesem Abend, der grüne Abgeordnete Yves Cochet, will vor der mächtigen Gensaatgut-Lobby aber nicht einknicken: "Vor allem während der französischen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte wollen wir die Menschen wachrütteln", sagt er in seiner Schlussrede.

Suzanne Krause

Deutsche Welle

Written by genfood

8.Mai.2008 at 18:05