Monsanto

dieses Blog ist eine Waffe

Archive for the ‘Rechtsstreit’ Category

Antigentech-Kundgebung in Bad Freienwalde

leave a comment »

Am 22. Juli letzen Jahres gelang es GentechnikgegnerInnen bei Altreetz im Oderbruch 5 Hektar Genmais unschädlich zu machen. Da diese Feldbefreiung öffentlich angekündigt war, wurden die meisten beteiligten GentechnikgegnerInnen nach der Aktion in Gewahrsam genommen.

Am 18.7. finden am Amtsgericht Bad Freienwalde der vierte und fünfte Prozess in dieser Sache statt. Bisher wurden die Angeklagten wegen Sachbeschädigung zu 15 bzw. 20 Tagessätzen verurteilt.

Ein Verfahren gegen Monsanto, Landwirtschaftsminister Seehofer und den Altreetzer Genbauern wegen illegalen Genmaisanbau ist dagegen von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Deswegen werden wir um 10:30 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus eine Gerichtsverhandlung gegen Monsanto initieren. Hauptanklagepunkt: Diebstahl. Monsanto wird vorgeworfen sich das Saatgut, gezüchtet von den BäuerInnen über zehntausende Jahre anzueignen, in dem das Saatgut gentechnisch manipuliert, patentiert und unkontrolliert in Natur und Landwirtschaft verbreitet wird.

Anschließend geht es zu den öffentlich zugänglichen Gerichtsprozessen, die um 11:15 Uhr und 12:15 Uhr beginnen sollen.

Quelle: Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik

Advertisements

Written by genfood

18.Juli.2008 at 9:23

Veröffentlicht in Allgemein, Firmenpolitik, Rechtsstreit

„Mit Gift und Genen“ – Und wer ist Monsanto?

leave a comment »

Artikel vom 30. Mai 2008 zum Thema mit dem Video von Arte und anschließendem Studiogespräch

Greifswald Am 4. Juli wird ab 21 Uhr zur Filmveranstaltung „Mit Gift und Genen“ – Und wer ist Monsanto? ins Ikuwo, Goethestraße 1, eingeladen.

Dieser Dokumentarfilm beleuchtet die Machenschaften des weltgrößten Saatgut/AgrarChemie-Konzerns Monsanto. Mit einem Umsatz von 8,6 Mrd. US Dollar und Gewinn von 933 Mio. US-Dollar (2007) stellt der Konzern unter anderem Pflanzenschutzmittel und (gentechnisch verändertes) Saatgut her. 90 Prozent der gentechnisch veränderten Pflanzen der Welt sind von Monsanto hergestellt. Dazu gehören gentechnisch veränderte Soja- und Baumwollsorten, die gegen das Totalherbizid Roundup resistent sind. Die einzige hierzulande großflächig angebaute gentechnisch veränderte Pflanzensorte, der Mais MON 810 stammt ebenfalls aus den Laboren Monsantos. Dessen nicht genug. Verantwortlich ist Monsanto ebenfalls für die Herstellung des im Vietnamkrieg eingesetzten chemischen Kampfstoffes Agent Orange (enthält Dioxine) und des Rinderwachstumshormons rBGH.

Wenn Du es genauer wissen willst, komm zum Filmabend ins Ikuwo. Der Eintritt ist frei. Auf sehr umfangreiche und anschauliche Art und Weise dokumentiert der Film „Mit Gift und Genen“ das weltweite Wirken von Monsanto. Organisiert wird der Abend von der agriKultur Gruppe Greifswald mit Unterstützung des Fachschaftsrates Biowissenschaften der Universität. Bei Fragen melden unter: agrikultur-hgw@no-log.org

gefunden bei: Ostsee Zeitung

Written by genfood

3.Juli.2008 at 18:40

Interview mit Percy Schmeiser*

with one comment

"Monsanto ist die betrügerischste und korrupteste Firma, die es zur Zeit auf der Erde gibt"

Der große deutsche Bauernaufstand im Jahre 1524-1525 in Süd- und Mitteldeutschland hatte seine Ursache in den Abhängigkeitsverhältnissen der Bauern von den Feudalherren. Immer höhere und neue Abgaben und die Leibeigenschaft machten das Leben der Bauern zur Qual. Schließlich begehrten die Bauern auf und zogen in den Krieg. Mr. Schmeiser, sehen Sie Monsanto als einen neuen globalen Feudalherren und mögliche Ursache neuer Bauernaufstände, da durch die Geschäftspraktiken Monsantos in Form von Lizenzabgaben, Knebelverträgen und Abhängigkeiten von dessen Saatgut der Bauernstand immer mehr unter Druck gesetzt wird? Quasi die Einführung einer neuen, modernen Leibeigenschaft?

Percy Schmeiser: Bei meinen Veranstaltungen in Kanada erzähle ich gern, dass meine Großeltern – und viele andere Menschen – in den 1890er Jahren aus Europa weggegangen sind, um aus den Abhängigkeitsverhältnissen des Feudalsystems, das die Gewalt über ihr Schicksal hatte, herauszukommen. Sie zogen in ein neues Land, um frei zu sein, um hier ihre Pflanzen anzubauen und zu züchten, in Freiheit. Jetzt, 100 Jahre später, schließt sich der Kreis wieder. Die Herrschaft wird jetzt nicht von Fürsten oder dem Feudalsystem ausgeübt, sondern von Firmen. Und tatsächlich kommt jetzt auch massiver Widerstand unter den Landwirten auf – für die Redefreiheit und für die Freiheit, ihr eigenes Saatgut jedes Jahr wieder verwenden zu können.

Im Monsanto-Konzern arbeiten 17.000 Menschen. Können Sie sich vorstellen, dass mehr und mehr dieser MitarbeiterInnen die Geschäftspraktiken ihres Arbeitgebers zutiefst ablehnen, weil sie immer mehr das Gefühl bekommen, Monsanto fügt dem Planeten mehr Schaden als Nutzen zu?

Es wird jetzt viel über die Geschäftspraktiken von Monsanto und über das Image des Konzerns in der Öffentlichkeit gesprochen. Sogar die kanadische Nationalzeitung stellte letzte Woche die Frage: Was denkt sich der Monsanto-Konzern eigentlich, was er für ein Image von sich erzeugt, wenn er versucht, die Rechte der Landwirte einzuschränken und ihnen die Redefreiheit zu untersagen oder wegzunehmen? Meiner Meinung nach – und viele andere Leute meinen das auch – ist Monsanto die betrügerischste und korrupteste Firma, die es zur Zeit auf der Erde gibt.

Und was würden Sie diesen Leuten, den Mitarbeitern von Monsanto, gern sagen?

Ich frage mich oft, was in diesen Mitarbeitern eigentlich wirklich vorgeht. Viele von ihnen haben Familien, viele machen sich Gedanken über die Nahrungsmittel, die sie zu sich nehmen und die sie ihren Kindern geben. Und es war schon so, dass Leute, die früher für Monsanto gearbeitet haben, zu mir kamen und sagten, sie machten sich Sorgen wegen der Geschäftspraktiken von Monsanto. Einige Monsanto-Mitarbeiter sagten auch, sie könnten nicht mehr für Monsanto arbeiten. Und einige von diesen Angestellten ließen mir sogar vertrauliche Papiere zu den Aktivitäten von Monsanto zukommen. So weit ging ihre Empfindung, dass das, was Monsanto tut, Unrecht ist.

Was müsste ihrer Meinung nach passieren, damit Monsanto seine lebensfeindlichen Geschäftspraktiken aufgibt und Teil der Lösung wird, anstatt Teil des Problems zu bleiben?

Ich meine, es ist für jede Firma möglich, ein "anständiges Mitglied der Gesellschaft" zu werden. Aber sie müssen sich mit den Angestellten zusammensetzen, mit Verbrauchern zusammensetzen, mit der Öffentlichkeit zusammensetzen und eine Politik machen, die allgemein akzeptabel ist. Nicht einfach ihre eigene Politik machen nach dem Motto "so oder gar nicht". Sie müssen also empfänglich werden für die Sorgen und Bedenken der Menschen, besonders im Interesse guter und sicherer Nahrungsmittel. Und ich bin der Meinung, es ist möglich – aber nicht so, wie sie jetzt verfahren, indem sie die totale Kontrolle über das Angebot an Saatgut anstreben. Und darum geht es im Grunde: die totale Kontrolle über das Saatgut und letztlich über das Angebot an Nahrungsmitteln. Es ist sehr ungewöhnlich, dass die Firma Monsanto, die früher einer der größten Hersteller von Chemikalien war, jetzt zur größten Saatgutfirma der Welt geworden ist. Und das zeigt, wie sie die Kontrolle über die Menschen erreichen wollen. Ich saß ja mal im Parlament meiner Heimatprovinz. Wie ich es sehe, übt Monsanto jetzt mehr Macht über die Menschen aus, als irgendeine Regierung das überhaupt wagen würde, aufgrund ihrer Firmenstärke und des Geldes, das dahinter steht. Es handelt sich wirklich um einen Missbrauch von Marktmacht.

Wenn wir hinschauen, wem Monsanto gehört, dann sind die größten Anteilseigner Investmentfirmen wie Fidelity Management & Research mit 9,76 %, Marsico Capital Management L.L.C. mit 5,17 %, AllianceBernstein L.P. mit 4,04 % oder auch Firmen wie die deutsche Allianz Global Investors mit ihren Anlagefonds. Die Shareholder und Manager dieser Investmenthäuser haben auch Kinder und Enkelkinder. Was würden Sie diesen Menschen sagen, damit sie noch einmal über ihre Investments in Monsanto nachdenken?

Bei meinen Veranstaltungen waren immer mal wieder Leute aus diesem Industriebereich anwesend. Und sie stellten sehr gezielte Fragen. Ich antwortete ihnen immer: Sie haben doch eine Familie. Machen Sie sich denn keine Gedanken darüber, was Sie Ihrer Familie zu essen geben, Ihren Kindern, Ihrer Frau? Und als ich das sagte, gaben sie meist keine Antwort mehr, sondern setzen sich einfach wieder. Diese Leute wissen selbst, dass es um den ganzen Themenkomplex von Nahrung und Sicherheit von Nahrungsmitteln und um die Kontrolle über die Menschen geht. Ich meine, dass viele der Beteiligten darüber selbst sehr besorgt sind. Aber sie verdrängen das, sie versuchen das zu handhaben, als ob es eine Art anderes Leben wäre. Das funktioniert aber nicht, denn wenn sie nach Hause kommen, werden sie wieder mit dem wirklichen Leben konfrontiert. Es fällt mir schwer, diese Leute zu verstehen, denn man kann das, was man tut, nicht wirklich trennen, es wirkt sich auch auf das persönliche Leben aus. Ich selbst könnte das nie tun: für eine Firma zu arbeiten, von der ich weiß, das sie den Menschen ihre Rechte nimmt. Damit könnte ich nicht leben. Vielleicht wäre es sogar gut, wenn viele Bürger Anteile an Monsanto erwerben würden und zu den Monsanto-Hauptversammlungen gingen und eine andere Politik hineinbrächten.

Haben Sie Kenntnis, ob Monsanto zum militärisch-industriellen Komplex der USA gehört?

Da gibt es eine Drehtür. Nicht nur in den Vereinigten Staaten, auch in Kanada gibt es Leute, die zuerst für Monsanto als Rechtsanwalt gearbeitet haben und danach in der Regierung – und nachdem sie in der Regierung erreicht hatten, was sie wollten, gingen sie wieder in die Industrie. Das ist in beiden Ländern schon geschehen. Ein Beispiel: Die letzte Landwirtschaftsministerin der USA, Ann M. Veneman, war auch Rechtsanwältin bei einer Firma der Monsanto-Gruppe. Ich lasse Sie Ihre eigenen Schlüsse ziehen. Es gibt eine Drehtür zwischen Industrie und Regierung – und nicht nur das, es fließen auch gewaltige finanzielle Beträge an unsere Regierungen, um die gesetzlichen Grundlagen für die Einführung von gentechnisch veränderten Organismen zu erreichen. Und das muss aufhören! Im Zuge meines Gerichtsverfahrens gegen Monsanto stellte sich heraus, dass die Regierung mit Monsanto zusammengearbeitet hatte bei der Entwicklung neuer gentechnisch veränderter Organismen und dass der kanadische Staat Abgaben bekommt für verkaufte gentechnisch veränderte Organismen. Sie können sich also die Empörung vorstellen, als das an die Öffentlichkeit kam. Was geschieht hier in Deutschland? Was geschieht in anderen Ländern? Ich bin sicher, da könnten ähnliche Vorgänge am Laufen sein wie in Nordamerika, wo wir diese Kuschelbeziehung zwischen Staat und Industrie haben.

Das andere wichtige Thema, das uns Sorgen macht, sind die riesigen Summen, die diese Firmen in die Forschungsinstitute und in die Universitäten fließen lassen. Die sind nicht mehr unabhängig – viele Forschungsprogramme werden von Industrieunternehmen finanziert und die Forschung geht nur in die Richtung, die die Unternehmen wollen. Wenn die Forschungen etwas Negatives ergeben, darf das nicht veröffentlicht werden, nur das Positive. Diese Forschungsgelder gehören wieder in öffentliche Hand, damit die Forschung unabhängig ist.

Welchen Ratschlag würden Sie den Verbrauchern mit auf den Weg geben?

Dass sie sehr achtsam sein sollten, was sie essen und was sie ihren Kindern zu essen geben. Dass sie versuchen sollten, herauszufinden, was in ihren Nahrungsmitteln enthalten ist. In Nordamerika haben wir da ein großes Thema, denn es gibt jetzt gentechnisch veränderte Pflanzen, die verschreibungspflichtige Arzneimittel produzieren. Und es gibt keine Kennzeichnungspflicht in Nordamerika. Es ist schlimm genug, dass gentechnisch veränderte Bestandteile in den Nahrungsmitteln sind, aber jetzt kann es uns auch noch passieren, dass Medikamente drin sind. Es gibt derzeit sechs wichtige Arzneimittel, die von Pflanzen produziert werden, und das geschieht in der freien Natur. Um einige zu nennen: Empfängnisverhütungsmittel, Wachstumshormone, Blutgerinnungsmittel. Wir haben keine Kennzeichungspflicht, und das ist eine drastische Menschenrechtsverletzung, wenn man nicht weiß, was man da isst, eine Verletzung der Verbraucherrechte. Ich nenne Beispiele: Als ich neulich in Kalifornien war, sprach ich mit Ärzten, die sehr beunruhigt waren, denn was passiert zum Beispiel, wenn eine schwangere Frau unwissentlich Empfängisverhütungsmittel mit der Nahrung zu sich nimmt? Oder wenn jemand eine Operation hat und Essen mit einem Blutgerinnungsmittel drin bekommt? Das sind jetzt große Themen für uns – es sind nicht nur die gentechnisch veränderten Pflanzen, es sind auch die Bakterien und Viren und verschreibungspflichtigen Medikamente in der Nahrung.

Mein Rat ist, sehr achtsam und vorsichtig zu sein und sich von gentechnisch manipulierten Substanzen fernzuhalten. Es gibt viele andere, gute Lebensmittel auf dem Markt. 91 Prozent der kanadischen Bevölkerung sagten bei einer Befragung, dass sie, wenn sie wüssten, welche Bestandteile in einem Nahrungsmittel enthalten sind, keine gentechnisch veränderten Substanzen zu sich nehmen würden; das wäre das Ende dieses Industriezweigs. Wir brauchen die Kennzeichnung. Die Leute müssen das wissen. Diese Freiheit darf nie versagt werden.

Interview mit Percy Schmeiser am 16.5.2008 in Dresden

* Percy Schmeiser

Seit mehr als 50 Jahren Landwirt und Saatgutzüchter in Bruno, Saskatchewan, Kanada. Sah sein Lebenswerk in der erfolgreichen Züchtung von Raps, der optimal an die örtlichen Standortbedingungen angepasst war. 13 Jahre lang war er außerdem Bürgermeister seiner Heimatstadt, 5 Jahre auch Abgeordneter im Parlament der Provinz.

Weltweite Berühmtheit erlangte er durch seinen Widerstand gegen die Gentechnikfirma Monsanto: 1997 fand sich auf einem seiner Felder gentechnisch veränderter Raps, der durch Pollenflug dort hingelangt war; dies nahm Monsanto zum Anlass, ihn zu verklagen, weil er ohne Lizenz Monsanto-Raps angebaut habe. Der Konzern forderte Lizenzgebühren. Schmeiser wollte jedoch die Verunreinigung seiner Felder nicht hinnehmen. Nach 10 Jahren nervenaufreibenden Rechtsstreits wurde schließlich entschieden, dass Schmeiser Monsantos Geldforderungen nicht nachkommen muss. Ein zweiter Rechtsstreit, den Schmeiser gegen Monsanto führte, endete mit einem Schuldeingeständnis Monsantos, dass der Konzern für die Kontamination einiger Felder Schmeisers verantwortlich sei.

2007 wurden er und seine Frau Louise mit dem Right Livelihood Award, dem Alternativen Nobelpreis, ausgezeichnet.

per Email

Written by genfood

18.Juni.2008 at 8:10

Imker Bablok muss mit seinen Bienen weichen

with one comment

Von Manuela Mayr

Augsburg/Kaisheim. Der Imker Karl-Heinz Bablok muss auch in diesem Sommer rechtzeitig vor der Maisblüte mit seinen Bienen "auf die Flucht" gehen. Sein Bienenhaus steht in rund 1500 Meter Entfernung von einem Versuchsfeld des Freistaats auf dem Neuhof bei Kaisheim (Kreis Donau-Ries).

Imker Bablok kämpft für einen genfreien Honig.

Dort wird die gentechnisch veränderte Maissorte Mon 810 angebaut, die nur als Futtermittel, nicht aber als Lebensmittel zugelassen ist. Pollen von diesem Mais, den die Bienen in ihren Stock schleppen, darf deshalb selbst in geringsten Mengen nicht in den Honig gelangen. Sonst darf der Honig nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Augsburg nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden.

Die Bestätigung, dass für Honig "null Prozent Toleranz" gelte, was die Verunreinigung mit Bestandteilen von Mon 810 betrifft, war ein juristisches Ziel des Bündnisses zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik gewesen. Die praktischen Auswirkungen hat der Kläger Karl-Heinz Bablok zu tragen: "Ich bin der Dumme" sagt er. Er kann zwar den Schaden für den unverkäuflichen Honig gegenüber dem Anbauer geltend machen, urteilte die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts unter Vorsitz von Evelyn Leder. Den Nachweis über die Verunreinigung muss allerdings er führen. Und es sei auch Sache der Imker, dort wo es möglich ist, die Bienen während der Maisblüte in Sicherheit zu bringen. Ein Flug-Radius von drei Kilometern, in dem die Bienen laut Experten 90 Prozent des Nektars und des Pollens sammeln, wird dabei zugrunde gelegt. Im Fall von Karl-Heinz Bablok sieht das Gericht den Aufwand als zumutbar an, die schweren Bienenkästen während der Maisblüte nach Leitheim zu versetzen. Auch dafür könne Schadenersatz verlangt werden.

Klageweg durch alle Instanzen

Das Imker-Bündnis, das bereits 70 000 Euro in den Prozess investiert hat, will in Berufung gehen und den Klageweg notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof gehen. In Augsburg führte aufseiten des beklagten Freistaats der Anwalt der drei beigeladenen Firmen Monsanto Company, Monsanto Technology und Monsanto Agrar Deutschland das Wort. Er gebe zum Prozess keine Statements ab, sagte er.

gefunden bei: Ausgburger Allgemeinen

Written by genfood

31.Mai.2008 at 9:57

Video: „Monsanto, mit Gift und Genen“

leave a comment »

leider hatten wir die Ankündigung nicht mehr früh genug online bekommen, so dass viele unserer Leser die Dokumentation nicht sehen konnten – wir haben gesucht, und sind fündig geworden.

hier die Doku:

und eine Gesprächsrunde die ARTE im Anschluss an die erste Ausstrahlung vom 17.05.2008:

beides sehr sehenswert.

Written by genfood

30.Mai.2008 at 21:19

Gentech-Riese Monsanto unter Beschuss

leave a comment »

"Unternehmen scheint gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren"

Brüssel lässt Genmais-Importe zu (Foto: pixelio.de, Andre)

St. Louis (pte/17.05.2008/06:10) – Monsanto, der weltgrößte Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut, dominiert den Markt wie kein anderes Unternehmen. So steuert der Konzern rund 90 Prozent des weltweit vermarkteten Gentech-Saatguts bei. Allein im zweiten Quartal erzielte der Gentech-Riese Nettorekordeinkünfte von 1,12 Mrd. Dollar. Diese Quasi-Monopolstellung wird jedoch nicht nur von Gentechnik-Gegnern aufs Schärfste kritisiert. "Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt ‚Monsanto‘ auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde", schreibt etwa arte online. Neben den Produkten selbst ist auch die Art und Weise, wie Monsanto seine Vormachtstellung erreichen konnte, heftig umstritten. "Das Unternehmen ist dazu in der Lage, amerikanische und europäische Regulierungsinstanzen zu manipulieren, Journalisten und Forscher zu entlassen und missliebige Untersuchungen abzubrechen", warnt die französische Journalistin Marie-Monique Robin in einem arte-Interview. Robin hat drei Jahre aufgewendet, um die ihrer Meinung nach fragwürdigen Machenschaften des Mega-Konzerns zu durchleuchten.

Für Negativschlagzeilen hat Monsanto bereits mit mehreren Produkten gesorgt. Bekannt wurde das 1901 gegründete ehemalige Chemieunternehmen mit dem heute als chemischer Kampfstoff klassifizierten Herbizid "Agent Orange", das im Vietnamkrieg zum Einsatz kam. Das Monsanto-Wachstumshormon rBST, das die Milchleistung bei Rindern steigert, soll Medien zufolge die Wahrscheinlichkeit von Euterentzündungen erhöhen und gesundheitliche Schäden beim Menschen durch Rückstände in der Kuhmilch verursachen. Die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB (Clophen) aus dem Monsanto-Sortiment wird hierzulande seit den 1980er Jahren als hochgiftig eingestuft. Dabei liegt das Kerngeschäft des Konzerns Unternehmensangaben zufolge in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von gentechnisch verändertem Saatgut der Kulturpflanzen Mais, Sojabohne und Raps. "Ein großes Problem etwa ist die Verbreitung der Gentech-Baumwolle seitens des Saatgutkonzerns", meint Christian Felber, Globalisierungsexperte bei der NGO Attac, im Gespräch mit pressetext. Ebenso, so die Kritik, würden die Wasser- und Aquakultur-Geschäfte des Unternehmens das Ziel verfolgen, die für das Überleben wichtigen Ressourcen zu monopolisieren und in einen Markt zu verwandeln. "Über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren", folgert arte.

Dabei argumentiert Monsanto, gentechnisch verändertes Saatgut könne den Welthunger bekämpfen und führe zu höheren Erträgen. Wie eine Studie der Universität von Kansas aufzeigt, bringt Gentech-Soja im Vergleich zu konventionellem Saatgut jedoch um zehn Prozent weniger Ertrag. Schädlingsresistente Pflanzen werden von anderen, bisher unbekannten Krankheiten befallen, berichtet die taz. Darüber hinaus kontaminiere das genetisch veränderte Saatgut Boden und Umwelt, wodurch natürliches Saatgut unbrauchbar würde. So wurde der Monsanto-Gentech-Raps GT73 von der Europäischen Umweltbehörde als Hochrisikopflanze bezüglich des unkontrollierten Vordringens in die Natur eingestuft (pressetext berichtete). Monsanto kommt dem Kontaminierungsproblem entgegen, indem sich jene Bauern, die Monsanto-Produkte verwenden, vertraglich dazu verpflichten, kein Saatgut aus der Vorjahresernte für die erneute Bewirtschaftung der Felder heranzuziehen. Stattdessen sind sie dazu angehalten, die im Schnitt vier mal teurere Saat wieder zu kaufen. Wird auf den Feldern Saatgut aus dem Vorjahr entdeckt, überzieht der Konzern die Bauern mit Patentrechtsklagen. Um regional die Marktoberhand zu behalten, kauft Monsanto andere Saatgutfirmen kurzerhand auf.

"Die Verbindungen zwischen den staatlichen Stellen, die gentechnisch veränderte Pflanzen zulassen, und der Industrie sind enger als bisher bekannt", schreibt der Tagesspiegel. Noch im Frühjahr 2007 hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit den Verkauf der Monsanto-Maissaat MON810 untersagt. Grund dafür war ein fehlender Monitoring-Plan, der über die Umweltauswirkungen durch den Gen-Mais Auskunft gab. Obwohl das Bundesamt für Naturschutz die Begleituntersuchungen als unzureichend befand, wurde das Vertriebsverbot für MON810 im Dezember des Vorjahres wieder aufgehoben. "Die enge Verflechtung zwischen Agroindustrie und Behörden macht die staatliche Risikobewertung unglaubwürdig und erschüttert das Vertrauen in die Demokratie", meint die grüne Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken. Wie Anfang Mai von der EU-Kommission beschlossen, müssen nun auch jene Länder, die ein Importverbot über Gentech-Maissorten verhängt haben, MON810 zur Einfuhr zulassen, um keine wissenschaftlich unbegründeten Handelsschranken aufzubauen. Ansonsten würden rechtliche Konsequenzen folgen.

Das Konzernlobbying seitens Monsantos reicht Medienangaben zufolge bis hin zum politischen Postenschacher. In den USA sollen Mitarbeiter von Bundesbehörden in Monsanto-Reihen und zurück gewechselt haben. Mitglieder der britischen Labour Party sollen massiv in die Gen-Industrie investiert haben. In Mexiko gebe es mit "Ley Monsanto" sogar ein eigenes Gesetz, das den Interessen des Konzerns entgegen komme. "Ich bin ziemlich schockiert darüber, welch ungeheuren Einfluss ein multinationales Unternehmen auf demokratische Staaten und darüber hinaus auf die ganze Welt ausüben kann", so die Journalistin Marie-Monique Robin. Die weltweite massenhafte Verbreitung von genetisch veränderten Organismen (GVO) sei aufgrund von Manipulation und Intrigen möglich gemacht worden.

"Die GVO kamen auf den Markt, ohne dass sie irgendeinem ernstzunehmenden wissenschaftlichen Test unterzogen worden wären. Die Zulassung geschah aus rein politischen Gründen. Das hat der Sprecher der Food and Drug Administration, James Maryanski, vor laufender Kamera auch zugegeben", erklärt Robin. Monsanto wolle die Macht über das Saatgut weltweit übernehmen. Als Verbraucher verfüge man mit "kaufen oder nicht kaufen" über die einzige Waffe gegen die Marktbeherrschung von GVO. Der weltweite Kampf gegen den Hunger wird der Kansas-Studie zufolge von genetisch veränderten Pflanzen nicht erleichtert. Stattdessen führt erfolgreiches Lobbying zu weiteren tiefgreifenden Problemen. "Neben der Biotechnologie ist Monsanto auch ein Musterbeispiel für die gegenwärtige Entwicklung des Kapitalismus", schließt Robin. (Ende)

gefeunden bei: pressetext.deutschland

Written by genfood

17.Mai.2008 at 14:40

„Umwelt vor Schaden bewahren“

leave a comment »

Hamburg (DK) Mit einem Eilantrag beim Braunschweiger Verwaltungsgericht wollen die Umweltorganisation Greenpeace und zahlreiche Imker den Anbau des Genmais MON810 in Deutschland stoppen. Das Saatgut des US-Großkonzerns Monsanto ist umstritten, mehrere europäische Länder haben den Anbau verboten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte den Handel im Frühjahr 2007 verboten, im Dezember jedoch wieder zugelassen, nachdem der Agrarkonzern einen Umweltbeobachtungsplan vorgelegt hatte. Dieser wurde jedoch vom Bund Naturschutz und anderen Umweltorganisationen als nicht fundiert genug kritisiert. Greenpeace wirft Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) nun vor, mit der erneuten Zulassung "den Weg für den Genmais in Deutschland geebnet" zu haben. Für Barbara Kamradt von Greenpeace ein "unverantwortliches Handeln". Mit der Gentechnik-Expertin hat unsere Redakteurin Katrin Fehr gesprochen.

Gibt es denn schon Reaktionen auf Ihren Eilantrag vom 2. Mai
Kamradt: Bisher noch nicht. Das Gericht prüft den Antrag.

Was sind die konkreten Kritikpunkte gegenüber Seehofer und dem BVL
Kamradt: Dass ihnen der völlig unzureichende Beobachtungsplan von Monsanto ausgereicht hat, um den Handel mit MON810 wieder zuzulassen. Im Frühjahr befürchtete die Behörde noch, dass der Anbau von MON810 eine Gefahr für die Umwelt darstelle. Ein von uns in Auftrag gegebenes wissenschaftliches Gutachten belegt, dass der Plan von Monsanto auf belanglosen Angaben und falschen Daten basiert. Er enthält keine Beweise dafür, dass MON810 unschädlich ist und keine Gefahr für die Umwelt darstellt. Entweder haben die Mitarbeiter von Horst Seehofer all diese Unzulänglichkeiten nicht bemerkt, oder sie haben sie wissentlich ignoriert. Nun müssen die Gerichte tätig werden, um die Umwelt vor Schaden zu bewahren.

Das BVL und Horst Seehofer haben dem Monitoring von Monsanto Glauben geschenkt. Was hat Ihre Studie darüber konkret ergeben
Kamradt: Monsanto gibt 32 angebliche Feldstudien an. Bei zwölf Angaben handelt es sich allerdings nicht um Feldstudien, und fünf weitere untersuchen Gen-Baumwolle. Sechs Studien untersuchen Ökosysteme, Tierarten und landwirtschaftliche Räume außerhalb Europas. Die Erkenntnisse lassen sich kaum auf die heimischen Ökosysteme übertragen. Außerdem werden mögliche Schäden bei anderen Tierarten wie Vögeln, Schmetterlingen, Wasserlebewesen oder auch Bienen nicht berücksichtigt. Monsanto schließt daraus, dass es keine Gefahr gibt, und es deshalb auch keine gezielte Überwachung geben muss. Stattdessen gibt es einen sehr allgemeinen Fragebogen für Landwirte, der keine Auskünfte zu möglichen Auswirkungen des Genmais auf die Umwelt geben kann, ergänzt durch die Auswertung von Daten bestimmter Umweltüberwachungsprogramme, auch Netzwerke genannt, die jedoch nicht auf die Beobachtung der Auswirkung von Genpflanzen ausgerichtet sind. Einige der Träger dieser Programme haben sich klar von diesem Plan distanziert.

Kann es sich Monsanto leisten, Ergebnisse von angeblichen Feldstudien abzuliefern
Kamradt: Bei der derzeitigen Prüfungspraxis kann sich Monsanto das offensichtlich politisch leisten. Deshalb gehen wir nun gerichtlich gegen den Anbau vor. MON810 steht in der EU auch zur Wiederzulassung an. Dann wird sich zeigen, ob die Behörden weiterhin so lax mit der Sicherheit der Umwelt umgehen. Auf der Grundlage neuerer Erkenntnisse darf dieser Genmais nicht wieder zugelassen werden. Erst vor zwei Tagen hat die EU Komission zwei ähnlichen Genmais-Pflanzen die Zulassung verweigert und sie zur erneuten Prüfung an die Europäische Sicherheitsbehörde EFSA zurückgewiesen. Die Prüfungsstandards sind allerdings bislang völlig unzureichend.

Welche Gefahren befürchten Sie durch den Anbau von MON810
Kamradt: Dieser Mais produziert sein eigenes Insektengift, das sogenannte BT-Gift, das auf einen Maisschädling, den Maiszünsler, tödlich wirken soll. Das BT-Gift wird in allen Pflanzenteilen und auch Pollen produziert und permanent an die Umwelt abgegeben – über den Pollen auch über weite Strecken. Er birgt daher Gefahren für die Umwelt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sich der Genmais negativ auf Tiere wie Bienen, Schmetterlinge, Spinnen, Schlupfwespen und Florfliegen sowie auf Bodenorganismen wie Regenwürmer auswirken kann.

Was werden Sie tun, wenn dem Eilantrag nicht stattgegeben wird?
Kamradt: Wir werden überlegen, ob wir ins Hauptsacheverfahren gehen. Wir werden weiter gegen den Anbau vorgehen. Wir haben stichhaltige Argumente. Tatsache ist doch, dass es viele offene Fragen gibt. Und je länger man hinschaut, um so mehr Fragen tun sich auf.

Donaukurier

Written by genfood

10.Mai.2008 at 14:29