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Wahrheiten über die »Grüne Gentechnik«

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Monsanto – ein Film belegt die Verflechtung von Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden
Von Alfred Jantz

Die Agrarlobby und auch Politiker wie Bundesminister Horst Seehofer (CSU) behaupten, mit der »Grünen Gentechnik« werde die Futter- und Lebensmittelerzeugung weltweit leistungsfähiger, preiswerter und sicherer. Der sehenswerte Film von Marie-Monique Robin »Monsanto, mit Gift und Genen«, der heute um 23.15 Uhr im WDR ausgestrahlt wird, belegt: Dies ist unwahr – die Gesundheit der Verbraucher bleibt auf der Strecke.

Der Film, für den Frau Robin mit dem bedeutenden Journalistenpreis »Albert Londres« ausgezeichnet wurde, entstand auf der Basis dreijähriger, weltweiter Recherchen, freigegebener Gerichtsakten und auch unter Verwendung offizieller Internet-Seiten von Monsanto. Der Wahrheitsgehalt ist daher nachprüfbar, was angesichts der globalen Macht des Konzerns wohl auch notwendig war.

Besonders interessant ist der permanente »Drehtür-Effekt« zwischen Gentechnik-Experten und der US-Zulassungsbehörde »Food and Drug Administration« (FDA) – Konzernexperten wechseln mit praktisch fertigen Texten zur Behörde und auch wieder zurück. Der FDA-Verantwortliche James Maryanski sagt im Film, die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) sei aus rein politischen Gründen erfolgt. Toxikologische Langzeitstudien, wie vor der Zulassung von Pestiziden üblich, fehlen.

Monsanto hält heute 90 Prozent aller Gentechnikpatente. Der Agromulti schickt eine eigene Gentech-Polizei weltweit in landwirtschaftliche Betriebe, um Patentverstöße festzustellen.

Die »Grüne Gentechnik« überspringt bewusst Artenschranken, z.B. zwischen Pflanzen und Bakterien, was bei der klassischen Züchtung nicht erfolgt. Ungewollte Effekte wie z. B. die Bildung giftiger Proteine, Auslösung von Al-lergien, Antibiotika-Resistenzen oder sogar Fehlsteuerungen beim primären Prozess von Zellteilungen im menschlichen Körper werden immer wieder beobachtet. Letzteres kann nach Jahrzehnten sogar Krebs auslösen.

Nach einem Gutachten des »Fish and Wildlife Service« in den USA haben 44 Prozent der befragten Wissenschaftler ausgesagt, sie seien angehalten worden, Daten zum Artenschutz zurückzuhalten. Dies räumt mit dem Mythos einer unabhängigen Wissenschaft auf. Und auch die Europäische Behörde EFSA ließ bei der Genehmigung nur positive Meinungen zur Gentechnik gelten. So wurde vor zehn Jahren der ungarisch-britische Wissenschaftler Arpad Pusztai nach Veröffentlichung seiner Forschungen an Ratten, die genmanipulierte Kartoffeln gefressen hatten, nach 30-jähriger erfolgreicher wissenschaftlicher Arbeit im schottischen Rowett-Research-Institute plötzlich gefeuert und mit Verleumdungskampagnen überzogen. Ähnlich erging es der russischen Forscherin Irina Ermakova 2005 nach Veröffentlichung ihrer Studie über die Fütterung weiblicher Ratten in der Trage- und Stillzeit mit Roundup-Ready-Soja, die eine erhöhte Sterblichkeit der Jungtiere ergab.

Auch der Fruchtbarkeitsverlust von Milchkühen nach längerer Fütterung mit Gen-Mais in den USA ist inzwischen dokumentiert und war nach längerer Fütterung mit natürlichen Mais reversibel.

Der WTO-Vertrag erleichtert es insbesondere den USA, gegen andere Staaten erfolgreich zu klagen, falls der »freie Warenverkehr« mit GVO-Produkten eingeschränkt wird. Im Gegensatz dazu gibt es bis heute keinen gültigen Vertrag zu internationalen Haftungsfragen.

Der hochaktuelle Film von Marie-Monique Robin ist ein Muss für Verbraucher, die wissen wollen, welch gefährliches Spiel mit ihrem Leben und der Artenvielfalt getrieben wird. Die Fakten sind hilfreich für die Öffentlichkeitsarbeit von Parteien und Nichtregierungsorganisationen.

Unser Autor ist Diplom-Lebensmittelchemiker und aktiv beim Umweltverband BUND in Mecklenburg-Vorpommern.

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Written by genfood

29.Mai.2008 um 12:39

Veröffentlicht in Allgemein, Andere über..., Firmenpolitik

Eine Antwort

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  1. Habe den Film leider nicht gesehen, aber allein der Beitrag hier macht schon wütend… Danke für die Informationen, gerade über diese Studien wusste ich nicht Bescheid.

    Stef

    30.Mai.2008 at 16:26


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