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Gen-Mais in Österreich nun verboten

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Wien (24.7.08): Das österreichische Gesundheitsministerium verbietet nun per Erlass den Import von Gen-Mais.

Die Umweltorganisation Greenpeace zeigt sich über die Verordnung der Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky entzückt: Mit 16. Juli wurde ein Importverbot für den Gentech-Mais MON863 erlassen.

„Nach den jüngsten Verboten von drei gentechnisch veränderten Rapssorten katapultiert sich Österreich mit dem Verbot des Skandal-Mais‘ MON863 wieder an die Speerspitze der gentechnik-kritischen EU-Länder“, freut sich Steffen Nichtenberger, Gentechnik-Experte bei Greenpeace.

Der österreichische Erlass kann nun einen möglichen politischen Rückenwind für die Eu-Staaten Dänemark und Luxemburg liefern, wo gleichfalls über ein Verbot des Gentech-Mais MON863 debattiert wird.

Österreich hält nun bei sieben Verboten von in der EU zugelassenen Gentech-Pflanzen. Neben MON863-Mais und den drei Rapslinien Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 ist auch der Anbau der Gentech-Maissorten MON810 und T25 sowie der Import der gentechnisch veränderten Rapssorte GT73 verboten.

Der Gentech-Mais MON 863 des US-Agrar-Konzerns Monsanto sorgte bereits im Mai 2004 für Schlagzeilen: Die französische Zeitung Le Monde berichtete, dass Ratten, die mit MON863 – ein Mais mit eingebautem Insektengift gefüttert wurden, deutliche Veränderungen im Blutbild und mögliche Organschäden aufwiesen. Im Januar 2006 ließ die EU-Kommission den Gentech-Mais trotz aller wissenschaftlichen Kontroversen für den europäischen Markt als Lebens- und Futtermittel zu. Grundlage dafür war eine positive wissenschaftliche Bewertung der EFSA, die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Greenpeace und französische Wissenschaftler veröffentlichen im März 2007 die erste unabhängige Auswertung der Fütterungsversuche mit MON863. Die wissenschaftliche Studie zeigt, dass die Ratten tatsächlich an Nieren und Leber geschädigt wurden.

„Der Fall MON863 zeigt wie skrupellos Biotech-Konzerne wie Monsanto agieren, um ihre Gentech-Konstrukte zur Zulassung zu bringen. Selbst potenzielle Schäden für Tier, Mensch und Umwelt werden offenbar in Kauf genommen“, so Nichtenberger.

gefunden bei: Glokalist Medien

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Written by genfood

27.Juli.2008 at 9:47

Video: „Monsanto, mit Gift und Genen“

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leider hatten wir die Ankündigung nicht mehr früh genug online bekommen, so dass viele unserer Leser die Dokumentation nicht sehen konnten – wir haben gesucht, und sind fündig geworden.

hier die Doku:

und eine Gesprächsrunde die ARTE im Anschluss an die erste Ausstrahlung vom 17.05.2008:

beides sehr sehenswert.

Written by genfood

30.Mai.2008 at 21:19

Gentech-Riese Monsanto unter Beschuss

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"Unternehmen scheint gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren"

Brüssel lässt Genmais-Importe zu (Foto: pixelio.de, Andre)

St. Louis (pte/17.05.2008/06:10) – Monsanto, der weltgrößte Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut, dominiert den Markt wie kein anderes Unternehmen. So steuert der Konzern rund 90 Prozent des weltweit vermarkteten Gentech-Saatguts bei. Allein im zweiten Quartal erzielte der Gentech-Riese Nettorekordeinkünfte von 1,12 Mrd. Dollar. Diese Quasi-Monopolstellung wird jedoch nicht nur von Gentechnik-Gegnern aufs Schärfste kritisiert. "Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt ‚Monsanto‘ auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde", schreibt etwa arte online. Neben den Produkten selbst ist auch die Art und Weise, wie Monsanto seine Vormachtstellung erreichen konnte, heftig umstritten. "Das Unternehmen ist dazu in der Lage, amerikanische und europäische Regulierungsinstanzen zu manipulieren, Journalisten und Forscher zu entlassen und missliebige Untersuchungen abzubrechen", warnt die französische Journalistin Marie-Monique Robin in einem arte-Interview. Robin hat drei Jahre aufgewendet, um die ihrer Meinung nach fragwürdigen Machenschaften des Mega-Konzerns zu durchleuchten.

Für Negativschlagzeilen hat Monsanto bereits mit mehreren Produkten gesorgt. Bekannt wurde das 1901 gegründete ehemalige Chemieunternehmen mit dem heute als chemischer Kampfstoff klassifizierten Herbizid "Agent Orange", das im Vietnamkrieg zum Einsatz kam. Das Monsanto-Wachstumshormon rBST, das die Milchleistung bei Rindern steigert, soll Medien zufolge die Wahrscheinlichkeit von Euterentzündungen erhöhen und gesundheitliche Schäden beim Menschen durch Rückstände in der Kuhmilch verursachen. Die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB (Clophen) aus dem Monsanto-Sortiment wird hierzulande seit den 1980er Jahren als hochgiftig eingestuft. Dabei liegt das Kerngeschäft des Konzerns Unternehmensangaben zufolge in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von gentechnisch verändertem Saatgut der Kulturpflanzen Mais, Sojabohne und Raps. "Ein großes Problem etwa ist die Verbreitung der Gentech-Baumwolle seitens des Saatgutkonzerns", meint Christian Felber, Globalisierungsexperte bei der NGO Attac, im Gespräch mit pressetext. Ebenso, so die Kritik, würden die Wasser- und Aquakultur-Geschäfte des Unternehmens das Ziel verfolgen, die für das Überleben wichtigen Ressourcen zu monopolisieren und in einen Markt zu verwandeln. "Über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren", folgert arte.

Dabei argumentiert Monsanto, gentechnisch verändertes Saatgut könne den Welthunger bekämpfen und führe zu höheren Erträgen. Wie eine Studie der Universität von Kansas aufzeigt, bringt Gentech-Soja im Vergleich zu konventionellem Saatgut jedoch um zehn Prozent weniger Ertrag. Schädlingsresistente Pflanzen werden von anderen, bisher unbekannten Krankheiten befallen, berichtet die taz. Darüber hinaus kontaminiere das genetisch veränderte Saatgut Boden und Umwelt, wodurch natürliches Saatgut unbrauchbar würde. So wurde der Monsanto-Gentech-Raps GT73 von der Europäischen Umweltbehörde als Hochrisikopflanze bezüglich des unkontrollierten Vordringens in die Natur eingestuft (pressetext berichtete). Monsanto kommt dem Kontaminierungsproblem entgegen, indem sich jene Bauern, die Monsanto-Produkte verwenden, vertraglich dazu verpflichten, kein Saatgut aus der Vorjahresernte für die erneute Bewirtschaftung der Felder heranzuziehen. Stattdessen sind sie dazu angehalten, die im Schnitt vier mal teurere Saat wieder zu kaufen. Wird auf den Feldern Saatgut aus dem Vorjahr entdeckt, überzieht der Konzern die Bauern mit Patentrechtsklagen. Um regional die Marktoberhand zu behalten, kauft Monsanto andere Saatgutfirmen kurzerhand auf.

"Die Verbindungen zwischen den staatlichen Stellen, die gentechnisch veränderte Pflanzen zulassen, und der Industrie sind enger als bisher bekannt", schreibt der Tagesspiegel. Noch im Frühjahr 2007 hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit den Verkauf der Monsanto-Maissaat MON810 untersagt. Grund dafür war ein fehlender Monitoring-Plan, der über die Umweltauswirkungen durch den Gen-Mais Auskunft gab. Obwohl das Bundesamt für Naturschutz die Begleituntersuchungen als unzureichend befand, wurde das Vertriebsverbot für MON810 im Dezember des Vorjahres wieder aufgehoben. "Die enge Verflechtung zwischen Agroindustrie und Behörden macht die staatliche Risikobewertung unglaubwürdig und erschüttert das Vertrauen in die Demokratie", meint die grüne Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken. Wie Anfang Mai von der EU-Kommission beschlossen, müssen nun auch jene Länder, die ein Importverbot über Gentech-Maissorten verhängt haben, MON810 zur Einfuhr zulassen, um keine wissenschaftlich unbegründeten Handelsschranken aufzubauen. Ansonsten würden rechtliche Konsequenzen folgen.

Das Konzernlobbying seitens Monsantos reicht Medienangaben zufolge bis hin zum politischen Postenschacher. In den USA sollen Mitarbeiter von Bundesbehörden in Monsanto-Reihen und zurück gewechselt haben. Mitglieder der britischen Labour Party sollen massiv in die Gen-Industrie investiert haben. In Mexiko gebe es mit "Ley Monsanto" sogar ein eigenes Gesetz, das den Interessen des Konzerns entgegen komme. "Ich bin ziemlich schockiert darüber, welch ungeheuren Einfluss ein multinationales Unternehmen auf demokratische Staaten und darüber hinaus auf die ganze Welt ausüben kann", so die Journalistin Marie-Monique Robin. Die weltweite massenhafte Verbreitung von genetisch veränderten Organismen (GVO) sei aufgrund von Manipulation und Intrigen möglich gemacht worden.

"Die GVO kamen auf den Markt, ohne dass sie irgendeinem ernstzunehmenden wissenschaftlichen Test unterzogen worden wären. Die Zulassung geschah aus rein politischen Gründen. Das hat der Sprecher der Food and Drug Administration, James Maryanski, vor laufender Kamera auch zugegeben", erklärt Robin. Monsanto wolle die Macht über das Saatgut weltweit übernehmen. Als Verbraucher verfüge man mit "kaufen oder nicht kaufen" über die einzige Waffe gegen die Marktbeherrschung von GVO. Der weltweite Kampf gegen den Hunger wird der Kansas-Studie zufolge von genetisch veränderten Pflanzen nicht erleichtert. Stattdessen führt erfolgreiches Lobbying zu weiteren tiefgreifenden Problemen. "Neben der Biotechnologie ist Monsanto auch ein Musterbeispiel für die gegenwärtige Entwicklung des Kapitalismus", schließt Robin. (Ende)

gefeunden bei: pressetext.deutschland

Written by genfood

17.Mai.2008 at 14:40

„Umwelt vor Schaden bewahren“

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Hamburg (DK) Mit einem Eilantrag beim Braunschweiger Verwaltungsgericht wollen die Umweltorganisation Greenpeace und zahlreiche Imker den Anbau des Genmais MON810 in Deutschland stoppen. Das Saatgut des US-Großkonzerns Monsanto ist umstritten, mehrere europäische Länder haben den Anbau verboten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte den Handel im Frühjahr 2007 verboten, im Dezember jedoch wieder zugelassen, nachdem der Agrarkonzern einen Umweltbeobachtungsplan vorgelegt hatte. Dieser wurde jedoch vom Bund Naturschutz und anderen Umweltorganisationen als nicht fundiert genug kritisiert. Greenpeace wirft Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) nun vor, mit der erneuten Zulassung "den Weg für den Genmais in Deutschland geebnet" zu haben. Für Barbara Kamradt von Greenpeace ein "unverantwortliches Handeln". Mit der Gentechnik-Expertin hat unsere Redakteurin Katrin Fehr gesprochen.

Gibt es denn schon Reaktionen auf Ihren Eilantrag vom 2. Mai
Kamradt: Bisher noch nicht. Das Gericht prüft den Antrag.

Was sind die konkreten Kritikpunkte gegenüber Seehofer und dem BVL
Kamradt: Dass ihnen der völlig unzureichende Beobachtungsplan von Monsanto ausgereicht hat, um den Handel mit MON810 wieder zuzulassen. Im Frühjahr befürchtete die Behörde noch, dass der Anbau von MON810 eine Gefahr für die Umwelt darstelle. Ein von uns in Auftrag gegebenes wissenschaftliches Gutachten belegt, dass der Plan von Monsanto auf belanglosen Angaben und falschen Daten basiert. Er enthält keine Beweise dafür, dass MON810 unschädlich ist und keine Gefahr für die Umwelt darstellt. Entweder haben die Mitarbeiter von Horst Seehofer all diese Unzulänglichkeiten nicht bemerkt, oder sie haben sie wissentlich ignoriert. Nun müssen die Gerichte tätig werden, um die Umwelt vor Schaden zu bewahren.

Das BVL und Horst Seehofer haben dem Monitoring von Monsanto Glauben geschenkt. Was hat Ihre Studie darüber konkret ergeben
Kamradt: Monsanto gibt 32 angebliche Feldstudien an. Bei zwölf Angaben handelt es sich allerdings nicht um Feldstudien, und fünf weitere untersuchen Gen-Baumwolle. Sechs Studien untersuchen Ökosysteme, Tierarten und landwirtschaftliche Räume außerhalb Europas. Die Erkenntnisse lassen sich kaum auf die heimischen Ökosysteme übertragen. Außerdem werden mögliche Schäden bei anderen Tierarten wie Vögeln, Schmetterlingen, Wasserlebewesen oder auch Bienen nicht berücksichtigt. Monsanto schließt daraus, dass es keine Gefahr gibt, und es deshalb auch keine gezielte Überwachung geben muss. Stattdessen gibt es einen sehr allgemeinen Fragebogen für Landwirte, der keine Auskünfte zu möglichen Auswirkungen des Genmais auf die Umwelt geben kann, ergänzt durch die Auswertung von Daten bestimmter Umweltüberwachungsprogramme, auch Netzwerke genannt, die jedoch nicht auf die Beobachtung der Auswirkung von Genpflanzen ausgerichtet sind. Einige der Träger dieser Programme haben sich klar von diesem Plan distanziert.

Kann es sich Monsanto leisten, Ergebnisse von angeblichen Feldstudien abzuliefern
Kamradt: Bei der derzeitigen Prüfungspraxis kann sich Monsanto das offensichtlich politisch leisten. Deshalb gehen wir nun gerichtlich gegen den Anbau vor. MON810 steht in der EU auch zur Wiederzulassung an. Dann wird sich zeigen, ob die Behörden weiterhin so lax mit der Sicherheit der Umwelt umgehen. Auf der Grundlage neuerer Erkenntnisse darf dieser Genmais nicht wieder zugelassen werden. Erst vor zwei Tagen hat die EU Komission zwei ähnlichen Genmais-Pflanzen die Zulassung verweigert und sie zur erneuten Prüfung an die Europäische Sicherheitsbehörde EFSA zurückgewiesen. Die Prüfungsstandards sind allerdings bislang völlig unzureichend.

Welche Gefahren befürchten Sie durch den Anbau von MON810
Kamradt: Dieser Mais produziert sein eigenes Insektengift, das sogenannte BT-Gift, das auf einen Maisschädling, den Maiszünsler, tödlich wirken soll. Das BT-Gift wird in allen Pflanzenteilen und auch Pollen produziert und permanent an die Umwelt abgegeben – über den Pollen auch über weite Strecken. Er birgt daher Gefahren für die Umwelt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sich der Genmais negativ auf Tiere wie Bienen, Schmetterlinge, Spinnen, Schlupfwespen und Florfliegen sowie auf Bodenorganismen wie Regenwürmer auswirken kann.

Was werden Sie tun, wenn dem Eilantrag nicht stattgegeben wird?
Kamradt: Wir werden überlegen, ob wir ins Hauptsacheverfahren gehen. Wir werden weiter gegen den Anbau vorgehen. Wir haben stichhaltige Argumente. Tatsache ist doch, dass es viele offene Fragen gibt. Und je länger man hinschaut, um so mehr Fragen tun sich auf.

Donaukurier

Written by genfood

10.Mai.2008 at 14:29

Der deutsche Gentech-Filz

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Lobbyarbeit statt Kontrolle
Der deutsche Gentech-Filz

An zentralen Stellen in den Gentech-Genehmigungsbehörden sitzen Wissenschaftler, die – laut einer neuen Studie – in Lobbyvereinen eng mit Industrievertretern zusammenarbeiten. VON WOLFGANG LÖHR


Bei der Risikoabschätzung des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen durch Genehmigungsbehörden kann längst nicht mehr von Unabhängigkeit die Rede sein. Foto: dpa

Bei der Begutachtung und Risikoabschätzung des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen durch die bundesdeutschen Genehmigungsbehörden kann längst nicht mehr von Unabhängigkeit und Transparenz die Rede sein. "Durch eine enge Verflechtung zwischen Beamten, Wissenschaftlern, Industrievertretern und Lobbyorganisationen droht selbst der Politik die Kontrollmöglichkeiten zu entgleiten", sagte die Agrarexpertin der Grünen Ulrike Höfken. Die Bundestagsabgeordnete stützt ihre Kritik auf eine von ihr in Auftrag gegebene Studie über den Gentech-Filz in den deutschen Genehmigungsbehörden.
Gerüchte und einzelne Meldungen über Interessenkonflikte bei Mitarbeitern von Genehmigungsbehörden gab es in den letzten Jahren immer wieder. "Dass das aber in einem solchen Ausmaß stattfindet, das hat selbst mich überrascht", sagte Christoph Then, einer der beiden Autoren der Studie. Then kennt sich in der Gentech-Szene aus, hat er doch lange Zeit bei Greenpeace zur Gentechnik gearbeitet. Vor allem, dass der Filz auf so vielen Ebenen stattfindet, habe er nicht erwartet.

Anhand mehrerer konkreter Beispiele haben die beiden Autoren aufgezeigt, wie weit die Verflechtungen gehen und welche Auswirkungen es haben kann, wenn an zentralen Behördenstellen industriefreundliche Wissenschaftler arbeiten. Zum Teil vergessen die eigentlich bei einer Bundesbehörde beschäftigten Wissenschaftler, für wen sie gerade arbeiten. Für die von ihnen selbst mitgegründete Lobbyorganisationen wie etwa dem Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik (WGG) oder der Bundesbehörde. Da kommt dann auch schon einmal einiges auf dem Briefkopf durcheinander.
Erhellend sind die von Christoph Then und Mitautorin Antje Lorch beschriebenen konkreten Fälle. Etwa das fragwürdige Zulassungsverfahren für die einzige in Europa zum Anbau zugelassene Gentech-Pflanze, den Mais MON 810 von Monsanto.

So zeigen die Autoren auf, dass Mitarbeiter des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zusammen mit Industrievertretern und Wissenschaftlern, die ein großes Interesse daran haben, Freisetzungen durchzuführen, die Kriterien und Auflagen für die künftige wirtschaftliche Nutzung ausarbeiten und vorschlagen. Die amtlichen Wissenschaftler weisen dabei darauf hin, dass sie in diesen Gremien nur als Privatpersonen mitarbeiten. Später werden sie sich dann als Amtsperson damit beschäftigen – nämlich dann, wenn sie kraft ihrer Funktion in der Bundesbehörde ihre eigenen, zusammen mit der Industrie ausgearbeiteten Vorschläge als verbindlich festlegen. So hatte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) im Frühjahr 2007 das BVL angewiesen, die kurz zuvor erlassene Vertriebsgenehmigung für MON 810 zu widerrufen. Das Vertriebsverbot kam jedoch erst, nachdem das Maissaatgut schon im Boden war. Der Grund für das Vertriebsverbot waren ein fehlender Monitoring-Plan, mit dem die Umweltauswirkungen des Gentech-Anbau über einen längeren Zeitraum untersucht werden sollen. Obwohl nach EU-Recht ein Monitoring-Plan vorgeschrieben ist, hatte das BVL nichts gegen den Anbau unternommen. Ganz im Gegenteil: Der Leiter des Gentech-Gruppe beim BVL protestierte intern bei der BVL-Leitung gegen das Vertriebsverbot, obwohl das EU-Recht hier eindeutig ist. Laut Studie soll das BVL das Vertriebsverbot für MON 810 verzögert haben, so dass es für die Anbauperiode zu spät kam.

Den Monitoring-Plan für MON 810 legte Monsanto erst im Ende 2007 vor. Während das BVL sehr schnell dabei war, den Monitoring-Plan gutzuheißen und das Vertriebsverbot für MON 810 wieder aufhob, bemängelte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) die Begleitungsuntersuchungen als mangelhaft und unzureichend.

Ursprünglich kam der Monitoring-Plan in seinem groben Zügen vom BVL. Dabei sollten auf mehrere bereits bestehende Biomonitoring-Netzwerke zugegriffen werden – etwa dem Tagfalter-Monitoring, das vom Helmholtz-Zentrum in Halle koordiniert wird. Auf Grundlage dieser Vorschläge reichte dann Monsanto seinen Monitoring-Plan ein. Peinlich nur, dass die bestehenden Biomonitoring-Netzwerke nicht davon informiert worden waren, dass sie jetzt auch für Monsanto arbeiten sollen. Dazu kommt, dass die dort gesammelten Daten für ein Gentech-Monitoring ungeeignet sind. Das hätte das BVL wissen müssen.

Besonders fatal ist, dass die gleichen Wissenschaftler, die hierzulande an entscheidenden Stellen für den Durchbruch der Agro-Gentechnik arbeiten, auch wichtige Funktionen bei der EU-Lebensmittelbehörde Efsa haben. "Es ist zudem davon auszugehen", so Antje Lorch, "dass in den anderen EU-Staaten ähnliche Strukturen bestehen."

gefunden bei: TAZ

Written by genfood

8.Mai.2008 at 18:00

EU spielt bei Genehmigung von Genpflanzen auf Zeit

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Brüssel (Reuters) – Die EU-Kommission schiebt die Entscheidung über den umstrittenen Anbau genetisch veränderter Pflanzen in Europa weiter hinaus.

Die gesundheitlichen und ökologischen Risiken der von BASF gezüchteten Kartoffel Amflora sowie von zwei Maissorten sollen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (efsa) erneut geprüft werden. Das entschied die Brüsseler Behörde am Mittwoch nach einer Grundsatzdebatte über die strenge Zulassungspolitik der EU für genetisch veränderte Organismen. Doch stellte die Kommission das aufwendige Genehmigungsverfahren, mit dem mehrere EU-Länder – auch Deutschland – unzufrieden sind, und das Befürworter wie Gegner der Gentechnik heftig kritisieren, nicht in Frage.

BASF muss sich nun ebenso wie der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta und die DuPont-Tochter Pioneer, die vor Jahren die Zulassung schädlingsresistenter Maissorten beantragten, weiter gedulden. Eine erneute Prüfung durch die efsa könne sich Monate, vielleicht Jahre hinziehen, sagte ein Experte. Eine Sprecherin von Syngenta nannte den Beschluss einen großen Fehler. "Die Kommission wird die anstehenden Entscheidungen treffen, wenn efsa die Sicherheit dieser Produkte bestätigt", sagte Kommissionssprecher Johannes Laitenberger. Er bestritt, dass Brüssel automatisch grünes Licht geben würde, wenn die efsa nochmals Unbedenklichkeit erklären sollte.

Bisher hat die Behörde, die aus wissenschaftlicher Sicht die von den Unternehmen eingereichten Studien über Folgen ihrer Produkte für Umwelt und Gesundheit beurteilt, noch nie Nein gesagt. Seit 2005 wurden 16 genetisch veränderte Produte zur Einfuhr zugelassen, doch seit zehn Jahren keines mehr zum Anbau genehmigt. Da die Mitgliedsstaaten wegen des öffentlichen Drucks zerstritten sind und in der Regel keine Mehrheit für oder gegen einen Antrag finden können, blieb der schwarze Peter stets bei der Kommission. Diese ließ zwar Importe, aber keinen Anbau zu. Denn auch in der Kommission stehen sich Kritiker der Gentechnik wie Umweltkommissar Stavros Dimas und Unterstützer wie Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel gegenüber.

In Europa ist die Bevölkerung nach einer Umfrage zu 58 Prozent gegen Gen-Produkte, in Deutschland sind es rund 70 Prozent. Mit dem Genehmigungsverfahren, bei dem es jahrelang zwischen efsa, EU-Ländern und Kommission hin und hergehen kann, sind Deutschland, Frankreich und andere Länder unzufrieden. Die EU hat die strengsten Genehmigungsverfahren, während in den USA mit ihren viel rascheren Verfahren der Anbau von Genprodukten boomt. Die Hersteller wettern, dass Europa von diesem Markt abgehängt wird. Umweltschützer fordern, die EU solle bei ihrer harten Haltung bleiben.

Die efsa halten die Gentechnik-Kritiker für nicht kompetent. "Europas unterfinanzierte und unzulängliche Lebensmittelbehörde zu bitten, die Sicherheit der Pflanzen zum dritten Mal zu prüfen ist so wie den Fuchs in den Hühnerstall zu schicken", erklärte Marco Contiero von Greenpeace. Doch die Kommission steht hinter der Behörde. "Wir haben keinen Grund, die wissenschaftliche Qualität von efsa in Frage zu stellen", sagte Laitenberger.

Die Kommission beschloss außerdem, dass Österreich den Einfuhrstopp des Genmais 810 von Monsanto und der Maissorte T25 von Bayer aufheben muss. Doch den Anbau können die Österreicher ebenso wie Frankreich und andere Länder weiter verbieten, obwohl der Monsanto-Mais die einzige bisher in der EU zur Kultivierung zugelassene Genpflanze ist.

Auf die EU kommen wegen der Hängepartie bei den Genehmigungen gerichtliche Auseinandersetzungen zu. Pioneer reichte im vergangenen Jahr eine Klage gegen die Kommission ein wegen unangemessener Verzögerung. BASF drohte im vergangenen Monat mit rechtlichen Schritten, da der Antrag für Amflora erstmals vor fünf Jahren gestellt war und seit einem Jahr in der Kommission liegt. Eine Unternehmenssprecherin sagte, für eine erneute wissenschaftliche Bewertung gebe es keine Daten und damit auch keinen Anlass. "Wir befürchten, dass wir damit wieder in eine neue Warteschleife geschickt werden."

– Ilona Wissenbach –

gefunden bei: Reuters

Written by genfood

8.Mai.2008 at 12:33

Letztes hessisches Genfeld (GrGerau) besetzt!

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Vier Genversuchsfeldern sollte es dieses Jahr in Hessen geben. Doch drei wurden bereits verhindert:

BürgerInneninitiativen in Niedermöllrich (bei Wabern) und Rauischholzhausen (Ebsdorfergrund) stoppten den Anbau gentechnik veränderter Pflanzen von Monsanto und der Uni Gießen.
Eine spektakuläre Feldbesetzung vom 30. März bis 18. April brachte dem Gengerstenversuch in Gießen ein jähes Ende.

Damit bleibt nur noch die Versuchsstation der Uni Gießen am Woogsdammweg in Groß Gerau (nördlicher Stadtrand an der B 44). Zwei Versuchsfelder sollen dort zusammengelegt werden – trotz einer eindeutigen Aufforderung des Landkreises Groß Gerau an die Universität, auf den Versuch zu verzichten. Nun ist diese Fläche besetzt, die Aussaat damit zunächst be- oder verhindert. Eine Räumung dürfte aufwendig werden, denn die BesetzerInnen sind gut gesichert: An einem hohem Turm und ein Betonblock plus Erdanker können sie sich blitzschnell festketten.

Wird Hessen gentechnikfrei?

Das einzig verbliebene Genversuchsfeld ist besetzt!

Die BesetzerInnen rufen alle Menschen, insbesondere die EinwohnerInnen von Groß Gerau und den umgebenden Orten auf, sich am Protest zu beteiligen:
"Helfen Sie mit, Groß Gerau gentechnikfrei zu machen! Und damit ganz Hessen! Ihr Protest hier ist besonders wichtig und wertvoll. Welche Form Sie wählen – jede Handlung ist richtig: Das Gespräch mit NachbarInnen, der LeserInnenbrief in der Zeitung, das Aufstellen von Plakaten im Fenster oder Vorgarten, das Mitmachen von Aktionen in Groß Gerau oder Umgebung, der direkte Protest am Feld oder der Anruf bei den Verantwortlichen der Uni."

Für das erste Wochenende sind bereits einige Aktionen am Feld geplant (siehe unten).

Erklärung und Flugblatt der BesetzerInnen (PDF)

Worum geht’s? Mon810 – gefährliche Pflanzen am Rande Groß Geraus

Die Geschichte der Agrogentechnik insgesamt und des Genmais im Speziellen ist eine zum Haareraufen. Was einem da WissenschaftlerInnen ständig erzählen, um einzulullen, wirkt zum Teil nur noch komisch …

Jahrelang wurde erzählt, der Pollen von Mais würde nicht weit auskreuzen. Falsch, wie sich später herausstellte.
Überwacht wurden Pflanzen in der Umgebung. Vergessen wurden Bienen. Ja – vergessen! Welch ein Niveau von Wissenschaft, gar nicht auf die Idee zu kommen, da der Maispollen in den Honig gelangen könnten. Erst als Imker Alarm schlugen, wurde das Problem wahrgenommen. Eine Lösung gibt es bis heute nicht. Die Uni Gießen behauptet, die männlichen Blüten einfach abzuschneiden. Ob sie das tut, ist unbekannt – absurd ist das ganze Vorgehen aber auf jeden Fall. Denn auf den Äckern wird das mit den zugelassenen Sorten sicher nicht geschehen …
Bis letztes Jahr behaupteten ExpertInnen, Mais würde nicht überwintern und im Folgejahr neu keimen können (Durchwuchs). Inzwischen musste sie kleinlaut einräumen: Kann er doch.
So oder ähnlich liest sich die ganze Geschichte der Gentechnik. Ständig passieren Dinge, die WissenschaftlerInnen vorher für ausgeschlossen hielten. Offensichtlich wurde, dass Studien nur der Beruhigung dienten und keine wirklichen Untersuchungen zur Grundlage hatten. Genforschung ist längst zum Erfüllungsgehilfen der profitorientierten Konzerne und karrieresüchtigen Professoren geworden. Die Geschichte des Genmaises der Firma Monsanto ist ein schillerndes Beispiel dieser Machtspielchen … eines für viele, denn BASF, Bayer, Syngenta – sie alle handeln genauso und wären gern genauso groß wie Monsanto, der Marktführer in Sachen Gentechnik-Saatgut. Frankreich, Griechenland, Österreich, Polen die Schweiz und Rumänien haben den Mon810-Mais schon verboten, 2007 wurde er in Deutschland trotz ausgelaufener Genehmigung angebaut – also illegal. Auch in Groß Gerau. 2008 soll das wieder passieren. Es sei denn, ausreichend Menschen wehren sich jetzt gegen das Experiment der Uni.

Krude Argumente der Befürworter

Wer die Fans der Genversuche hört, bekommt schnell einen Eindruck, um was es hier geht: Standortdenken, Profilierung, Geld. Ganz unumwunden formulierte etwas der Präsident der Uni Gießen, Hormuth, dass es um das Renomee des Agrarstandortes geht: "Es ist wichtig, dass wir als einer der bedeutendsten Uni-Agrarstandorte ein verlässlicher Partner des Bundessortenamtes sind und auch bleiben". Auch der CDU-Chef von Gießen, Klaus Peter Möller (auch Landtagsabgeordneter), holt den argumentativen Holzhammer hervor: "Wenn wir uns in Deutschland nicht beteiligen, geht die Forschung ins Ausland." Es geht also um das Wohl von Uni und Deutschland – nicht um ein besseres Leben, die Umwelt, LandwirtInnen und ImkerInnen."

Kennen Sie Riedstadt?
Sicherlich, denn der Ort liegt nicht weit von Groß Gerau entfernt. Dort kämpfen noch heute ExpertInnen mit einem außer Kontrolle geratenen Feldversuch. Der wurde Anfang dieses Jahrzehnts durchgeführt – geheim und im Auftrag von Regierungen. Der damals in Riedstadt und Adelshausen angebaute Raps kreuzte stark aus und muss bis heute auf Durchwuchs kontrolliert werden, weil selbst auf dem Standort noch immer gv-Rapspflanzen auftauchen (u.a. mehrfach im Zeitraum Januar bis März 2007 laut Mittelung der Aufsichtsbehörde am 6.2.2008). Wohin die gentechnisch veränderten Gene inzwischen sonst noch ausgestreut sind, wird nie jemand feststellen können.

Direkte Aktionen gegen Genfelder überall

Hessen hat eine interessante Tradition widerständiger Aktionen gegen die Gentechnik. Drei Jahre lang war Mitte der 90er Jahre ein Versuchsfeld in Melbach (Wetterau) besetzt oder beschädigt worden. Später verhinderte eine Feldbesetzung in Iba (bei Bebra) dort geplante Versuche. Der Gießener Uni-Professor Friedt, auch heute für den Versuch in Groß Gerau verantworlich, experimentierte mit Rapspflanzen in Rauischholzhausen – vergebens. Die Felder wurden von Unbekannten zerstört. Danach war Pause … Industrie und Universitäten mieden Hessen bei ihren gefährlichen Experimente. Doch auch der Widerstand ließ nach, übrig blieben wenig druckvolle Postkartenaktionen und Appelle an die Herrschenden. Das half nur begrenzt – die Gentechnik dehnte sich aus. Ab 2005 regte sich wieder Widerständiges. Die Feldbefreiung 2006 in Gießen war die erste gelungene ihrer Art, zwei weitere folgten im gleichen Jahr. Nun, zwei weitere Jahre sind vergangen, fällt der Saisonstart beeindruckender aus:

  • 1. und 2. Januar: Mit dem Slogan "2008: Auch Deutschland wird gentechnikfrei – so oder so!" starten AktivistInnen symbolische Aktionen in mehreren Städten. Ehrgeizig kündigen sie an, bei weiterem Versagen in der Politik selbst dafür sorgen zu wollen, dass die Gentechnik nicht mehr durchführbar sei, zumindest nicht profitabel.
  • März: Erfolgreicher BürgerInnenprotest gegen Versuchsfelder in Rauischholzhausen und Niedermöllrich
  • 30. März bis 18. April: Genfeld in Gießen besetzt – der Versuch wird abgebrochen
  • 4. bis 13. April: Feldbesetzung in Oberboihingen erfolgreich! Die Fachhochschule Nürringen beendet ihre Feldversuche
  • Anfang April: Kartoffelversuch in Falkenberg gestört oder sogar verhindert
  • Seit April: Mahnwache am Genfeld im Wendland
  • Ab 13. April: Genfeld in Northeim besetzt
  • 21. April: Genweizenfeld in Gatersleben befreit
  • 24. April: Genfeld in Forchheim (bei Karlsruhe) besetzt
  • Und nun … Groß Gerau!!!?
  • Aktionen und Veranstaltungen am Feld in Groß Gerau

    Rund um das Feld soll es bereits ab heute vielfältige Aktionen geben. Dazu verteilen UnterstützerInnen Flugblätter in den angrenzenden Wohnsiedlungen und in der Innenstadt von Groß Gerau. Gäste und Mitwirkende sind gern gesehen. Nähere Informationen können (soweit möglich) vom Feld aus oder von UnterstützerInnen auf der Seite http://www.gentech-weg.de.vu untergebracht werden.

    Die Termine am Feld ab heute:

    Freitag, 25. April, 17 Uhr am Feld: Infospaziergang mit Kurzansprachen

  • Ab Freitag täglich 19 Uhr am Feld: Musik und Feiern gegen Gentechnik (bringt Essen, Musik, Instrumente und mehr mit!!!)
  • Samstag, 26. April, 14 Uhr am Feld: Klettertraining
  • Samstag, 16 Uhr am Feld: Workshop „Warum gegen Gentechnik?“
  • 19 Uhr am Feld: Musik und Feiern gegen Gentechnik
  • Sonntag, 27. April, 15 Uhr am Feld: Infospaziergang mit Kurzansprachen
  • 19 Uhr am Feld: Musik und Feiern gegen Gentechnik
  • Weitere Termine am Aktionshandy 01522-9990199 oder im Internet.

Offizielle Stellen

Auch Landrat Enno Siehr hat die Universität Gießen aufgefordert, auf die Aussaat von genmanipuliertem Mais in Groß-Gerau zu verzichten. In einem Schreiben an den Leiter des dortigen Instituts für Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement, Professor Dr. Friedt, weist Siehr auf die ablehnende Haltung hin, die sowohl der Kreistag als auch die Groß-Gerauer Stadtverordnetenversammlung zum Genmais-Anbau eingenommen haben. Die Universität Gießen hatte unlängst auf die Bepflanzung eines entsprechenden Versuchsfelds in Nordhessen verzichtet und dies mit dem Widerstand vor Ort begründet. Nachfolgend das Schreiben des Landrats im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Professor Dr. Friedt,
mit großem Interesse habe ich Pressemeldungen zur Kenntnis genommen, wonach die Universität Gießen in diesem Jahr keine Versuche mit gentechnisch veränderten Maissorten im nordhessischen Ebsdorfergrund durchführen wird. Als Begründung wurde – laut diesen Pressemitteilungen – angegeben, dass die Universität weiterhin an einer guten Nachbarschaft zur Standortgemeinde gelegen sei.
Ich möchte Sie heute nachdrücklich bitten, auch am Standort Groß-Gerau auf die Aussaat von Genmais zu verzichten. Wie Ihnen sicher bekannt ist, hat sich der Kreistag des Kreises Groß-Gerau gegen einen solchen Anbau ausgesprochen. Auch die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Groß-Gerau hat m. W. einen entsprechenden Beschluss gefasst.
Die Universität Gießen weist jetzt als Begründung für den Anbauverzicht in Nordhessen darauf hin, dass es keinen Sinn mache, die Versuche gegen den Widerstand vor Ort durchzusetzen. Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass es auch im Kreis Groß-Gerau beträchtliche Widerstände gegen Ihr Vorhaben gibt. Entsprechend bitte ich Sie, auch bei uns auf eine Aussaat von gentechnisch veränderten Maissorten zu verzichten.“

weitere Infos und Bilder, sowie tagesaktuelle Bilder und Berichte vom besetzten Feld auf: Indymedia

Written by genfood

27.April.2008 at 13:15