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Archive for Juli 2007

Gentechnik scheitert am „milden Wetter“

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Annette Hauschild/Helmut Lorscheid 31.07.2007
Durchwuchs von Genmais auf einem Versuchsfeld von Monsanto in Deutschland

Im Herbst wird die Bundesregierung eine Novelle zum Gentechnikgesetz verabschieden. Von zentraler Bedeutung für den Erhalt gentechnikfreier Nahrungsmittel ist die Frage des Abstands. Derweil zeigen sich unvorgesehene Probleme auf Gentechnikäckern. Beim Monsanto-Mais gab es jüngst „erheblichen Durchwuchs“.

Nur eines ist sicher bei der Gentechnik – allen, die sich damit befassen, wird es nicht langweilig. Fast täglich gibt es neue Ereignisse und nur sehr selten gibt es Erfreuliches zu vermelden. Jetzt wurde ein Brief der Umweltverwaltung der Bezirksregierung Arnsberg vom 21. Juni dieses Jahres an das Ministerium für Umwelt- und Naturschutz in Düsseldorf bekannt, in dem zur „Gentechniküberwachung Firma Monsanto Agrar Deutschland GmbH …am Standort Werne“ mitgeteilt wird, dass es in diesem Jahr aufgrund des sehr milden Winters erstmalig bei der o.g. Freisetzung zu Durchwuchsmais kam.

Verantwortlich war den Umweltbürokraten zufolge also der „milde Winter“ – sprich das Wetter. Diese Ausrede vermag nicht jeden unbedingt zu beruhigen. Problematisch an dieser Ausrede könnte der Umstand sein, dass „das Wetter“ bereits in der herkömmlichen Landwirtschaft eine nicht unwichtige Rolle spielt.

Das Wetter oder die Militanten?

Nun haben sich die Damen und Herren der PR-Abteilung bei Monsanto etwas ganz Neues einfallen lassen, als sie Telepolis mitteilten:

Im Rahmen eines Freisetzungsversuches mit gentechnisch verändertem (gv) Mais der Linie NK603 hat Monsanto am Standort Werne auf einer Teilfläche einer zusammenhängenden Versuchsfläche, auf der in 2006 gv Mais geprüft wurde, Durchwuchs von gv Mais festgestellt. Diese Feststellung wurde der zuständigen Überwachungsbehörde durch Monsanto unverzüglich gemeldet.

Der Durchwuchsmais wurde entsprechend der Nachkontrollmaßnahmen unverzüglich und vor der Blüte vollständig beseitigt. Es bestand zu keiner Zeit ein Sicherheitsrisiko oder die Möglichkeit einer ungewollten Auskreuzung.

Die Gesamtfläche befindet sich in Bewirtschaftung von Monsanto. Auf dieser Fläche wird kein konventioneller Mais zu kommerziellen Zwecken angebaut. Der Grund für das Auftreten von gv Durchwuchsmais auf dieser Fläche ist auf die Zerstörung der Freisetzungsversuchs in 2006 durch Aktivisten zurückzuführen.

Die militanten Gentechnik-Gegner waren es also – nicht das Wetter. Für die bürgerlichen Gegner grüner Gentechnik sind solche Erklärungsversuche wenig seriös. Für Dipl.-Geogr. Ralf Bilke vom BUND NRW ist die Aussage :’Der Grund für das Auftreten von gv Durchwuchsmais auf dieser Fläche ist auf die Zerstörung der Freisetzungsversuche in 2006 durch Aktivisten zurückzuführen…‘ völliger Unfug.

Einmal abgesehen davon, dass Monsanto diese Behauptung nicht weiter erläutert und nachvollziehbar belegt, teile ich die Auffassung der Bezirksregierung Arnsberg, dass die Ursache für den Durchwuchs der vergleichsweise milde Winter ist. Anders als Raps, der winterhart ist, gilt Mais als sehr frostempfindlich, so dass nach einem ’normalen‘ Winter keine keimfähigen Maiskörner mehr im Boden anzutreffen sind. Einen Zusammenhang des milden Winters mit der ‚Feldzerstörung‘, die wir im übrigen ablehnen und für den falschen Weg der Auseinandersetzung halten, kann ich nicht erkennen.

Missachtung des Mindestabstands in Borken

Der BUND NRW [extern] weist auf weitere bemerkenswerte Vorgänge im Zusammenhang mit Monsanto hin In Borken, so der BUND, ließ der Agro-Konzern Monsanto eine Ackerfläche mit gentechnikfreiem Mais umbrechen, um so seinen umstrittenen Anbau des Gentech-Mais MON 810 in unmittelbarer Nachbarschaft aufrecht erhalten zu können.

Die Missachtung des bislang von den Behörden geforderten Abstands von nur 150 Metern zum gentechnikfreien Nachbarfeld veranlasste die Opposition im Nordrhein-westfälischen Landtag, eine Aktuelle Stunde zu fordern. In der Debatte [extern] verdeutlichte der CDU-Landtagsabgeordnete Friedhelm Ortgies die Gleichgültigkeit seiner Partei gegenüber den weitgehend noch unbekannten Risiken Grüner Gentechnik:

Die Firma Monsanto hat den Abstand von 150 m nicht eingehalten und hat nicht ordnungsgemäß und nicht rechtmäßig gehandelt. Das ist nicht klug. Man kann es auch als Dummheit bezeichnen, wenn man sich auf diesem hochsensiblen Gebiet nicht genau an die Grenzen hält, die rechtmäßig vorgegeben sind. Daraus allerdings eine Aktuelle Stunde im Landtag Nordrhein-Westfalen zu machen, ist, als würde man die Mücke zum Elefanten machen.

Die SPD-Abgeordnete Svenja Schulze machte hingegen au die möglichen Risiken aufmerksam:

Sie reden von Koexistenz und wissen noch nicht einmal, welche Gefahren von der Freisetzung dieser gentechnisch veränderten Pflanzen ausgehen. Sie setzen Pflanzen in die Umwelt und wissen nicht, was damit passiert. Wir wissen inzwischen aus zahlreichen Studien – auch das Bundesamt für Verbraucherschutz verweist auf neue Studien –, dass Genmais negative Auswirkungen auf Organismen hat. Wir wissen das inzwischen ganz genau von Fliegen, Wespen, Spinnen und Schmetterlingen; wir wissen aber noch nicht, welche Auswirkungen es auf die Menschen hat. Monsanto nimmt das alles billigend in Kauf, will weiter forschen und weitermachen, da sie viel Geld investiert haben…

Eine Sprecherin der Firma Monsanto erwähnte Borken als Beleg dafür, dass nicht der milde Winter, sondern zuvor bereits erwähnten „Aktivisten“ Grund für den Durchwuchs in Werne waren, den es in Borken schließlich nicht gegeben habe:

Am Standort Borken wurde in 2006 gv Mais der zur Inverkehrbringung zugelassenen Mais der Linie MON810 geprüft. Die Fläche, auf der sich nunmehr Weizen befindet, wurde im Frühjahr 2007 durch die zuständige Überwachungsbehörde Münster auf Durchwuchsmais inspiziert. Es wurde kein Durchwuchsmais festgestellt.

Monsanto behauptet also nicht, es habe dort keinen Durchwuchs gegeben: Es wurde lediglich keiner festgestellt.

Umstritten ist, ob 150 oder auch 300 Meter Abstand in der Landwirtschaft eine ausreichende Sicherheit darstellen können, da Gräserpollen, wozu auch Mais gehöre, so Gero Garthaus (SPD) in der Debatte über Monsanto in Borken, “ ziemlich weit, kilometerweit“, fliegen. Imker verweisen darauf, dass Bienen in einem Umkreis von 6 km fliegen. Viele Imker fürchten deshalb langfristige Folgen und möglicherweise den Verlust ihrer Bienenvölker. Der Grüne Abgeordnete Johannes Remmel zitierte im Landtag aus einem Schreiben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Umpflügen statt Gen-Mais ernten?), in dem es heißt:

Erst mit jüngeren Untersuchungen wurde deutlich, dass und in welchem Ausmaß das Bt-Toxin über die Pflanze in höhere Nahrungskettenglieder gelangt. … Diese neuen und zusätzlichen Informationen … geben berechtigten Grund zu der Annahme, dass der Anbau von MON810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt.“ Ich wiederhole: „eine Gefahr für die Umwelt darstellt„!

Monsanto versichert in einer Pressemitteilung, dass der von französischen Wissenschaftlern geäußerte Verdacht, MON 863 habe bei Ratten in einem Fütterungsversuch von Monsanto zu gesundheitlichen Schäden geführt, nicht zu halten sei:
Die EFSA bekräftigt nun nach ihrer neuerlichen Bewertung der Séralini-Studie, dass MON863 bei Ratten keinerlei Effekte hervorruft und die beobachteten Schwankungen ohne Zweifel innerhalb der natürlichen Bandbreite liegen. Auch die nationalen Behörden, darunter die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSSA (Agence Française de Sécurité Sanitaire des Aliments) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatten die Bedenken von Séralini et al. umgehend abgewiesen.

gefunden bei: heisse.de

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Written by genfood

31.Juli.2007 at 15:03

Veröffentlicht in Allgemein, Firmenpolitik, Zulassungen

Genfelder bei Stuttgart nur noch Geschichte

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Nachdem am Wochenende im Oderbruch 5 Hecktar Genmais unschädlich gemacht wurden beim Gentechnikfreiem Wochenende von Gendreck-weg haben in der Nacht von Montag auf Dienstag Anti-Gentechnik-Aktivistis zwei Genmais-Versuchsfelder in Oberbohingen bei Stuttgart komplett zerstört. Zusammengerechnet hatten die beiden Felder eine Größe von 2000 m2 gehabt. Freisetzter dieser Versuche war Monsanto Agrar Deutschland GmbH.
Bereits letztes Jahr hatten Gentechnikgegner Teile der Genfelder zerstört. Damals hatte ein Bio-Imker öffentlich angekündigt 3 Pflanzen unschädlich zu machen. Viele Sympatisanten folgten ihm und zerstörten große Teile des Feldes, bis die Polizei nach einer Stunde kam und nur noch die Personalien aufnehmen konnte. Seitdem werden die Felder regelmäßig von der Polizei überwacht.

Dennoch gelang es den Feldbefreiern gestern den Genmais unschädlich zu machen. Lediglich ein Gürtel um die Versuchsfelder wurde stehengelassen, da vermutet wurde dass sie nicht genmanipuliert sind und nur als Pollenfang dienten.

Macht kaputt was euch kaputt macht!

gefunden bei: Indymedia.de

Written by genfood

25.Juli.2007 at 14:31

Veröffentlicht in Andere über...

Achim Ecker aus Belzig gehört zu den Gen-Technik-Gegnern, die am Wochenende von der Polizei vorübergehend festgenommen wurden

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Selbst ernannter „Feldbefreier“ wieder auf freiem Fuß

FRED HASSELMANN

BELZIG Für Achim Ecker steht fest: Gentechnik ist kriminell, Feldbefreiungen, wie er sie gemeinsam mit sechs weiteren Belziger Bürgern am vergangenen Wochenende bei Altreetz (Märkisch-Oderland) unterstützt hat, deshalb notwendig und legitim. Und so lief er mit weiteren Verbündeten querbeet durch das Maisfeld von Landwirt Bernd Hoffmann, trampelte auf dessen genmanipulierten Pflanzen herum und sammelte „Beweisstücke“ – sprich Maiskolben.

Zusammen mit der bereits zuvor ausgearbeiteten Strafanzeige – unter anderem gegen den Geschäftsführer der Agrarprodukte Altreetz e. G. sowie den Geschäftsführer der Firma Monsanto Agrar Deutschland GmbH in Düsseldorf – übergab der 48-jährige Belziger die Beweise der Polizei. Er wirft den Beschuldigten die „ungenehmigte Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen, Boden- und Luftverunreinigung“ beziehungsweise Beihilfe vor. Dass er schließlich mit Jürgen Pflaum aus Lübnitz und weiteren 64 Gentechnik-Gegnern von der Polizei wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch vorübergehend festgenommen worden war und nun ebenfalls mit einer Anzeige rechnen muss, juckte den gelernten Sozialarbeiter nicht. „Wir wollten ja, dass sie uns kriegen“, erklärte er gegenüber der MAZ. Auf diese Weise habe er nicht nur seinen zivilen Ungehorsam zum Ausdruck bringen, sondern der Staatsmacht auch die Anzeige übergeben können. Nach einigen Stunden war er ebenso wieder frei wie Imker Michael Grolm, den Mitbegründer der Initiative „Gendreck weg“. Dem, so hieß es gestern, droht nun sogar eine Geldstrafe in Höhe von 250 000 Euro oder gar Haft bis zu sechs Monaten. Nach Angaben des betroffenen Landwirtes seien etwa 3000 Quadratmeter Mais beschädigt worden. Für die Verfechter gentechnikfreier Felder, wie sie unter anderem im Fläming offensiv propagiert werden, kein wirklicher Verlust. Sie sind vehement gegen die Verbreitung des „Gendrecks“.

„Viele Verpächter von landwirtschaftlichen Flächen wissen gar nichts davon, was mit ihrem Eigentum passiert“, sagt Ecker. Die von der Firma Monsanto hervorgehobenen Vorteile seien inzwischen von renommierten Wissenschaftlern widerlegt worden, so der Belziger. Zum Beispiel die Behauptung, dass Genmais viel resistenter gegen Schädlinge sei und dadurch der Pestizideinsatz wesentlich reduziert werde. „Das Gegenteil ist der Fall. Zum Teil muss fünfmal mehr Gift eingesetzt werden als sonst. Die Rückstände sind nicht nur in der Pflanze nachweisbar, sondern auch im Boden“, sagt der Landschafts- und Gartenbaufachmann. Für ihn sei es kein Zufall, dass aus Chemiefirmen plötzlich Saatgutunternehmen geworden sind.

Angst vor einem möglichen Prozess hat Achim Ecker nicht. Die Rechtshilfegruppe der „Gendreck weg“-Initiative hat das Motto ausgegeben „Jeder Prozess ist ein Teil der Aktion“. Er bietet den Gentechnik-Gegnern die Möglichkeit, die Motive darzustellen. Nicht zuletzt, so Ecker, fühle er sich auf der richtigen Seite, denn das Bundeslandwirtschaftsministerium habe die Gefährdung durch den Mais bestätigt. Deshalb sei es nur rechtens, weiter gegen Genmais zu kämpfen. Gewaltfrei, versteht sich.

gefunden bei: Märkische Allgemeine

Written by genfood

25.Juli.2007 at 14:22

Monsanto will weltweites Schweine-Monopol

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Gefährliche Machtkonzentration in der Lebensmittelproduktion. Autor: Dr. Christoph Then

Der US-amerikanische Saatgutkonzern Monsanto produzierte ursprünglich chemische Spritzmittel für die Landwirtschaft. Doch seit Jahren weitet er seine marktbeherrschende Stellung auf die ganze Lebensmittelproduktion aus. Die Methoden: Firmenaufkäufe, Patente auf normales und genmanipuliertes Saatgut, Pflanzen, Tiere und Lebensmittel, Gerichtsprozesse gegen Landwirte. Das jüngste Beispiel: Zwei weltweit angemeldete Patente auf Schweinezucht. Die Schweineherden will sich Monsanto gleich mit patentieren lassen.

Konventionelle Schweinemaestung, Schwein frisst Pellets aus Trog. Schweinemast.
Aufgenommen am: 05.08.2003
Ort: Hamburg, DEU
Copyright: © Axel Kirchhof / Greenpeace

Beide Patente haben letztlich zum Ziel, Schweine zu erzeugen, die schneller wachsen, um so langfristig die Kosten in der Fleischproduktion weiter zu senken.

Die Patente WO 2005/017204 und WO 2005/015989 sind seit Februar 2005 bei der Weltpatentbehörde in Genf (World Intellectual Property Organisation, WIPO) im Register verzeichnet. In der Patent-Anmeldung listet Monsanto mehr als 160 Länder auf, in denen das Patent gelten soll, darunter 27 Staaten in Europa, Asien (Indien, Philippinen, China), Amerika (USA, Brasilien, Mexiko), Russland und Australien. Die WIPO kann allerdings derartige Anmeldungen nur entgegen nehmen, aber selbst keine Patent erteilen. Die Anträge werden deswegen an die jeweiligen Patentämter wie zum Beispiel in den USA oder Europa weiter gereicht.
Schweine sind keine Erfindung

Patentieren kann man eigentlich nur neue Erfindungen. Obwohl die beiden Patentanmeldungen nicht auf echten Erfindungen basieren, macht Monsanto extrem umfassende Ansprüche geltend:

1. Im Patent WO 2005/015989 beschreibt Monsanto bereits gebräuchliche Methoden in der Schweinezucht wie Kreuzung, Selektion und künstliche Besamung. Die angebliche Erfindung sind bestimmte Kombinationen dieser Elemente, um die Zucht von Tieren zu beschleunigen, die schneller wachsen oder andere ökonomische Vorteile bieten sollen. Beansprucht werden die beschriebenen Verfahren, aber auch die resultierenden Tiere bis hin zu ganzen Herden. Folgende Beispiele sind zitiert aus der Patentanmeldung (Seite 53/54):

  • Anspruch 43: A target herd produced using a method according to … (Eine Ziel-Herde, bei deren Produktion folgende Methoden eingesetzt wurden…)
  • Anspruch 53: A swine production (SP) herd produced using … (Eine Herde zur Schweineproduktion, die mit folgenden Mitteln produziert wurde…)

2. Das Patent WO 2005/017204 bezieht sich auf ein Verfahren zur Gen-Diagnose an Schweinen. Damit will Monsanto Schweine identifizieren, die aufgrund ihres natürlichen Genoms besonders schnell wachsen, zum Beispiel, indem sie ihr Futter besonders schnell oder effektiv in Fleisch umsetzen. Solche Gen-Varianten wurden bereits bei Mensch und Tier beschrieben.

Auch hier beansprucht Monsanto nicht nur die Diagnose-Methoden, sondern auch die Tiere selbst:

  • Anspruch 16: A pig offspring produced by a method… (ein Ferkel, produziert nach der Methode…)
  • Anspruch 17: A pig herd having an increased frequency of a specific… gene… (Eine Herde von Schweinen, die eine größere Häufigkeit für ein bestimmtes Gen aufweist…)
  • Anspruch 23: A pig population produced by the method… (Eine Schweinepopulation, die nach folgender Methode produziert wird…)

Nach dem Wortlaut der Ansprüche will Monsanto Schweine, Ferkel und Mastschweine gleichermaßen wie das verwendete Gen und die Verwendung der genetischen Information monopolisieren.

Monsantos Ziel: Ein Monopol auf die Produktion von Lebensmitteln

Die beiden Schweine-Patente müssen vor dem Hintergrund der Monsanto-Strategie gesehen werden, die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auf allen Ebenen zu kontrollieren und monopolisieren. Ursprünglich machte Monsanto seinen Umsatz mit Pestiziden und anderen Produkten im Bereich der Agrochemie.

In den letzten zehn Jahren hat der Konzern weltweit etwa zehn Milliarden US-Dollar investiert, um Saatguterzeuger und andere Unternehmen im Bereich landwirtschaftlicher Produktion aufzukaufen. 2005 übernahm Monsanto unter anderem den weltgrößten Produzent für Gemüse-Saatgut, Seminis, für eine Milliarde US-Dollar.

Zudem hält Monsanto extrem weit reichende Patente auf Saatgut, die aber längst nicht immer in Zusammenhang mit dem Anbau von Gen-Saaten stehen. Diese Patente umfassen auch die Ernte, zum Teil bis hin zur Verwendung als Tierfutter oder in Lebensmitteln.

Ein Beispiel: Monsanto hält in Europa ein Patent auf genmanipulierte Soja-Pflanzen, das auch deren Anbau und alle Teile der Pflanzen umfasst. Auf dieser Basis hat Monsanto jetzt in Europa Gerichtsverfahren gegen Soja-Produzenten in Argentinien eingeleitet, um zusätzliche Gebühren zu erheben, wenn deren Ernte nach Europa importiert wird. Monsanto hat aber auch Patente auf normales – nicht gentechnisch verändertes – Saatgut angemeldet, wie zum Beispiel Weizen aus Indien und Sojabohnen aus China.

Mit der Anmeldung der Patente auf Schweine versucht Monsanto, sich ein neues lukratives Geschäftsfeld zu eröffnen. So wird in der Patentschrift WO 2005/017204 in Bezug auf die Schweineproduktion erklärt: Der ökonomische Einfluss dieser Industrie auf die ländlichen Regionen der USA ist enorm. Normalerweise setzen die Landwirte pro Jahr mehr als 11 Milliarden US-Dollar um, während der Wert der Ware, die im Einzelhandel an die Verbraucher verkauft wird, 38 Milliarden US-Dollar erreicht.
Machtkonzentration in der Lebensmittelwirtschaft

Insgesamt ist die Entwicklung dramatisch. Einige wenige multinationale Unternehmen kontrollieren bereits jetzt den internationalen Markt für Saatgut: Monsanto, Bayer, Dupont, Syngenta. Durch die (fast) weltweite Vergabe von Patenten, die alle Ebenen der Lebensmittelproduktion umfassen, geraten Landwirte und Lebensmittelhersteller in einem nie dagewesenen Ausmaß in direkte Abhängigkeit von diesen Konzernen. Die Kontrolle der Nahrungsmittel gerät in die Hände einiger weniger Konzerne, die zugleich auch weltweit versuchen, gentechnisch veränderte Saaten einzuführen.
Greenpeace fordert:

  • ein weltweites Verbot von Patenten auf Saatgut und landwirtschaftliche Nutztiere sowie auf die damit in Zusammenhang stehenden genetischen Ressourcen.

Lesen Sie weiter über die Konzernstrategien von Monsanto und andere Patentfälle. Und machen mit bei unserer internationalen Protestaktion gegen Monsantos Patente auf Tiere und Pflanzen.

V.i.S.d.P.: Dr. Christoph Then

gefunden bei: Greenpeace.de

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25.Juli.2007 at 14:17

Veröffentlicht in Firmenpolitik, Forschung, Patente, Zulassungen

Sicherheit des gentechnisch veränderten Mais MON863

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Die Unbedenklichkeit des gentechnisch veränderten Mais der Linie MON863 wurde durch die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erneut bestätigt. Sicherheitsbedenken von Greenpeace können damit zurückgewiesen werden.

Im März 2007 veröffentlichte Greenpeace eine Studie zur MON 863-Fütterung (Gilles-Eric Séralini et al.). Die französischen Wissenschaftler nahmen eine Auswertung der Rohdaten einer von Monsanto in Auftrag gegebenen 90-Tage-Fütterungsstudie vor. Der Vorwurf, die Studie basiere auf einer fehlerhaften Datenanalyse und MON863 habe Auswirkungen auf die Gesundheit von Ratten, wurde laut.

Die EFSA konnte die Richtigkeit dieser Aussage nicht bestätigen. Nach erneuter Bewertung der Séralini-Studie konnte bewiesen werden, dass MON863 bei Ratten keine Effekte hervorruft. Zudem liegen beobachtete Schwankungen innerhalb der natürlichen Bandbreite.

Monsanto ist ein global agierendes Unternehmen für Agrarprodukte mit Firmensitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Es ist Weltmarktführer in der Entwicklung und Herstellung von umweltverträglichen Pflanzenschutzmitteln und biotechnologisch verbessertem Saatgut.

Weitere Informationen unter:
www.monsanto.de
[24.07.2007, ]

Written by genfood

24.Juli.2007 at 17:19

Veröffentlicht in EU-Behörden, Forschung, Zulassungen

Monsantos Machtstrategien & Unternehmensaufkäufe – ein Report

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Ein Gentechnik-Gigant kontrolliert die Landwirtschaft

Der Monsanto-Konzern blickt auf eine lange Skandalchronik zurück, von Agent Orange über PCB bis zum Dioxin. Derzeit stammen 90 Prozent aller weltweit angebauten Gen-Pflanzen von Monsanto. Das global agierende Unternehmen verfolgt ein atemberaubendes Ziel: Es will die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen.

Dabei greifen Monsantos Strategien wie Zahnräder ineinander: Einflussnahme auf Politik und Wissenschaft, Aufkauf konkurrierender Unternehmen, aggressiver Erwerb von Patenten, Kontrolle von Landwirten und Inkaufnahme der Kontamination großer Gebiete mit Gen-Pflanzen. Mit diesen Taktiken drängt Monsanto auch auf den deutschen Markt.

Um das weltweite Saatgut-Monopol zu erlangen, versucht Monsanto, auf vielen Ebenen Einfluss zu nehmen: Der Konzern ist Mitglied zahlreicher Lobbygruppen und Strategie-Allianzen weltweit, um auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen.

In den USA wechseln Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Monsanto zu US-Bundesbehörden – und wieder zurück. Monsanto und die britische Labour Party werden von der selben PR-Agentur vertreten, führende Labour-Parteimitglieder haben massiv in die Gentech-Industrie investiert.

In Deutschland traten die beiden Spitzenbeamten Hans-Jörg Buhk, Leiter der Gentech-Genehmigungsbehörde beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), und Detlef Bartsch, ebenfalls BVL, in einem Werbefilm für den Gen-Mais von Monsanto auf und lobten dessen Vorzüge. An zahlreichen Universitäten in aller Welt sponsort Monsanto Weiterbildungsmaßnahmen, die Anschaffung neuer Techniken, Professuren und Promotionen. Darüber hinaus setzt Monsanto eine geschickte Kombination von Strategien ein, die wie Zahnräder ineinander greifen.

Monsantos Macht-Strategien

Strategie 1: Kaufen

Seit 1999 kaufte Monsanto für mehr als 13 Milliarden Dollar überall auf der Welt Saatgutfirmen. Noch im Januar 2005 erwarb Monsanto den Konkurrenten Seminis für 1,4 Milliarden Dollar. Monsanto ist jetzt mit mehr als vier Milliarden Euro Umsatz nach DuPont weltweit der zweitgrößte Saatgutanbieter und der größte Anbieter von Gentech-Saatgut.

Roundup

Strategie 2: Patentieren

In den 1980er und den frühen 1990er Jahren erwarb Monsanto in den USA bedeutende Patente auf gentechnische Methoden und auf Gene. Monsanto verdient vor allem an zwei Schlüsseltechnologien:
Bt-Technologie:

Das Bt-Toxin ist ein Insekten-Gift, das normalerweise von dem Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt) produziert wird. Monsanto besitzt Patentrechte auf Nutzpflanzen, in die Bt-Toxin-Gen eingeführt wurde. Sie sollen damit gegen Schädlinge geschützt sein.
Roundup-Ready-Technologie:

Roundup ist ein Breitbandherbizid aus der Produktion Monsantos (aktiver Bestandteil: Glyphosat). Monsanto besitzt Patentrechte auf Nutzpflanzen, die per Gentechnik gegen Roundup resistent gemacht wurden (Roundup Ready-Nutzpflanzen).

Die Kombination von Patentrecht und Gentechnik gibt Monsanto ein überaus effektives Werkzeug an die Hand, um die gesamte Kette der Nahrungsmittelproduktion ökonomisch zu dominieren:

  • Das patentgeschützte Saatgut erlaubt es Monsanto, Landwirte vertraglich zu binden.
  • Die Ernte gehört keineswegs dem Landwirt allein, sondern das Patentrecht sichert Monsanto Lizenzrechte.

 

Darüber hinaus sind die Patente so weit gefasst, dass sie auch noch die Folgeprodukte der Ernte bis zum Endprodukt umfassen.

Strategie 3: Kontrollieren

Monsanto festigt seine marktbeherrschende Position durch die Verträge, die es mit den Käufern seines Saatguts abschließt. Diese Verträge

  • verbieten Landwirten, die eigene Ernte als Saatgut zu verwenden, wie es Bauern seit tausenden von Jahren tun
  • schreiben Landwirten vor, ihre Chemikalien bei Monsanto zu erwerben
  • erlegen Landwirten eine Schweigepflicht auf: kommt es zu Konflikten über eine etwaige Verletzung des Vertrages, dürfen sie zu Dritten nicht darüber sprechen
  • verpflichten Landwirte, den Detektiven Monsantos jederzeit und unter allen Umständen Zutritt zu seinem Land gewähren.

In neueren Verträgen Monsantos ist außerdem eine Klausel enthalten, die es dem Landwirt untersagt, Monsanto zu verklagen, sollte das Gentech-Saatgut im Anbau versagen. Ignoriert ein Landwirt die Vereinbarungen oder einen Teil davon, so kann er laut Vertrag für die von ihm begangene Patentrechtsverletzung haftbar gemacht werden. Er muss die Anwaltskosten sowie die gesamten Kosten der Durchsetzung des Vertrags bezahlen.

Monsanto unterhält eine eigene Abteilung von 75 Mitarbeitern mit einem jährlichen Budget von 10 Millionen Dollar, die sich nur um mögliche Patentverletzungen durch Landwirte kümmert. Laut eigenen Angaben aus den Jahren 2003 und 2004 nimmt das Unternehmen jährlich 500 bis 600 Untersuchungen wegen Saatgutpiraterie auf. Bis 2004 hat Monsanto 90 Verfahren angestrengt, in die 147 Farmer und 39 Kleinunternehmen oder Landwirtschaftsfirmen verstrickt sind.

Gerichtsstand ist grundsätzlich St. Louis, Missouri – der Firmensitz von Monsanto, so steht es im Vertrag.

Eines der bekanntesten Opfer Monsantos ist der kanadische Raps-Farmer Percy Schmeiser. Er war nicht einmal Kunde Monsantos. Laut Schmeiser wurden seine Felder durch die Gen-Saaten des Konzerns kontaminiert. Weil sich danach in Schmeisers Pflanzen die von Monsanto patentierten Gene fanden, verklagte der Saatgutkonzern den Farmer 1998 wegen Patentrechtsverletzung. Am 6. August 2004 entschied der Oberste Gerichtshof Kanadas in letzter Instanz gegen Schmeiser.

Strategie 4: Kontaminieren

Monsantos Anwälte würden bestreiten, das Unternehmen habe die Kontamination ganzer Regionen mit seinen Gen-Saaten absichtlich herbeigeführt. Tatsache ist: Eine solche Kontamination fand und findet in dramatischen Ausmaßen statt. In Nordamerika ist heute mehr als die Hälfte allen konventionellen Mais- und Soja-Saatguts und fast das gesamte Raps-Saatgut mit Monsantos patentierten Genen kontaminiert.

Monsanto agiert weltweit

Was Monsanto beispielhaft mit aller Härte vor allem in Kanada und den USA eingeübt hat, führt es nun auf anderen Kontinenten fort.

Afrika:

In Südafrika ist Monsanto mit seinen Gen-Saaten bereits fest etabliert und bemüht sich nun um weitere afrikanische Märkte. Eine Taktik: Das Unternehmen verschenkt Gentech-Saatgut an Kleinbauern.

Süd- und Südostasien:

Während der letzten Jahre konnte der Konzern trotz massiver öffentlicher Proteste seine Bt-Baumwolle in Indien und Indonesien und auf den Philippinen seinen Bt-Mais auf den Markt hieven. Indien gehört zu den zehn größten Saatgutmärkten der Welt.

Südamerika:

Jahrelang sah Monsanto tatenlos zu, dass Bauern in Südamerika die Gen-Saaten Monsantos untereinander verkauften. Mittlerweile sind zahlreiche Felder in Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Mexiko mit Monsanto-Genen kontaminiert. Ökologisch besonders gravierend ist dies in Mexiko, dem Ursprungsland von Mais mit zahlreichen lokalen Varietäten.

Nun will Monsanto Lizenzgebühren: Anfang des Jahres 2005 drohte das Unternehmen, Argentinien zu verlassen, falls die Landwirte keine Abgaben zahlen. Damit wäre die Aussaat in Gefahr gewesen, denn die meisten nationalen Saatgutfirmen haben mittlerweile bankrott gemacht. Angesichts dieser Situation nimmt sogar die argentinische Regierung das Wort Gangstermethoden in den Mund.

Im Irak

zeigt sich die neueste Entwicklung: Dort haben die USA ein Patentrecht installiert, wonach Bauern patentiertes Saatgut nicht mehr zur Wiederverwendung aufbewahren dürfen. Damit wird im Irak per Gesetz geregelt, was Monsanto in den USA jedem einzelnen Farmer in den Privatvertrag schreibt, wenn er Gentech-Saatgut kauft.

Monsanto drängt auch auf den deutschen Markt

Auch in Deutschland möchte Monsanto seine Gen-Saaten nun auf den Markt drücken – wie immer zunächst auf dem Weg des Erprobungsanbaus, der laut eigenen Angaben des Konzerns 2004 an 28 Standorten stattfand.

Um die Koexistenz mit gentechnikfreien Landwirtschaftsbetrieben zu sichern, bietet das Unternehmen ein neues Modell an: Es offeriert den Landwirten die Abnahme ihrer Maisernte zum aktuellen Marktpreis. Ein Nachweis, ob der Mais gentechnisch verunreinigt ist, muss nicht erbracht werden.

Skandalchronik Monsantos

Die Skandalchronik des Chemie- und Gentechnikgiganten Monsantos ist atemberaubend und lang. Das Unternehmen ließ Studien frisieren und leugnete Gefahren, zum Beispiel von PCB (polychlorierten Biphenylen), Dioxin, Agent Orange und rBST (Rinderwachstumshormon zur Steigerung der Milchleistung).

In Indonesien wurde Monsanto vor kurzem wegen Bestechung eines Regierungsbeamten verurteilt. In Indien kam Greenpeace einem Betrugsskandal in einem Zulassungsantrag für Gen-Baumwolle auf die Spur – die Erträge waren frisiert. Zwischen 1990 und 2001 hat Monsanto in den USA Gen-Pflanzen 44-mal illegal freigesetzt.

Monsantos Gentechik-Produkte versagen überdies immer wieder: In den Vereinigten Staaten haben schon hunderte von Farmern Monsanto verklagt, weil Bt-Baumwollernten desaströs ausfielen und die Landwirte massive Finanzeinbußen hinnehmen mussten.

In Indonesien führte eine Dürre schon im ersten Pflanzjahr zu einer explosionsartigen Vermehrung der Schädlingspopulation auf der Gen-Baumwolle, nicht jedoch auf anderen Baumwollsorten.

In mehrjährigen Studien an US-Universitäten konnte nachgewiesen werden, dass die Erträge von genetisch manipuliertem Roundup-Ready-Soja im Vergleich zu konventionellen Sorten niedriger sind.

Monsanto behauptet, der Einsatz von Roundup-Ready-Pflanzen würde den Verbrauch des Herbizids verringern. Der US-Agrarwissenschaftler Charles Benbrook konnte jedoch nachweisen, dass sich im Anbaujahr 2003/04 der Gesamtverbrauch an Roundup Ready auf argentinischen Gen-Sojafeldern ver-56-facht hat. Die Gesamtmenge an Pestiziden, die für gentechnisch veränderten Mais, Soja und Baumwolle verwendet wurden, stieg in den USA zwischen 1996 und 2004 um 122.4 Millionen Pfund.

1999 fanden US-Forscher heraus, dass die Stängel von Roundup Ready-Sojabohnen aufplatzen, wenn der Boden im Sommer 40 bis 50 Grad Celsius heiß wird. Nur in Böden, die sich nur auf 25 Grad erwärmen, wachsen die gentechnisch veränderten Pflanzen so gut wie die konventionellen.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie bei Greenpeace, von Monsante gekaufte Unternehmen (en) und Patente

gefunden bei: Greenpeace.de

Written by genfood

24.Juli.2007 at 14:26

Demonstranten zertreten Gen-Maisfeld

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Trotz eines großen Polizeiaufgebots ist es Gen-Technikgegnern am Sonntag im Oderbruch gelungen, auf ein Maisfeld vorzudringen und genveränderte Pflanzen zu zerstören. Dabei war es ihnen gerichtlich verboten, die Äcker zu betreten. 52 Teilnehmer wurden vorläufig festgenommen.

Genmais-Gegner knicken auf einem Feld in der brandenburgischen Ortschaft Altreetz Genmaispflanzen. Rund 400 Menschen haben am Sonntag im Oderbruch gegen den Anbau von Genpflanzen protestiert

Foto: DDP

Die Vertreterin der Initiative „Gendreck weg“, Anja Becker, gab die Größe der betroffenen Fläche nahe Altreetz bei Wriezen (Märkisch-Oderland) mit etwa eineinhalb Hektar an. Sie wertete die seit Langem geplante und angekündigte Aktion als Erfolg. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte zuvor eine einstweilige Verfügung gegen die Aktion der Gentechnikgegner erlassen und verboten, die Äcker zu betreten.

Laut Polizei kamen etliche Teilnehmer vorübergehend in Gewahrsam oder wurden festgenommen. Nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten blieben Gewalttätigkeiten aus, niemand wurde verletzt. Rund 570 Polizeibeamte wurden von einem Hubschrauber unterstützt.

Festgenommene Gen-Technikgegner überreichten Anja Becker zufolge Strafanzeigen gegen den US-amerikanischen Saatgutkonzern Monsanto, dessen genveränderte Maissorte im Oderbruch angebaut wird. Die Pflanzen produzierten einen Wirkstoff gegen den Schädling Maiszünsler. Dieser ist ein Schmetterling, dessen Raupen sich in den Stängeln der Pflanze einnisten und diese zerfressen. Kritiker der „grünen Gentechnik“ warnen vor möglichen Schäden für die Umwelt, zum Beispiel für Insekten. Die Auswirkungen in der freien Natur seien noch unklar. „Wir machen Giftpflanzen mit Langzeitfolgen unschädlich“, sagte der Berufsimker und Agraringenieur Michael Grolm vor Beginn des Protests. Der Genmais sei illegal.

Grolm erinnerte daran, dass Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) im April zwar den Genmais verboten habe, dieser aber vorher schon ausgesät war. Jetzt begännen die Pflanzen zu blühen und ihre gefährlichen Pollen zu verbreiten. Das Land Brandenburg ist mit 1347 Hektar bundesweiter Spitzenreiter beim Anbau genveränderter Pflanzen. Das geht aus dem Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hervor. Märkische Landwirte bauen mittlerweile an 31 Orten gentechnisch veränderten Mais für die Biogaserzeugung oder zur Verfütterung an: Das ist so gut wie die Hälfte des bundesweiten Anteils am Genmaisanbau, der etwa 2826 Hektar beträgt. Die Bauern erhoffen sich davon eine bessere wirtschaftliche Grundlage. Doch der Protest verschärft sich. Selbst Umwelt- und Agrarminister Dieter Woidke (SPD) warnt inzwischen vor den unabsehbaren Folgen der „grünen“ Gentechnik.

Am Sonntagmorgen hatte sich in Altreetz im Oderbruch eine Demonstration mit schätzungsweise 300 Teilnehmern in Marsch gesetzt, um gegen den Anbau von genverändertem Mais zu protestieren. Nach einem Gottesdienst wurde eine ursprünglich geplante Kundgebung abgesagt. Als dennoch plötzlich eine Gruppe von 30 bis 40 Menschen aus dem Demonstrationszug in Richtung Maisfeld stürmte, setzten ihnen Polizeibeamte zu Pferd und mit Hunden nach. Dennoch gelang es den Demonstranten, auf das Maisfeld vorzudringen und einen Teil der Pflanzen zu zertrampeln. Nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Wilde wurden 52 Teilnehmer der Aktion vorläufig festgenommen. Scharfe Kritik am Vorgehen der Demonstranten übte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Potsdamer Abgeordnete, Katherina Reiche. „Feldzerstörungen und Erntevernichtungen sind Ökoterror“, schrieb sie in einer Stellungnahme.

dpa/gma
Stand: Montag, 23. Juli 2007, 08:29 Uhr

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Written by genfood

23.Juli.2007 at 9:54

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