Monsanto

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Archive for April 2008

Genmais wird freigesetzt

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WERNE Zum vierten Mal wird auf einem Acker in Schmintrup (Ronnenheide) genmanipulierter Mais freigesetzt. Der NRW-Landesverband BUND rief die ausführende Firma Monsanto auf, die für die kommenden Tage erwartete Aussaat zu unterlassen.

Die Firma Monsato will wieder Genmais aussähen.
Foto: dpa

"Wir wurden von der Meldung überrascht", erklärte BUND-Agrareferent Ralf Bilke. In der nächsten Woche soll ein Protest organisiert werden. "Von einer mutwilligen Feldzerstörung distanzieren wir uns jedoch ausdrücklich. Das ist der falsche Weg."

Monsato bestätigte Aussaat

Monsanto bestätigte den Plan zu Aussaat, wollte jedoch keinen konkreten Termin nennen. "Das ist vom Wetter abhängig, unsere Techniker prüfen täglich, ob die Maschinen rausfahren können", so Dr. Andreas Thierfelder. Die Feldzerstörungen verfolge man mit Sorge. "Das ist jedoch mittlerweile eine Art Tourismus, wo eigentlich gar kein Interesse am Feld besteht." Lokale Informationsveranstaltungen könnten dieses Problem nicht beheben.

gefunden bei: Ruhr Nachrichten

Written by genfood

28.April.2008 at 8:23

Veröffentlicht in Allgemein, Firmenpolitik, Forschung

Letztes hessisches Genfeld (GrGerau) besetzt!

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Vier Genversuchsfeldern sollte es dieses Jahr in Hessen geben. Doch drei wurden bereits verhindert:

BürgerInneninitiativen in Niedermöllrich (bei Wabern) und Rauischholzhausen (Ebsdorfergrund) stoppten den Anbau gentechnik veränderter Pflanzen von Monsanto und der Uni Gießen.
Eine spektakuläre Feldbesetzung vom 30. März bis 18. April brachte dem Gengerstenversuch in Gießen ein jähes Ende.

Damit bleibt nur noch die Versuchsstation der Uni Gießen am Woogsdammweg in Groß Gerau (nördlicher Stadtrand an der B 44). Zwei Versuchsfelder sollen dort zusammengelegt werden – trotz einer eindeutigen Aufforderung des Landkreises Groß Gerau an die Universität, auf den Versuch zu verzichten. Nun ist diese Fläche besetzt, die Aussaat damit zunächst be- oder verhindert. Eine Räumung dürfte aufwendig werden, denn die BesetzerInnen sind gut gesichert: An einem hohem Turm und ein Betonblock plus Erdanker können sie sich blitzschnell festketten.

Wird Hessen gentechnikfrei?

Das einzig verbliebene Genversuchsfeld ist besetzt!

Die BesetzerInnen rufen alle Menschen, insbesondere die EinwohnerInnen von Groß Gerau und den umgebenden Orten auf, sich am Protest zu beteiligen:
"Helfen Sie mit, Groß Gerau gentechnikfrei zu machen! Und damit ganz Hessen! Ihr Protest hier ist besonders wichtig und wertvoll. Welche Form Sie wählen – jede Handlung ist richtig: Das Gespräch mit NachbarInnen, der LeserInnenbrief in der Zeitung, das Aufstellen von Plakaten im Fenster oder Vorgarten, das Mitmachen von Aktionen in Groß Gerau oder Umgebung, der direkte Protest am Feld oder der Anruf bei den Verantwortlichen der Uni."

Für das erste Wochenende sind bereits einige Aktionen am Feld geplant (siehe unten).

Erklärung und Flugblatt der BesetzerInnen (PDF)

Worum geht’s? Mon810 – gefährliche Pflanzen am Rande Groß Geraus

Die Geschichte der Agrogentechnik insgesamt und des Genmais im Speziellen ist eine zum Haareraufen. Was einem da WissenschaftlerInnen ständig erzählen, um einzulullen, wirkt zum Teil nur noch komisch …

Jahrelang wurde erzählt, der Pollen von Mais würde nicht weit auskreuzen. Falsch, wie sich später herausstellte.
Überwacht wurden Pflanzen in der Umgebung. Vergessen wurden Bienen. Ja – vergessen! Welch ein Niveau von Wissenschaft, gar nicht auf die Idee zu kommen, da der Maispollen in den Honig gelangen könnten. Erst als Imker Alarm schlugen, wurde das Problem wahrgenommen. Eine Lösung gibt es bis heute nicht. Die Uni Gießen behauptet, die männlichen Blüten einfach abzuschneiden. Ob sie das tut, ist unbekannt – absurd ist das ganze Vorgehen aber auf jeden Fall. Denn auf den Äckern wird das mit den zugelassenen Sorten sicher nicht geschehen …
Bis letztes Jahr behaupteten ExpertInnen, Mais würde nicht überwintern und im Folgejahr neu keimen können (Durchwuchs). Inzwischen musste sie kleinlaut einräumen: Kann er doch.
So oder ähnlich liest sich die ganze Geschichte der Gentechnik. Ständig passieren Dinge, die WissenschaftlerInnen vorher für ausgeschlossen hielten. Offensichtlich wurde, dass Studien nur der Beruhigung dienten und keine wirklichen Untersuchungen zur Grundlage hatten. Genforschung ist längst zum Erfüllungsgehilfen der profitorientierten Konzerne und karrieresüchtigen Professoren geworden. Die Geschichte des Genmaises der Firma Monsanto ist ein schillerndes Beispiel dieser Machtspielchen … eines für viele, denn BASF, Bayer, Syngenta – sie alle handeln genauso und wären gern genauso groß wie Monsanto, der Marktführer in Sachen Gentechnik-Saatgut. Frankreich, Griechenland, Österreich, Polen die Schweiz und Rumänien haben den Mon810-Mais schon verboten, 2007 wurde er in Deutschland trotz ausgelaufener Genehmigung angebaut – also illegal. Auch in Groß Gerau. 2008 soll das wieder passieren. Es sei denn, ausreichend Menschen wehren sich jetzt gegen das Experiment der Uni.

Krude Argumente der Befürworter

Wer die Fans der Genversuche hört, bekommt schnell einen Eindruck, um was es hier geht: Standortdenken, Profilierung, Geld. Ganz unumwunden formulierte etwas der Präsident der Uni Gießen, Hormuth, dass es um das Renomee des Agrarstandortes geht: "Es ist wichtig, dass wir als einer der bedeutendsten Uni-Agrarstandorte ein verlässlicher Partner des Bundessortenamtes sind und auch bleiben". Auch der CDU-Chef von Gießen, Klaus Peter Möller (auch Landtagsabgeordneter), holt den argumentativen Holzhammer hervor: "Wenn wir uns in Deutschland nicht beteiligen, geht die Forschung ins Ausland." Es geht also um das Wohl von Uni und Deutschland – nicht um ein besseres Leben, die Umwelt, LandwirtInnen und ImkerInnen."

Kennen Sie Riedstadt?
Sicherlich, denn der Ort liegt nicht weit von Groß Gerau entfernt. Dort kämpfen noch heute ExpertInnen mit einem außer Kontrolle geratenen Feldversuch. Der wurde Anfang dieses Jahrzehnts durchgeführt – geheim und im Auftrag von Regierungen. Der damals in Riedstadt und Adelshausen angebaute Raps kreuzte stark aus und muss bis heute auf Durchwuchs kontrolliert werden, weil selbst auf dem Standort noch immer gv-Rapspflanzen auftauchen (u.a. mehrfach im Zeitraum Januar bis März 2007 laut Mittelung der Aufsichtsbehörde am 6.2.2008). Wohin die gentechnisch veränderten Gene inzwischen sonst noch ausgestreut sind, wird nie jemand feststellen können.

Direkte Aktionen gegen Genfelder überall

Hessen hat eine interessante Tradition widerständiger Aktionen gegen die Gentechnik. Drei Jahre lang war Mitte der 90er Jahre ein Versuchsfeld in Melbach (Wetterau) besetzt oder beschädigt worden. Später verhinderte eine Feldbesetzung in Iba (bei Bebra) dort geplante Versuche. Der Gießener Uni-Professor Friedt, auch heute für den Versuch in Groß Gerau verantworlich, experimentierte mit Rapspflanzen in Rauischholzhausen – vergebens. Die Felder wurden von Unbekannten zerstört. Danach war Pause … Industrie und Universitäten mieden Hessen bei ihren gefährlichen Experimente. Doch auch der Widerstand ließ nach, übrig blieben wenig druckvolle Postkartenaktionen und Appelle an die Herrschenden. Das half nur begrenzt – die Gentechnik dehnte sich aus. Ab 2005 regte sich wieder Widerständiges. Die Feldbefreiung 2006 in Gießen war die erste gelungene ihrer Art, zwei weitere folgten im gleichen Jahr. Nun, zwei weitere Jahre sind vergangen, fällt der Saisonstart beeindruckender aus:

  • 1. und 2. Januar: Mit dem Slogan "2008: Auch Deutschland wird gentechnikfrei – so oder so!" starten AktivistInnen symbolische Aktionen in mehreren Städten. Ehrgeizig kündigen sie an, bei weiterem Versagen in der Politik selbst dafür sorgen zu wollen, dass die Gentechnik nicht mehr durchführbar sei, zumindest nicht profitabel.
  • März: Erfolgreicher BürgerInnenprotest gegen Versuchsfelder in Rauischholzhausen und Niedermöllrich
  • 30. März bis 18. April: Genfeld in Gießen besetzt – der Versuch wird abgebrochen
  • 4. bis 13. April: Feldbesetzung in Oberboihingen erfolgreich! Die Fachhochschule Nürringen beendet ihre Feldversuche
  • Anfang April: Kartoffelversuch in Falkenberg gestört oder sogar verhindert
  • Seit April: Mahnwache am Genfeld im Wendland
  • Ab 13. April: Genfeld in Northeim besetzt
  • 21. April: Genweizenfeld in Gatersleben befreit
  • 24. April: Genfeld in Forchheim (bei Karlsruhe) besetzt
  • Und nun … Groß Gerau!!!?
  • Aktionen und Veranstaltungen am Feld in Groß Gerau

    Rund um das Feld soll es bereits ab heute vielfältige Aktionen geben. Dazu verteilen UnterstützerInnen Flugblätter in den angrenzenden Wohnsiedlungen und in der Innenstadt von Groß Gerau. Gäste und Mitwirkende sind gern gesehen. Nähere Informationen können (soweit möglich) vom Feld aus oder von UnterstützerInnen auf der Seite http://www.gentech-weg.de.vu untergebracht werden.

    Die Termine am Feld ab heute:

    Freitag, 25. April, 17 Uhr am Feld: Infospaziergang mit Kurzansprachen

  • Ab Freitag täglich 19 Uhr am Feld: Musik und Feiern gegen Gentechnik (bringt Essen, Musik, Instrumente und mehr mit!!!)
  • Samstag, 26. April, 14 Uhr am Feld: Klettertraining
  • Samstag, 16 Uhr am Feld: Workshop „Warum gegen Gentechnik?“
  • 19 Uhr am Feld: Musik und Feiern gegen Gentechnik
  • Sonntag, 27. April, 15 Uhr am Feld: Infospaziergang mit Kurzansprachen
  • 19 Uhr am Feld: Musik und Feiern gegen Gentechnik
  • Weitere Termine am Aktionshandy 01522-9990199 oder im Internet.

Offizielle Stellen

Auch Landrat Enno Siehr hat die Universität Gießen aufgefordert, auf die Aussaat von genmanipuliertem Mais in Groß-Gerau zu verzichten. In einem Schreiben an den Leiter des dortigen Instituts für Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement, Professor Dr. Friedt, weist Siehr auf die ablehnende Haltung hin, die sowohl der Kreistag als auch die Groß-Gerauer Stadtverordnetenversammlung zum Genmais-Anbau eingenommen haben. Die Universität Gießen hatte unlängst auf die Bepflanzung eines entsprechenden Versuchsfelds in Nordhessen verzichtet und dies mit dem Widerstand vor Ort begründet. Nachfolgend das Schreiben des Landrats im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Professor Dr. Friedt,
mit großem Interesse habe ich Pressemeldungen zur Kenntnis genommen, wonach die Universität Gießen in diesem Jahr keine Versuche mit gentechnisch veränderten Maissorten im nordhessischen Ebsdorfergrund durchführen wird. Als Begründung wurde – laut diesen Pressemitteilungen – angegeben, dass die Universität weiterhin an einer guten Nachbarschaft zur Standortgemeinde gelegen sei.
Ich möchte Sie heute nachdrücklich bitten, auch am Standort Groß-Gerau auf die Aussaat von Genmais zu verzichten. Wie Ihnen sicher bekannt ist, hat sich der Kreistag des Kreises Groß-Gerau gegen einen solchen Anbau ausgesprochen. Auch die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Groß-Gerau hat m. W. einen entsprechenden Beschluss gefasst.
Die Universität Gießen weist jetzt als Begründung für den Anbauverzicht in Nordhessen darauf hin, dass es keinen Sinn mache, die Versuche gegen den Widerstand vor Ort durchzusetzen. Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass es auch im Kreis Groß-Gerau beträchtliche Widerstände gegen Ihr Vorhaben gibt. Entsprechend bitte ich Sie, auch bei uns auf eine Aussaat von gentechnisch veränderten Maissorten zu verzichten.“

weitere Infos und Bilder, sowie tagesaktuelle Bilder und Berichte vom besetzten Feld auf: Indymedia

Written by genfood

27.April.2008 at 13:15

Gentechnik spaltet Landkreis

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Eigentlich ist die Region Kitzingen mit ihrem trockenen und warmen Klima berühmt für guten Wein. Jetzt aber macht der Landkreis andere Schlagzeilen: Gen-Mais soll dort auf etwa 90 Hektar angebaut werden. Das warme Klima begünstigt den Maiszünsler, einen gefürchteten Schädling in Mais-Monokulturen, den einige Landwirte nun mit gentechnisch veränderten, resistenten Maissorten in den Griff bekommen wollen.
Ein Beitrag von Norbert Haberger
Stand: 25.04.2008

Gen-Mais in Deutschland
In Deutschland wird Gen-Mais hauptsächlich in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Bayern angepflanzt. In den meisten anderen Bundesländern gibt es nur kleinere Versuchsflächen.

Kitzingen ist Bayerns einziger Landkreis, in dem Landwirte die genveränderte und ökologisch umstrittene Mais-Sorte Mon810 des Saatgut-Konzerns Monsanto anbauen wollen. Hinzu kommen noch Versuchsfelder mit Gen-Mais der Firma Pioneer, die diese Woche von den Behörden genehmigt wurden.
Drei Landwirte sind es, die Mon810 unbedingt anbauen wollen. Die meisten Nachbarn möchten diese Pflanzen aber nicht in der Nähe haben, trotz der gesetzlich geregelten Abstandsflächen. Sie fürchten eine Auskreuzung durch Pollenflug. Und viele fürchten unkontrollierbare Folgen für Bodenorganismen und Ökologie.

Gen-Mais-Sorte Mon810 womöglich schädlich

Bildunterschrift: Durch Gen-Mais gefährdet?
Im April 2007 hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz den Verkauf von Mon810 nämlich verboten. Studien hatten gezeigt, dass die Genpflanze, die ein Gift gegen den Maiszünsler enthält, auch für Bienen und Schmetterlinge schädlich sein kann. Im Dezember 2007 hob das Bundesamt das Verbot wieder auf: Monsanto habe alle Auflagen erfüllt.

Bildunterschrift: Rot markiert sind die Länder, in denen Mon810 verboten ist.
Doch jetzt stellten Naturschützer und Juristen aus Tübingen fest, dass das Bundesamt schlampig geprüft hatte. Die Auflage, verschiedene Wissenschaftler zu kontaktieren, wurde nicht erfüllt. Eine Klage beim Verwaltungsgericht Braunschweig soll nun klären, ob der Verkauf von Mon810 in Deutschland wieder verboten wird. In Frankreich und fünf weiteren europäischen Staaten, darf er zurzeit nicht ausgebracht werden.

Gen-Mais spaltet die Region

Der Gen-Mais hat in manchen Ortschaften im Landkreis Kitzingen zu heftigem Streit geführt. Alois Kraus, Kreisobmann des Bauernverbands in Kitzingen beobachtet die Stimmung mit Sorge. Innerhalb der Dörfer gebe es schon Feindschaften, das reiche bis in die Schulen, in Vereine, in die Kirche, klagt er. Er hatte den Landwirten empfohlen, auf Gen-Mais zu verzichten. Mehr kann er allerdings nicht tun.

Reicht sauber unterpflügen?
Bildunterschrift: Wird der Maiszünsler überschätzt?
Landwirt Hans Friedrich Dürr aus Mainbernheim hält die Angst vor dem Maiszünsler für übertrieben. Sein Rezept: Die Pflanzen nach der Ernte sauber einpflügen, dann erstickt der Maiszünsler. Er habe noch nie gegen den Schädling gespritzt, und habe bisher nur minimale Ernteausfälle gehabt.

Aktionsbündnis gegen Gentechnik

Lokalpolitiker, Imker, Biolandwirte und Naturschützer wollen den Anbau von Gen-Mais nicht einfach hinnehmen. Sie haben sich zu einem Aktionsbündnis gegen die Gentechnik im Landkreis zusammengeschlossen. Sie fürchten auch, dass der Anbau von Gen-Mais eine Art Türöffner für die generelle Nutzung der grünen Gentechnik wird.

Resistenzen halten nicht ewig

Bildunterschrift: Bringt der Anbau von Gen-Mais auf Dauer etwas?
Das Argument der Gentechnik-Befürworter, dass die resistenten Sorten auf Dauer weniger Insektizide bedeuten, scheint ihnen jedenfalls zweifelhaft. Irgendwann könnte der Maiszünsler resistent werden und auch die Gen-Pflanzen befallen. Bei gentechnisch veränderter Baumwolle wurden in den USA bereits resistente Schädlinge festgestellt.

Weitere Informationen
Aktionsbündnis Gentechnikfrei in Kitzingen
Hans Plate, Sprecher
Tel.: 09326 / 902223

Bayerischer Bauernverband
Geschäftsstelle Kitzingen
Tel.: 09321 / 13460

Standortregister beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit http://www.standortregister.de/
Einzeichnung der Flächen in Bayern durch Greenpeace: http://www.genhofer.de/

gefunden bei: BR-Online

Written by genfood

27.April.2008 at 12:59

Weizenmangel stellt grüne Ziele in Frage

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Der Mangel an Weizen stellt die amerikanischen Farmer vor ein Dilemma: Wollen sie höhere Ernten einbringen, gefährden sie anerkannte Grundsätze der nachhaltigen Produktion.

Konfiseriewaren in Europa, Nudeln in China, Fladenbrot in Afrika – das dafür Mehl stammt wahrscheinlich aus Nordamerika. Die Farmer im Mittleren Westen gehören zu produktivsten der Welt, obwohl der Weizenanbau weniger lohnend ist als der mit Subventionen geförderte Anbau von Mais für die Gewinnung von Agrotreibstoff. «Die Weizenpflanzer stehen unter starkem Druck, nicht nur wegen der Ethanolherstellung», sagt Mark Ash, Ökonom beim US-Landwirtschaftsministerium. «Sie müssen ihre Erträge steigern, weil vor allem die ärmeren Länder auf ihren Weizen angewiesen sind.»
Dieser Druck hat bedenkliche Entwicklungen in Gang gesetzt. Zum ersten Mal seit 1985 Jahren haben die Bauern ökologische Ausgleichsflächen aus dem Schutzprogramm zurückgezogen und für den Anbau bereitgestellt. Und zum ersten Mal überhaupt hat der Dachverband der Weizenproduzenten den Widerstand gegen gentechnisch veränderten Weizen aufgegeben und die Industrie ermuntert, die 2004 eingestellte Forschung an Gentechweizen wieder aufzunehmen.

Bauern verschulden sich wie 1980
Zu diesen Umweltproblemen kommt eine wirtschaftliche Ungewissheit. Der Preis für ackerfähiges Land ist wegen der starken Nachfrage so stark gestiegen, dass sich Bauern verschulden, um weitere Anbauflächen zu kaufen. Ältere Bauern warnen vor einer Krise wie in den frühen 80er-Jahren, als die US-Landwirtschaft nach einem Boom wie heute unter die Räder geriet. Rund 300 lokale, auf die Landwirtschaft spezialisierte Kreditinstitute gingen Konkurs. «Ich hoffe, dass sich die Leute noch an die 80er-Jahre erinnern», sagt Harlan Meier, ein 76-jähriger Getreidebauer in Davenport (Iowa). «Ich gehe davon aus, dass sie sich vorsichtig verhalten, wenn es darum geht zu investieren.»

Statt sich zu verschulden versuchen tausende Bauern, mehr Land zu beackern. Im Herbst war die Vertragsverlängerung für fünf Millionen Acres (etwa zwei Millionen Hektaren) geschütztes Land fällig; das brach gelegen hatte und für das die Bauern ökologische Ausgleichszahlungen bezogen. Doch nur noch die Hälfte der Verträge wurde verlängert, knapp eine Million Hektaren zogen die Bauern aus dem Schutzprogramm ab und bereiten es für die Wintersaat vor. Die Zeiten hätten sich geändert, sagte Kerry Dockter, ein Farmer in Denhoff (North Dakota) der «New York Times»: «Als das Programm startete, war es eine gute Sache. Aber die Entschädigungen können nicht mehr mit den Marktpreisen Schritt halten.» Das Schutzprogramm war nach der Agrarkrise von 1985 in Gang gesetzt worden und hat es erlaubt, 15 Millionen Hektaren unter Schutz zu stellen. 440 000 Betriebe im Mittleren Westen beziehen dafür vom Staat rund 1,8 Milliarden Dollar. Es ist das grösste Öko-Schutzprojekt der USA, das von den Bauern wegen des stetigen Einkommens geschätzt und den Jägern und Umweltschützern unterstützt wurde.
Der Druck geht noch weiter. Die verarbeitende Industrie und die Viehmäster fordern, zusätzlich mehr als 3,5 Millionen Hektaren zur Beackerung freizugeben, ohne die Bauern wegen der vorzeitigen Vertragsauflösung zu büssen. Die Frage sei simpel, sagt der Dachverband der Rindermäster: «Ist es richtig, dass die Konsumenten zweimal zahlen, zuerst für die Subventionen und dann für teurere Nahrungsmittel, nur damit es mehr Wachteln in Kansas gibt?» Die konservativen Weizenproduzenten halten dem Druck bisher stand und warnen, dass die Nachfrage nachlassen könnte und die Preise umso stärker sinken müssten, je mehr Land für den Anbau freigegeben wurde.
Wie stark die kritische Lage auf dem globalen Markt die US-Produzenten noch zu Konzessionen zwingen wird, ist nach Ansicht des Landwirtschaftsministeriums nicht abzusehen. Mark Ash meint, dass der Staat wohl oder übel die Ausgleichszahlungen anheben und den Marktpreisen für Weizen angleichen muss. «Wir müssen die Entschädigungen erhöhen, wenn wir nicht noch mehr Öko-Flächen verlieren wollen. Das letzte, was wir wollen, ist ein Rückschlag der Umweltfortschritte der letzten Jahrzehnte.» Ash weist darauf hin, dass ein Teil der Subventionsempfänger nicht aktive Bauern sind, sondern Landbesitzer aus der Stadt oder Farmer im Ruhestand. Zu hoffen ist deshalb, sagen auch Umweltschutzverbände, dass sich die Absetzbewegung mindestens verlangsamt.

Neustart für Gentechweizen
Doch aus gleicher Optik plädieren einige Experten für den Einsatz von Gentech-Weizen. Monsanto stellte die Forschung 2004 ein, weil es zu viel Widerstand gab. Dafür forcierte die Branche die Gentechnik für Soja, Raps, Baumwolle und Mais; mit dem Effekt, dass die USA heute die Hälfte des weltweiten Anbaugebietes für Gentechsaaten aufweisen. Die US Wheat Association, die staatlich geförderte Exportförderorganisation, hat eine Kehrtwende vollzogen und Firmen wie Monsanto und Syngenta ermuntert, die Forschung an Gentechweizen wieder aufzunehmen, um die Ernten zu steigern.
Die USA sind nicht das einzige Land, wo Weizen in zwei Saaten ausgebracht und industriell geerntet werden kann. Australien, Kanada, Argentinien, die Ukraine und Kasachstan sind ebenfalls bedeutende Anbauländer. Trotzdem sind die USA für die Ernährungssicherheit der Welt wichtiger. Hier werden sämtlichen Sorten angebaut, was deswegen wichtig ist, weil Europa anderen, proteinhaltigeren Hartweizen wünscht, während Asien und Afrika eher leichteren Weichweizen braucht. Die Farmer liefern alle Sorten mit grosser Zuverlässigkeit. Sie führen über die Hälfte der Ernte aus, womit sie einen Viertel des weltweiten Bedarfs decken.

Wie immer die US-Farmer entscheiden, recht machen können sie es eigentlich niemandem. Entweder sie kaufen mehr Land dazu, um mehr Weizen zu pflanzen; doch damit könnten sie sich finanziell ruinieren wie 1980. Oder sie beackern ökologische Ausgleichsflächen, womit sie ihre Grundsätze über Bord werfen und umweltbewusste Konsumenten verärgern. Oder sie steigern die Erntemengen, indem sie auf die Gentechnik setzen. Doch damit gefährden sie die Exporte nach Europa. Es erstaunt deshalb nicht, wenn viele auf den stark subventionierten Mais- und Sojaanbau umstellen. Das alles lässt nur einen Schluss zu: Brot, Teigwaren, und Gebäcke aller Art werden teurer und für die Ärmsten beinahe unerschwinglich.

gefunden bei: Tages Anzeiger (Ch)

Written by genfood

27.April.2008 at 12:48

Gentech-Soja weniger ertragreich als konventionelle Sorte

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US-Forscher nahmen Monsanto-Entwicklung unter die Lupe – Greenpeace: „Ammenmärchen von höheren Erträgen bei Gentechpflanzen schlichtweg falsch“
Wien/Washington – Laut einer Studie der Universität von Kansas liefert Gentech-Soja gegenüber konventionellem Saatgut zehn Prozent weniger Ertrag. Die Forscher hatten über einen Zeitraum von drei Jahren beobachtet, wie sich die Sojasorte „Roundup-Ready“ von Monsanto im Vergleich zu ihrem konventionellen, gentechnikfreien Gegenpart verhält, berichtete Greenpeace am Montag.

Studienautor Professor Barney Gordon fand heraus, dass die Gentech-Soja nicht mehr in der Lage ist, bestimmte wichtige Elemente wie beispielsweise Mangan aus der Erde aufzunehmen. Die Forscher nehmen nun an, dass dies auf die Veränderung des Saatguts zurückzuführen ist. Denn erst nach künstlicher Zugabe von Mangan konnte das gentechnisch veränderte Saatgut wieder mit seinem konventionellen Konterpart gleichziehen.

Bestätigung früherer Studien

Damit werden laut Greenpeace frühere Erkenntnisse der University of Nebraska bestätigt, die herausfand, dass andere Gentech-Sojabohnen von Monsanto gegenüber natürlicher Soja sogar bis zu elf Prozent weniger Ertrag bringen.

„Diese Studie ist der eindrucksvolle Beweis, dass das Ammenmärchen von höheren Erträgen bei Gentechpflanzen schlichtweg falsch ist“, so Steffen Nichtenberger von Greenpeace. Damit sei das Argument endgültig widerlegt, gentechnisch verändertes Saatgut könne den Welthunger bekämpfen.

Der rechtliche Status von „Roundup-Ready“

In der EU ist die gentechnisch veränderte Roundup-Ready-Sojabohne von Monsanto zum Import als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Allein in Österreich werden laut rund 600.000 Tonnen importiert und landen in den Futtertrögen von Kühen, Schweinen oder Hühnern. Nach über zehn Jahren Importgenehmigung wird auf EU-Ebene derzeit über die Erneuerung der Zulassung für Roundup-Ready-Soja beraten. „Angesichts der ständig neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über diese Gentech-Soja, wäre die EU gut beraten, ihr die Zulassung zu verweigern“, meinte Gentech-Sprecher Steffen Nichtenberger von Greenpeace. (APA)

gefunden bei: der Stadard

Written by genfood

22.April.2008 at 11:35

Veröffentlicht in Allgemein, Forschung, Zulassungen

„Genmanipulierte tierische Monokultur“

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Seit der Antike gehört das Hausschwein zu den Nutztieren und bildet seit mehr als 2000 Jahren einen wesentlichen Bestandteil unserer Ernährungsgrundlage. Nun soll das Tier neu erfunden werden.

Der US-Multi Monsanto will die Gene des Schweines patentieren lassen und damit das seit Urzeiten existierende als seine Erfindung und Konzerneigentum beanspruchen. Ziel von Monsanto ist ein weltweites Monopol auf das Erbgut des Schweins und damit auf seine Verwertung, sprich Züchtung, Haltung und Verarbeitung.

Der Monsanto-Konzern, der auch direkt in der Bundesrepublik Deutschland agiert, kann, wenn seine Patentansprüche genehmigt werden, das Schwein künftig als seine exklusive Erfindung beanspruchen.

Er kann das Schwein dann willkürlich genetisch manipulieren und verändern und von jedem Bauern, der Schweine hält, Lizenzgebühren kassieren, ihm bei Nichtzahlung die Zucht verbieten, ihn mit Strafverfahren überziehen und damit letztlich kontrollieren, was wie und in welcher Qualität und zu welchem Preis auf unseren Tisch kommt.

Monsanto kontrolliert bereits heute gemeinsam mit dem Unternehmen Syngenta und Bayer maßgeblich den internationalen Saatguthandel und ist als Patenthalter für die meisten gentechnisch manipulierten Pflanzen verantwortlich. Hilfestellung leistet dem Milliarden schweren Multi dabei das deutsche Forschungsministerium und das europäische Patentamt in München, das in den letzten Jahren auch schon Patente auf tierische Gene erteilt hat.

Nehmen die Verbraucher und Erzeuger das weiterhin widerstandslos hin, droht uns in wenigen Jahren eine genmanipulierte tierische Monokultur mit allen vorstellbaren Gesundheitsrisiken.

Wehren wir uns jetzt nicht, bevor es zu spät ist, sind wir alle mit verantwortlich am Ruin der bäuerlichen Betriebe hier in Europa und in der Dritten Welt. Deshalb schließen wir uns solidarisch unseren Nachbarn an und fordern ein gentechnikfreies Europa.

Otto Nicklas, Naicha

gefunden bei: Hohenloher Tagblatt

Written by genfood

21.April.2008 at 11:05

Veröffentlicht in Firmenpolitik, Patente, Zulassungen

Gentech kontra Maiszünsler

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Erstmals wollen Bauern Genmais kommerziell anbauen – bei Schmölln auf drei Hektar

Von OTZ-Redakteur Volkhard Paczulla In Schmölln traf sich gestern eine noch junge Bürgerinitiative zum Info-Abend. Ihr Gegner soll demnächst Nachbar der Schmöllner werden, er trägt den harmlosen Namen MON 810.

Die Chiffre bezeichnet eine Saatgut-Linie, die der US-amerikanische Konzern Monsanto mit viel Aufwand als die ideale Lösung eines wachsenden Problems anpreist. Verursacher des Problems ist ein kleiner Falter, der Maiszünsler. Aber „mit MON 810 gehen wir Gefahren ein, die den Zünsler bei weitem übertreffen könnten“, warnt Johanna Scheringer-Wright.

Die im Eichsfeld wohnende Agrarwissenschaftlerin ist Mitglied der PDS/Linke-Landtagsfraktion und gestern Abend extra nach Schmölln gefahren. Um den Leuten auch dort klarzumachen, sagt sie, worum es geht. Dass sie möglichst klar ausdrücken sollen: Wir wollen hier keinen Genmais. In Großfahner, Landkreis Gotha, hat das schließlich auch geklappt.

Hier wollte die Agrargenossenschaft Großfahner gut 18 Hektar mit MON 810 bewirtschaften, die größte angemeldete Fläche in Thüringen. Bis ihr Chef Robert Scheringer auf Bürgerproteste reagierte und am 18. März die Anmeldung zurücknahm. Der Genossenschaftsvorsitzende heißt nicht zufällig wie die Landtagsabgeordnete, er ist ihr Cousin und in der gleichen Partei. „Wir hören eben auf das, was die Leute bewegt“, sagt Scheringer-Wright erleichtert. Schließlich seien auch Landwirte Mitglieder eines Dorfes, eines Kreises. Und sie hätten einen Ruf zu verlieren.

Monsanto hat seinem Mais mit moderner Gentechnik eine Fähigkeit eingeschleust, die Mais sonst nicht hat: Abwehrstoffe gegen Fraßschädlinge bilden. Schneeglöckchen können das allein, Bohnen auch. Der Riesenknöterich holt sich Schwermetalle aus dem Boden, um sie als chemische Keule gegen Insekten einzusetzen. Der Genmais produziert nun ein Insektengift selbst, das seit gut hundert Jahren vom Bacillus thuringiensis bekannt ist. Er heißt so, weil er erstmalig in kranken Mehlmotten aus Thüringen isoliert wurde.

Doch sein Gift, so die Befürchtung, zerreißt nicht nur den gefräßigen Larven des Maiszünslers den Darm. Was passiert mit Regenwürmern und anderen Bodentieren? Besonders die Imker sind alarmiert, seit eine Jenaer Studie befürchten lässt, dass geschwächte Bienen vom Pollen des Genmaises den Rest bekommen. Außerdem fliegen die Pollen viel weiter, als bisher angenommen. „Ich bin erschüttert“, sagt die Dr. agr. mit bayerischen Wurzeln, „dass die Landesregierung nicht über normale agronomische Möglichkeiten der Bekämpfung des Zünslers redet“.

Maisstoppeln gleich zerhäckseln und tief unterpflügen, das helfe auch.

gefunden bei: Ostthüringer Zeitung

Written by genfood

21.April.2008 at 11:01

Veröffentlicht in Allgemein, Patente, Zulassungen